Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
In deinem Unternehmen soll mehr passieren – aber im Moment hängt zu viel an dir? Willkommen bei Faktor Führung – Verantwortung, Ergebnisse, Freiheit.
Dieser Podcast richtet sich an Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte, die verlässliche Ergebnisse wollen, ohne dass sie selbst zum Flaschenhals werden.
Du erfährst, wie du:
- Verantwortung bei Mitarbeitern verankerst, damit weniger nachgehakt, korrigiert und „gerettet“ werden muss,
- ein Führungssystem etablierst, das Verbindlichkeit, Tempo und Qualität in die Umsetzung bringt,
- dich selbst so führst, dass du Klarheit gewinnst, deine Energie schützt und dein Stresslevel steuerst,
- deinen Alltag strukturierst (Prioritäten, Delegation, Routinen), sodass du am Ende des Tages mehr Steuerung und bessere Ergebnisse hast.
Jede Folge ist kurz, direkt und praxisnah – für Führung, die entlastet und Wirkung erzeugt.
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Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
#185 - Vertrauen deinem Team gegenüber ist alternativlos - Im Interview mit Boris Thomas
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Heute habe ich ein ganz besonderes Interview, welches ich unbedingt mit dir teilen möchte. Boris Thomas ist ein echter Vollblut Unternehmer
1957 baute sein Großvater den ersten Lattenrost der Welt. Unter dem Namen Lattoflex wurde aus dieser Idee ein unangefochtenes Unternehmen, dass er bis heute führt. Boris ist nicht nur ein Vorzeige-Unternehmer, sondern auch ein echter Leader.
Wie das Vertrauen in seine Mitarbeiter sein Unternehmen an die Spitze brachte, berichtet er hier in diesem Podcast.
Hör unbedingt in dieses Interview.
Es ist ein echter MUSS!
Und darüber hinaus empfehle ich dir unbedingt in sein neues Buch "TRUST - Die Vertrauensrevolution: Wie Erfolg und innere Erfüllung auf allen Ebenen wieder möglich werden" reinzuschauen.
Das Buch erscheint am 29.3. und du kannst dir jetzt die wertvolle Erstauflage hier sichern:
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Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg nicht nur mit dem Interview, sondern auch mit diesem Buch!
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Ja, herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzungsschampion. Und ich freue mich heute riesig, dass ich einen Vollblutunternehmer hier im Podcast habe, der nicht nur Unternehmer seit 30 Jahren ist, sondern auch Lebensmentor, Redner und schon dreifacher Autor. Und als ich ja den Titel seines neuen Buches gesehen habe, dann war mir klar, ich brauche ihn unbedingt in den Podcast. Von daher herzlich willkommen, Boris Thomas.
SPEAKER_03Ja, Mensch, schön, lieber Timo, dass ich bei dir sein darf. Herzlichen Dank für die Einladung. Da bin ich natürlich gerne nachgekommen und ich freue mich schon riesig auf unser Gespräch zum Thema Vertrauen.
SPEAKER_00Ja, absolut. Dein neues Buch heißt Trust, die Vertrauensrevolution. Und machen wir doch gleich mal Butter, beide Fische. Was ist denn für dich Vertrauen?
SPEAKER_03Also, ich musste mich jetzt ja über das letzte halbe Jahr oder dreiviertel Jahr, solange hat dieser Buchprozess ja gedauert, sehr intensiv mit Vertrauen beschäftigen. Also ich glaube, die Wasch-Frage, am Ende ist es ja immer so, und so würde ich sie gerne beantworten: Vertrauen ist eine Entscheidung. Vertrauen ist eine Entscheidung, wie du das Leben siehst. Vertrauen bedeutet ja das Loslassen von Kontrolle. Vielleicht kann man das auch mit diesem Antipol, mit diesem Gegenpol so ein bisschen definieren. Ich glaube, dass wir Menschen immer wieder geneigt sind, Kontrolle auszuüben. Und ich glaube, dass wir sehr oft darin versagen, klar zu sehen, dass Kontrolle eigentlich Quatsch ist. Und ich glaube, dass wir dann immer in Stress geraten und versuchen dann doch zu kontrollieren, unser Partner zu kontrollieren, die Regierung zu kontrollieren, die Gesellschaft, die Menschheit, alles soll irgendwie kontrolliert werden. Und am Ende scheitern wir damit doch, weil das Leben doch viel größer ist. Und ich glaube, deswegen, Vertrauen ist einfach eine Entscheidung. Das ist eine Entscheidung, ich gehe hin und mache den nächsten Schritt, auch wenn ich nicht genau 100% sicher sein kann, dass es richtig sein wird. Ich nehme jemanden mit an meiner Seite in einer Partnerschaft, auch wenn ich nicht zu 100%, niemals zu keinem Zeitpunkt sicher sein kann, dass der andere gut mit mir umgehen wird. Das weiß ich nie. Dafür gibt es keine Garantie und kein Zertifikat. Und diese Entscheidung, dahinter steckt eine Frage, die heißt, wie siehst du das Leben? Und wie siehst du andere Menschen? Und ich glaube, das definiert diesen Korridor von Vertrauen sehr gut.
SPEAKER_00Wow, ja, also da in der Antwort dabei, da steckt jetzt schon richtig viel drin. Lass uns vielleicht mal sortieren. Jetzt, bevor wir vielleicht auf den Menschen kommen, oder vielleicht hängt es ja auch für dich komplett zusammen. Jetzt, als du es gerade gesagt hast, so Vertrauen ist eine Entscheidung, jetzt denke ich gerade an viele Unternehmer, die ich so begleite. So, und da höre ich häufiger so einen Satz, da läuft es mir mal kalt den Rücken runter, die Mitarbeiter müssen funktionieren. So, jetzt hast du auch 155 Mitarbeiter in deinem Unternehmen, also da ist was zu tun. Wie gehst du denn damit um? Also mit Vertrauen gegenüber diesen 155 Mitarbeitern? Fällt dir das immer leicht oder ist es auch manchmal eine Herausforderung?
SPEAKER_03Also ich glaube, das fällt niemandem leicht. Wir sind Menschen, also wir sind ja nicht perfekt. Aber mal darüber hinweg gesehen, dass wir eben unperfekt sind und in dieser Unperfektion menschlich, ich denke, es ist einfach dieser Punkt, weißt du, du hast gesagt, funktionieren. Was ist denn das? Am besten, also ich sag mal, in dem besten Job als Chef, um es mal so zu sagen, oder als Führungskraft oder als Geschäftsführer, habe ich doch dann, wenn ich mich möglichst wenig in das Tagesgeschäft der Mitarbeiter einmischen muss. Also wenn ich einfach sage, die haben es drauf, die machen ihren Job und das wird schon werden. Und die wissen gute Lösung. Und ganz ehrlich, und ich sage das immer sehr klar, wenn morgen früh ein paar Mitarbeiter nicht zur Arbeit erscheinen, bin ich komplett überfordert. Ich könnte noch nicht mal einen Auftrag von Latoflex, wenn wir, wir bauen ja Betten, weil uns ein Bett bestellt, ich könnte von Lattoflex noch nicht mal einen Auftrag selber erfassen, weil ich wüsste gar nicht, wie ich da in diese EDV da reinkomme und wie ich da die Masken ausfüllen muss, damit die Produktion unten das Bett fertigt. Also ich voll, ich bin überfordert. Questumskung, keine Ahnung im Detail. Mein Job ist dann eher, die anderen Dinge zu regeln, die langfristigen Dinge, was wird in drei Jahren sein? Und je mehr ich, glaube ich, dieses Vertrauen auf diese Ebene bringe, Menschen auch zuzumuten, Fehler zu machen. Denn das bedeutet es ja auch, dass genauso wie man Kindern hat, also Kinder muss man ja auch zumuten, Fehler zu machen, so schwer uns das als Eltern fällt. Und ich habe selber drei Kinder und das weiß ich, wie schwer das als Eltern ist, zu sagen, zuzusehen, wenn Kinder Fehler machen, ist ja für uns Eltern mindestens genauso schmerzhaft.
SPEAKER_00Ja, das ist hart.
SPEAKER_03Aber ich glaube, es gibt keinen Plan B, als Menschen zuzumuten, dass sie als Erwachsene ihre Fehler machen können, ihren Weg gehen und gute Lösungen finden. Und ich glaube, je mehr uns das gelingt, desto entspannter und besser kann ein Team auch funktionieren, weil dann kann ich mich voll auf das konzentrieren, was von meiner Seite verlangt wird. Klare Entscheidungen für die Zukunft zu fällen, zum Beispiel dann, wenn Unklarheit herrscht, dann brauchst du eine klare Entscheidung. Also das ist der Sinn von Führung. Wirklich mal zu sagen, was ist denn in drei Jahren? Wo muss ich meine Firma hinteuern? Welche Märkte wollen wir angehen? Das sind meine Punkte. Und natürlich, wenn die Hütte brennt, so wie bei Corona, dann werde ich mich auch in Tagesgeschäfte einmischen. Aber grundsätzlich erst einmal würde ich sagen, erwachsenen Menschen traue ich zu, das ist ja Vertrauen trauen, traue ich zu, ihren Job zu machen. Und das ist, glaube ich, auch das Tolle am Vertrauen. Es ist, und das möchte ich vielleicht noch ergänzen dazu als Gedanke hier für die Zuhörer, es ist am Ende so eine Einladung. So sehe ich das immer. Also wir laden quasi Menschen ein, zu vertrauen. Ob sie die Einladung annehmen, so hat das Gerald Hütter mal sehr schön gesagt, der Hirnforscher. Ob sie die Einladung annehmen, unterliegt ihrem freien Willen. Aber unterm Strich ist es unser Job, erstmal zum Vertrauen einzuladen, weil Vertrauen ist auch monetär super, weil es macht ein Unternehmen viel, viel schneller, die Prozesse laufen besser ab, die sind viel, viel kreativer in einem Umfeld von Vertrauen und Menschen trauen sich eben auch zu, mal etwas zu riskieren, weil sie eben wissen, dass ihnen Vertrauen geschenkt wird.
SPEAKER_00Also beide Daumen hoch, ich bin 100% bei dir und ich erinnere mich jetzt an ein Gespräch mit einer Unternehmerin heute Vormittag. 300 Menschen beschäftigen die. Und die ist jetzt, sage ich mal, noch nicht so weit in ihrer Vertrauenskultur, so würde ich es mal beschreiben, sondern die steckt halt noch im Tagesgeschäft fest. Vielleicht jetzt so, wenn die jetzt hier hören würde, was wäre denn deine sehr konkrete Empfehlung? Also, wie kriege ich das denn da hin? Und du hast es eben sehr schön gesagt, Kinder, ich meine, da tut es einmal doppelt weh, wenn man zuguckt. Und als Unternehmer heißt das ja vielleicht auch mal zu sagen, ich gucke mal zu, wie ein Mitarbeiter, der jetzt 5000 Euro oder 10.000 Euro versenkt. Wie mache ich das?
SPEAKER_03Also da gibt es natürlich jetzt zwei, also ich sage ja immer, stell nur Fragen, deren Antworten du auch verträgst. Ich würde jetzt auf zwei Arten Antworten. Die nette ist, auch guck mal, was da so geht und bla, und teste mal aus. Das ist die nette Antwort, gesellschaftlich. Und dann würde man vielleicht noch sagen, ja, und bei deinem Umfeld und bei deiner Kindheit, das ist ja auch schwierig und so. Also ich glaube allerdings, die wahrhaftige Antwort eher für die Wahrheit. Die wirklich transformierende Wahrheit. Und die wirklich transformierende Wahrheit bedeutet in diesem Fall ganz klar, beschäftige dich mit dir selbst. Also ich glaube, dass ein Unternehmer, also oder ich drehe es mal um, Toni Robbins, um mal jemanden zu zitieren mit einer klugen Referenz, die ich sehr enthalte, Tony Robbins sagt immer, dein Unternehmen wächst immer nur so weit, wie du bereit bist, mit deiner eigenen Psychologie als Unternehmer mitzuwachsen. Also die größte Blockade eines Unternehmens auf Wachstum und Erfolgsebene ist immer deine eigene Psychologie als Unternehmer. Du speist quasi von oben die Dinge ein. Und ich habe bei mir auch immer wieder festgestellt, weißt du, oft sagen Unternehmern, ich habe ja viel mit Unternehmern zu tun, ich bin in der IRK Vollversammlung, ich bin Vorsitzender des Regionalausschusses, ich bin Vorsitzender hier der Brümmerförder Wirtschaftsgilde. Also ich habe eigentlich tagtäglich fast mit Unternehmern zu tun. Und ganz ehrlich, oft sagen Unternehmer, ja, meine Mitarbeiter müssten mal kreativer sein und mal mutiger sein. Ich frage mich dann immer, wie mutig bist du denn eigentlich? Also, und ich glaube, am Ende sind gerade diese Vertrauensdinge, haben etwas mit unseren eigenen Prozessen zu tun. Das sind unsere eigenen tiefen Dinge. Ich selber habe mich jahrzehntelang um diesen Globus herumgetummelt auf allen möglichen Selbsterfahrungskursen. Ich habe spirituelle Ausbildungen gemacht, war bei Schamanen unterwegs, in Klöstern, auf Hawaii, habe viel gelernt über Beziehungscoachings und ähnliche Dinge. Ich bin so einmal quer durch, habe aber vor allen Dingen was für mich gelernt. Und ich glaube, dass wir als Unternehmer aufgerufen sind, vor allen Dingen erst einmal mit uns selbst klarzukommen und uns selbst zu vertrauen.
SPEAKER_02Oh, ja.
SPEAKER_03Wenn wir selber Misstrauen gegenüber uns selber haben, ja, mein Gott, wie soll dann die Welt uns vertrauen und wir der Welt? Also fangen wir doch mal im Kleinen an bei uns jetzt und bauen wir doch mal wieder hier Selbstvertrauen auf und schauen uns an, wie unsere internen Prozesse funktionieren. Wo sind meine Triggerpunkte? Wo sind Dinge, die mir wehtun? Wo bin ich vielleicht nicht diszipliniert genug? Wo sind die Dinge? Was passiert, wenn eine Krise kommt? Habe ich meine Emotionen dann im Griff? Muss ich mal meditieren oder irgendetwas? Ist ja auch egal was. Aber am Ende glaube ich, es geht immer darum, das Wachstum eines Unternehmens korreliert immer mit dem inneren Wachstum des Unternehmers. Punkt. Und das ist zwar ungemütlich, weil es hindert uns natürlich als Unternehmer ein bisschen daran, die Schuld woanders zu suchen. Aber zu sagen, wem wir die Schuld geben, geben wir die Macht. Das hat, glaube ich, Viktor Frankel mal klugerweise gesagt. Je mehr ich anfange zu sagen, ja, wenn die anderen, wenn mein Umfeld, wenn meine Mitarbeiter, wenn die Regierung, wenn die mal alle anders wären, dann könnte ich mir das ja überlegen. Und ich habe das oft erlebt, das ist vielleicht ein letzter Satz dazu. Ich habe, wie gesagt, sehr viel auch im Bereich Beziehungscoachings gemacht. Da sitzt dann irgendwie ein paar und jeder zeigt auf den anderen und sagt, also wenn mein Partner anders wäre, also dann hätten wir hier die super Beziehung, aber leider der Vollidiot verändert sich ja nicht. Was soll ich denn da tun? Das kann man eben aufs Unternehmen genauso übertragen. Ich würde mich da immer wieder an der eigene Nase packen und sagen, okay, was ist dein eigener innerer Prozess?
SPEAKER_00Also ich kann ja nur zu 100% dabei pflichten. Ich weiß nicht, wie du das in den ganzen Versammlungen da so erlebst. Also wenn du die anderen Unternehmer triffst, ich nenne es jetzt mal, wie weit die so im Durchschnitt in ihrem Entwicklungsprozess, sage ich jetzt mal auch ein Stück weit sind. Wie bist du denn auf dieses Thema gekommen? Also ich meine, man wacht ja nicht morgens auf und sagt, oh, Vertrauen ist eigentlich die Lösung, da komme ich mit mir selber besser klar, mein Unternehmen wächst, die Leute arbeiten selbstständig, ich muss mich nicht um alles selber kümmern und es bleiben auch noch mehr Euros über, als wenn ich alle kontrollieren würde.
SPEAKER_03Also zwei Antworten darauf. Punkt 1, in mir drin gibt es da, solange ich denken kann, seit beim 14., 15. Lebensjahr eine unstillbare Neugierde. Muss man einfach mal sagen. Ich will einfach wissen, wie Leben funktioniert. Die Grenze auch noch ein Stück weiter. Also, das war immer in mir drin. Ich fand es immer super aufregend, weil ich mich immer gefragt habe, wie geht das mit dem Leben? Wie funktioniert Leben? Warum sind wir Menschen manchmal so komisch? Was passiert hier in Familien, in der Gesellschaft? Und habe mich da auf einer Reise beginnen und my gesehen in ziemlich viel Uninstecken, sag ich jetzt mal so auf good Deutsch. The concrete shit for this book, and of this, Trust, Venge. I am unfassbar dank by a lieutenant, a lie of me, who you are kennel, Kerstin Scherer aus Mastershausen. And I was by the lieutenant auf einer T-Stunde nammittags in Mastershausen vor ziemlich genau einem Jahr. Wenn ich mich richtig erinnere, muss es so Februar, März irgendwie gewesen, sein letzten Jahres. Und wir plauderten so über das Leben. Das machen Kerstin und ich wirklich sehr, sehr gerne. Und wir haben dann sehr tiefe Gespräche, wie du dir vielleicht vorstellen kannst. Und haben halt geguckt, was so läuft und so und so. Und irgendwann habe ich gesagt, Kerstin, irgendwie, ich habe jetzt zwei Bücher geschrieben: eins über Krisen, eins über Klarheit. So, irgendwie liegt hier an der Oberfläche ein drittes Buch. Ich kann es aber noch nicht so ganz greifen, welches Thema es ist. Vielleicht ist es das Thema oder jenes, ich habe da so verschiedene Themen genannt, aber irgendwie spricht es mir nicht an. Kerstin hat dann so über die Teetasse hinweg mich angeguckt und hat, also wie aus dem Nichts hat sie dann zu mir gesagt, Boris, Vertrauen. Dein Buch heißt Trust.
SPEAKER_02Wow.
SPEAKER_03Und dann habe ich da gesessen, du weißt ja, wenn ihr das manchmal so einen so erwischt hat, Binsehaut gehabt, und hab gedacht, oh, das ist cool, das klingt ziemlich cool. So, und da habe ich mich halt hingesetzt und habe halt erstmal alles recherchiert, was man zum Thema Vertrauen finden kann. Gesellschaftliche Ebene, Unternehmensebene, Paarbeziehungsebene findet auch statt. Persönliche Ebene, selbstverständlich. Hab noch sechs Impulsgeber gefunden, Kerstin Scherer ist auch dabei. Und was mich besonders freut, und das vielleicht nochmal Abschluss zu deiner Frage, ich bin dann kurz danach im Auto gesessen, auf einem Weg zu einem sehr, sehr guten Stegrestaurant in Hamburg mit Dr. Schuak Spizano aus Hawaii. Ich kenne vielleicht einige der Zuhörer. Er ist ein guter Freund von mir inzwischen. Also wir schreiben uns fast täglich und so weiter. Und ich habe bei ihm große Teile auch der Ausbildung mitgemacht und so. Und wir sind sehr eng befreundet und wir wollten zum Steg essen gehen in Hamburg. Er war da. Und ich habe ihm von dem Buchprojekt erzählt. Und er hat ihn mit Tränen in den Augen gesagt, Trust, was für eine fantastische Idee, darüber ein Buch zu schreiben. Boris, ich möchte gern das Vorwort für das Buch schreiben. Oh, cool. Weil ich es so großartig finde. Also das Vorwort ist von Dr. Schuh Spizano und ist auch ein so berührendes Vorwort. Ich habe es einigen schon zum Lesen gegeben. Er hat so tiefe Worte und weise Worte zum Thema Vertrauen gefunden. Und er hat nochmal, das ist vielleicht wichtig auch für alle Unternehmer hier, er hat gesagt, das, was in Jahren vor uns liegt, auch rein auf einer geistigen Ebene, sehr anspruchsvoll für uns alle sein. Wir brauchen wirklich tiefes Vertrauen in uns und wir als Unternehmer sind aufgefordert, dieses Vertrauen den Menschen wieder neu zu schenken. Das waren seine Worte. Und daraus hat er ein Vorwort formuliert. Und das ist vielleicht so die etwas längere Antwort auf deine Frage, warum Trust. Ich glaube, es ist dran. Es ist ein flammendes Plädoyer eher geworden als ein Buch, ein flammendes Plädoyer für eine Vertrauensrevolution. Irgendjemand muss mal wieder den ersten Schritt machen, dass wir zurück ins Vertrauen gehen. Und darum geht es mir in dem Buch.
SPEAKER_00Ja, also als ich es auch, ich habe ja das Buch auch schon gekriegt, durfte auch schon es lesen und du beleuchtest ja auch wirklich alle Ebenen, du hast ja gerade gesagt, also wirklich von Gesellschaft über Unternehmen, auch wie du dein Unternehmen führst, ein bisschen Persönliche, also Partnerschaft beziehungsweise auch die Beziehung zu mir selber, wie du eben ja auch schon gesagt hast, was letztendlich die Basis dann ist oder auf alles andere abstrahlt. Jetzt hast du eben das schöne Wort gesagt, Vertrauensrevolution. Also Trust ist klar. Was steckt für dich in dem Wort Revolution oder warum ist das noch mit im Titel drin?
SPEAKER_03Ich glaube, am Ende geht es ja bei einer Revolution immer darum, um einen Umbruch, um einen, ich sage jetzt auch mal, sehr plötzlichen Shift, um eine Umlenkung in eine andere Richtung zu gucken. Und mir war es einfach wichtig, klar zu machen, ich glaube nicht, dass wir auf diesem Planeten noch die Zeit haben, im Moment, bei dem, was gerade gesellschaftlich auf allen Ebenen in der Menschheit abgeht, uns hier hinzusetzen und zu sagen, ich meditiere jetzt mal das nächste halbe Jahr und guck mal, vielleicht kann ich mal 10% mehr vertrauen. Ich glaube, wir sind aufgerufen. Und am Ende ist Vertrauen Entscheidung. Ich habe es ja am Anfang des Gesprächs gesagt. Also Vertrauen ist eine Entscheidung, die kann ich jetzt fällen. Ich habe das oft in Beziehungsdramen erlebt, die ich begleiten durfte, auch als Coach. Am Ende ist es einfach nur eine Entscheidung, dem anderen wieder die Tür zu öffnen und zu vertrauen. Und da ist das jetzt nicht so was von, oh, da schlafen wir jetzt mal nochmal zehn Nächte drüber oder so. Ich kann mich jetzt entscheiden oder übermorgen oder in einem Jahr. Es spielt gar keine Rolle, weil die Basis ändert sich eh nicht. So, von daher, glaube ich, ist für mich Vertrauen auch so ein flammendes Plädoyer. Ich habe ja auch mein Schlusskapitel übertitelt mit I Have a Dream. Und mein großer Traum ist einfach, dass es uns wieder gelingen möge, wieder neue Zuversicht zu tanken. Bleib mir ehrlich, Vertrauensindizes rauschen in die Tiefe. Also noch nie war eine Regierung mit so wenig Vertrauen behaftet wie die Gegenwart hier. Und ich meine das sehr unpolitisch. Das ist einfach das, was es ist. Es ist eine Wahrnehmung dessen, was es ist. Noch nie waren Menschen so unsicher, was die Zukunft angeht. Vielleicht lass mich dazu ein Beispiel nennen. Vor zwei Jahren, kurz nach diesem ganzen Corona-Elend, hatten wir ein Planungsmeeting. Das machen wir immer meistens im August, sehr früh schon für das nächste Jahr, um uns schon mal einzuschwingen auf das nächste Jahr. Und mein Verkaufsleiter damals, der Dieter Thor, der kam in dieses Meeting mit einem Grinsen und sagte, ich habe die zwei wichtigsten Werkzeuge mit, die man für die Jahresplanung braucht. Eine Glaskugel und Tarotkarten. Das war natürlich scherzhaft gemeint, aber es hatte einen wahren Kern, weißt du? Der wahre Kern war, ey, wir brauchen ja auch gar nichts zu planen, das ist eh wie ein Lotteriespiel, wer weiß schon, was nächste Woche ist. Wenn wir dieses Jahr noch anschauen, wir haben ja noch ein paar Wahlen vor uns, wir haben die Wahlen in den USA, wir haben unfassbar viele Unsicherheitsfaktoren. Den Krieg in die Ukraine, Russland ist stärker denn je. Das muss man einfach mal so neidlos anerkennen, wie immer der Putin das macht. So, wenn ich das alles zusammennehme, dann kann ich doch nur sagen, uiuiui. Und trotzdem kann ich vertrauen. Weil ich irgendwie sage, ach komm, da kommen wir schon durch. Also irgendwie werden wir einen Weg finden. Und letzter Punkt, vielleicht, ich habe mit meiner Mutter ein sehr langes Gespräch mal darüber geführt. Die ist ein klassisches Kind der Nachkriegszeit. Sie ist im Krieg geboren und so und ihr Vater ist auch gefallen, also mein Großvater ist gefallen, mütterlicherseits im Krieg. Und die sagte auch, ja, sagt sie, damals lag alles im Schutt und Arsch, aber wir hatten so dieses Vertrauen, naja, so wollen wir es nicht mehr, jetzt bauen wir es halt neu auf und jetzt wird es besser und jetzt geht es voran. Das wünscht sie sich manchmal. Und es zeigen ja auch Studien, dass verrückterweise die Generation meiner Eltern mit der Corona-Zeit wesentlich besser umgehen konnte als wir.
SPEAKER_00Ja, Wahnsinn, ne?
SPEAKER_03Wenn meine Mama sagte, weißt du, ich habe den Krieg überlebt, also ob ich jetzt hier noch Hefe einkaufen kann oder nicht, interessiert mich eigentlich nur am Rande. Also mir geht es im Vergleich zu damals doch echt gut. Aber ist im Krieg gefallen. Das war eine ganz andere Herausforderung. Wir mussten bei Verwandten unterkommen. So, und ich glaube, das würde ich mir wünschen. Und das ist für mich so der flammende Appell für Revolution. Revolution heißt für mich einfach nur eine wirkliche Wahrnehmung, so geht es nicht weiter und eine Änderung der Perspektive.
SPEAKER_00Ja, sehr schön gesagt. Also auch da wieder 100% Zustimmung. Ich glaube, steckt da unheimlich viel Potenzial drin und genau in der Welt, in der wir leben. Und auch wenn man sich anguckt, ich habe das Gefühl, wir sind in einer Zeit, wo auch ja gar keine Diskussionskultur mehr herrscht. Also es ist entweder du bist für mich oder bist gegen mich, weil der andere ist erstmal per se falsch. Und das ist einfach schade, weil ich glaube, wir sind ja nie immer alle richtig, ja, und es gibt unterschiedliche Meinungen und genau, da so ein bisschen mehr Vertrauen, dass nicht der andere gleich das Schlimmste will, würde helfen. Aber lassen wir uns vielleicht nochmal die andere Perspektive ein, um auch nochmal klarzumachen, was der Vorteil ist, beziehungsweise was sind denn aus deiner Sicht auf unternehmerischer Ebene als Unternehmer, aber dann vielleicht auch als Privatperson die Kosten von Misstrauen.
SPEAKER_03Also es gibt zahlreiche. Also erstmal ist verlangsamt. Da sind wir uns einig drüber, weil je mehr Excel-Tabellen ich ausfüllen möchte und mit doppelter und dreifacher Unterschrift kostet einfach Zeit. Also es ist aber langsamer. So, das ist schon mal ein enormer Kostenfaktor, welche das mal in Stundensätzen rechne. Und nochmal ganz deutlich, das möchte ich auch nochmal sagen, es geht nicht um Naivität. Also auf hohe See zu fahren, ist ganz gut, Rettungsfesten dabei zu haben, auch wenn schönes Wetter ist, wenn du aus dem Hafen ausläufst. Die nicht mitzunehmen, ist komplett bekloppt. Also es geht hier nicht um Beklopptheit, sondern es geht um Vertrauen. So, der zweite Punkt ist, also ich habe das in meinem Buch auch sehr schön beschrieben, die Amis haben so einen schönen Ausdruck, cover your ass. Also seinen eigenen Hintern retten. Also wir sagen, die Kosten, die wir haben, ist, dass alle nur noch ein Spiel spielen, das da heißt, ich sichere mich so weit ab, dass mir ja nichts passieren kann. Und das kann natürlich durchaus zum Schaden des Unternehmens sein. Dass die Kosten abgelehnt werden, dass Aufträge abgelehnt werden und sagt, naja, das wird zu gefährlich, das mache ich lieber nicht. Cover US. So, und das Dritte, und das ist, glaube ich, vielleicht der entscheidende Faktor, unter den Unternehmen in Misstrauen immer leiden, ist ein Mangel an Kreativität. Seien wir ehrlich, Kreativität bedeutet, Ungedachtes zu denken, etwas Neues zu denken. Ein Feld neu zu eröffnen, mit dem Risiko zu schüttern, weil es verlässt gewohnte Bahnen. Das ist ja Kreativität. Wenn ich aber als Unternehmer, hier bin ich ganz klar in der Tradition eines Schumpeters, als Ökonomen aus Österreich von vor über 100 Jahren, der ja von der kreativen Zerstörung gesprochen hat, ich glaube, dass Unternehmen sich immer wieder neu erfinden müssen. Sie müssen sich immer wieder neu irgendetwas ausdenken, sie müssen sich immer wieder neu generieren aus neuen Ideen, weil sie ansonsten sterben werden. Und in dieser Tradition brauche ich Vertrauen. Je misstrauischer diese Kultur ist, desto unkreativer wird sie sein. Und desto weniger finde ich neue Lösungen. Und ich möchte auch nochmal eins ganz klar sagen, auch hier für die Zuhörer, weil viele haben dann so die Idee, das wird jetzt so eine Kuschelnummer oder so Bällebutt. Ich glaube, das Gegenteil ist richtig. Das Bällebutt und die Kuschelnummer ist das Misstrauen. Weil da weiß ich, da kenne ich meine Strukturen, da kann ich mich drauf verlassen und so weiter. Für die Erwachsenen unter uns ist Vertrauen gedacht. Das ist jemand, also wirklich erfordert den kompletten Erwachsenen von uns, weil es wird dann sehr ungemütlich. Das bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, das bedeutet, Entscheidungen zu fällen, das bedeutet all diesen Kram, um den wir uns ja gerne rumtrumdrücken. Deswegen ist Verantwortung nichts Naives Nettes.
SPEAKER_00Nee, überhaupt nicht.
SPEAKER_03Das bedeutet eben auch, die Wahrheit auszusprechen. Weißt du, wenn ich vertraue, dann traue ich jemandem anderen zu, die Wahrheit auch auszuhalten und ihm zu sagen, sorry, das geht hier mal gar nicht. Halt deswegen auch nichts von dieser Kuschelkultur, die wir uns teilweise so angewöhnt und unternehmen, die hat nichts mit Vertrauen zu tun. Da wird dann ganz oft von Wertschätzung und ich weiß nichts brauchen. Die größte Wertschätzung, die ich einem Menschen gegenüber teilen kann, ist, ihn ernst zu nehmen als Erwachsenen und ihm zur Not auch mal rechts und links was um die Ohren zu hauen, mit meiner Meinung, wenn ich feststelle, hier ist echt Mist passiert. So. Aber das eben in einer Art und Weise und in einem Korridor, wo ich ihm aber auch klar mache, ich traue dir aber zu, das Ding zu puppen. Ich trau dir das zu, weil du bist erwachsen genug, es hinzubekommen. Und deswegen ist Vertrauen für mich als Unternehmen wirklich ein heftiger Prozess, der vor allen Dingen bedeutet, dass wir lernen dürfen, wieder als Erwachsene mit Erwachsenen umzugehen.
SPEAKER_00Ja, wunderbar formuliert, Boris. Jetzt nimm uns mal mit, so ein bisschen zum Anfassen zu Lattoflex. Jetzt stellst du jemanden Neues ein. Führungskraft kommt extern rein. Der hat jetzt noch nicht das Lattoflex-Gen in sich. Der kommt aus einem anderen Unternehmen, andere Kultur. Und der ist, also das ist so meine Erfahrung, gerade bei größeren Unternehmen, ist so dieses Thema: ich setze Gott und die Welt in CC, bei den E-Mails, damit ja jeder weiß, um was es geht und ich nicht nur alleine schuldig bin. So, jetzt kommst du jemand zu dir. Wie integrierst du den? Also wie schaut das konkret aus? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie läuft das bei euch bei Latoflex?
SPEAKER_03Also so richtig konkret ist das, glaube ich, gar nicht. Also es ist ja immer eine Einladung. Also, du hast aber recht, das möchte ich nochmal deutlich betonen. Je größer das Unternehmen war, bei dem jemand gearbeitet hat, desto schlimmer ist der Virus des Misstrauens. Also weil große Strukturen neigen nun mal eben, so wie Konzernstrukturen, zu x-facher Absicherung, ganz viele Unterschriften und so. Wir haben auch mit einigen Konzernen mal zusammenarbeiten dürfen. Es treibt mich jedes Mal in den Wahnsinn. Also da bin ich hier, also die sind eigentlich, Mitarbeiter von dort sind kulturell verseucht. Also ich will jetzt hier niemand auf die Füße treten, alles gut und so, aber man muss einfach sagen, vielleicht muss man das auch so sein bei so großen Schlachtschiffen. Wir sind halt anders. Bei mir ist es sehr viel, wie sagen die Amis immer so schön, hands-on, also ich fälle halt Entscheidungen und bla. Und meine Mitarbeiter, die lange genug mit mir zusammenarbeiten, wissen eben sehr genau, mit was für ein Quatsch die mich belästigen dürfen und womit sie lieber die Klappe halten. Um deine Frage zu beantworten, ich glaube, was absolut hilft, gleich am Beginn ist, wie ist dein gesamtes Team? Ich habe Mitarbeiter bei mir, zum Beispiel der Thorsten, mein Verkaufsleiter, ist jetzt weit über 30 Jahre für Latoflex tätig.
SPEAKER_02Wow.
SPEAKER_03Mein Product Manager Ansgar, auch inzwischen, der nie hat sich schon in den 20 Jahren schon langsam. So, haben wir auch selber ausgebildet. Also wir haben Mitarbeiter bei uns, die sehr, sehr lange bei Latoflex sind. Wenn ich in den Innendienst schaue bei uns oder ins Produktmanagement oder die Petra zum Beispiel, sind fast 40 Jahre bei uns. Also wir haben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die endlos bei uns sind, die auch ewig es ertragen, mit mir zusammenzuarbeiten. So, und mich ja auch schon ein bisschen länger kennen und irgendwie diese Latoflex-Kultur auch eingeatmet haben. Was natürlich passiert, ist, so ein kybernetischer Prozess, da ist also jetzt ein Einzelner, kommt mit einer völlig fremden Kultur in dieses Gesamtteam, in dieses Universum Lattoflex, nenne ich es jetzt mal. Und meine Aufgabe ist eigentlich relativ einfach, ich muss nur dafür sorgen, dass er schnell genug mit ganz vielen Mitarbeitern in Kontakt kommt, um so ein bisschen infiziert zu werden. Wir nennen es immer Infizieren auch bei uns. So heißt das bei uns. Also das darf man vielleicht nach Corona gar nicht mehr sagen. Aber so das.
SPEAKER_00Hier schon, hier darfst du.
SPEAKER_03Aber das ist so, wir versuchen, Menschen zu infizieren, indem sie das so. Und dann regelt sich das komischerweise ganz, ganz schnell. Ich glaube, dass wir Menschen hochadaptierfähig sind. Wenn ich in eine Umgebung komme, wo Misstrauen herrscht, adaptiere ich sofort Misstrauen, verhalte ich so wie der Rest. Und wenn ich in eine Umgebung komme, wo sehr viel Vertrauen herrscht, dann adaptiere ich halt Vertrauen. Und man weiß dann eben auch, wie wir miteinander umgehen. Ich respektiere in keinster Weise, wenn Menschen schlecht miteinander umgehen. Und meine Mitarbeiter wissen das auch, dass ich das niemals dulden würde, wenn Menschen schlecht miteinander umgehen. Und so gibt es eben so einen kulturell prägenden Faktor, den kannst du auch nicht in ein Buch reinpacken. Das sei mir vielleicht auch nochmal. Manchmal gibt es ja Leute, die schreiben so Firmenkultur in so einem Buch. Ich habe das mal versucht. Das geht nicht. Wo ich schreibe, ist schon lächerlich und doof. Ich glaube, das muss man fühlen, das muss man erleben, das muss man so im Instinkt haben, so ein Bauchgefühl. Und was mich dann immer freut, ist, wenn Mitarbeiter, die lange genug bei mir sind, so aus dem Instinkt heraus sagen, nee, das ist ja gar nicht Latoflex. Das passt auch nicht zu Latoflex. Aber das, das passt zu Latoflex. Das ist Produkte, genauso wie die Kultur des Umgangs miteinander.
SPEAKER_00Sehr schön, sehr schön. Du schreibst im Vorwort, das fand ich sehr, sehr spannend, da bin ich gleich hängen geblieben. Da habe ich gesagt, da muss ich den Borus fragen, wie er das macht. Hast du ja so sinngemäß geschrieben, dass du das möchtest, dass eigentlich die Mitarbeiter, wenn die kommen, im Prinzip mit ihrem Energielevel, also dass sie mit dem höheren Energielevel nach Hause gehen, als sie eigentlich gekommen sind, was ja klasse ist. Oder wie ist da die Kultur, dass du das hervorbringst oder schaffst?
SPEAKER_03Also, das ist natürlich erstmal ein näheres Ziel. Also man kann sich ja mal Ziele setzen, wenn man das klappt, ist völlig klar. Also nehmen wir mal sowas wie so ein längeres Meeting oder sowas. Also ich versuche halt immer auch, wenn man so ein Meeting, kann man das ja schön sehen, so ein Meeting auch so aufzubauen, dass wenn wir den Konferenzraum verlassen, wir mehr Begeisterung haben, Klarheit haben, Ziele haben, genau wissen, Mensch, das bringt jetzt richtig Bock, das hat Spaß gemacht, dass wir zusammengesessen haben, jeder hat profitiert. Und es ist ja so eine energetische Wahrnehmung, weißt du, so wie offen und vertrauensvoll, da haben wir es wieder, das Wort Vertrauen, war diese Atmosphäre dann wirklich in diesem Meeting? Wie sind wir miteinander umgegangen? Haben wir nebenbei auch noch ein paar andere Dinge diskutiert, was läuft gerade im Kino, keine Ahnung. Also haben wir als soziale Wesen, die wir als Menschen sind, miteinander interagiert und haben uns daran erfreut, dass wir gemeinsam etwas Neues erschaffen können. Und das ist immer so mein Anspruch für so ein Meeting und dann aber auch für den ganzen Tag. Und natürlich, wie gesagt, müssen wir nicht drüber reden. Also gerade jetzt die letzten Jahre waren teilweise schon sehr schlauchend und ich habe mein Team wirklich bewundert. Also wir haben in der Corona-Zeit so viel Kurzarbeit durchmachen müssen, weil wir haben alle unsere Geschäfte draußen, die Händler, die wir haben, waren alle geschlossen in der Corona-Zeit mit den Lockdowns. Wir mussten Kurzarbeit machen. Wir haben nur noch einmal in der Woche produziert, weil 80% unserer Umsätze weg waren. Also war ganz schlimm. Da gehst du dann auch nicht mehr fröhlich pfeifend aus dem Haus. Also muss man ganz klar sagen. Oder bleibst du gleich zu Hause, weil Lockdown ist. Aber man muss wirklich sagen, mein Anspruch bleibt, und den lasse ich mir auch nicht nehmen. Wir verbringen den größten Teil unseres Lebens damit zu arbeiten, bei der Arbeit zu sein. Und ich finde, wir dürfen schon den Anspruch haben, dass uns diese Arbeit auch dient. Also im Sinne von nicht nur, dass wir geben, sondern dass diese Arbeit uns auch erfüllt und mit Energie auflädt. Und ich glaube, den Anspruch darf man schon mal formulieren.
SPEAKER_00Absolut. Kurze Anekdote dazu. Es war letzte Woche, da war ich bei einem Unternehmen und ich war ein bisschen früher da und der Fang hat mich dann an die Kaffeebar geschickt, war Montagmorgen. Und ich habe dann mir so einen Kaffee geholt, und da waren dann auch zwei Mitarbeiter aus dem Unternehmen und dann hörte ich dann so, wie der eine so sagte: Wie geht's dir, so Walter? Und Walter antwortete dann noch so: also so, man merkt, die Energie ging raus beim Antworten, noch fünf Tage bis zum Wochenende. Also unabhängig, was die dann leisten fürs Unternehmen, aber ich hatte nur Mitgefühl, weil wie du genau sagst, ich finde es unheimlich bedauerlich, wenn man einfach so viel Anteil seines Lebens beim Arbeiten verbringt. Und wenn das dann wirklich nur heißt, okay, hoffentlich sind wir bald wieder draußen, dann ist das schade. Aber lass nochmal zurückspringen zu Corona, weil du hast eben gerade gesagt, 80% Umsatzeinbruch, Kurzarbeit. Wie bist du denn damit umgegangen? Also oder um es konkret zu sagen, ich meine, du hast ja sicherlich auch Momente, wo du sagst, ui, jetzt ist vielleicht gerade das Vertrauen weg oder jetzt zweifle ich oder jetzt überkommt mich die Angst. Was machst du dann? Also, wie kommst du da raus? Hast du da so vielleicht so zwei, drei Tipps für jemanden, der uns zuhört, der sagt, hey, cool, danke Boris, das probiere ich auch.
SPEAKER_03Also da müssen wir ganz offen sein. Ich bin nicht Superman und bin auch, keine Ahnung, also die erste Zeit von Corona war schrecklich. Also sie war wirklich grauenvoll. Ich habe wirklich hier auf dem Sofa gesessen, ich habe geheult, ich hab also gedacht, boah, ich weiß, also es hat ja auch damals keine Idee, wie lange dauert der Scheiß denn jetzt. Was machen wir hier eigentlich? Wie soll ich das Ganze aufrechterhalten? Ich habe mich in meinem Leben noch nie mit Kurzarbeit beschäftigt oder so. Jetzt musste man auch nicht mit so einem Grauer beschäftigen. Also wer da noch, wer da nicht verzweifelt, ich habe keine Ahnung, das war halt so. Also bei mir war es wirklich so eine Phase und dann kam natürlich ein Punkt, und das ist ja so deine Frage, wie kommt man denn da wieder raus, wenn man erstmal so da auf der Nase landet? Ich habe dann erstmal darauf reagiert, habe gesagt, gut, also mein März war eigentlich brechend voll und der war innerhalb von zwei Wochen war der März komplett freigeräumt mit Terminen. Ich hatte Vortragsveranstaltungen, ich hätte nach China auf eine Messe gemacht, nach Paris auf eine Messe, hatte Kundentermine. Der ganze März war knalle voll. Damals war es ja noch, können wir uns das kaum vorstellen, auch noch so mit Zoom und so hatte keiner so richtig Ahnung, also wie Video funktioniert. Also saß ich auf meinem Sofa und habe dann irgendwann angefangen, alle Marvel-Filme in der chronologischen Reihenfolge auf Netflix zu gucken. So, man macht ja dann irgendwas. Das ist eine Ursprungshandlung, um sich abzulenken. Habe ich aber irgendwann gedacht, kann ja auch nicht zielführend sein. Dann habe ich angefangen, und jetzt kommt vielleicht ein spannender Punkt. Ich habe gesagt, okay, ich denke mir immer, man kann immer etwas tun. So, das ist so ein Grundsatz bei mir. Und da habe ich überlegt, was kannst du denn jetzt hier tun? Und was mir dann hilft, das ist vielleicht Tipp 1, also ich habe zwei Tipps genau. Der erste Tipp heißt halt, man kann immer etwas tun, überleg dir irgendwas, was du tun kannst. Und manchmal ist etwas zu tun, sinnvoller als nichts zu tun. Dein Kopf dir sagt, es macht gar keinen Sinn. Also ich habe dann angefangen, mein zweites Buch zu schreiben, teile die Wolken und finde den Weg über Klarheit. Das war eines meiner Corona-Projekte.
SPEAKER_02Super.
SPEAKER_03Ich habe dann gesagt, sag mal, können wir nicht aus unserer geschlossenen Fertigung für unsere Bettenhändler da draußen, die ja alle auch da im Elend hingen, können wir für die nicht so ein Webinar machen? Wie geht das? Hab dann viele Freunde angerufen, ich habe irgendwas getan. Also überleg dir, was du tun kannst. Also Tony Robbins hat mal gesagt, jemand, der Depressionen hat und zu ihm kommt, dem befiehlt da, dem Nachbarn zu helfen, bei der Gartenarbeit und den Rasen zu mähen. Wobei er sagt, das kriegt Schwachsinn nicht, aber dann tust du wenigstens was. Also im Elend hängen zu werden. Der zweite Punkt ist, und das geht so ein bisschen in dieselbe Richtung, ist noch ein bisschen verstärkend. Ich glaube, dass Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen massiv etwas damit zu tun haben, dass wir an unseren Ritualen festhalten.
SPEAKER_02Oh, okay.
SPEAKER_03Ich glaube, dass fest inzwischen. Also ich glaube, dass Rituale, der am häufigsten unterschätzte Faktor ist. Ich habe eine bestimmte Art und Weise, meinen Tag zu starten. Der kostet mich jeden Morgen bestimmt eine Dreiviertelstunde und mehr. Ich gehe morgens in ein Eisbad. Abgesehen von den gesundheitlichen Effekten geht es mir um das Ritual, es zu tun. Und das bewusste Starten eines Tages. Ich meditiere jeden Morgen zehn Minuten. Ich habe hier so eine Magnetmatte, wo ich mich morgens nochmal rauflege zur Entspannung, bevor ich überhaupt mein Handy einschalte. Ich habe so eine bestimmte Art und Weise, in den Tag zu starten. Und was ich feststelle, ist, gerade in diesen Krisenzeiten wie Corona wird das nochmal wichtiger. Weil es dir so eine Struktur.
SPEAKER_00Boris, genau, wenn ich da kurz einhaken darf, um jemanden, der jetzt mit Eistonne weniger anfangen kann oder meditieren oder der sagt, hey, Boris, ist ja alles toll, aber bei mir ist gleich Action. Was ist dein Benefit? Also was bringt dir das?
SPEAKER_03Also, jetzt nehme ich mal alle gesundheitlichen Effekte von Eisbaden und Wimhopfen immer hinten raus und Atemtraining und keine Ahnung. Ich glaube, der Sinn von Ritualen ist das Ritual. Also es bringt einem eine Stabilität und nicht umsonst sind ja auch in Klöstern beispielsweise, in alten Cent-Klöstern wie in christlichen Klöstern, in denen ich viel unterwegs war, ist ja die Struktur des Tages immens wichtig. Wann du betest, wann du aufstehst, wo du hingehst, das kommt uns lächerlich vor. Es gibt dir aber eine innere Ruhe und Gelassenheit. Das lasse mich vielleicht auch noch, was bringt mir das? Ich habe dort auch eingebunden, bestimmte Dinge, die mich auf ein Ziel hinführen. Zum Beispiel jetzt während der Buchschreibezeit. Und ganz ehrlich, ein Buch zu schreiben ist ein bescheuertes Projekt, weil mittendrin denkst du, hundertmal, Alter, hättest du damit bloß nie angefangen, weil es kostet echt viel Nerven, echt viel Zeit, keine Ahnung. So, ich habe dann in mein Morgenritual eingebaut, jeden Morgen eine Seite zu schreiben. Mindestens.
SPEAKER_00Oh, schön.
SPEAKER_03Es bringt mir einfach das Gefühl, dass ich mich Schritt für Schritt auf mein Ziel zubewege. Und ich glaube, das ist auch, ich glaube nicht, dass ich weiß das, rein wissenschaftlich gibt es nur eine nachgewiesene Art und Weise, Ziele zu erreichen mit Ritualen. Da gibt es auch keine zwei Meinungen in der wissenschaftlichen Behandlung von Motivation und Zielerreichung. Wenn man da zum Beispiel Die Psychologie des Gelingens, ein wundervolles Buch einer ganz tollen Psychologin nimmt, die hat das sehr wissenschaftlich untersucht und hat halt ganz klar festgestellt, wenn du Ziele erreichen willst, brauchst du Rituale, die du stumpf durchziehst, ob du Bock drauf hast oder ob du Zeit hast oder so, spielt keine Rolle. Du ziehst es einfach durch und du machst das und bewegst dich immer ein kleines Stück in Richtung deines Ziels. Bei mir ist es zum Beispiel so, mein Ziel ist möglichst entspannt, durch den Tag zu kommen und durch das Jahr zu kommen und nicht aus meiner Mitte zu kommen. Deswegen hilft mir zum Beispiel Meditation jeden Morgen immer wieder in meine Mitte zu pendeln. Heute Abend nach unserem Gespräch hier, wenn ich jetzt nachher ins Bett gehe, vorher werde ich nochmal zehn Minuten meditieren, weil es bringt mich zurück in meine Mitte und ich gucke nochmal, ob es der Tag so gemacht hat. Am Ende ist es, glaube ich, gar nicht so entscheidend, was wir da tun. Wenn einer mit Meditation nichts anfangen kann, ist das auch gut. Es ist überhaupt kein Problem. Aber sucht euch eine Struktur, die euch Stabilität gibt. Sucht euch etwas, was ihr jeden Tag tun könnt. Und wenn es so mini, mini, mini, mini-klein ist, was euch irgendwie auf ein Wunschziel hinzusteuert. Wenn ihr das schafft, dann habt ihr jeden Tag das Glücksgefühl, wenigstens ein bisschen getan zu haben. Eine Seite für ein Buch geschrieben haben. Wir werden gerade viele zuhören, die sagen, ich will immer mal ein Buch schreiben. Ich weiß nicht, wie viele damit rumlaufen. Wird nie so weit. Es ist ganz einfach. Ab morgen früh nimmst du dir vor, jeden Morgen eine Seite. Und vorher startest du nicht in den Tag. Stehst halt früher auf. Eine Seite schreiben, 20 Minuten. Seien wir ehrlich. Wenn du diktierstoftware hast, vielleicht sogar noch ein bisschen schneller. 20 Minuten früher auf, schreibst jeden Morgen eine Seite und in einem Jahr von dem heutigen Tag, wo du diesen Podcast hörst, in einem Jahr hast du 365 Seiten, reicht für ein ordentliches Buch.
SPEAKER_00Absolut. Ja, du hast es für mich schön beschrieben. Also ich glaube auch gerade in dieser Welt, in der wir ja leben, wo sich alles schneller dreht und so turbulent ist, da so einen Anker zu haben, der einem immer wieder zentriert ist, was Wundervoll ist. Und ja, Rituale, egal was man da macht, ist da immer eine große Hilfe. Wenn wir jetzt das Vertrauen mal so in das, oder noch eine Frage zum Unternehmer, ja. Was würdest du sagen, was sind so deine drei Erfolgsprinzipien als Unternehmer? Oder wo du sagst, du triffst jemanden, oder ich weiß, ich weiß nicht, wie alt sind deine Kinder?
SPEAKER_03Oh, mein Sohn wird jetzt nächsten Monat 30, meine älteste Tochter ist schon 30 und meine jüngste ist 28.
SPEAKER_00Okay, okay. Also die sind schon Flüge, alle, ja? Alle durch, ja, ja. Die sind schon alle durch. Ich weiß nicht, sind die auch als Unternehmer oder sind die angestellt?
SPEAKER_03Also ganz unterschiedlich. Meine älteste Tochter hatte mal mit ihrem jetzigen Mann, haben die eine Surf-Schule gegründet, jetzt ist sie Geschäftsführerin von einer Herberge Purant Clent in Sylt.
SPEAKER_00Ah, okay, okay. Oder ich mach's doch wieder zurück. Die sind schon zu alt. Also eigentlich, was wäre es so, wenn du jemand, du bist ja auch Mentor, in dem Sinne kommt jemand zu dir und ist noch jung und sagt, hey, ich habe eine ganz tolle Idee und ich will jetzt ins Unternehmerleben starten. Was wären so drei Dinge, die du ihm mitgibst?
SPEAKER_03Also Nummer eins, ist natürlich schwer, das zu konzentrieren, aber ich würde mal sagen, Nummer eins ist für mich ganz klar, beschäftig dich mit dir selbst, schau nach innen. Der Weg nach innen ist für mich fulminant entscheidend. Also ich glaube, dass wir nicht weiterkommen, wenn wir nicht nach innen schauen. Egal auf welchem Weg, es bedeutet nicht groß spirituell zu werden, aber man muss sich mal mit CG Jung beschäftigen, mit Schatten, mit Dingen. Wo sind meine Wundenpunkte? Weil das, was ich immer erlebe in meinen Coachings, ist, da steht ein Meer im Weg wie alles andere. Das ist Punkt 1. Blick nach innen und du wirst befreit. Punkt zwei ist für mich ganz klar, sei unbändig neugierig. Und das bedeutet vor allen Dingen für mich, sei konzeptlos. Also wir Menschen neigen dazu, Konzepte vor die Wahrheit zu schieben. Und wir haben dann immer das Gefühl, du hast es ja vorhin auch erwähnt, auch in der gesellschaftlichen Diskussion, das ist jetzt ein Konzept von so und so. Nein, das darf man jetzt so nicht sagen. Und das ist dieses und jenes. Und dann beschäftigen wir uns mit der Wahrheit von Konzepten und nicht mit der Wahrheit an sich. Also sei unbändig neugierig. Geh in die Tiefe, will alles wissen. Wenn du ein Unternehmen startest, dann hab den Anspruch, der Beste in diesem Fach zu werden. Lerne alles, lerne, was du nur kriegen kannst. Kauf dir Bücher, lese wie bekloppt, sei neugierig. Und der dritte Punkt, und das ist eigentlich die, wie soll ich sagen, die Botschaft meines Großvaters. Du hast, glaube ich, mal einen Vortrag von mir gehört. Die letzten Worte meines Großvaters waren an mich, mach weiter so, Boris. Und ich glaube, dass das eine Aufforderung ist für alle Unternehmer. Wir alle, also jemand, der glaubt, Unternehmertum, und das wird ja da draußen auf Instagram immer irgendwie so ein bisschen verglorifiziert in meinen Augen. Nicht jeder ist zum Unternehmer geeignet, ist ein brutaler, harter Job. Selbstständig zu sein ist totaler Mist. Also, das ist wirklich anstrengend, du hast Ängste, du hast Sorgen, Kunden springen ab, keine Ahnung. Du musst dich um Steuern kümmern, also du musst für deine eigene Rente sorgen. Also, das ist ein unglaublich anstrengender Job. Du wirst immer wieder Täler durchschreiten. Und ich habe für mein erstes Buch sehr viele sehr erfolgreiche Unternehmer interviewen dürfen, wie ein Alexander Christiani, wie ein Pascal Fay. Und sie alle haben mir bestätigt, du kannst noch so viele Millionen auf dem Konto haben, du hast immer noch die schlaflose Nacht, wenn es deinem Unternehmen schlecht geht. Also, und da dann weiterzumachen, ist das Entscheidende. Deswegen, Opa Karl hat zu mir gesagt, mach weiter so. Und das bedeutet einfach nur nichts anderes. Okay, Mama ist ein Tag Mist, aber dann musst du am nächsten Tag aufstehen und gucken, wie es weitergeht. Es wird immer einen Plan B geben, du wirst immer eine Lösung für irgendetwas finden, gib nicht auf. Und das wären so meine drei Punkte.
SPEAKER_00Ja, super, sehr, sehr schön. Es wird immer einen Plan B geben, das finde ich auch gut. Das Mantra, was ich, also mein Sohn ist 10, was ich ihm einimpfe, ich sage immer, die Pommes finden immer eine Lösung, auch wenn sie nicht so ausschaut, wie wir uns das gerade vorstellen. Das ist wichtig, wie sie auch immer ausschaut. Du hast es eben schon gerade angesprochen, auch, ne? Also Unternehmertum ist so ein Fulltime-Job.
unknownJa.
SPEAKER_00Jetzt ist man ja aber nicht nur im Leben, nur Unternehmer, und das ist ja auch in der Buch drin, ne? Also Thema Beziehungen, Partnerschaft und so weiter. Also wie zahlt sich da Vertrauen aus oder wie wichtig ist aus deiner Sicht, aus deiner Erfahrung auch da das ganze Thema Vertrauen?
SPEAKER_03Also ich kann mir überhaupt gar nicht vorstellen, dass es irgendeine Beziehung gibt, egal welcher Art, ob mit Kindern, Familie, Eltern, egal mit wem, Freunden, Liebesbeziehungen, die ohne Vertrauen vernünftig funktioniert. Weil, seien wir doch ehrlich, Kontrolle, also der Dr. Schuh Spizano, den ich vorher schon erwähnt habe, der das Vorwort von meinem Buch geschrieben hat, der hat das mal so schön gesagt: Kontrolle ist der schlimmste Troll von allen. Wegen Kontrolle, so ein kleines Wortspiel. Geht im Englisch ein bisschen besser als im Deutschen. Control. The worst is Troll, sozusag. Und damit hat er recht. Ich glaube, nichts nervt mehr als Kontrolle und Misstrauen und nichts vergiftet eine Beziehung mehr als das. Und das geht universell. Das gilt nicht nur für Mitarbeiter, wie wir es eben diskutiert haben, sondern auch in einer Paarbeziehung. Und das Verrückte ist, wir alle sehen uns doch und wir alle wissen ganz genau, was wir gerne hätten. Wir sehen uns zutiefst nach einer offenen, lebendigen, saftigen, großartigen Beziehung mit jeder Menge Sex und Aufregung und Spannend und Abenteuer und ich weiß nicht was. Das wollen wir doch alle. Und dann kommt aber diese andere Stimmung und sie sagt, ja, aber und dann sitzen wir da und dann gibt es da so dieses Ja, aber dieses Jahr aber sagt dann, ja, aber nicht so ganz. Also da müssen wir ein bisschen was für uns behalten hier, nicht alle Mauern wegreißen und da müssen wir noch so ein bisschen, ein bisschen Schutzkorrigor brauchen wir auch noch und so. Da muss der andere erstmal 20 Jahre nett sein, bevor ich ihm vertraue und so. So, und wir sind so ein bisschen, man nennt das in der Psychologie ja so ein Split-Mind. Also wir haben so einen geteilten Verstand, so ein bisschen zerrissen. Der eine, der will immer alles, ne? Also Geld, Glück, Sex, Toll, Beziehung und ach, wir wollen alles.
SPEAKER_00Paradies.
SPEAKER_03Und dann gibt es aber einen auf der anderen Seite, der ist dann so, der steht ja mit verschränkten Armen und sagt, Boris, bist du eigentlich bekloppt, sich auf sowas einzulassen? Boah, da guckt man lieber dreimal hin. Das ist ja auch schief gegangen und so. Also, wir haben so beides in uns. Und ich habe festgestellt, auch in meinen Coachings, wenn ich mit Leuten arbeiten darf, ich gucke ganz wenig auf die Seite, die will. Also, weißt du? Alle wollen. Also, wenn ich so Handtuch fragen mache, wer will Spaß, wer will Party, wer will finanzielle Freiheit, alle melden sich. Das ist ja aber langweilig wie nur irgendwas. Das kannst du dir als Affirmation den ganzen Tag um die Ohren hauen und das ändert ja eh nichts. Spannend ist ja, den Blick auf die andere Seite zu werfen und zu sagen, was sagt denn dann der andere Teil, der gerade mit verschränkten Armen da steht und ein bisschen schmollig guckt und sagt, na, ob das eine gute Idee ist, was sagt der denn? Und ich glaube, deswegen ist die Beschäftigung mit Vertrauen für eine lebendige Beziehung jedweder Art unfassbar wichtig.
SPEAKER_00Jetzt genau, du hast es eben sehr, sehr schön besprochen. Jetzt der Kopf, die Ratio hört zu und sagt, ach Boris, 28 Daumen hoch, ich bin dabei. So, und jetzt kommt dann die Realität, es wird emotional und auf einmal sieht das alles ganz anders aus. Und dann kommt die Angst, die ja häufig darunter steckt. Auch dein erstes Buch ja zu dem Thema, kommt ja auch da drin vor. Was machst du dann gerade auch in so Coachings mit den Leuten? Oder wie kann man dann diese Angst, ich weiß nicht, besiegen, lösen, mit ihr umgehen? Was empfiehlst du da?
SPEAKER_03Also es gibt, ich habe lange nach diesem, ich habe lange nach einem Wundermittel gesucht, so ein Anti-Angstmittel, weißt du, so Pling-Pling, ist die Angst weg. Ich glaube, das gibt es nicht. Also die Angst, also Tony Robbins hat mal so schön gesagt, wenn du auf den Moment wartest, wo die Angst weg ist, kannst du lange warten. Also das ist alles so. Wir werden immer irgendwie ein bisschen die Hosen voll haben und so. Ich glaube, der erste wichtigste Schritt, und das mache ich in meinen Coachings eben sehr gerne, ist, überhaupt erstmal ohne Wertung und ohne Urteil anzuerkennen, dass wir die Hosen voll haben. Weißt du, wenn jemand zu mir kommt, ich mache so ein krasses Beispiel und sagt, ich bin jetzt seit zehn Jahren Single, ich möchte jetzt doch mal wieder eine Beziehung haben, dann schaue ich mir natürlich an, was dort an Angst in dieser Person wabert. Weil wenn ich immer so tue, so, ah nee, ich habe gar keine Angst und bla, und wir haben ja auch gar keine Angst, wir haben ja nur Herausforderungen und wir haben gar keine Probleme, weißt du, wir haben nur Potenziale, die man hebt. Alles Quatsch. Also am Ende geht es wirklich darum, brutal uns selbst in die Augen zu schauen und anzuerkennen, dass wir Angst haben. Und ich glaube, wer das sehr schön hat, und vielleicht ist das eine schöne Analogie hier für die Zuhörer auch, die anonymen Alkoholiker haben das sehr früh erkannt. Wenn du geheilt werden willst von deiner Angst oder eben bei denen von dem Alkoholismus, bedarf es, dass du in dieser Runde, diese Gesprächskreise, die die ja mal haben von den AA-Leuten, ist ja, sich hinzustellen vor der Gruppe und laut zu sagen vor der Gruppe, ich bin Alkoholiker. Wenn du das nicht tust, wirst du da nicht aufgenommen, kannst du deine auswählen. Weil die wissen dann, wenn du anfängst rumzueilen, naja, manchmal, ein bisschen so trinke ich eigentlich über den Durst, aber so schlimm ist eigentlich auch nicht, hast du keine Chance. Heilung bedeutet, am Ende erst einmal hinzugucken, was kaputt ist, was dort ist, was dort wabert, was dort in dir steckt, was so ein bisschen schräg hängt, ohne gleich so eine rosa-rote Brille aufzuziehen und sagen, ja, wir sind nur ganz klein oder bumm. Und dann haben wir dann geschehen, da ist jemand, der hat die Hosen voll, der hat Angst vor einer Beziehung. So, und was ich dann immer gerne mache, ist, um den Leuten manchmal zu helfen, das vielleicht mal so, als habe ich eine Übung, die habe ich von Chuck Spizano gelernt, so eine Intuitionsfrage. Dann sage ich den Leuten immer, okay, du willst also bist offen für eine Beziehung und du möchtest jetzt nach Single-Dasein endlich eine Beziehung. Ja, gut. Ganz spontan, ohne drüber nachzudenken, auf einer Skala von 0 bis 100, zu wie viel Prozent bist du bereit und sagst, ja, ich will eine neue Beziehung? Und dann sagt die Person, ist völlig egal, welche Nummer, das geht nicht um Quantität, die sind mal 60%, 80%. Okay, super. 60 Prozent von dir wollen eine Beziehung. Kann ja jeder dazu ja auch mal für sich selber entscheiden. So, und dann sage ich aber dann sofort, und das wird dann ja sehr ungemütlich, und diese 40%, die scheinbar ja nicht Ja sagen. Was erzählen die so den ganzen Tag? Was sagen die jetzt? Und dann kommen halt so Sachen wie, schon anstrengend, so eine Beziehung, ne? Und dann sitzt da immer einer bei mir auf dem Sofa. Ich will ja auch mal meine Ruhe haben und so. Also, das sich anzugucken, was wirklich ist. Und ich glaube, dass, ich habe mich ja viel mit Therapie und therapeutischen Dingen beschäftigt. Ich glaube, dass viel in der Therapie erstmal darin liegt, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Also einfach sie anzuerkennen, ohne gleich sie klein zu reden oder zu urteilen, stimmt. Das macht mir Angst. So, Punkt. Und dann gucken wir mal, wie wir das transformieren, weil Transformation setzt Wahrheit voraus. Also es ist so eine klare Regelung, die heißt, Transformation, Wahrheit und dann kann das Ganze passieren. Wahrheit ist die Basis jeder Transformation.
SPEAKER_00Also da im Prinzip, was du so schön beschrieben hast, also auch dazu zu stehen und da hinzugucken, also wie du Ich bin Alkoholiker, ist ja auch einfach mal die Hosen runterzulassen und zu sagen, ja, so ist es. Fällt mir nicht einfach.
SPEAKER_03Es ist ja auch nicht schlimm, es ist ja so, wie es ist. Wir werden ja nicht dadurch ein Problem lösen, indem wir so die Augen zumachen und sagen, ich habe gar keine Angst, ich bin so mutig. Und deswegen funktioniert, und lass mich das für die Zuhörerin nochmal ganz deutlich sagen, ich hasse, nee, hasse es vielleicht falsch. Also ich finde es nicht vorteilhaft, dieses ganze positive Denkenzeug. Also so, manche Leute machen sich ja neben dem Spiegel so Sprüche, weißt du, so an Pinwände. Gibt es X-Studien zu, kann man sich alle angucken. Das funktioniert einfach nicht. Wir können nicht die Angst dadurch betäuben, dass wir uns hinstellen und sagen, Tschaka, Tschakka, ich habe keine Angst und ich bin der mutig so ein tolles Sohn. Das ändert gar nichts. Das, was das ändert, ist, kleine Mini-Schritte zu machen, wie in so einem Ritual und anzuerkennen, dass wir von Zeit zu Zeit die Hosen haben und trotzdem weitergehen. So, das ist eigentlich alles, was zählt.
SPEAKER_00Vielleicht nochmal, hast du nochmal so einen pragmatischen Tipp für alle. So, ich habe jetzt die Angst, ich habe jetzt sie gesehen, ich habe sie mir auch eingestanden. So, wie komme ich jetzt oder was wäre jetzt die Brücke, über die ich gehen muss, um ins Vertrauen zu kommen? Also jetzt mal das Vertrauen auch, es ist jetzt irgendwas passiert oder ich will jetzt nicht mit Corona, das Thema ist abgehalt. Aber es passiert was in meinem Leben. Und ich merke, die Angst kommt hoch. Wie komme ich jetzt wieder über die Brücke, dass ich dem Leben vertraue, mir vertraue, der Situation vertraue? Was wäre da dein Vorschlag?
SPEAKER_03Ganz konkret, also erstmal natürlich anerkennen, zweitens, handel nie aus Angst. Also, ich sag mal so, wenn wir sagen, also wir versuchen jetzt diese Angst zu übertönen, indem wir ganz laut werden und loslaufen. Also, ich sag mal, Corona, wir haben ganz viele Handlungen aus Angst gemacht, die alle nicht gut waren. Also sowas wie Schließung der Schulen, wo selbst Herr Lauterbach heute sagt, das war ein bisschen übertrieben, das Spektakel. Will ich ihm gar nicht vorwerfen, aber wenn wir aus Angst handeln, dann machen wir manchmal auch Unsinn. Also da würde ich immer sagen, da erstmal ein bisschen Ruhe bewahren. Manchmal eine Nacht drüber schlafen, würde meine Mutter sagen, und ein bisschen meditieren, würde ich sagen. Aber ganz konkret kann ich dir ganz klar sagen, trotz der Angst, sich von der Angst nicht leben lassen, such dir etwas und wenn es so kleine Stückchen ist, dass du dir, wenn es ein tippel, tippel-Mini-Schritt ist, beweg dich in die Richtung aus der Angst heraus, geh so weit, wie du gehen kannst. Es gibt bestimmte Übungen, die man machen kann, die würden jetzt hier zu weit führen. Aber was ich viel mit Leuten im Coaching mache, ich stelle dann einfach die Frage, was würdest du dir denn trotz deiner Angst zutrauen? Wie weit würdest du bereit sein zu gehen? Also ich sag mal ein Beispiel. Jemand möchte mit jemand anderem wieder Kontakt haben. Ich hatte so eine Situation mal, wo jemand Angst hatte, mit jemand anderem in Kontakt wieder zu kommen, weil die hatten sich sehr gestritten und das ist Jahre her, aber irgendwie ist da immer noch was Ungeheiltes. Und da habe ich gesagt, was könntest du denn vorstellen? Und da war der erste Punkt, ich könnte ja mal einen Brief schreiben, aber den nicht abschicken, sondern einfach nur mal einen Brief schreiben. Und dann hat die Person den Brief geschrieben. Da habe ich gesagt, gut, was könntest du noch als nächstes machen? Also, weißt du, man tastet sich so ein bisschen vor, weil ich glaube zutiefst daran, dass, was Angst hat, also es wird, es gibt kein Mittel gegen Angst. Wir können jetzt nicht sagen, wir nehmen jetzt irgendwie eine Wunderdroge und dann ist die Angst weg oder so. Das, was Angst heilt, langfristig ist, dass du zunehmend mehr dir selber vertraust, dass du schon irgendwie schaffst, obwohl du die Hosen voll hast. Bei mir zum Beispiel, ich sage mal, ein typisches Beispiel, ich bin ja nun viel auf Bühnen unterwegs, bin also bei fünf Sterne auch als Redner unterwegs, kann auch als Redner gebucht werden und werde auch als Redner dort gebucht. Und ich sage dir ganz ehrlich, ich weiß, ich habe bestimmt 300, 400 Vorträge in den letzten Jahren gehalten, alle möglichen Anlässe. Du hast ja selber auch mal einen gehört beim Alexiani damals. Und ich glaube, es gibt nicht einen Vortrag, wo ich nicht vorher nervös war und Angst hatte, obwohl ich bestimmte Vorträge, gerade so die Firmengeschichte von Latablex, habe ich, ich weiß nicht, wie oft gehört, keine Ahnung. Und selber erzählt. Aber es ändert nichts. Ich habe trotzdem Angst. Ich weiß aber, dadurch, dass ich oft durchgekommen bin, das geht schon. Wobei ich auch ehrlicherweise sagen muss, nach jedem Vortrag, ich habe nicht einen Vortrag gegeben, wo ich nicht hinterher selbst kritisch gesagt habe, an der Stelle bei der Folie, wo es, das war nicht so toll, da muss man mal rein feilen. Aber ich habe zumindest eine Sicherheit. Schicke mich auf die Bühne und ich überlebe schon irgendwie, das habe ich verstanden. Das geht. Also ich habe 300 Vorträge gehalten, ich sterbe nicht gleich. Trotzdem kann ich dir ganz klar sagen, vor jedem Vortrag, wenn ich mein Headset aufhabe, irgendwo hinter der Bühne, hinten im Publikum stehe, ich werde angekündigt, dann stehe ich da hochgradig angespannt. Und zwar jedes Mal. Das Einzige, was ich mich entscheiden kann, ist, jetzt auf die Bühne zu gehen und das Ding zu rocken. Und ich glaube, das ist es einfach. Nehmen wir mal an, wir haben Angst davor, ich sage mal jetzt was Konkretes, ist vielleicht als Hilfe auch gedacht für die Zuhörer hier. Die Beziehung, die ich führe, ist nicht so schön, wie ich sie gerne hätte. Das Einzige, was es heilt, und hier bin ich voll bei Eva-Maria Zurhorst und anderen, also tolles Buch, was sie damals geschrieben hat, auch dazu, ist ja einfach, leg die Wahrheit auf den Tisch. Fang an, mit deinem Partner drüber zu reden. Also du kannst jetzt viel an deinem Partner rummäkeln, ihm Bücher mitbringen, die er mal lesen soll und keine Ahnung, was dann immer so passiert. Leg die Dinge auf den Tisch. Sag einfach, du, ich glaube, ich muss mit dir reden. Und dann gehst du in den Gespräch so weit, wie du gehen möchtest. Vielleicht redest du doch nicht über alles, aber du fängst mal wieder an, zu reden. In Austausch zu kommen. Dass man sagt, so, einmal, ich habe zum Beispiel jetzt neulich, vielleicht ein letztes Beispiel dazu, weil ich es immer so hilfreich finde. Ich habe es jetzt gerade in einem Coaching jemandem als Tipp mitgegeben, es hat super funktioniert. Da hat sich das Ehepaar, die haben sich verabredet, einmal in der Woche, sonntagsnachmittags, das war für die eine gute Zeit, wo sie Zeit hatten, beide, sich fünf Minuten jeweils gegenüberzusetzen. Und fünf Minuten hat der eine die Aufgabe zu reden, wie es ihm gerade geht, ohne dass der andere antworten darf. Er darf nur zuhören, mehr nicht, keine Reaktion, kein, ja, aber danach wird da auch nicht drüber gesprochen. Es wird einfach nur, der eine, kann alles loswerden, was er sagt, wie er sich fühlt, wie es ihm geht. Und fünf Minuten ist sehr lang. So, und dann wechselt das Ganze und dann ist der andere dran und dann ist aus. Da kann man Kaffee trinken, aber es wird nicht mehr drüber gesprochen. Solche Dinge helfen dazu als Ritual, Dinge wieder in den Fluss zu bringen. Weil ganz oft, wenn wir Angst haben, versteinern wir und die Dinge sind nicht mehr im Fluss.
SPEAKER_00Ja, ja. Und auf der anderen Seite ist dann ja auch gerade in der Situation, die du geschildert hast, dann wieder das Vertrauen, ja, also auch Vertrauen in den Prozess dann zu haben, dass das Ganze dann als Paar in dem Fall einen wirklich dann dementsprechend weiterbringt. Ja, vielleicht noch zum Schluss, also ich könnte jetzt hier noch drei Stunden weiterreden mit dir, müssen wir noch irgendwie zwei, drei andere Folgen machen. Vielleicht mal so zwei Fragen. Die erste Frage, was war jetzt so, du warst ja viel unterwegs, hast viel erlebt, was war auf der einen Seite so der schwachsinnigste Tipp, sag ich mal, den du bekommen hast, beziehungsweise was war so der beste Tipp, den du bekommen hast aus heutiger Sicht?
SPEAKER_03Ich habe so viele Tipps bekommen. Also ich glaube, der schwachsinnigste Tipp von allem ist, mach's einfach, tschaka, tschaka, und so dieses ganze, ich meine, man hat das ja auch so bei Seminaren, weißt du, nah Hype, wo da Leute sagen, ja, du bist der größte. Ganz ehrlich, das hält nicht bis zum nächsten Morgen. Das ist alles Unsinn. Das kennen, glaube ich, alle Zuhörer, können das sie bestätigen. Ich glaube, die Zeit ist durch. Das war unsere Zeit, finde ich Schwachsinn. Also ich kenne sowas auch nicht mehr. Und vielleicht der beste Tipp von allem ist, den ich bekommen habe damals bei Lancy Spizzano, dass die Frau von Chuck Spizzano auf Hawaii. Ich erinnere mich dann auch sehr dran. Ich habe es in meinem Buch auch beschrieben jetzt nochmal. Das habe ich zum ersten Mal öffentlich auch gemacht. War eine sehr berührende Sitzung. Ich will die jetzt nicht komplett erzählen. Es gab dort eine Session mit ihr, mit mehreren Leuten und Gospelgesang und so weiter. Und ich habe es im Buch auch sehr ausführlich beschrieben, weil es für mich sehr viel mit Vertrauen zu tun hat. Und der beste Tipp, den ich von ihr damals begab: Mauern schützen, also Mauern ziehen magnetisch genau das an, wofür sie dich eigentlich beschützen sollten. Und dein größter Schutz liegt in deiner Wehrlosigkeit. Also in der Offenheit zu sein, ist mein größter Schutz. Und ich glaube, das ist für mich immer noch so eine Meisterprüfung für uns alle als Menschen. Aber das hat Lancy mir damals so mitgegeben und ich muss zugestehen, wie gesagt, im Buch ist ausführlich beschrieben, wie das dazu gekommen ist. Aber für mich war das eine der beeindruckendsten Erfahrungen. Ich habe damals fast eine Stunde Rotz und Wasser geheult, weil ich erkannt habe, wie unfassbar wahr das ist. Wir mauern uns alle ein und weißt du, ich will nie wieder betrogen werden. Das zieht magnetisch das an, dass wir endlich, dass wir überhaupt wieder betrogen werden. Und mein größter Schutz ist meine Offenheit, mein offenes Herz, die Dinge offen zu sein, für die Meinungen von anderen Menschen, die ich vielleicht nicht teile, aber mir das anzuhören, diese Neugierde zu haben, auf das Leben, Lust auf Leben zu haben, das ist der größte Schutz, den wir uns angedeihen können. Und da für diesen Satz bin ich sehr, sehr dankbar, der Lancy Spizzano.
SPEAKER_00Wow, also ich, ich meine, ich habe noch eine Frage, aber es wären eigentlich schon fast die perfekten Abschlussworte, Boris. Ja, unglaubliche Tiefe da drin und glaube ich auch sehr viel Weisheit, wenn man das mal durchdenkt und mal sich reinspürt. Letzte Frage. Jetzt angenommen, also ich meine, wir müssen ja irgendwann zumindest mal körperlich from this air gehen. Und in this moment, in which the Körper geht, nimmt der alles mit. Also deine wunderschönen Bücher and all, was du sonst noch so verfasst hast, and so weiter. Und wenn du dann gehst, darfst du noch eine Botschaft an die Menschen geben. Welche Botschaft würdest du der Menschheit noch mit auf den Weg geben oder auf der Erde lassen?
SPEAKER_03Also ich glaube, die wichtigste Botschaft für uns alle stammt aus einem, für mich, eines der wichtigsten Bücher, die ich kenne, das ist der Kurs in Wundern. Ein Buch, das ich wirklich ganz wundervoll finde. Und da gibt es eben die wichtigste Botschaft, Liebe hat kein Gegenteil. Und ich glaube, dass dies eine für uns, gerade wo wir jetzt gerade sind in der Menschheitsgeschichte, ist das ein sehr, sehr wichtiger Satz. Liebe hat kein Gegenteil. Es bedeutet einfach nur, es gibt Liebe oder den Ruf nach Liebe. Sehr oft verwechseln wir das und glauben, Menschen hassen uns oder Menschen machen dies oder Menschen machen jenes. Wenn Menschen uns angreifen, ist es eher ein Ruf danach, sie noch mehr zu lieben als je zuvor. Weil ich bin fest davon überzeugt, dass es am Ende nur die Liebe gibt und die Liebe hat kein Gegenteil.
SPEAKER_00Wow, ja, absolute Zustimmung. Ganz tolle Schlussworte. Boris, ja, also dein Buch Trust, die Vertrauensrevolution, du hast, glaube ich, auch dabei. Halt mal rein. Ja, wunderbar.
SPEAKER_03Ich muss dazu sagen, es kommt ja jetzt erst raus, aber man kann es mal vorbestellen, es ist ein Digital-Print. Es sieht dann im Original noch leckerer aus, weil hier wird es dann noch in 3D gedruckt, also ein ganz dickes Teil werden mit Vierfarbdruck in drin, auch privaten Fotos, die ich da drin teile. Also es ist ein ganz persönliches Buch.
SPEAKER_00Ja, und ich meine, also ich durfte ja schon es digital haben. Also da geht es jetzt ja nochmal wirklich tiefer rein. Also das, was wir jetzt hier alle schon besprochen haben, du hast es eben auch schon an der einen oder anderen Stelle gesagt, im Detail, Beschreibung etc. Das Buch gibt es natürlich auch, also den Link in den Shownotes für alle, die schon mal vorbestellen wollen. Und ich sage an der Stelle ganz herzlichen Dank, Boris. Es war mir ein Vergnügen und ich hoffe, wir sehen uns irgendwie im Podcast wieder. Danke.
SPEAKER_03Oder in live.
SPEAKER_00Oder in live, das sowieso.
SPEAKER_03Vielen lieben Dank dir.
SPEAKER_00Danke.