Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
In deinem Unternehmen soll mehr passieren – aber im Moment hängt zu viel an dir? Willkommen bei Faktor Führung – Verantwortung, Ergebnisse, Freiheit.
Dieser Podcast richtet sich an Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte, die verlässliche Ergebnisse wollen, ohne dass sie selbst zum Flaschenhals werden.
Du erfährst, wie du:
- Verantwortung bei Mitarbeitern verankerst, damit weniger nachgehakt, korrigiert und „gerettet“ werden muss,
- ein Führungssystem etablierst, das Verbindlichkeit, Tempo und Qualität in die Umsetzung bringt,
- dich selbst so führst, dass du Klarheit gewinnst, deine Energie schützt und dein Stresslevel steuerst,
- deinen Alltag strukturierst (Prioritäten, Delegation, Routinen), sodass du am Ende des Tages mehr Steuerung und bessere Ergebnisse hast.
Jede Folge ist kurz, direkt und praxisnah – für Führung, die entlastet und Wirkung erzeugt.
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Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
#187 - Die Geheimnisse einer 37-jährigen Ehe: So führt Ute Wulfert mit ihrem Mann ihr Unternehmen und bleibt glücklich verheiratet!
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Heute habe ich einen ganz besonderen Gast bei mir im Interview.
Ute Wulfert!
Ute ist nicht nur erfolgreiche Unternehmerin seit 37 Jahren.
Sie hat dieses Unternehmen auch gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut und geführt.
Aber wie funktioniert das? Wie funktionieren 37 Jahre Ehe & Unternehmertum gemeinsam?
Das verraten wir dir heute.
Mehr zu Ute:
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Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzung Champion ja herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzungschampion und ich freue mich riesig heute die Ute Wulfahr bei mir hier zu haben und ich kann jetzt schon mal versprechen, es wird nicht nur spannend werden, es wird unterhaltsam werden. Und wir haben hier jemanden oder ich habe hier jemanden im Podcast, eine Frau, die ja gewalte Erfahrungen hat, sowohl vom Leben als auch als Unternehmerin. Denn sie ist schon 37 Jahre mit ihr Mann, Unternehmerin, und Ute, herzlich willkommen.
SPEAKER_01Hallo Timo.
SPEAKER_03Ja, die erste Frage, die ich natürlich an dich habe, ich weiß, und allein das ist schon mal bemerkenswert, du bist mit deinem Mann Woody ja seit 38 Jahren A schon zusammen. Und ich weiß, das hast du mir gesagt, dann nach einem Jahr ungefähr hat er dir gleich verkündet, Mensch, wir geben richtig Gas, wir gehen in die Selbstständigkeit. Und ihr habt das ja sehr erfolgreich auch gemacht. Und was würdest du denn jetzt so sagen? Wie schafft man das denn? Weil das ist ja nicht mehr normal, dass Menschen seit 38 Jahren A zusammen sind und auch erfolgreichen Business haben.
SPEAKER_01Ja, wie schafft man das? Also zuerst, glaube ich, habe ich ihm zu mehr als 100% getraut. Also ich war weder eine Handbremse, ich hatte keinerlei Angst, dass es irgendwie schief gehen könnte. Ich meine, gut, ich war 21. Aber ich habe ihm wirklich zu 1000 Prozent getraut, dass er mich liebt und dass er für uns da irgendwas aufbaut. Und so hat er es ja auch gemacht.
SPEAKER_03Er hat er gemacht, ja, wow. Ich meine, dieses 100% Vertrauen klingt ja schon mal super, super spannend. Und ich glaube, viele Menschen würden sich es auch mehr wünschen. Jetzt ist mal meine These, das Vertrauen war nicht immer gleich. Oder war es gleich, beziehungsweise wie konntest du es vielleicht auch immer wieder stärken, dass dieses Vertrauen in ihn, in euch konstant hoch war?
SPEAKER_01Nee, also da gab es nichts neu zu stärken. Also wir waren wirklich von vornherein ein gutes Team. Wir sind zwar sehr verschieden, aber als Paar, sowie hinterher auch als Eltern oder als Unternehmer hat jeder den Bereich abgedeckt, den er gut kann. Das war zu sehen, dass wir, wenn wir zusammen sind, ist das Hälfte und Hälfte, er gibt rund. Ein ganzes. Und so war das die ganze Zeit.
SPEAKER_03Würdest du es auch als euer Erfolgsgeheimnis bezeichnen?
SPEAKER_01Ja. Also, wenn ich gemerkt habe, also es ist ja spannend, es hat sich ergeben. Es war nie, dass wir das wild besprochen haben. Jürgen ist zum einen, oder Wulli, jemand, der sehr, sehr ehrgeizig ist, der nicht faul ist, der auch permanent nach Verbesserungen sucht, nach Möglichkeiten sucht. Im Außen und im Innen habe ich dann, sag ich mal, mehr diesem Part übernommen, dass wir uns auf der Fahrt dann auch nicht verlieren. Also dass wir auch als Paar trotzdem zusammenbleiben. Also ich erinnere mich da gerade dran, als er noch im TRW war und also so bestimmte Vereine ehrenamtlich, wo ich dann hinterher als Mutter mal gesagt habe, du, jetzt ist Schluss, eins muss jetzt mal weg, weil ansonsten, ich wollte nie eine alleinstehende Frau mit zwei Kindern sein, weil du die ganze Zeit nur unterwegs bist. Also ich habe unangenehme Sachen oder einfach irgendwann mal Sachen auch auf den Tisch gebracht und die wurden dann auch ab dem Tag geändert.
SPEAKER_03Also ist es auch so eine Diskussionsfähigkeit, die ihr da hattet oder habt?
SPEAKER_01Ja, auf jeden Fall. Diskussionsfähigkeit, Kritikfähigkeit, also wie ich zum Beispiel am Anfang mit dem Büro war, das ging, glaube ich, gerade mal zwei Wochen, da hat mir Jürgen gesagt, das möchte ich nicht. Ich möchte, dass da eine Sekretärin hinkommt. Du hast hier jetzt nicht viel verloren, weil es um die Sachen ging. Ich hatte die Kunden am Telefon, habe denen versprochen, ja, mein Mann ruft sie heute Abend an. Jürgen war aber abends müde, der war den ganzen Tag unterwegs, der war von, was weiß ich, morgens vier Uhr los. Der hat ja zwischendurch seine Meisterprüfung nachgeholt, all so was. Und dann wollte er, wenn er zu Hause ist, nicht von mir noch hören, was er dann auch noch machen soll. Da war ich am Anfang, ja, ein bisschen pissig, bis ich dann aber gemerkt habe, das ist eine ganz gute Konstellation.
SPEAKER_03Also das heißt, du bist dann wieder raus aus dem Betrieb, kann man sagen.
SPEAKER_01Also aus dem Betrieb, das war damals eben Büro, also so dieses hauptsächlich den ganzen Tag telefonieren, Postnachhalten und sowas, da habe ich mich entfernt. Da haben wir dann tatsächlich eine Sekretärin eingestellt, ja.
SPEAKER_03Also klare Rollenverteilung auch, ne?
SPEAKER_01Ja, ja.
SPEAKER_03Jetzt weiß ich, also A, kennen wir uns ja ja auch schon ein paar Tage und jetzt hast du mir gesagt, Mensch, ja, es lief ja auch nicht immer so gut. Also 1999 habt ihr dann einen Konkurs hingelegt. Vielleicht kannst du uns da so ein bisschen mitnehmen. A, was ist passiert und wie habt ihr es gemanagt? Weil so wie du gesagt hast, ihr habt ja jeden Euro, beziehungsweise damals war noch D-Mark, zurückgezahlt.
SPEAKER_01Ja, es war ganz einfach. Also damals hatten wir Subunternehmer, hatten uns vorher ein tolles Büro aufgebaut, wirklich mit vielen anderen. Und dann war es tatsächlich so, da waren wir auch noch vielleicht, ja, da war das Vertrauen in den anderen, sodass was eigentlich Julio und ich gegenseitig hatten, sehr, sehr groß. Und bis eben, da war es eine einzige Person, die 250.000 nicht gezahlt hat und das hat uns das Genet gebrochen.
SPEAKER_03Und wie habt ihr das dann geschafft, da auch wieder rauszukommen? Also ich stelle mir da, das ist ja jetzt, ich meine, im Nachgang, ich meine, ihr habt jetzt 35 Mitarbeiter, ein ganz tolles Unternehmen aufgebaut, steht prächtig da, aber das ist ja jetzt, also im Rückblick ist immer einfach, aber das ist ja nicht wirklich einfach, sondern wie habt ihr es geschafft?
SPEAKER_01Also klar, auch rein von Emotionen. Also am Anfang habe ich mich auch tatsächlich geschämt. Ja, also merkwürdig war es schon, bis wir wirklich zusammensaßen, da kann ich mich auch noch sehr gut dran erinnern, dass wir wirklich gesprochen haben, was ist uns wichtig. Es sind nicht die materiellen Sachen, es sind nicht eben die tollen Leasing-Autos gewesen, wo wir dann gesagt haben: so, wir können das nochmal neu schaffen, wir sind gesund, wir haben uns lieb. Priorität war also auch wirklich damals die Wohnung, die wir hatten, die war toll für die Kinder. Und da haben wir gesagt, so, wir können beide wieder arbeiten und wir bauen einfach wieder was auf.
SPEAKER_03Also wirklich so Stehauf-Mentalität, ja.
SPEAKER_01Ja, absolut. Ja, wir waren ja nicht tot. Also es war ja einfach nur, es hatte, glaube ich, auch viel mit Charme, mit ja, so das Ego, das erstmal so, boah, wie konnte das passieren? Bis man darüber, hey, vielleicht war man hier und da auch zu leicht,gläubig, also auch wirklich Manöverkritik, woran liegt es und dann jetzt, okay, jetzt einfach wieder im Kleinen wieder aufbauen. Ganz klein. Eben, Wulli hatte ein Auto, einen Anhänger und ich glaube, nach einem halben Jahr einen Helfer.
SPEAKER_03Wow. Also wirklich, wirklich wieder Restart von Null. Jetzt höre ich da auch, was du vorher schon so erzählt hast, ganz viel, was ich faszinierend finde, so eine Art Selbstreflexion raus. Das ist ja etwas, was nicht immer jedem so ganz leicht von der Hand geht. Wie schafft ihr das oder habt ihr das immer so geschafft oder war es immer so leicht, wie es jetzt so ein bisschen klingt?
SPEAKER_01Nein, leicht was nicht. Was ich nur rückblickend wahrnehme, wir sind nur permanent dran geblieben. Also wenn man jetzt von 38 Jahren Babyschritte nimmt, dann bleibt natürlich auch was über. Und ich meine, mit 20 habe ich ja auch nicht null angefangen. Also jeder bringt ja auch seine Persönlichkeit mit in die Beziehung. Und uns hat beiden, also mir hat an Wulli immer imponiert, dass er gesagt hat, geht nicht, gibt's nicht. Ich mach das. Und scheinbar, ich werde auch irgendwelche Sachen gehabt haben, die mir imponiert haben. Also ich war jetzt auch nie die Kletter oder diejenige, die gesagt hat: der Wulli ist also der Mann und ohne ihn kann ich nicht leben. Wir beide standen beide immer mit beiden Beinen auf der Erde.
SPEAKER_03Was würdest du jetzt sagen? Also, jetzt so aus 37 Jahren Unternehmertum, was sind denn, oder wenn du jetzt sagst, drei Erfolgsgeheimnisse hättest, welche wären denn das? Oder die du jemandem mitgeben könntest, weil das ist ja auch ein bisschen Achterbahnfahrt, ne? Und da durchzuhalten, weiter zu machen, du hast gerade von Babyschritten gesprochen. Wie geht das?
SPEAKER_01Ja, sich nicht zu viel vornehmen. Also ich glaube, grundsätzlich ist es ja schon mal der erste Schritt, warum sowas ist, ich will das wirklich, wirklich. Also nicht mal eben so eine Erfolgsstory, ich habe mal irgendwo gelesen, damit kann man Geld verdienen. Also ich glaube, das war immer mehr. Das hatte das, Wulli selbstständig ist, der wollte sein eigener Chef sein, der wollte das so machen, was ihm kein anderer vorschreibt. Das sind so die Sachen. Der hat sich selbst verwirklicht. So, und ich als Frau habe das A, habe ich ihm sehr vertraut. Doch wenn ich dann was gesehen habe, was ich doof fand, oder wo ich gesagt habe, boah, so geht das nicht, dann habe ich auch gesagt, du, das ist Kacke, lass uns da mal drüber nachdenken. Also, mach das nicht so. Und wir sind einfach jedes neue Level irgendwie auch neu immer, wirklich nie. Das war damals schon so, wir blieben aktuell, sagen wir mal so.
SPEAKER_03Oh, was meinst du damit? Wir blieben aktuell.
SPEAKER_01Ja, dass wir uns permanent angeguckt haben, was können wir aus all dem, was wir machen. Es ist ja nicht einfach, wenn ich jetzt die beste, den besten Wunsch habe, was gut zu machen. Heißt es ja nicht, dass das sofort so klappt. Dass ich mich selber auch wirklich mal hinsetze, was kann ich da besser machen? Oder boah, wo verlieren wir da selbst Geld? Wo bin ich? Also ich weiß, wie Wulli anfing und hat gesagt, ich arbeite so viel, aber es bleibt fast nichts über. Irgendwas mache ich falsch. Also, da ich es nicht weiß, suche ich mir jetzt was, wo ich es lernen kann. Und da gibt es ja nochmal eben auch diesen tollen Spruch, ist der Schüler bereit, erscheint der Lehrer. Das haben wir beide im Leben immer erfahren. Wenn wir irgendwie zu was zum Neuanfangen, eben wir wussten es ja nicht, wenn man es weiß, macht man es ja. Aber man ist ja nun mal nicht alleine auf der Welt und das Rad muss man auch nicht neu erfinden. Wir haben immer nach Hilfe gesucht, also wir waren auch nie zu stolz, um zu sagen, boah, hier ist mein Limit. Ich möchte aber darüber hinaus was lernen, also haben wir nach Lehrern Ausschau gehalten. Und sind, also beide damals war es für Wulliweit eben nach Bayern zu fahren, um da, da waren es die Lehrgänge von Fissmann, die er gemacht hat. Oder ich damals nach Indien, einfach um was Neues zu erfahren, weil es hier in Deutschland oder Frankreich, ja gut, nach Russland habe ich nicht gefragt, aber gemacht hat. Lösungen suchen.
SPEAKER_03Ja, also da höre ich so raus, so diese Lösung, also offen für Neues sein. Immer wieder nach Lösungen zu suchen. Und jetzt kennst du ja ganz viele andere Unternehmer. Was würdest du denn jetzt sagen, hey, was macht ihr anders oder habt ihr anders gemacht?
SPEAKER_01Ja, gut, intern schaut man nicht rein. Wir kennen jetzt die, die genauso wie wir auf dem Weg sind, sich auszutauschen und an Neuem und an Aktuellem interessiert sind. Andere jetzt, sag ich mal, eben, wir kennen die, die mit uns gleich schwingen. Die anderen kenne ich nicht. Was ich, sag ich mal, wenn ich andere Unternehmen kenne, ist einfach irgendwann zu satt zu sein. Meinetwegen, wenn über Immobilien irgendwie genug Geld da ist, ich muss nicht mehr arbeiten. Also das einem, das fehlt, mir macht ja meine Arbeit Spaß. Es ist ja nicht so, dass ich mich morgens heute schon wieder mit den doofen zusammensitzen. Mir macht es Spaß. Und mit den Menschen, mit denen ich arbeite, macht es mir auch Spaß. Ich habe mir die ja, also das ist eben das Besondere, denke ich, auch bei uns. Ja, das ist wirklich wie ein ganz bunter toller Strauß mit so verschiedenen Persönlichkeiten, die jeder, da, wo er sitzt, uns unterstützt. In dem, was er kann. Weil wir können ja eben auch nicht mehr alles alleine machen, weil das übersteigt ja nun mal auch wirklich mittlerweile. Also da müsste der Tag 72 Stunden haben, ja.
SPEAKER_03Absolut, absolut. Was würdest du denn jemandem raten, der auch Unternehmer ist, hat vielleicht 10, 15 Mitarbeiter und will auch, ich sag mal, sich will wachsen oder hat Wachstumsmöglichkeiten. Was würdest du mit an die Hand geben, gerade in Bezug auf Mitarbeiter, weil da kenne ich auch ein paar Geschichten ja von dir, was bei euch so los ist, das ist ja, gibt es ja manchmal Herausforderungen.
SPEAKER_01Natürlich gibt es Herausforderungen. Also ich denke, da ist grundsätzlich sich und seinem Weg zu vertrauen und eben nicht unbedingt jetzt ungeduldig werden. Also rückblickend passiert immer genau das, was gut ist.
SPEAKER_03Ute, ja, ich kann das häufig verstehen. Jetzt ist es natürlich so, wenn es dann passiert.
SPEAKER_02Was?
SPEAKER_03Es passiert irgendwas. Machen wir zwei Mitarbeiter kündigen oder du hast da Theater. Das ist, ich meine, was auch immer es im Leben ist, das ist ja jetzt nicht so einfach. Also das wäre für mich jetzt gerade die Frage, vielleicht hast du da eine Idee oder einen Tipp auch für Menschen, die sagen, ja, gute toll, rückblickend zu sagen, dann in ein, zwei, fünf Jahren, das war super, dass das passiert ist oder das hat mein Leben zum Positiven verändert. Aber wenn du da am Scherbenhaufen sitzt, dann hast du gerade andere Emotionen. Was mache ich denn dann? Also wie gehst du damit um oder seid ihr umgegangen?
SPEAKER_01Ja, gut, also das ist wirklich seit vielen, vielen Jahren auch mein Steckenpferd. Und zum Glück, wenn ich durch die Firma gehe, kann ich andere damit anstecken. Also ich kann das sehen, ich merke das, wenn diese Stimmung ist. Also, wenn ich eins gelernt habe im Leben, ist, dass wenn ich sauer bin, wütend bin, meine Erwartungen werden nicht erfüllt, so, boah, der kommt heute nicht, ich hab den eingeplant. Also das heißt nicht, dass ich da, also dass den ganzen Tag die Sonne bei mir aus dem Arsch scheint. Das ist auch ein Stimmung. Auch mal sauer da drüben drüber, aber meist nicht länger als ein, zwei Stunden. Dann ist das raus. Weil ich selber merke, mir geht es schlecht damit und ich verändere ja nichts damit. Wenn ich wirklich wüsste, wenn ich rumspringe wie so ein HB-Männchen, und ich könnte dadurch Mitarbeiter halten, die Stimmung wird besser, würde ich das wahrscheinlich 24-7 machen. Aber das ist es ja nochmal nicht.
SPEAKER_03Aber wie schaffst du es? Wie schaffst du es oder was wäre jetzt dein Tipp für jemanden, der uns jetzt hier zuhört und sagt, Herr, Rute, super, ein, zwei Stunden, davon träume ich, bei mir sind es eher ein, zwei Wochen schlechte Laune. Was soll ich machen? Gib mir mal einen Notfallplan.
SPEAKER_01Ja, das Notfallplan. Das Schöne ist grundsätzlich, wenn ich selber überhaupt erstmal wahrnehme. Das ist ja so, und dadurch, dass ich das jetzt schon viele, viele Jahre mache und die anderen hiermit angesteckt habe im Betrieb, gut ist es, wenn man A selber fühlt und grundsätzlich erstmal sich selber wahrnimmt. Auch morgen schon, wenn ich mich aus dem, wenn ich aus dem Bett komme. Wie geht's mir? Also wie fühle ich mich? Das merke ich. Und wenn es dir morgens nicht gut geht, dann sehe ich tatsächlich auch zu. Also gut, ich mache meine Morgenritale hier, meine Meditation, ich atme erstmal, ich freue mich tatsächlich, dass ich.
SPEAKER_03Nimm uns mal mit, Ute. Wie ist das jetzt hier? Heute ist Sonntag, wo wir es aufnehmen. Montagmorgen. Wie startest du einen Tag, damit du dich so aufstellst, dass du nur punktuell richtig sauer bist oder dir ein Puffer aneignst?
SPEAKER_01Also, ich werde meistens durch den Wecker wach, manchmal sogar fünf Minuten vorher, weil ich ja weiß, wann der Wecker klingt. Sehr gut. So, und dann setze ich mich tatsächlich noch im Bett hin, richtig, hin, Rücken gerade. Und merke mal, boah. Also ich freue mich tatsächlich. Es ist diese Dankbarkeit, ich bin gesund wach geworden, ich habe ein warmes Bett. Ja, gut, dann merke ich vielleicht auch, je nachdem, das müsste ich dann einschieben, müsste ich erst aufs Klo, weil morgens ist die Blase. Okay, aber dann gehe ich wieder hin. Also, und dann habe ich tatsächlich Sachen, wofür ich sehr dankbar bin. Das zähle ich mir jeden Morgen auf.
SPEAKER_00Okay.
SPEAKER_01Und dann hole ich mir tatsächlich, und das ist das, also morgens, worüber ich, also this macht wirklich Spaß. Dann hole ich mir all diese Gesichter, also so bei Augen zu, man hat ja nun mal so seine Leinwand, hole ich mir die Menschen in den Sinn, die mir irgendwann im Leben wirklich unheimlich gedient haben, also die einen großen Einfluss bei mir haben. Also allein im Leben schaffe ich es ja nun mal nicht. Also die einen Unterschied gemacht haben, die mich anders wahrgenommen haben, von denen ich viel gelernt habe, sowas. Und das Spannende für jeden, der es machen will, wird wahrnehmen, dass es von Tag zu Tag mehr Menschen sind, die einen plötzlich in den Sinn kommen. Die hinter einen stehen, die um einen rumstehen. Und für mich ist das permanent eine Freude. Also eine Freude, weil das fühlt sich so lebendig an, so toll. So, und dann wünsche ich mir auch tatsächlich, ich gehe morgens mit dem Wunsch auch aus dem Ziel, äh, aus dem Haus, oder für den Tag habe ich das Ziel, mich mit Menschen verbinden zu können.
SPEAKER_03Okay, was meinst du damit?
SPEAKER_01Den Unterschied meine ich damit, dass wenn ich im Büro bin, also ich habe das mal wahrgenommen, wenn ich das nicht mache und den Fokus nicht darauf setze, dass es mir auch wert ist, wahrzunehmen, wie es den anderen geht. Sag ich guten Tag, guten Morgen, na wie geht's? Gut. Ich laufe aber weiter. Ich nehme das nicht wahr. Anstatt wirklich zu merken, und das ist ja auch der Unterschied bei uns in Betrieb, wenn mir morgens jemand entgegenkommt und ich sage, Guten Morgen, morgen Chefin, alles gut? Ja, alles gut. Ja, das ist das Wort. Und ja, der hat gesagt, ihm geht's gut, aber da fühlt man ja. Das ist nicht so. Und morgens, wenn die losziehen, da sehe ich es am erst nicht, aber nachmittags ist dann wirklich du. Dass man wirklich sagen kann, ich habe wahrgenommen, da ist was, kann ich dir irgendwie helfen? Magst du es sagen? Ist im Moment viel Stress. Und das macht den Unterschied für mich.
SPEAKER_03Also du nimmst ja auch da richtig Zeit dann für, ne? Das höre ich so ein bisschen raus.
SPEAKER_01Ja. Ja, es ist ja auch Familie. Es ist ja meine andere Familie. Ohne die bin ich ja auch nichts. Und wenn es denen nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut. Also ist es ja mal so.
SPEAKER_03Also ich meine, das finde ich jetzt hochspannend, gerade, was du sagst. Also ich meine, du weißt ja, ich bin ja auch in vielen Unternehmen unterwegs und ich höre häufig so diesen Satz: die Mitarbeiter müssen funktionieren. Und die Betonung liegt auf Funktionieren. Und da denke ich immer, wir haben ja keine Maschine oder keinen Roboter, also zumindest mal noch nicht. Das sind immer noch Menschen. Und du sprichst jetzt von Familie, ja. Also würde mich mal brennend interessieren, wie handhabt ihr das? Also was ist jetzt für dich die Unternehmerfamilie?
SPEAKER_01Für mich die Unternehmerfamilie sind Arsch immer hier jeder, der hier arbeitet. Dann in dem Sinne sogar auch die Leute, die langfristig mit uns schon zusammenarbeiten, also tatsächlich ja, die unserem Unternehmen ja auch gut tun, mit dem wir tagtäglich zusammenarbeiten. Das ist jetzt nicht, also eben ja wie die tolle Tante oder eben, das gibt es auch, aber also kleines Beispiel: Familie, dass wir jetzt selbst letzten Freitag hier zum Weltfrauentag hatten wir wieder unseren Chiropraktiker hier zum Feierabend in den Betrieb eingeladen, dass für die Büromitarbeiter sowie die, die jetzt von der Baustelle kommen, der da ist, um die einzujustieren, Verrenkungen, irgendwas zu machen. Als ja, weil wir auch, es ist das Wochenende, die haben auch das ganze Wochenende, also die ganze Woche hart gearbeitet und da ist es mal, ich habe mich mal verhoben oder ich habe da nur rumgesessen. Und da ich von unseren Mitarbeitern weiß, wie toll die das finden. Also der eine, der kann plötzlich schlafen, wo er sagt, ich wusste nie, dass man so schlafen kann. Der andere sagt, ich wusste gar nicht, dass ich seit seit Gefühl, also noch nie anders erlebt habe, wie frei, der sich im Rücken fühlen kann. Wow. Das sind Sachen so. Und wenn die das aus zeitlichen Gründen nicht können, also man vergisst ja auch so einen Arbeiterklar, der macht sein Ziel, aber die meisten haben ja auch noch ein Leben danach. Und aus eigener Erfahrung weiß ich einfach, wer sich gut fühlt, ist eine bessere Version von sich selbst. Und ich habe es ja erst bei mir selbst gemerkt, ich habe es mit meinem Mann erlebt, ich habe es mit den Kindern erlebt. Und je mehr man doch dann hinter weiß, wie es geht, möchte man doch auch die anderen teilhaben lassen. Also, das finde ich fast normal.
SPEAKER_03Wow, du findest das normal, also ich finde das klasse. Ich bin da komplett bei dir. Ich erlebe das nicht immer so, also dass ja, ich sage jetzt mal Unternehmer und auch Führungskräfte so intensiv drüber nachdenken, wie geht es denn eigentlich meinen Mitarbeitern und was kann ich für die da tun. Würdest du sogar auch sagen, da müssen wir umdenken. Also ich sage jetzt mal, als Unternehmer, also den, ich meine, klar, wir haben jetzt Mitarbeitermangel und und und und aber einfach nochmal anders zu denken, also dass der Mitarbeiter nicht ein Erfüllungsgehilfe nur für mich ist, sondern auch so ein bisschen der Gedanke, was kann ich denn für den tun, damit der eigentlich seinen Job richtig macht?
SPEAKER_01Ich denke, es ist ein Punkt aus allem. Also, und damit wir uns hier auch nicht falsch verstehen, die sind ja auch hier, weil sie auch wirklich was tun. Wir haben auch hier welche gehabt und die bleiben nicht, also hier gibt es viel und haben dann gedacht, boah, hier ist super, hier kriege ich das, das, das. Da nehmen wir dann auch, also das Ganze darf sich die Waage halten. Eben, wie es in der Familie auch ist, auch wieder mit Manöverkritik, auch wieder mit dem, was kannst du besser machen, wie geht das anders. Das ist schon ein großes, ja, wie soll man das nennen, es ist schon ein Produkt aus vielen, vielen verschiedenen Sachen. Also A, ist man sich ja auch schon mal sympathisch. Also wir stellen zum Beispiel auch nicht jemanden ein, der jetzt meinetwegen ja auch nur sitzen würde, so, ich will ein Auto und ich will ein Elektrofahrt und will erstmal alles haben. Jeder, also es ist A schon mal dieses Quäntchen Sympathie auch. Das muss ja da sein, sonst kann ich mit dem ja nicht. Also ey, das ist, wir geben dem so viel Vertrauen, der, der kriegt sofort einen Schlüssel. Die haben ein Auto, die sind in unserem Namen unterwegs. Nur eben, ich kann dir natürlich nie hinter die Fassade gucken und muss dem auch erstmal sehr, sehr viel Vertrauen vorschießen, weil der sagt ja erstmal, was er alles kann. Und nach einer Zeit stellt sich dann halt heraus, was er kann. Deswegen sagen wir sehr gerne, aber da habe ich gemerkt, da haben viele Menschen in der Arbeitswelt ein Problem oder dieses Seid ehrlich, ihr schießt euch ja sonst selbst vors Knie. Weil ich kann jetzt erzählen, ich bin der Weltbeste und nach vier Baustellen sehe ich, das war nur heiße Luft, das war einfach nichts. Und peinlich ist es ja mehr für die als für uns, wo ich immer wieder sage, auch wenn die was nicht verstehen, wenn die was nicht können, kommt und fragt oder wenn ihr was nicht könnt, einfach zu sagen, hey, das kann ich nicht. So schwer ist es ja nicht. Und dann wird denen von allen Seiten geholfen. Aber wenn ich ein Image von diesem, ich kann das, weil man auch viel Geld jetzt haben will, und das verpufft, ist es natürlich auch doof. Und die bleiben auch nicht hier. Also wir sind ja nicht jetzt vom Samariterbund oder was.
SPEAKER_03Nee, absolut. Wie würdest du denn eure Unternehmenskultur beschreiben?
SPEAKER_01Unternehmenskultur? Wie meinst du das genau?
SPEAKER_03Naja, wenn jetzt jemand vorbeikommt und sagt, Mensch, wie läuft denn das bei euch? Wie ist denn das bei euch? Oder wie würdest du das beschreiben? Also das Klima.
SPEAKER_01Ja, also wir nehmen das ja wahr, was wir ja immer schon für sehr selbstverständlich halten. Letztens war zum Beispiel eine große Schulung, da waren sehr viele Monteure hier bei uns im Haus. Zum einen, was immer wieder fällt, es ist und bleibt einfach familiär.
SPEAKER_02Das ist es.
SPEAKER_01Also das muss man auch mögen.
SPEAKER_03Was meinst du damit? Mit mögen?
SPEAKER_01Ja. Dass einer gesehen wird, ganz gesehen wird, nicht einfach nur, ah, der ist da, abgehakt. Dass einer gesehen wird in guten Tagen, in schlechten Tagen, genervt, pissig, gut gelaunt.
unknownEcht?
SPEAKER_03Was meinst du mit gesehen werden? Ich glaube, ich habe schon eine Idee, was du meinst, aber kannst du es vielleicht noch konkreter machen oder hast du vielleicht ein Beispiel, was du uns erzählen kannst?
SPEAKER_01Wir interessieren uns für den Menschen. Also der ist, wenn der hier ist, ist er sofort, würde ich tatsächlich sagen, eben ein Teil hier dieser Familie. Und wenn, es gibt ja tatsächlich Menschen, die mögen das nicht, die mögen sich nicht wirklich einlassen, die mögen nichts von sich preisgeben, die sagen, nee, Moment, dafür bin ich jetzt nicht hier, das haben wir auch schon erlebt. Die, die hier sind, also es ist familiär, man macht Spaß miteinander oder man hat Spaß miteinander, man interessiert sich füreinander, das bin ja nicht nur ich. Also dann merkt jetzt meinetwegen die aus der Buchhaltung, hey, der eine Monteur wird zweimal da, hey, was ist los? Ist irgendwas mit deiner Familie? So, und dann behält die das nicht nur für sich, so die ist, hey, können wir da was machen, da ist irgendwas, können wir dem helfen. So, und das ist ja, wo ich auch gemerkt habe: die Leute, die bei uns arbeiten, die haben nicht nur eine Maske, also die spielen nicht jeden Tag nur, dass sie gut drauf sind. Die sind echt und trauen sich auch, meinetwegen, so die ist ne, Ute, heute habe ich scheiß Laune. Geh mir am besten aus dem Weg.
SPEAKER_03Okay, das kommunizieren die auch, ja? Also das sagen die. Okay, super.
SPEAKER_01Das finde ich geil. Also ich finde das super, weil nichts ist doch schlimmer. Du bist so viele Stunden auf der Arbeit. Und nichts ist doch schlimmer, wenn du dich für den Arbeitgeber irgendwie verstellen müsstest, anders sein musst, besser tun musst. Ey, da geht so viel Kraft bei drauf, die kannst du besser dann da entstecken, was du machen sollst.
SPEAKER_03Ja. Ja, also schön. Also das heißt, ich höre so ein bisschen raus, auch ein Erfolgsgeheimnis ist wirklich dieser familiäre Umgang. Also jeder Mensch wird gesehen.
SPEAKER_01Ja, also die, die bei uns sind, die mögen das.
SPEAKER_03Sonst gehen sie ja wieder.
SPEAKER_01Genau. Und das auch, also ich habe zwischendurch zum Beispiel, also auch wir haben ja mal Kampagnen gefahren, wie kriegt man neue Mitarbeiter. Und dann habe ich zum Beispiel auch mal unsere Mitarbeiter befragt, so dieses, hey, was können wir zum Beispiel mal sagen, was erwartet ein Mitarbeiter, wenn er zu uns kommt? Und das jetzt nicht aus meinem Mund oder aus dem Chef, das sind nämlich mal andere. Und da war es zum Beispiel, was auch auffallend war, dass davon gesprochen wurde, gar keine oder sehr, sehr flache Hierarchien. Das hat alle scheinbar berührt. Also, dass es die Gespräche nicht so, oh, wenn du zur Chefin musst, dann musst du erst das und das. Also das haben wir nicht. Dann war es eben wirklich dieses, ja, dass man, also die Monteure oder die, die gearbeitet haben, gesagt, die finden es schön, dass sie wahrgenommen werden.
SPEAKER_03Okay.
SPEAKER_01Also, dass dieses Mir geht's gut reicht, so die Sache, ja, dann mach und dann, ach, seit wann ist sie denn eigentlich nicht da? Ah, die ist doch schon seit drei Monaten weg. Also sowas, ne? Also ja, wir feiern aber auch hier, ne? Wir feiern Geburtstage außerordentlich, wir feiern, wie lange jemand da ist, Jubiläen zwischendurch feiern, war auch einfach mal so. Ja, und das geht ja nur, wenn ich mich wohlfühle. Und dieses Wohlfühlen haben wir, wir haben ja tatsächlich insgesamt, also was hat letztens ein Technik, also da kam ein Außendienstler und hat uns gefragt, ob wir überhaupt noch nach Hause möchten. Okay, wow. So schön ist, so eine schöne Atmosphäre. Das ist scheinbar noch sehr ungewöhnlich, ja.
SPEAKER_03Ja, also das, was ich jetzt so raushöre, so dieser nennen wir immer Familienfaktor, ja. Ich fühle mich bei der Arbeit ähnlich gut wie vielleicht zu Hause, hört sich für mich eigentlich so als der entscheidende Erfolgsfaktor von euch an. Würdest du es auch so beschreiben? Oder als ganz wesentlichen Faktor, ne? Dieses Klima.
SPEAKER_01Klima, ja, gutes Klima. Und eben, es werden auch, also eben, wenn es Unstimmigkeiten gibt, die werden sofort angesprochen.
SPEAKER_03Das wollte ich gerade sagen. Also vielleicht, um es mal so praktisch zu machen, für jemanden, der zuhört und sozial, das klingt alles toll, was ihr da gerade bequatscht, und Theorie, Theorie, Theorie. Jetzt habt ihr mit Sicherheit auch mal die Situation gehabt, dass irgendwie zwei Monteure oder zwei Menschen, Mitarbeiter mal nicht so freundlich miteinander waren. Also wie in einer Familie, zwei Brüder haben vielleicht mal keine gute Phase gehabt. Kannst du uns aber so eine Geschichte erzählen, wo es mal gerumpelt hat oder gekracht hat und wie habt ihr das dann vielleicht gelöst?
SPEAKER_01Ja, eben, so wie in der Familie, gibt es überall. Also der Bruder geht dann auf den Sack oder die Schwester, boah, ey. Klar, das hatten wir auch, wo dann eben, man sieht das ja dann oder ich sehe es, wir sehen es und dann heißt es auch, komm mal mit, so was ist da los. Und nach diesem Anfänglichen, nicht jeder kann ja wirklich gerne und gut darüber sprechen. Kann man aus, boah, mit dem will ich nicht mitfahren, der ist doof. Und dann, ja, was meinst du, worauf liegt? Der Punkt ist, wir hören uns das erstmal an. Dann sagen wir auch, okay, aus deiner Sicht, was sollen wir denn jetzt machen? Also sagen wir mal so, gibt es noch einen anderen Monteur, mit dem man mal mitfahren kann? Oft guckt man mal, dass wirklich mal die Luft raus kann. Oft zündet das ja dann einfach. Oder auch dann das Arbeiten ist für beide nicht schön. Wir haben die dann schon mal voneinander getrennt. Wir haben dann aber auch schon mal gesagt, du, dann überleg dir doch mal was, was könntest du anders machen, damit das insgesamt besser wird. Das Spannende ist, wie dann auch in der Familie, oder was ich zum Beispiel heute so vielen Müttern sagen würde, man muss nicht alles regeln. Was meinst du damit? Ja, also ich jetzt als Chefin bin ich dafür, dass die beiden sich jetzt vertragen. Auf das Vertrauen zu haben, so jetzt ist das schon mal raus. Also dieser Puffer, so, boah, manchmal ist es ja wirklich so, dieses, da muss man raus, das Nas. Finde ich doof. Mit denen darf ich das und das nicht. So, und dann plötzlich, so dann haben sie es erzählt, dann hat man ihn dann auch gefragt, was ist denn da los? Oh, der macht nicht, was ich ihm sage, lala, ach, alles klar. Der erste fing voraus. So, dann, klar, nochmal gucken. Wir haben zum Beispiel auch schon mal dann eben die Teams gewechselt, dass wir gesagt haben, Mensch, vielleicht können die auch gerade mal nicht so gut, wenn es geht. Wenn es nicht geht, gut, müssen sie gucken, was spannend ist. Das war ich jetzt selbst, das ist noch gar nicht so lange her. Wir hatten mal wirklich ein Team, also ein Lehrling und ein Monteur wie Katz und Maus, wie Feuer und Wasser. Und gesagt haben, oh, die beiden wieder zusammen. So, und plötzlich, nach X, der eine Monteur zieht um. Bis morgen, sagt er zu dem anderen. Dann so, hä? Wieso hilfst du ihm jetzt? Ihr wart doch Spinnefeind. Hä? Nee. Das ist nicht mehr. Der ist jetzt mein bester Kumpel. Und eins ist ja auch klar, wenn der Stress hat auf der Baustelle und jetzt mal was nicht kann und das muss ganz schnell fertig werden, ja, dann ist er mal blöd. Ich bin ja auch mal blöd.
SPEAKER_03Wow, okay, also die Einsicht, ja?
SPEAKER_01Genau. Und das passiert tatsächlich ganz, ganz oft, dass wir mittlerweile die Monteure, die es geschafft haben, also mit diesem geht das nicht, die setzen wir jetzt auf die an, die sagen, es geht nicht, die sollen von ihren Erfahrungen erzählen, was hast du gemacht, damit es besser war. Thema erledigt. Ja, super, super. Also man muss nicht alles selber machen. Und das kennt man ja auch. Also es geht ja nicht eben, sonst werden ja Wulli und ich auch nicht 38 Jahre zusammen sofort kommt mal, also Wulli sagt mal irgendwas am Tag, was ich nicht mag, dann lasse ich mich auch nicht so fortscheiden.
SPEAKER_03Also.
SPEAKER_01Das Ganze auch mal zu relativieren. Also da auch mal die Luft rausnehmen und den auch mal zu sagen, hey, hier sind so viele Ichs und das klappt nicht. Also es ist, Familie ist also in dem Sinne auch ein Team. Das Ganze muss was Organisches sein. Wenn ich dem beibringe, nur ich bin der Chef und ihr seid die Dullex und du machst nur das, wie soll das dann mal übergreifend mal was passieren, wo der eine dem anderen hilft, wo der eine auch mal merkt, boah, die Situation kenne ich, da fahre ich vielleicht auch nochmal hin. Das geht ja nur in so einem System. Und angefangen hat das ja Teil, also wirklich, ich habe damals in meiner Lehre, oder wo ich hinterher, weiter weiter war ich auch im sanitären Heizungsbetrieb, ich wurde so scheiße behandelt, also richtig so doof, dass ich gesagt habe, wenn wir irgendwann mal, also wenn ich mal einen Betrieb hätte, machen wir das komplett anders.
SPEAKER_03Ja, ihr macht es ja auch anders. Und ich höre gerade so ein bisschen raus und so dieser Satz, es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch ganz wichtig und schön diese Familienmetapher, die du jetzt gerade beschrieben hast. Also irgendwie im Betrieb, also wir sind eine große Familie, das ist ja auch ein Commitment, glaube ich, was ihr beide gebt. Weil ihr seid immer noch die Schirmherrin des Ganzen und ja auch ein Stück weit vorleben müsst.
SPEAKER_01Ja, und eben wenn man ja jetzt bedenkt, dass Annika, unsere Tochter, das Ganze ja, also die steht ja quasi, also ich denke mal, in zwei, drei Jahren sind wir so weit, dass wir die Firma so umgeändert haben, dass wir auch komplett aus der Geschäftsführung raus sind. Dass das also unsere Tochter, die mit unserem Meister übernimmt, der ist ja auch Vertrauen da. Aber eben, es macht ja auch die Tochter und das zeigt im Endeffekt, man kann miteinander. Und das heißt nicht, dass man jeden Tag die gleiche Meinung hat. Aber es ist dieses, dass man trotzdem an einem Thema dranbleibt, sich selbst nicht zu wichtig nimmt.
SPEAKER_03Genau, jetzt zwei Sachen. Also über Annika müssen wir gleich noch reden, weil das ja auch ein ganz spannendes Thema ist, was ganz viele Unternehmer betrifft und ein großes Fragezeichen im Kopf haben, wie geht die Staffelstab-Übergabe. Aber nochmal, weil dieses sich selbst nicht so wichtig nehmen, so mal den Frust, was weiß ich, runterschlucken oder ihn nicht zu ernst nehmen, ich sag mal, das klingt ja alles logisch. Spannend wird es ja, wenn ich in der Situation drin bin. Wie hast du vielleicht noch irgendwie so ein, zwei Tipps für Menschen, die uns dazuhören, die denken, ja, super, ich bin immer ganz bewusst, bis ich die erste Begegnung mit dem Feind habe, in Anführungszeichen. Ich habe es das extra mal so gesagt, und dann kocht sie mir hoch und ich kann mich nicht zurückhalten. Und der Mitarbeiter, wenn ich dann da sehe, der hat mir nicht zugehört und der macht das wieder anders, obwohl ich es ihm dreimal gesagt habe. Und dann kann ich mich nicht mehr zurückhalten.
SPEAKER_02Ja, dann ist das so.
SPEAKER_03Okay, dann ist das so. Und wenn ich jetzt aber sage, okay, ich habe jetzt hier den beiden zugehört, der Ute und dem Team, und ich habe verstanden, dass das besser ist, gibt es irgendwie eine Methode, eine Idee, wo du sagst, so kannst du es vielleicht das nächste Mal anders machen? Oder lernen.
SPEAKER_01Ja, grundsätzlich ist es ja so, ich selber, also ich selber kann es ja bei anderen nur anders machen, wenn ich selber weiß, wovon ich spreche. Also bei mir war es von ganz früh an, dass ich ja mit Ärger, also natürlich war es am Anfang, wenn ich sauer war auf Wulli, war Wulli schuld. Den habe ich beschuldigt, weil ich schlechte Laune hatte.
SPEAKER_03Sehr gut, sehr gut.
SPEAKER_01Als ich das dann eben kapiert habe, dass das nicht so ist. Oder wie ich mal selber gemerkt habe, wenn wenig Geld da ist, ist das nicht der Grund, sauer zu sein. Weil ich war mal so glücklich, ich habe gedacht, ich explodiere und wir hatten so wenig Geld, wie lange nicht mal auf dem Konto. Also da war nicht diese Angst, da war nicht dieses, so daran habe ich das selber wahrgenommen und das hat mich so interessiert, also das fand ich so spannend, weil es hat ja dieses Konzept, dieses Muster, diese Schachtel zerbrochen. Oh, wieso fühle ich mich jetzt so glücklich und morgen ruft bestimmt der Banker und sagt, hören Sie mal, da müssen Sie aber mal gucken. Also es ist jetzt schon ein paar Jahre her, aber daran habe ich das ja wahrgenommen, dass das nicht stimmt. Oder der Konto stand so hoch, dass ich gedacht habe, boah, jetzt zündet die Rakete. Und ich war tot traurig. Das war ja der Punkt, selbst erstmal zu gucken, hey, woran liegt's? Und dann erstmal selbst sich auf den Weg zu machen, sich nächstmal auch zu fragen, ey, woran liegt es denn jetzt, dass ich sauer bin? Kann ich wirklich, können die anderen alle meine Erwartungen, die ich heute, mit denen ich morgens aufgestellt bin, können die die erfüllen?
SPEAKER_03Ja, großes Thema.
SPEAKER_01Nein, können die nicht. So, und wenn ich eben, wenn wir jetzt wieder nehmen, ich habe zwölf Jahre dieses wirklich gelernt, gekaut, exerziert, diese zwölf Jahre Babyschritte, dann ist das irgendwo angekommen bei mir.
SPEAKER_03Was meinst du mit zwölf Jahren Babyschritte?
SPEAKER_01Gelernt, dieses, mich selbst zu reflektieren. Okay. Also, was ist jetzt der Grund für meine gute Laune, um dann zu merken, Alter, es ist nicht meine Mutter, diese Uton? Also schon der Ton, man muss sich manchmal nur schon mal beobachten. Was lässt einen Hochfahren? Es ist so dieses, wie schon die Tür schmeißt, wie schon die Kaffeemaschine anmacht. Das ist ja, eben da gibt es ja diese schöne Geschichte, wenn ich auf dem Boot sitze und will meine Ruhe haben, fahre wirklich bis in die Mitte auf den See. Mach die Augen zu und so richtig so endlich Ruhe und plötzlich, bam! Merke ich, ein Boot fährt in mich rein. So, möchte am liebsten so, ey, du Sack, kannst du nicht aufpassen. Und da sitzt gar keiner drin. Das ist einfach nur ein Boot, was sich mal irgendwo losgerissen hat. So, wer bis dahin nicht gemerkt hat, ich bin wütend und warte quasi nur auf wen, dem ich es wiedergeben kann. So, und für meine Wut bin ich verantwortlich.
SPEAKER_00Wow, ja.
SPEAKER_01Und so, wenn ich, so, das heißt jetzt, um Gottes Willen, also das heißt nicht, dass ich das jeden Tag toll kann. Und wenn ich wirklich dann auch mal, wenn mir auch mal der Faden reist oder wenn ich jetzt wirklich auch mal, ja, dann auch mal so, boah, was bist du ein Doofmann? Gar keine Frage. Aber ich kann nichts mehr hingehen und sagen, du weißt was, da war den Tag echt viel. Das war nicht persönlich gemeint. Entschuldigung, sollte nicht vorkommen. Also ich kann wieder hin und sagen, war nicht so gemeint, ich bin heute echt pissig, es kam heute so viel zusammen, ich habe es nicht geregelt gekriegt, du kamst zur falschen Zeit hier in meiner Tür und du hast es abgekriegt. Das kommunizieren wir auch.
SPEAKER_03Wow, ich meine, das ist eine absolute Stärke, das ist für mich schon so Champions League, weil die Größe dann zu haben. Ich meine, das ist total richtig, aber trotzdem dann über den eigenen Schatten zu springen und Entschuldigungen zu sagen, das passiert ja leider viel zu wenig. So wie du es gerade beschreibst, hört sich für mich an, auch dass ein entscheidender Faktor, du hast so die zwölf Jahre Babysteps zu schwierig. Schritte genannt. Ein entscheidender Faktor ist dann wirklich zu lernen, sich selbst zu führen. Also mit sich selbst klarzukommen, oder? Meinst du das so?
SPEAKER_01Ja, absolut. Also ich glaube, das macht hinterher eine Qualität auch dann aus, wenn ich andere Leute führen möchte.
SPEAKER_03Wow, das musst du jetzt erklären. Also ich bin voll bei dir. Wie meinst du das?
SPEAKER_01Ja, solange ich doch selber so unberechenbar bin, nicht wirklich weiß, wie ich ticke, einfach nur ein Ziel habe und ich habe dann gesagt, so ich suche mir jetzt Komponente AB, also nehmen wir dann an, A sind dann eben viele Menschen, die für mich arbeiten sollen, weil ich ein Konzept habe, damit möchte ich jetzt viel Geld verdienen. Wenn das doch jetzt nur um mich geht und ich keine Ahnung davon habe, also finde ich schon, ist es für mich schon fast zum Scheitern verurteilt, weil wenn man grundsätzlich menschliches Wachstum sieht, also ich und du heute, wir beide. Wir beide, dass wir hier sitzen mit dem Mikrofon, mit allem Zip und Zap, was wir ja auch anhaben oder was immer, wir haben nichts alleine auf die Kette gekriegt. Absolut. Gar nichts. Es gibt nicht ein Punkt im Leben, was wir alleine können. Und als ich das mal für mich wahrgenommen habe, ich kann eigentlich alleine gar nichts. Es geht nur in der Gemeinschaft. Oder eben klar, auch die Enttäuschung zum Beispiel bei uns nach dem Konkurs, als Hulli gesagt hat, boah, ich mache jetzt nichts mehr mit anderen, da war natürlich Vertrauen weg. Wo wir dann gesagt haben, boah, ich mach das alleine, dann weiß ich, wie es klappt, ich kann mich auf mich verlassen. So, nur wenn eine Firma wächst, das geht nicht mehr. Ich kann nicht mehr alles alleine machen.
SPEAKER_03Wie habt ihr das geschafft? Also weil ich kenne viele Unternehmer, die, ich sage immer, im Hamsterrad des Tagesgeschäftes festhängen. Also man könnte schon fast sagen, die hängen nicht, die sind festgeklebt da drin. Und gleichzeitig ist ja meine These, wenn du da nicht rauskommst, limitierst du dich selber, du kannst nicht weiter wachsen. Du hast es gerade beschrieben, weil am Ende kann ich nicht alles gleichzeitig machen. Ich brauche Multiplikatoren, ich brauche eine Familienkultur, nehme ich jetzt mal so. Wie habt ihr das geschafft, da loszulassen, abzugeben? Und ich sage jetzt mal eins: zuzuschauen, dass der Mitarbeiter das Ding nur zu 80% so macht, wie ich es mir vorstelle, plus vielleicht sogar zu sehen, offenen Auge zu sehen, dass der gerade 5000 Euro versenkt, weil er irgendwas in den Müll haut.
SPEAKER_02Ja.
SPEAKER_03Wie macht ihr das oder habt ihr es geschafft?
SPEAKER_01Ja, auch. Also mit dem Bewusstsein, dass wir wirklich gemerkt haben, so alleine geht es nicht, man kann sich nichts zerreißen, man kann es nicht machen. Und dann, okay, wie Fulli so oft oder gerne sagt, ein Tod muss ich sterben. Ich mache das jetzt mal so. Und ich glaube, das sind ja auch so diese Konzepte, die rennen im Kopf, das geht nur, wenn ich das mache, wie sollen das die anderen machen. Es irgendwann tatsächlich mal zu machen, eben man noch gemerkt hat, man kann über ganz vieles reden und dann muss man es machen. Und wenn man das dann macht und plötzlich merkt, ja, da passieren nochmal Fehler, aber es läuft auch gut. Und es läuft sogar auch besser und es kann sich erweitern und es kann sich multiplizieren. Und ja, es passieren Fehler, die würden einem vielleicht selber jetzt gerade so nicht passieren, aber machen wir uns auch mal davon frei, nur weil man mal selbstständig war, hat man auch viele Fehler gemacht, nur wenn man alleine ist. Und das steht keiner, steht keiner hinter dir und sagt: Tümmer, du blöd Mann, was hast du da heute wieder angestellt? Das ist vielleicht manchmal das Schöne für die Selbstständigen, dass sie sich das nicht anhören müssen. Also sich einfach auch bewusst zu machen, hey, ich habe auch viele Fehler bis hierhin gemacht. Es hat die nur, es ist nur keiner auf denen drauf rumgeritten und hat mir die unter der Nase gehalten. Aber Fehler mache ich auch. Das heißt, wenn man einfach schon mal davon ausgeht, kein Mitarbeiter wird alles perfekt machen.
unknownIst so.
SPEAKER_00Absolut.
SPEAKER_01So, und ich meine, also jetzt dann auch mal, wir sind hier in Deutschland. Es gibt Versicherungen. Worüber regen wir uns manchmal auf? Ja, das ist tatsächlich, über was und wie viel will ich mich auch aufregen.
SPEAKER_03Ja, ich kann mich reinsteigern, aber wie du schon gesagt hast, wo gehobelt wird, wird von Späne.
SPEAKER_01So, und das ist ja auch mit dem Lernen. Es ist eben, wie es ja so schön heißt, kein Meister fällt vom Himmel. So, und wer lernt, natürlich, macht ja Fehler. Natürlich gucken wir dann nur auch, dann ist auch Manöverkritik. Wie konnte das passieren? Das können wir nächstes Mal besser machen, um das zu minimieren. Aber es wird noch keiner erschossen. Eben, es ist ja auch Fachkräftemangel. Wäre doof, wäre noch einer weg. Ja, also da, ja, dann wird es repariert und gut.
SPEAKER_03Lass uns mal genau, Staffelstab-Übergabe ist das richtige Wort zu Annika kommen. Ich finde das ja fantastisch, wie ihr das macht. Und vielleicht kannst du uns da so ein bisschen den Film mitnehmen, wirklich, wie macht ihr das, weil viele Unternehmer stehen genau vor der Herausforderung, so auf der Zielgeraden ihres Daseins, was das Unternehmertum angeht. Die wollen entweder an die nächste Generation den Staffelstab weitergeben oder auch verkaufen. Und da scheitern viele dran. Beziehungsweise dann natürlich auch so diese Übergabe, wo man noch zusammen da ist, ist auch häufig schwierig. Wie macht ihr es und warum funktioniert es so gut?
SPEAKER_01Also da kann ich auch tatsächlich nur wieder sagen: Familie, also es ist ein gutes Klima, ein Familienklima. Und es ist auch gewachsen. Das Ganze passiert ja auch nicht von heute auf morgen. Also, wir haben zwei Kinder, der Sohnemann interessiert es gar nicht. Annika, also die Kinder waren ja auch von Anfang an dabei, wie wir selbstständig waren. Und ich kann mich daran erinnern, wie wir also nur in unser Zimmer mal eingerichtet haben, auch hier im Wohnzimmer schreibt dann der Computer. Da ist Annika, da war die vier, ist ans Telefon, wenn ich jetzt einkaufen war. Mama, da möchte ich immer eine Heizung haben. Ich habe die Zahlen aufgemalt, der soll anrufen. Sie fand das immer gut und sie waren auch immer Teil davon, wie das funktioniert. So, und bei Annika war es dann tatsächlich der Fall. Sie hat sich dafür interessiert. Sie hat bei uns erst Borökoffrau gelernt. Und dann eben, sie hat dann auch noch geritten. Und Tag X kam mal so der Punkt, wo Sanis, Annika, was willst du denn so weitermachen? Oh, ich finde es ja schon gut. Kannst du dir auch mal vorstellen, hier den Meister zu machen? Ja. Eben Annika ist ein Mädchen, ja, wo Wulli und ich auch gesagt haben, die ist jetzt eine Mischung aus uns beiden. Also jeder bei uns ist schon brandgefährlich. Schon einzeln. Und Annika hat die Mischung und sie hat die Mischung. Sie ist charmant, sie ist klug, sie ist keine Tussi, sie ist intelligent und trotzdem, also das Herz am rechten Fleck. Also ja, also natürlich, ich finde sie toll. Ja, die hat sich eben der Punkt war, wie wir das Gebäude anders kaufen konnten. Also wir hatten dann die Chance, ein Gebäude zu kaufen. Und das hätten wir nicht gemacht, wenn Annika also gesagt hat, nein, ich möchte was ganz anderes machen. Ich gehe in die freie Wirtschaft, ich möchte mehr Urlaub haben, ich möchte meine festen Tage haben, ich möchte, weiß ich nicht, was anderes. Aber ich gehe davon aus, Annika kannte es immer so. Sie weiß um alles, um das Schöne, wie das doofe oder was da dran hängt.
SPEAKER_03Frage, jetzt genau, jetzt gibt es mit Sicherheit auch die Situation, ich meine, die hat das alles live miterlebt, durfte lebenslang lernen von euch und trotzdem würdest du bestimmt ein paar Dinge anders machen oder andere Vorstellungen haben. Also bringt das Leben ja manchmal so mit sich. Wie geht ihr mit Momenten um, wo sie sagt, nee, ich will das so machen, oder wo ihr einfach mal konträrer Meinung seid? Wie kriegt ihr das gehandelt oder wie läuft das bei euch ab?
SPEAKER_01Machen. Wir haben wirklich, die haben die Freiheit, das zu machen.
SPEAKER_03Also wo Wulli und du ihr sagt, okay, Annika, wenn du meinst das richtig so, mach es. Also wo auch dieses Vertrauen, kommen wir wieder zu dem Wort, Familie, Vertrauen ganz groß geschrieben ist und ihr dann, ich sag mal, auch sie machen lässt, wo ihr dann vielleicht sagt, das wird nie klappen? Oder gab es so eine Situation?
SPEAKER_01So eine Situation gab es nie. Das Schöne ist, also dadurch, dass man diesen Eifer sieht, diesen Ehrgeiz, auch diesen Wunsch, ich möchte, also sie ist ja auch Teil davon und sie möchte es weitermachen. Das heißt, sie hat ja gewisse Freiheiten. Also dadurch, dass sie das Badgeschäft hier komplett alleine managed, also sie hat das Thema Badgestaltung mit einem drum und dran, also alle Gewerke unter sich, die sie koordinieren muss. Das hat sie einfach erstmal so gemacht. So, das mache ich jetzt. Und es war ja dann der Punkt, als wir das erste Mal, das war 2018, wenn man zurückrechnet, ich weiß nicht wie viel, da haben Wulli und ich das erste Mal seit vielen, vielen, vielen Jahren vier Wochen Urlaub gehabt, um unseren Sohn in Australien zu besuchen. Und als wir wiederkamen, hat die Chefsekretärin zu Wulli noch gesagt, sagt sie, wie ihr raus wart, von dem Moment ist Annika in eine Rolle, also nicht in eine Rolle geschlüpft, ist sie auf einen Platz und hat so die Verantwortung übernommen. Und auch eben mit dem Feedback, was gelaufen ist, wie sie sich um alles gekümmert hat. So, von daher haben wir gesagt, wer will, der braucht Platz.
SPEAKER_03Oh, schön, wer will, braucht Platz. Das ist ein ganz toller Satz, finde ich. Wer will, der braucht Platz. Toll. Jetzt zum Abschluss hätte ich nochmal so drei Fragen für dich. Erste Frage wäre so: Was war der dämlichste Tipp, den du je bekommen hast?
SPEAKER_01Der dämlichste Tipp? Kann ich mich nicht erinnern, habe ich keinen gekriegt.
SPEAKER_03Hast keinen gekriegt. Drehen wir es um. Was war so der beste Tipp, den du von irgendjemand mal erhalten hast?
SPEAKER_01Der beste Tipp, den ich je wirklich bekommen habe, war Ute verliebt dich in Veränderung.
SPEAKER_03Wow! Geil Satz. Ute verliebt dich in Veränderung.
SPEAKER_01Ja. Das war das tollste.
SPEAKER_03I love it. I love it, muss ich selber jetzt erstmal hier wirken lassen.
SPEAKER_01Ja, ebenso richtig dieses, hey, werd dir darüber bewusst, es ist nichts, jede Minute ändert sich. Merk dran, du bist also, und es passiert so viel Veränderung und je mehr man das möchte und auch merkt, man ist Teil davon und man hält also dementsprechend an bestimmten Sachen nicht fest, weiß, dass auch man Wintern, Herbsten, Frühling, Sommer kommt. Also das heißt, alle äußeren Umstände ändern sich, ich selber ändere mich. Und das einfach schon mal zu feiern, das ist geil.
SPEAKER_03Das ist echt geil, ja. Super, super. Klasse. Dann letzte Frage. Du gehst jetzt von der Erde irgendwann und es gibt nichts, es gibt keine Aufzeichnung von dir, gar nichts. Du kannst, machen wir es mal mit der Annika jetzt, du kannst ihr drei Botschaften hinterlassen. Was würdest du ihr mitgeben für ihr restliches Leben?
SPEAKER_01Meine Tochter. Bleib genauso, wie du bist. Du bist. Achso, was soll ich dir mitgeben? Ja, du bist toll und du machst das.
SPEAKER_03Super. Also auch hier wieder volles Vertrauen.
SPEAKER_01Total. 100 Prozent.
SPEAKER_03Klasse Ute. Ich sage danke für diese Lebensweisheiten. Also allein schon der Satz in Veränderung verlieben, finde ich genial. Also ganz herzlichen Dank und ja, ihr managt das sowieso. Also das weiß ich, weil wir uns ja schon länger kennen. Also herzlichen Dank.
SPEAKER_01Ich danke dir für die Einladung.
SPEAKER_03Und wir hören uns sicherlich wieder.
SPEAKER_01Alles klar, dann aufhören. Tschüss.
SPEAKER_03Wenn du noch Menschen kennst, die diese Folge hören müssten, dann empfiehl diesen Podcast gerne weiter oder bewerte ihn. Ansonsten hören wir uns wieder in der nächsten Folge.