Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit

#207 - It's in you: Wie man selbst die größte Krise überwindet - Interview mit Alexander Müller von Greator

Timo Pommer

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Heute habe ich einen Gast auf den ich mich wirklich persönlich sehr gefreut hab! Alexander Müller, der CEO von Greator!

Alexander ist eine wirklich besondere Persönlichkeit - bei ihm dreht sich alles um das richtige Mindset. Erfolg, Krisen, Wachstum - alles entscheidet sich durch unseren Kopf.
Wie wir auf die Dinge reagieren, entscheidet maßgeblich welches Ergebnis wir erhalten. 
Alexanders Prinzipien und wie er zur Corona Zeit aus der größten Krise, die ein Unternehmer durchleben kann raus gekommen ist, erfährst du im heutigen Interview.

Mehr zu Alexander:
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SPEAKER_00

Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzung Champion.

SPEAKER_01

Ja, auf diesen Gast habe ich mich heute schon den ganzen Tag gefreut. Und zwar ist er nicht unter anderem nur Gründer von Creator. Ich würde sagen, ja in Europa die größte Coaching, Weiterbildungs-, also Coaching-Plattform. Plus er ist auch Autor des Spiegelbestsellers It's In You. Und ich freue mich, Alexander Müller, dich heute hier zu haben im Podcast.

SPEAKER_02

Hallo Timo, danke für die Einladung.

SPEAKER_01

Ja, lass uns mal gleich starten. Und zwar mit einem schönen Thema, gerade auch Coaching. Da geht es ja viel um Erfolg. Wie würdest du denn Erfolg definieren? Was ist für dich wahrer Erfolg?

SPEAKER_02

Also nach meiner Definition ist Erfolg ein möglichst glückliches, erfülltes Leben zu führen und darauf sein Leben auszurichten. Und was dahin führt, da kann man natürlich dann lange drüber diskutieren, dass es für jeden anders ist, für jeden, in jeder Lebensphase hat man da vielleicht auch andere Dinge, die einen glücklich und erfüllt machen. Aber ich glaube, das ist nachher am Ende des Tages eine Währung, auf die man sich mit dem einen oder anderen schnell einigen kann, dass glücklich sein, erfüllt sein so die schönste Währung ist, die man erreichen kann als Mensch.

SPEAKER_01

Und jetzt hast du ja schon viele Menschen erlebt, oder du erlebst ja auch viele Trainer, Coaches. Was ist denn da? Oder gibt es da so einen gemeinsamen Nenner? Also, weil wir wollen das ja alle haben, aber wie erreicht man das?

SPEAKER_02

Ja, ich glaube nicht, indem man besonders viel Geld hat oder besonders viele Dinge im Außen hinterherhechelt, von denen wir glauben, dass die uns häufig glücklich machen. Ich glaube, die Erfahrungen haben vielleicht alle schon mal gemacht. Aber häufig sind wir halt sehr stark im Außen orientiert, weil wir halt eine Prägung haben, die wir häufig schon früh annehmen, die uns an Dinge glauben lassen, die vielleicht nicht so wahr sind, die uns gar nicht wirklich erfüllen. Nämlich Muster, die wir haben, nachdem wir vorgehen, auf die wir unser Leben sozusagen maximieren, was wir glauben, was uns glücklich macht, was uns erfolgreich macht. Was ist es am Ende des Tages? Ich glaube, es gibt da nicht diese eine einfache Formel oder diese eine, aber am Ende des Tages eine gute Beziehung zu sich selbst, eine sehr geklärte Beziehung zu sich selbst, ist, glaube ich, erstmal schon ganz schon eine gute Grundlage. Aber letztendlich Beziehung generell nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu seinem Menschen um einen herum. Generell, dass man das tut, was einem Freude macht, was einem Spaß macht. Also nicht irgendein Job nachgehen, weil ich ihn irgendwann mal gewählt habe, der mich aber eigentlich nicht mehr erfüllt und ich nur noch die Jahre zähle bis zur Rente, sondern einen Job nachzugehen, der mir wirklich Spaß macht, wo ich langfristig einfach Lust drauf habe, wo ich mich montagsmorg vorher nicht zur Arbeit gehe. Ich glaube, dass das schon mal eine tolle Grundlage ist. Also am Ende des Tages, ich spreche mal von dem Lebensrad, wo so alle Lebensbereiche abgebildet sind. Berufung, Finanzielles, Beziehung, Familie, Sexualität, Gesundheit, Sport, Körper, die Beziehung zu einem selbst. Also so alle Lebensbereiche, die es so gibt. Und ich glaube, überall eine gewisse Qualität zu haben und das Rad so rund zu haben, dass es heult. Das ist, glaube ich, ein guter Grundzutat für ein erfülltes Leben.

SPEAKER_01

Jetzt hast du ja diesen Buchtitel auch bei dir gewählt. It's in you, ja. Also da steckt ja schon eine ganz klare, tolle Botschaft drin. Wie ist zu dem Titel gekommen oder was ist da für dich die Aussage drin?

SPEAKER_02

Also ich mache seit über 23 Jahren Persönlichkeitsentwicklung, bin da sehr früh zu gekommen, mit 15 Jahren, hatte da ein Stück weit Glück, dass ich da ein bisschen zu gekommen bin wie die Jungfrau zum Kind, durch meinen Vater, der eine Lebenskrise hatte und der durch Coaching sehr viel Positives verändern konnte in seinem Leben oder zum Positiven hin verändern konnte. Und ich habe über die letzten 23 Jahre tolle Mentoren gehabt von Robert Betts über Dieter Lange, über Tony Robbins, über Byron Katie, über tolle persönliche Coaches wie Francisco Medina, Christina Walter-Hommelzheim und habe einfach sehr viel, Jodis Bencer, habe einfach sehr viel in dem Bereich machen dürfen. Und erstmal habe ich diese Erfahrung in diesem Buch geteilt und habe mich dann überlegt, was ist eigentlich die Essenz? Was ist die Essenz aus meinen 23 Jahren Persönlichkeitsentwicklung? Und am Ende des Tages ist die Antwort für alle unsere Probleme, für all das Glück, all die Erfüllungen, all die Dinge, die wir im Leben erleben, ist am Ende des Tages sehr simpel zusammenzufassen. Und am Ende des Tages liegt die Lösung immer in dir. Nicht im Außen, nicht im Andern, sondern in dir. Also alle Herausforderungen, die wir im Leben haben, alle negativen Emotionen, die wir so kennen im Leben, die wir als störend empfinden, sind alles am Ende des Tages Emotionen, die aus uns herauskommen, aufgrund von irgendwelchen Widerständen, Konflikte, die wir uns mit uns im Inneren herumtragen. Aber auch alles Glück und alles Schöne, alles, was wir so an Visionen, an tollen Dingen erleben, erreichen können im Leben, auch das entsteht meist in uns. Und von daher glaube ich, dass am Ende des Tages dieser Schlüssel, mehr nach innen zu gehen und ich will nicht sagen, im Inneren zu leben, das wirkt jetzt ein bisschen absurd, aber sozusagen mehr den Blick nach innen zu richten und in sich aufzuräumen, eine innere Klarheit zu haben, eine Verbindung zu sich selbst zu haben, eine Verbindung zur eigenen Intuition, zur eigenen Stärke, zur eigenen inneren Kraft zu haben, dass das der Schlüssel ist für alles im Leben.

SPEAKER_01

Wow, ja, jetzt hast du richtig was hier rausgehauen, hätte ich fast gesagt. Was antwortest du den Leuten, die jetzt sagen, ja, Alex, das klingt ja alles ganz einfach, wenn du mein Leben kennst, ja, was da alles passiert, das funktioniert ja gar nicht. Das ist ja nur graue Theorie.

SPEAKER_02

Ja, also dass es einfach ist, das habe ich in keinem Wort gesagt. Ich glaube, nach innen zu gehen, ist alles andere als einfach, weil wir natürlich im Alltag oder generell im Leben sehr stark im Außen leben und das wird nicht leichter durch den Informationsüberfluss, den wir haben, dadurch, dass sich alles schneller verändert, Digitalisierung. Wir sind einfach unglaublich viel im Außen und haben häufig gar nicht die Zeit und lenken uns so stark ab, dass wir gar nicht mehr die, auch häufig gar nicht mehr die Fähigkeiten haben, nach innen zu schauen. Und von daher, dass es leicht ist, das möchte ich in keinster Weise sagen, aber ich glaube, dass es sehr kraftvoll ist, das zu tun. Das heißt, egal wo ich gerade stehe im Leben und gerade wenn da vielleicht gerade viel im Außen ist, was mich stört, viele Umstände, wo ich das Gefühl habe, Opfer dieser Umstände zu sein, ich glaube, gerade dann ist es ein sehr, sehr wertvoller Schritt, diesen Weg nach Indern zu treten und einfach mal eine Bestandsaufnahme zu machen. Wo stehe ich denn gerade in einzelnen Lebensbereichen? Das beschreibe ich in dem Buch sehr, sehr, sehr detailliert. Wo stehe ich in den einzelnen Lebensbereichen? Sich was überhaupt mal bewusst zu machen, welche Lebensbereiche sind denn gerade gut und welche Lebensbereiche sind auch gerade nicht gut. Weiß ich überhaupt, wie ich in den einzelnen Lebensbereich in mein Leben führen möchte? Habe ich überhaupt eine Idee von, welche Qualität sollte meine Beziehung haben? Welche Qualität darf mein Körper haben? Welche Qualität darf mein Job haben, dass ich morgens gerne zur Arbeit gehe? Sich überhaupt mal diese Fragen zu stellen, das ist schon erschreckend, wenn man das mal Menschen fragt. Häufig haben sie da keine guten Antworten drauf. Und ich glaube, das sind alles so erste Schritte, die ich jedem empfehlen kann. Auch wenn es im Außen oder gerade wenn es im Außen so aussieht, als wenn man keine Möglichkeit hätte, Dinge zu verändern. Lösungen gibt es immer und sie werden aus meiner Sicht größer, diese Lösung, wenn man bei sich anfängt und bei dem eigenen Einflussbereich, den man im Leben hat. Und der ist größer, als man meint.

SPEAKER_01

Um es mal vielleicht für die Menschen so ein bisschen angreifbar zu machen. Vielleicht kannst du irgendwie so ein oder zwei Tipps aus dem Buch mitgeben. Also was, wenn ich jetzt gerade in so einer Situation bin, es passiert bei mir was im Unternehmen oder im Privatleben. Ich habe gerade das Gefühl, ich bin überwältigt, die Welt geht gerade unter für mich. Was kann ich da ganz konkret tun, um da wieder rauszukommen, wie du sagst.

SPEAKER_02

Ja. Also erstmal eine große Frage, weil jeder steht natürlich gerade am anderen Punkt. Es mag sein, dass du vielleicht gerade in so einer emotional so herausforderndenden Situation bist, dass du den Wald vor euch am Baum nicht suchst, da kann ich dir erstmal empfehlen, dir vielleicht einen Coach zu nehmen, weil der kann dir schon ein sehr wichtiger Sparing-Partner sein, da vielleicht einen ersten wichtigen Schritt zu machen. Aber wenn du jetzt wirklich auf dich alleine gestellt bist, das, was ich gerade beschrieben habe, finde ich, ist erst ein erster super spannender Schritt, den man machen kann. Sich wirklich dieses Lebensrad anschauen, sich die einzelnen Lebensbereiche, die man so hat, einfach mal aufzuschreiben und sich auf einer Skala von 0 bis 10 die Antwort zu geben, wie ist die Qualität gerade in diesem Leben, in diesem Lebensbereich? Zweite Frage, sich zu stellen, naja, wenn es vielleicht alles, was unter einer 7 von 10 ist, was müsste da denn sein für eine Qualität, welcher Umstand, um eine 10 zu sein? Wie müsste ich mich denn in meinem Körper fühlen? Und dann kann man direkt als nächsten Schritt mal aufschreiben, was müsste ich denn verändern, um auf eine 10 oder zumindest mal auf eine 8 oder 9 zu kommen? Und ich glaube, wenn man das sich mal aufgeschrieben hat und dann mal sagt, okay, da brennt es gerade am meisten in diesem Lebensbereich. Der Lebensbereich ist vielleicht der, der mich am meisten gerade davon abhält, das Problem am größten, der Unfrieden am größten, die Ablenkung am größten, sich dann wirklich einen Plan zu machen, was kann ich ganz konkret kurzfristig verändern, um in einzelnen Lebensbereichen wirklich einen Sprung nach vorne zu machen. Ich würde jetzt noch weitergehen und würde sagen, generell sind solche Prägungen aus der Vergangenheit, Glaubenssätze, die ich habe, die fehlende Verbindung vielleicht zu mir selbst, zu meiner eigenen Institution, habe ich dahin geführt, dass es in einzelnen Lebensbereichen so brennt. Und da müsste man jetzt wirklich ins Coaching reingehen, in die Aufdeckung von Glaubensmustern, in die Befriedung von Beziehungen aus der Vergangenheit, die mich sehr stark geprägt haben, die vielleicht im Unterbewusstsein heute immer noch Konflikte mit sich bringen und im Alltag auf mich einwirken, ohne dass ich es vielleicht merke, aber das wird jetzt im ersten Schritt wahrscheinlich zu weit führen und da gibt es doch nicht die einfache Anleitung, sondern das ist dann schon ein längerer Weg, da darf man sich schon intensiv mit sich und mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen, um da dann wirklich auch große Fortschritte zu machen.

SPEAKER_01

Was siehst du denn aus deiner Erfahrung so als die größten, ich nenne es jetzt mal blinde Flecken, ja? Also, wo du immer wieder bei Menschen siehst, die schauen immer in Anführungszeichen auf ein Thema und das wird eigentlich ignoriert, also was dann vielleicht sogar auch eine der größten Baustellen ist, aber man guckt einfach nicht hin.

SPEAKER_02

Ja, also dieses Thema Opfer sein. Also wenn du mich fragst, wir sind, und ich gehöre da genauso zu, ich könnte jetzt Bereiche aufzählen in meinem Leben, wo ich sage, das ist gerade nicht rund. Und wenn du mich fragst, woran liegt es, da kann ich jetzt viele Gründe im Außen geben, einzelne Personen, Umstände im Außen, die mich dazu bringen, dass ich mich gerade nicht gut fühle in einzelnen Lebensbereichen. So, und das ist halt Quatsch. Wir sind gerne Opfer, beziehungsweise wir sind generell sehr schnell in einer Opferhaltung und glauben, nicht Schöpfer dieser Situation zu sein. Und zum einen muss man unterscheiden zwischen den Dingen im Außen, die passieren, teilweise habe ich da mehr Einfluss drauf, als ich meine, teilweise aber auch nicht. Also ich habe keinen Einfluss aufs Wetter. Zumindest nicht auf das Wetter, was jetzt gerade hier ist bei mir. Ich kann zwar das Land verlassen, ich kann irgendwie in den Süden ziehen, wenn ich das Gefühl habe, ich bin ein schöneres Wetter habe, aber erst einmal kann ich das Wetter, wo ich jetzt gerade bin, nicht wirklich verändern. Aber wie ich aufs Wetter reagiere, kann ich. Also muss ich schlechtere Laune haben, nur weil Wolken da sind oder weil es viel regnet oder weil es kalt ist. Nein, das liegt in meiner Verantwortung, wie ich darauf reagiere und was ich aus dem Wetter aus der Situation mache. Und es gibt Leute, die haben das richtig gut drauf. Die lieben Regen und die lassen sich vom Wetter überhaupt nicht unterkriegen und wissen damit super umzugehen. Und andere lassen sich davon ständig unterkriegen. Wetter ist für mich eigentlich nur ein Sinnbild für Dinge, die im Außen sind. Das kann genauso der Chef sein, das kann das Bankkonto sein, das kann die Ehefrau sein, der Ehemann, der nervt, das kann der Verkehrsteilnehmer sein, der zu langsam fährt, der mir den Weg abschneidet. Ich kann, vielleicht habe ich keine direkte Auswirkung auf den Fahrer vor mir, aber zumindest mal, wie ich auf ihn reagiere. Und sich dessen bewusst zu machen, dass ich viel mehr Macht habe in meinem Leben auf das, wie ich die Welt wahrnehme, das ist, glaube ich, etwas, wo wir häufig nicht gut drin sind, sondern wir sind Opfer und wenn ich Opfer bin, dann gebe ich Verantwortung ab, dann gebe ich Macht ab. Und das ist manchmal einfacher, weil dann muss ich ja nicht die Verantwortung übernehmen. Das heißt, und ich kenne das von mir selbst, ich habe häufig so Situationen, oder wenn ich im Coaching bin, wenn ich Seminare mache, bin ich häufig in so einer Situation, dass ich auf der einen Seite so einen Riesenschmerz habe, das ist der Schmerz, wenn ich realisiere, oh, ich bin gar nicht Opfer. Gleichzeitig ist das für mich etwas extrem Ermächtigendes. Weil in dem Moment, wo du realisierst, ich bin nicht Opfer, sondern ich habe selbst in der Hand, ermächtigst du dich selbst auch extrem, weil du realisierst, wenn ich kein Opfer bin, wenn ich die Verantwortung dafür trage, dann kann ich es auch selbst verändern. Und das ist wiederum was extrem Kraftvolles, was ihm extrem viel Energie geben kann, motivieren kann, die Dinge wirklich proaktiv zu verändern, was ich dann auch regelmäßig mache und wieder ins Handeln komme und in die Schöpferhaltung sozusagen komme.

SPEAKER_01

Ja, also total spannend, was du sagst, Alex. Also es stimmt dir auch komplett zu. Jetzt ist für mich die Frage: Wie kommen wir von der Theorie in die Umsetzung? Weil das ist ja nichts, was ich jetzt einmal gemacht habe und dann habe ich es für die nächsten 20 Jahre. Sondern ist ja fast eine tägliche Praxis, weil die Lebensumstände, die sind ja unterschiedlich. Wie machst du das? Also wie kriegst du das hin, immer wieder in diesem Schöpferstadium zu sein, statt ein Opfer zu sein?

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_01

Also wie machst du das?

SPEAKER_02

Ja, das sind für mich, also ich mache da unterschiedlichste Dinge und ich mache das schon intensiv, um genau diese Energie für mich aufzuwenden, die es braucht, um am Ende des Tages wirklich sich aus solchen Situationen rauszuholen, da bewusst sein Leben zu gestalten. Und es fängt im Großen an, dass ich zweimal im Jahr in aller Regel einen Retreat mache, wo ich mich wirklich rausziehe aus dem Alltag und mich wirklich mehrere Tage nur mit mir beschäftigen, um meinen Glaubens setze, mit meinen Emotionen, um wieder so richtig bei mir intensiv anzukommen. Mir wieder die großen Fragen zu stellen, was will ich denn überhaupt? Wo steht es gerade in meinem Leben? Wo läuft es gerade nicht? Ich viel nach innen gehe, mich mit meinen Emotionen auseinandersetze, die Emotionen, die mir gerade im Weg stehen, wo ich mich vielleicht im Alltag gegen wehre, die anzunehmen, mich denn hinzugeben, die zu fühlen, überhaupt wieder ins Fühlen zu kommen, wieder bei mir anzukommen. Ich brauche da wirklich so meistens so zweimal im Jahr, wirklich ein paar Tage, um mir dafür wirklich Zeit zu nehmen. So im Kleinen meditiere ich fast jeden Tag, wo ich mich immer wieder versuche mit mir sozusagen zu verbinden, mit meiner höheren Kraft, mit meiner inneren Kraft, mit meiner Intuition, einfach bei mir zu sein und mich auszurichten für den Tag. Mir bewusst zu machen, mit welcher Energie, mit welcher Intention möchte ich in den Tag starten. Ich atme jeden Tag, also nicht nur wie jetzt, sondern ich mache Atemübungen, die positive Auswirkungen auf mein Wohlbefinden, auf mein Immunsystem haben. Nach wem hofft mache ich das? Wenn ich schwierige Situationen habe, habe ich einen Coach, den ich anrufen kann, wo ich regelmäßig Coaching-Sessions nehme, der mich durch schwierige Phasen sozusagen begleitet. Wenn ich merke, da komme ich alleine jetzt nicht in der Geschwindigkeit weiter, wie ich es mir wünsche, da habe ich irgendwie einen blinden Fleck oder da habe ich irgendeinen Widerstand, wo es mir hilft, einfach mit jemandem gemeinsam durchzugehen. Da mache ich auch Dach. Das heißt, ich habe einen Werkzeugkoffer am Ende des Tages aus unterschiedlichen Dingen, die mich da begleiten.

SPEAKER_01

Ja. Klasse. Was aus deiner Sicht ist der Vorteil, einen Coach zu haben? Weil für viele ist das ja immer noch so, naja, so schlecht geht es mir gar nicht, ich brauche jetzt gar keinen Coach.

SPEAKER_02

Ja. Also Coaches kommen ja ursprünglich aus dem Sportbereich. Und Coaches haben sich in aller Regel nicht die schlechten Leute genommen, sondern die, die schon gut waren und die gedacht haben, jetzt will ich irgendwie eine Championship gewinnen, jetzt will ich irgendwie auf mein nächstes Leistungslevel hochkommen. Dafür brauche ich jetzt einen Coach. Das heißt, einen Coach zu haben, ich muss nicht erst in der Lebenskrise sein oder einer klatsche, bevor ich einen Coach habe, sondern ich kann auch proaktiv, wenn es mir gut geht, einen Coach nehmen. Zugegebenermaßen ist es aber tatsächlich auch bei mir so, dass ich mir schon auch meistens einen Coach nehme, wenn es mir nicht so wahnsinnig gut geht. Nicht im Sinne von, dass ich eine Lebenskrise haben muss oder dass ich super schlecht gehen muss, aber schon, dass ich irgendeinen Widerstand merke oder mir irgendwas vorgenommen habe und merke, da komme ich nicht so weiter, wie ich es mir vorstelle. Also ich muss schon eine gewisse Frustration haben. Ist, glaube ich, auch ein Märchen zu glauben, dass man sich einen Coach nimmt, wenn gerade alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und Sonnenschein, dann nimmt man sich meistens fairerweise auch keinen Coach, sondern es muss schon irgendeine Frustration da sein in einem gewissen Lebensbereich, dass ich mir einen Coach nehme. Und das mache ich regelmäßig, aber nicht, wenn es zu spät ist, sondern wenn ich merke, da möchte ich weiterkommen und schaffe es nicht in der Geschwindigkeit, wie ich es mir wünsche.

SPEAKER_01

Also rechtzeitig einen Coach nehmen. Jetzt bist du ja gleichzeitig nicht nur Buchautor, sondern auch Unternehmer. Wie wichtig ist das, was du jetzt gerade alles erzählt hast, eigentlich auch für deinen, ich sage jetzt mal absichtlich, Job oder Leben als Unternehmer? Also dich schon vernünftig, ich sag mal, auf ein vernünftiges Energielevel morgens zu bringen, wenn du in deine Firma fährst. Wie wichtig ist das für dich?

SPEAKER_02

Also ich bin ja ein ganzheitlicher Mensch, das heißt, alle Sachen, die ich gerade angesprochen habe, gelten natürlich fürs Privatleben wie fürs berufliche Leben, weil das hängt bei mir alles sehr eng zusammen. Natürlich viele Ziele, die ich mir setze, Widerstände, die ich habe, Herausforderungen, die ich habe, sind auch in meinem beruflichen Kontext sozusagen entstehen. Die genauso umgekehrt, wenn ich beruflich erfolgreich bin oder glücklich bin, hat das Auswirkungen auf mein Privatleben. Wenn ich gesundheitlich gut drauf bin, wenn ich eine tolle Beziehung führe, hat das wiederum positive Auswirkungen auf den Unternehmer, Alexander Müller. Das heißt, am Ende des Tages hängt der Mensch natürlich eng zusammen. Und ich habe meinen Coach für mein privaten Thema, ich habe meinen Coach aber auch und meine Klarheit, die ich haben möchte, meine Ziele, die ich habe, meine Visionsarbeit, die ich mache, meine täglichen Routinen mache ich natürlich auch fürs Berufliche.

SPEAKER_01

Wie wichtig oder was überträgst du auch von all dem, was in deinem Buch steht und das, was du alles erzählt hast, jetzt auch auf eure Unternehmenskultur? Weil das ist ja für alle Mitarbeiter, die du da im Team hast, ist das ja auch sinnvoll, sich mehr als Schöpfer, als als Opfer zu fühlen.

SPEAKER_02

Ja, ich meine, wir haben Unternehmen, was Persönlichkeitsentwicklung in die Welt bringen möchte, deswegen dürfen wir natürlich dann mit uns selbst auch anfangen. Und gleichzeitig, da haben wir auf der einen Seite einen hohen Anspruch, weil das merkt man auch immer wieder bei uns im Team, was dieses Thema angeht, gleichzeitig sind wir alles Menschen. Das heißt, wir sind auch ein Unternehmen mit Problemen, mit Herausforderungen, mit Krisen, durch die wir durchgehen dürfen. Das heißt, wir schaffen es schon, glaube ich, diese Themen bei uns im Alltag zu integrieren. Wir bieten unseren Mitarbeitern kostenlose Coachings an, über Coaches, die man buchen kann. Natürlich können unsere Produkte, unsere Coaching-Programme, unsere Events besucht werden, was viele Mitarbeiter auch sehr intensiv machen. Wir haben einmal eine Teamwoche, wir waren gerade für eine Woche in einem Club, in einem Urlaubsklub quasi, wo wir uns eine Woche unter sehr schönen Bedingungen mit dem Thema Kultur, mit dem Thema aber auch Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt haben, haben da selbst einen Coach dabei gehabt, der uns einen Tag trainiert hat zu genau diesen Themen, die ich gerade besprochen habe. Also wir machen schon sehr, sehr viel. Und gleichzeitig sind wir eine ganz normale Firma mit normalen Herausforderungen. Also man darf nicht glauben, dass nur, wenn man sich mit den Themen beschäftigt, natürlich 85 Mitarbeiter sind, die kurz vor der Erleuchtung stehen, sondern auch wir sind alle auf unserem Weg. Und ja.

SPEAKER_01

Wie würdest du eure Unternehmenskultur beschreiben oder was ist dir da besonders wichtig?

SPEAKER_02

Also ich bin da ein sehr, sehr egoistischer Chef. Das heißt, ich möchte gerne selbst als Unternehmer, als CEO in einer Kultur arbeiten, in der ich mich wohlfühle. Das heißt, sie ist sehr stark davon geprägt, dass ich glaube, wir uns A wohlfühlen, indem wir irgendwie generell eine gewisse Positivität im Unternehmen haben. Das Glas ist eher halb voll als halb leer. Wir stellen uns ambitionierte Ziele, das heißt, wir schaffen so eine Mischung aus Wohlfühlatmosphäre, gleichzeitig sind wir leistungsorientiert, wir möchten Impact haben, wir möchten erfolgreich sein, also was Glück und Erfüllung angeht. Und wir glauben, das hängt aber auch damit zusammen, schafft man es, viel Persönlichkeitsentwicklung in die Welt zu bringen, sich ja auch als Unternehmen zu wachsen, zu entwickeln. Und das erfordert auch manchmal sozusagen auch mal durch schwierige Phasen zu gehen, weil Wachstum, Entwicklung ist nicht immer sozusagen nur leicht. Man kann nur innerlich stark wachsen, wenn man sich auch mal außerhalb der Komfortzone bewegt. Das machen wir regelmäßig. Letztendlich haben wir da eine Kultur geschaffen, was eine gute Mischung ist aus Wohlfühlen und trotzdem eine Leistungskultur. Und diese beiden Pole sozusagen immer gut miteinander auszugleichen, das ist ein Stück weit unsere Aufgabe.

SPEAKER_01

Jetzt hast du ja schon auch ein bisschen beschrieben, ne? Also mit Creator oder als Unternehmer, es geht nicht immer nur nach oben, sondern es kommt auch ab und zu mal die ein oder andere Krise um die Ecke. Wie hast du deine Krisen gemanagt? Oder gibt es ein Rezept aus deiner Sicht, wie man da. vorgehen sollte?

SPEAKER_02

Ja, ich glaube das einfache Rezept, das gibt es nicht. Es gibt Phasen, glaube ich, wo man einfach mal durchhalten darf. Es gibt Phasen, wo man mal zur Seite steppen darf und reflektieren darf, bin ich gerade auf dem richtigen Weg oder darf ich eine größere Kurskorrektur vornehmen. Ich bin auch einmal aus einer Krise rausgekommen, einer sehr großen Krise, wahrscheinlich der größten als Unternehmer und für Greater, wo es kurz vor Ende war und ich einfach nur aufgegeben habe, also nur aufgegeben, was aber ein sehr schwieriger Schritt war, und die Aufgabe hat dazu geführt, überhaupt mal wieder einen klaren Kopf zu haben und zur Seite zu treten und ja, viele neue Entscheidungen zu fällen, die dann dazu geführt haben, wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Also manchmal hilft sogar Aufgabe. Das war eine sehr spezielle Erkenntnis.

SPEAKER_01

Kannst du jetzt jetzt Aufgabe, kannst du nochmal so mich in den Film schießen, also in ein Bild? Was heißt Aufgabe in dem Sinn zusammenhang für dich oder hieß?

SPEAKER_02

Das war wirklich Aufgabe. Ich habe eineinhalb Jahre in einer Krise gekämpft, Covid, konnten keine Events machen, haben aber gleichzeitig die Kosten steigern, gesteigert, weil wir nicht davon ausgegangen sind, dass Covid so lange dauert, haben Fehlentscheidungen getroffen und sind dann sozusagen eineinhalb Jahre in so einer Krise gewesen, die gefühlt nicht aufgehört hat, sondern da war der eine Brand gelöscht, habe ich mich umgedreht, habe ich den nächsten Brand gesehen und löschen müssen. Und das hat am Ende des Tages dazu geführt, dass wir aus dieser Krise nicht rausgekommen sind. Ich habe mich lange der Zeit dagegen gewehrt, dass wir scheitern. Und da gab es einen Moment, wo ich wirklich gedacht habe, okay, dann ist es jetzt vorbei. Dann akzeptiere ich jetzt das Schicksal, dass es nicht weitergeht, zumindest nicht ansatzweise, so wie es uns aktuell gibt. Das heißt, es war kurz vor einer Insolvenzanmeldung, ich habe den Anwalt schon angerufen, der soll bitte alles vorbereiten. Ich bin als Geschäftsführer da ja auch irgendwann meldepflichtig und muss meiner Verantwortung gerecht werden. Und das hat dazu geführt, dass eine Riesenlast von mir abgefallen ist. Weil ich habe akzeptiert, angenommen, was ist, ich habe aufgehört zu kämpfen und habe dann in dieser Phase mir die Frage gestellt, was willst du denn eigentlich? Ich konnte mir die Frage aber nur stellen, weil ich schon aufgegeben hatte. Ansonsten hatte ich mir das gar nicht erlaubt, so grundlegende Fragen zu stellen oder auch darauf Antworten zu finden. Und das hat dazu geführt, dass ich einen neuen Weg gefunden habe, was ich eigentlich möchte oder was ich für das Unternehmen möchte. Und das hat uns in die Situation gebracht, dass es dann doch nicht so schlimm war wie gedacht, sondern, oder was weiß ich nicht so schlimm, es war schon schlimm, aber dass wir einen Weg gefunden haben, daraus zu kommen. Und das war natürlich trotzdem nach wie vor Messer schneide, aber wir haben den Turnaround und den Wendepunkt bekommen. Und im Nachhinein die Entscheidung, die wir zu der Phase dann gefällt haben, die waren goldrichtig, die waren gold wert und das hat uns auf den Weg geführt, der uns dann in die erfolgreichste Zeit der Unternehmensgeschichte geführt hat innerhalb von ein, zwei Jahren. Und das wäre nicht möglich gewesen, wenn ich in diesem Moment nicht aufgegeben hätte, hingenommen hätte, was ist und auch in Kauf genommen hätte, dass es halt vorbei ist, weil ich dadurch diesen Kampf aufgegeben habe und nicht mehr gegen etwas gekämpft habe, versucht etwas zu verhindern, sondern wieder für etwas gekämpft habe, was ich eigentlich möchte. Und das war sehr, sehr kraftvoll. Ja, auch so kann man Krisen durchlaufen. Das war auch eine neue Erfahrung für mich.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Also finde ich jetzt total spannend und mit Sicherheit für viele auch ganz hilfreich zu sehen, okay, eben diese Blockade lösen, indem man aufgibt oder einfach jetzt mal das ist, akzeptiert und dann wieder neu durchstar. Wie hast denn du in der Zeit dein Team mitgenommen? Also weil du bist ja keine One-Man-Show gewesen.

SPEAKER_02

Ja, nee, da waren wir über 100 Mitarbeiter, deswegen ist das alles andere als eine One-Man-Show. Und ja, also durch eine komplexe Frage, weil man durchläuft ja verschiedene Phasen, man hat unterschiedliche Hierarchien im Team, etc. Aber am Ende des Tages ein einfaches Rezept war immer sehr viel Transparenz, also eigentlich in jeder Phase der Krise, immer sehr viel Transparenz zu zeigen. Auf der anderen Seite zu viel Transparenz im Sinne von, ich weiß gar nicht, wie es morgen weitergehen soll, hilft ein Team auch nicht. Das heißt, gleichzeitig darfst du natürlich auch eine gewisse Zuversicht haben als Leader. Gleichzeitig darfst du dir selbst treu bleiben. Und das war schon, das ist generell immer schon sehr anspruchsvoll gewesen, weil wenn ich an etwas nicht glaube, dann kann ich das auch nicht vertreten. Das heißt, selbst diese Mischung zu finden aus, ich glaube daran und gehe dafür und gleichzeitig nicht naiv zu sein. Das ist schon ein Spannungsfeld gewesen. Und ich glaube, umso wichtiger war auch diese Aufgabe, und ich dann letztendlich wieder einen Weg gefunden habe, an den ich viel mehr geglaubt habe, hinter dem ich viel mehr stehen konnte. Und das war auch interessant und plötzlich habe ich das Team auch viel mehr hinter diese Idee bekommen, weil ich da glaube ich auch wieder viel mehr für gebrannt habe und es einfach auch der bessere Weg war. Und das erkennen Menschen. Ja, also am Ende des Tages Transparenz, selbst natürlich immer eine Motivation zu finden für das, was man tut, und dahinter stehen zu können, gleichzeitig auch mal krasse Entscheidungen treffen, auch wenn sie im ersten Moment Angst auslösen. Weil manchmal sind auch große Entscheidungen oder grundlegende Entscheidungen, unpopuläre Entscheidungen, man mussten damals viele Mitarbeiter entlassen, sind manchmal auch die richtigen Entscheidungen. Und das erkennen Mitarbeiter durchaus. Es war sehr schön zu sehen, wie groß diese Unterstützung war in der schwierigsten Phase der Unternehmensgeschichte.

SPEAKER_01

Was würdest du aus dieser Erfahrung oder aus deinen gesamtheitlichen Erfahrungen anderen Unternehmern raten, also die jetzt selber gerade so in Krisen sind, die irgendwo gefühlt in der Sackgasse feststecken, die gerade sagen, scheiße, ich weiß gerade nicht, wo ist der Ausweg? Was würdest du denen vielleicht so für Tipps mitgeben aus deiner Erfahrung heraus?

SPEAKER_02

Also generell sich da Unterstützung zu nehmen, auch als Unternehmer sich in dem Moment schwach zeigen zu dürfen, zumindest mal gegenüber Coaches oder Unterstützung oder Beratern, glaube ich, hilft enorm. Wenn es irgendwie möglich ist, den Schritt zur Seite zu machen, ob es im eigenen Management-Team ist, ob es ein Strategieberater ist, ob es einfach ein persönlicher Coach ist, ich glaube da gibt es unterschiedliche Wege, da gibt es auch jetzt nicht den einen goldenen Weg, aber generell zu reflektieren, einen Schritt zur Seite zu machen und grundlegend zu hinterfragen, was möchte ich denn eigentlich machen, was ist mein Weg, wo bin ich gerade auf dem falschen Weg. Was hat mich in diese Situation reingebracht? Welche Entscheidungen, welche Fehlentwicklungen, auch Fehlentwicklungen an einem selbst oder bei einem selbst. Da auch sehr radikal ehrlich, sich selbst gegenüber zu sein, was natürlich nicht mal einfach ist, hilft sicherlich gerade in schwierigen Krisen.

SPEAKER_01

Ja, spannend, ja, absolut. Bin ich vollkommen bei dir. Wo geht es denn jetzt weiter? Also wo jetzt Krise gemeistert, du hast ja eben gesagt, hey, beste Zeit ever. Was sind so deine Pläne oder Visionen? Wo soll es mit Creator hingehen?

SPEAKER_02

Also wir machen schon das, was wir machen, möchten wir weitermachen. Es wird häufig gefragt, was ist denn die Vision von Greator? Und ich glaube, wir leben unsere Vision heute schon recht stark. Das heißt, wir möchten Persönlichkeitsentwicklung nach wie vor in die Welt bringen und das mit den möglichst besten Experten und Coaches, die es da draußen gibt und damit möglichst viele Menschen zu erreichen und die zu unterstützen, am Ende des Tages ein erfolgreiches, glückliches, erfülltes Leben zu führen. Und das tun wir heute schon. Und in Zukunft möchten wir das noch besser machen mit einer noch höheren Qualität, mit gerne noch mehr Impact, möchten gerne auch noch mehr Menschen erreichen, mit noch mehr tollen Coaches zusammenarbeiten. Also das, was wir heute machen, gerne noch intensiver mit einer besseren Qualität, mit noch mehr Menschen.

SPEAKER_01

Jetzt kennst du ja die Coaching-Branche rauf und runter, hast eigentlich alle schon gesehen, erlebt. Was würdest du jetzt so sagen für dich? So die zwei, drei Top-Tipps oder Erkenntnisse, die du da gehört hast, rausgezogen hast, was wäre das für dich.

SPEAKER_02

Tatsächlich haben wir das vorhin schon gesagt, das It's in you, ja. Zu erkennen, dass alle Lösungen und alle Probleme, alles Glück in dir entsteht. Und das finde ich sehr ermächtigend erst einmal, diese Erkenntnis. Ein Stück weit Vertrauen zu haben ins Leben. Das ist etwas, wo ich selbst nicht der Beste drin bin. Zu erkennen, dass das Leben erst einmal gut zu einem ist. Wenn wir nicht im Widerstand mit dem Leben sind oder mit uns selbst, sondern ein gewisses Vertrauen haben und mit dem Flow gehen, mit den Entwicklungen des Lebens mitgehen, uns nicht gegen sie wehren. Das ist ein leeren Feld von mir, durchaus auch. Immer wieder die innere Balance zu finden aus dem Außensein und im Innensein eine Balance zu finden aus Machen, Umsetzen, Erschaffen und gleichzeitig nach innen gehen, eher dem, also dem männlichen Prinzip, im Außensein Dinge zu machen. Dem weiblichen Prinzip, das würde es vielleicht ein bisschen weit führen, ist noch das männliche, weibliche Prinzip zu erklären, aber für die, die es kennen, die wissen, was gemeint ist, das hat jetzt nicht zwangsläufig was mit Mann und Frau zu tun, sondern da geht es wirklich um Energieprinzipien. Und diese Balance zu finden aus dem männlichen und dem weiblichen Prinzip, dem Tun, dem Machen, dem Erschaffen und dem nach innen gehen, dem Ausruhen, dem Reflektieren, da die richtige Balance zu finden, ist aus meiner Sicht auch einer der wertvollsten Learnings, die ich mitnehmen durfte und auch einer meiner größten Herausforderungen. Also ich bin da genauso wie alle anderen da draußen auch ein Lernender und auch immer wieder Lernend.

SPEAKER_01

Ja, ich glaube, wir sind alle Lernende. Also egal wo man gerade auf seiner Entwicklungsreise steht, also so kommt es mir halt vor, es gibt immer einen nächsten Schritt oder nächstes Level und es geht immer weiter und wir können immer besser werden, in Anführungszeichen. Jetzt hast du das schöne Wort umsetzen genannt und das ist ja eins meiner Lieblingswörter. Jetzt gerade im Coaching, es gibt viele Bücher, es gibt viele Online-Kurse, die Leute kommen zu Konferenzen, Seminaren. Aber ob das alles Sinn hat, entscheidet sich dann ja am Umsetzen. Und was erkennst du da immer? Warum tun sich viele Menschen so schwer beim Umsetzen? Also sie wissen es, aber sie kriegen die PS nicht auf die Straße.

SPEAKER_02

Ja, gute Frage. Da habe ich keine pauschale Antwort drauf. Ich erkenne auch Gegenteiliges, dass viele Menschen sehr stark im Umsetzen sind, deswegen glaube ich man kann das nicht pauschalisieren. Ein Punkt, den ich vielleicht sehe, ist vielleicht ein guter Punkt. Ich habe kein Problem mit Umsetzen, das ist vielleicht, deswegen bin ich da vielleicht auch nicht der beste Antwortgeber drauf. Ich habe mich da mit dem Buch durchaus viel mit beschäftigt, weil viele Menschen immer sehen, was ich gemacht habe und dann sagen, boah, wahnsinnig, wie mutig du bist. So große Events und so weiter, den Mut habe ich gar nicht. Und ich habe das nie verstanden, warum das so gesehen wird, weil ich empfinde mich da gar nicht als mutig. Und ich habe auch versucht, für mich herauszufinden, warum ist das so? Und das hängt, glaube ich, damit zusammen, dass ich ganz, ganz viele kleine Schritte gegangen bin zu dem Punkt, wo ich heute stehe. Also ich habe nicht mit 15.000 Mann-Events angefangen, sondern ich habe als 15-Jähriger Partys organisiert mit 200 Mann. So als 15-Jähriger war das eine verrückte Sache und habe mich unglaublich viel gelehrt. Meine Eltern habe ich damals unterstützt, also in dem Sinne, dass sie es mir einfach erlaubt haben. Sie haben mich nicht operativ unterstützt, sondern sie haben weggeschaut, es ist toleriert, dass ich so verrückte Dinge mache, obwohl ich das selbst vom Alter her gar nicht durfte. Ich habe selbst Partys organisiert, auf denen ich nicht hätte sein dürfen, vom Jugendschutzalter. So, das waren die ersten kleinen Schritte, die ich gemacht habe. Und da folgten dann viele weitere kleine, die dann irgendwann gemündet sind, wo sie sind. Das heißt, häufig vergessen wir die ersten Schritte zu machen, stehen vor dem großen Berg und wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Und die ersten kleinen Schritte zu machen. Jeden Tag zwei, drei kleine Schritte, die helfen, dass man mittel- bis langfristig viel, viel mehr erreichen kann, als man glaubt. Wir unterschätzen manchmal, wie wenig wir in kurzer Zeit schaffen. Und wir unterschätzen maßlos, wie viel wir mittel bis langfristig zu einer Lage sind zu erreichen.

SPEAKER_01

Also das heißt, die nötige Geduld dann auch an der einen oder anderen Stelle haben und nicht das Ergebnis.

SPEAKER_02

Kleine Schritte, Geduld, die kleinen Veränderungen, aber das kontinuierlich führt zu großem Erfolg. Nicht kurzfristig. Deswegen stimmen auch die Versprechen kurzfristig zum Millionär, kurzfristig zu einem Riesenerfolg, die stimmen in aller Regel nicht. Menschen wünschen sich das, aber das ist nicht das, was realistisch ist. Das ist auch nicht das, was wir beispielsweise bei Greater versprechen. Deswegen sind unsere Programme auch in aller Regel nicht drei Tage lang. Also wir haben auch drei Tagesprogramme, aber vor allen Dingen sind unsere intensiven Programme drei Monate, sechs Monate, neun Monate, zwölf Monate. Weil wirkliche Veränderung braucht Zeit.

SPEAKER_01

Absolut, ja. Man ist ja auch irgendwo auf dem Weg und auf dem Weg gibt es wieder neue Erkenntnisse. Und den nächsten Schritt, oder ich spreche gern so von Treppenstufen, die man hochgeht und nach der einen Stufe kommt die nächste Stufe und man lernt wieder Neues dann kennen, ja. Jetzt habe ich ja gerade gelernt, dass du in jungen Jahren ja schon Unternehmer warst, ja. Wenn man so Partys dann organisiert. Was macht denn für dich einen guten Unternehmer oder einen erfolgreichen Unternehmer aus? Also was sind so für dich so zwei, drei Fähigkeiten, die man da mitbringen muss sollte?

SPEAKER_02

Ja, wahrscheinlich schon eine gewisse Umsetzungskraft. Das hilft sicherlich, in die Umsetzung, in die Tatkraft zu kommen. Unternehmerschuh hat für mich ganz viel mit Verantwortungsübernahme zu tun. Nicht dem Zufall zu überlassen oder externen Faktoren, sondern sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, im wahrsten Sinne des Wortes. Sich ständig zu verbessern, ständig zu lernen. Als Unternehmer brauchst du halt sehr viele Fähigkeiten, sehr breite Fähigkeiten in aller Regel. Und die kannst du nur erlangen, wenn du in der Lage bist, Dinge zu lernen. Ja, und dann gehört sicherlich auch Glück dazu, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und ähnliche Dinge. Eine gewisse Disziplin, Tüchtigkeit hilft sicherlich auch, um sich möglichst viele Chancen zu kreieren, wo das Glück dann dann in die Hände fallen darf.

SPEAKER_01

Ja, Schaden tut das auf jeden Fall nicht. Wie wichtig ist es für dich, Klarheit, sowohl als Privatmensch, aber auch gerade als Unternehmer zu haben über seine eigenen Werte? Oder welche Rolle spielen die vielleicht auch in deinem Leben?

SPEAKER_02

Ja, absolut. Werte sind sehr maßgeblich. Was ist mir wichtig im Leben? Um zu wissen, wie möchte ich mein Leben leben. Wir haben alle Werte, die Frage ist, haben wir sie bewusst oder unbewusst? Und die sollen Unternehmerwerten wichtig sein und gleichzeitig haben wir zum Beispiel auch Werte für unser Unternehmen entwickelt, mit den Mitarbeitern zusammen, dass wir uns das gesamte Team auch bewusst sind, was denn die Core-Values könnte auch sein, Prinzipien, die uns wichtig sind für unser tägliches Handeln.

SPEAKER_01

Warum, also für alle Unternehmer, die sowas jetzt noch nicht haben, weil sie sagen, hey, muss man sowas aufschreiben, ist doch eh klar, ist doch eh logisch. Was wäre denn dein Argument dafür, das wirklich so sauber auszuarbeiten?

SPEAKER_02

Ja, weil es halt nicht logisch ist und nicht klar ist, also hier im Einzelnen ist es vielleicht klar, dem Unternehmer selbst, aber selbst dem meistens nicht. Und ich bin mir ziemlich sicher, wenn man mehrere Mitarbeiter fragt, bekommt man sehr unterschiedliche Antworten. Wenn man mehrere Geschäftsführer, Unternehmer fragt, wenn man mehr Unternehmer hat in einem Unternehmen, bekommt man da auch meist schon unterschiedliche Antworten. Das heißt, sich das klar zu machen, ist meine Erfahrung, ist immer wichtig. Gerade wenn es nicht mehr zwei, drei Mitarbeiter sind, sondern wenn es dann irgendwie ein größeres Team ist, ob es jetzt 20 Mitarbeiter, 200 oder 2000 sind, irgendwann ist der Punkt gekommen, wo es hilft, da einen bewussten Prozess rauszumachen.

SPEAKER_01

Ja, ja. Wie ist es bei dir?

SPEAKER_02

Farme ganz kurz, muss man mal auch kurz unterbrechen. Land brauchen wir noch.

SPEAKER_01

Ah, okay. Fünf Minuten, drei Minuten machen wir gleich. Ja, ja, machen wir.

SPEAKER_02

Five minutes, dauert auch nochmal, damit das auch gesagt hat. Fünf Minuten dann hat es Ihre Blut verloren.

SPEAKER_01

Ja, okay. Gab es für dich, Alex, irgendwie so einen Moment, wo du sagst, Mensch, der ist prägend für dich gewesen, für deinen jetzigen Erfolg, für deine Erfolg auch eures Unternehmens?

SPEAKER_02

Ich glaube, den einen Moment gibt es da nicht, ne? Man hätte mal gern die eine Lösung, den einen Vorschlag, den einen Moment, den einen Wendepunkt, aber den gibt es noch nichts. Am Ende des Tages, glaube ich, ist Erfolg oder sind Strategien, am Ende des Tages ist die Summe der Teilchen. Deswegen gibt es auch nicht die eine Fähigkeit, die ein Unternehmer braucht, sondern wahrscheinlich unterschiedliche Fähigkeiten. Am Ende des Tages, ein Punkt, den ich gerade nicht genannt habe, an Fähigkeiten eines Unternehmers, und das kann man dann genauso auf das Unternehmen beziehen, ist, glaube ich, ein Durchhaltevermögen. Weil mich davon ein Unternehmer fragt, war es hart, das Unternehmen aufzubauen, war es anstrengender als gedacht, hättest du vorher gedacht, dass es so lange braucht oder dass du so viele Niederlagen in Kauf nehmen musst, dann antworten die fast alle nein. Und hätte ich das gewusst, hätte ich auch gar nicht damit angefangen. Das heißt, am Ende des Tages sind, glaube ich, die Leute erfolgreich, die und die unterscheiden sich am meisten von denen, die scheitern, dass sie halt einmal häufiger aufgestanden sind, als sie hingeflogen sind. Und das ist schon eine Fähigkeit, glaube ich, die man nicht unterschätzen darf.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Wie schaffst du es durchzuhalten? Oder was würdest du anderen da raten, die dann mal in den Seilen hängen, was ja ganz normal ist als Unternehmer auch?

SPEAKER_02

Ja, die Arbeit an einem selbst im Inneren, am Ende des Tages doppeln sich dann jetzt die Antworten, weil am Ende des Tages sind die einfachen Prinzipien, in Anführungsstrichen einfachen Prinzipien. Wenn ich an mir arbeite, wenn ich es schaffe, eine Resilienz aufzubauen oder mir einen Toolkasten zu erarbeiten, mit dem ich lerne, in schwierigen Situationen zu arbeiten, also ob es Meditation ist, ob es die Selbstreflexion ist, dann ist das am Ende des Tages, glaube ich, das, was einem weiterhilft, auch in schwierigen Situationen.

SPEAKER_01

Ja, also genau, der entscheidende Punkt ist wirklich die innere Arbeit. Für alle, die jetzt sagen, hey, ich muss das Buch lesen, wo kriegt man es überall? Überall, wo es Bücher gibt wahrscheinlich, oder gibt es bei euch?

SPEAKER_02

Bücher handelt überall, wo es Bücher gibt, inklusive Amazon, die sind ja bekanntlich am schnellsten, aber auch in allen anderen Online-Buchstores und auch sicherlich in der einen oder anderen Buchhandlung. Ich habe es auch schon auf Flughäfen gesehen. Überall da, wo es Bücher gibt. Genau, it's in you, Vision, Erfolg, erfülltes Leben. Ansonsten gerne mal auch auf unserem YouTube-Kanal vorbeischauen, wenn man ja auch viele spannende Impulse bekommt oder auf unserer Webseite. Haben da sicherlich viele Angebote und für jeden etwas dabei, in jeder Geschmacksrichtung, was das Thema Persönlichkeitsentwicklung angeht.

SPEAKER_01

Was für große Events stehen jetzt diesen Sommer noch an bei euch?

SPEAKER_02

Wenn man einmal im Jahr macht unser Greater Festival im Sommer in Köln, der Längstes Arena mit über 100 Speakern und vielen tausend Besuchern, wo dann so Persönlichkeiten wie Tony Robbins und viele andere dabei sind. Haben wir aber auch tatsächlich einmal im Jahr ein großes Event mit Toni Robbins alleine über mehrere Tage. Das Unleash the Power Within. Genau, also ansonsten immer mal vorbeischauen. Gibt auch immer mal so nochmal Events. Wim Hoff haben wir jetzt ein spannendes Event. Wenn man mal Atmen und Eisbaden kennenlernen möchte, ist man da richtig.

SPEAKER_01

Ja, wow. Also genau, die Creme de la Creme der Weiterbildungsbranche, ich kenne die ja auch, kann ich nur wärmstens empfehlen. Vielleicht Abschlussfrage, du bist ja auch Papa. Wenn du ja, irgendwann müssen wir ja mal die Welt verlassen. Und du dürftest eine Botschaft noch deinen Kindern mitgeben. Außer it's in you, ja. Gäbe es denn noch irgendwas, wo du sagst, hey, Kiddies, das würde ich euch mit auf den Weg geben. Also das Buch gibt's nicht, ja, ist alles weg von dir.

SPEAKER_02

Nimm alles nicht so ernst.

SPEAKER_01

Nimm alles nicht so ernst. Ja, super. Alex, das finde ich einen schönen, lockeren Spruch, aber mit einer gewaltigen Tiefe. Ich sage herzlichen Dank für dieses spannende Interview und viel Erfolg. Und ich freue mich, wenn wir uns das nächste Mal persönlich wieder sehen.

SPEAKER_02

Gleichfalls, danke dir, Timo.

SPEAKER_00

Wenn du noch Menschen kennst, die diese Folge hören müssten, dann empfehle diesen Podcast gerne weiter oder bewerte ihn. Und ansonsten hören wir uns wieder in der nächsten Folge.