Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
In deinem Unternehmen soll mehr passieren – aber im Moment hängt zu viel an dir? Willkommen bei Faktor Führung – Verantwortung, Ergebnisse, Freiheit.
Dieser Podcast richtet sich an Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte, die verlässliche Ergebnisse wollen, ohne dass sie selbst zum Flaschenhals werden.
Du erfährst, wie du:
- Verantwortung bei Mitarbeitern verankerst, damit weniger nachgehakt, korrigiert und „gerettet“ werden muss,
- ein Führungssystem etablierst, das Verbindlichkeit, Tempo und Qualität in die Umsetzung bringt,
- dich selbst so führst, dass du Klarheit gewinnst, deine Energie schützt und dein Stresslevel steuerst,
- deinen Alltag strukturierst (Prioritäten, Delegation, Routinen), sodass du am Ende des Tages mehr Steuerung und bessere Ergebnisse hast.
Jede Folge ist kurz, direkt und praxisnah – für Führung, die entlastet und Wirkung erzeugt.
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Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
#258 - Meine Learnings aus Kenia von Jochen Schweizer und Hermann Scherer - Part 2
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Teil 2 meiner Kenia Learnings!
Schau dir unbedingt auch Teil 1 an: https://youtu.be/NLmjaTsD0cE?si=8rJB60ITf_JQz8Nz
Meine Learnings möchte ich jetzt gerne hier mit dir teilen.
Zu diesem Video wird es noch einen zweiten Teil geben, folge mir also unbedingt, um ihn nicht zu verpassen.
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Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzungstempchen. So, wir müssen über ein zweites Learning reden, das ich in Kenia hatte. Und zwar, ja, worum ging es oder worum ging es für mich in diesem zweiten Learning? Und zwar dahingehend, ich werde das gleich an zwei aus meiner Sicht sehr extremen Beispielen erzählen, dass wir hier so vorgefertigte Meinungen haben. Wir haben Meinungen über bestimmte Dinge, dass bestimmte Dinge so sein sollen oder so sein müssen. Und das gibt uns natürlich auf der einen Seite sehr, sehr viel Sicherheit, weil wir sagen, okay, so sieht die Welt aus. Und auf der anderen Seite raubt es uns die Möglichkeit, auch die Welt mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und zwar mal auch aus einer sehr großen anderen Perspektive zu sehen. Und zwei Erlebnisse, die ich in Kenia hatte, sind für mich da wirklich ein Paradebeispiel, wo ich gesagt hätte vor, das geht ja gar nicht. Und dann habe ich es mit meinen eigenen Augen gesehen, doch, es geht oder das gibt es. Und gleichzeitig hat es mir wieder die Augen im wahrsten Sinne des Wortes geöffnet, auch mal meine Sichtweise auf die Dinge, auf Menschen, auf Projekte, auf die Welt, auf die Politik, was auch immer, mal zu hinterfragen und zu gucken, bin ich da wirklich so richtig? Also passt das wirklich? Und das erste Erlebnis war in der Natur und zwar, wir sind ja immer morgens und abends mit dem Jeep rausgefahren und haben Tiere beobachtet. Und ich weiß gar nicht, am zweiten oder dritten Tag hatten wir das Glück, ein Löwenrudel zu entdecken. Ich glaube, es waren fünf oder sechs Löwen. Und diese Löwen, die lagen sehr, sehr gemütlich. Am Nachmittag, Abend war es, glaube ich. Oder nee, ich glaube, es war in der Früh. Ich weiß es gar nicht mehr. Ist auch egal. Lagen auf jeden Fall in der Nähe einer Straße. Das ist so ein guter Schotterweg, würde man sagen, in Deutschland. So ein typischer Waldweg, wo wir auch immer wieder lang gefahren sind. So, und da lagen die, weil von da konnte man so richtig schön ins Tal gucken und konnte schauen, wo die Zebras, Antilopen so langlaufen. Also die haben so ein bisschen Fernsehen geguckt, sag ich jetzt mal. Und da war es dann so, dass ein Löwe direkt an der Straße lag. So, und wir sind mit unserem Auto, ja, ich sag mal genau gegenüber von diesem Löwen gefahren, sodass zwischen dem Löwen und uns waren ungefähr drei Meter. So, also das war schon mal spannend, weil das war jetzt nicht irgendwie im, keine Ahnung, Hamburger Zoo, wo irgendwie Panzerglas dazwischen ist oder so drei Meter Graben und so weiter. Also die ein oder andere Person schon in unserem Auto hat schon mal die Frage gestellt, ob man den da jetzt so dicht ranfahren müsste. Also aus zehn Meter Entfernung könnte man so einen Löwen ja auch ganz gut sehen, zumal natürlich dieser Geländewagen an den Seiten offen ist. Also heißt, wenn ein Löwe wollen würde, könnte er mit ein, zwei Sprüngen ratzfatz in so ein Auto, in so ein Jeep springen. Aber die Löwen sehen dieses Auto irgendwie als, keine Ahnung, als Neutrum oder erkennen uns Menschen jetzt nicht, dass wir da potenzielle Beute wären. Soweit zur Theorie. So, und jetzt musst du dir vorstellen, wir haben uns diesen Löwen angeguckt und zwischen dem Auto und dem Löwen waren drei Meter. So, und wir gucken da so und denken so: Oh, jetzt wird es spannend, weil da leben ja auch Menschen so in dem Gebiet. Also kann man sich jetzt aus unserer Sicht jetzt nicht unbedingt so vorstellen, aber ja, da leben Menschen und die haben zum Teil Mopeds und fahren damit durch die Gegend. So, und jetzt ahnst du vielleicht schon, was passiert. Also es gibt auch ein Video von dieser Situation, hatte ich damals mal gepostet. Da sind wir dann in diesem Auto drin, und ich weiß noch, die Anne, die neben mir stand, die sagt: Nee, das machen die jetzt nicht. Und ich hatte eigentlich so ein Horror-YouTube-Video schon im Kopf, wo jemand auf seinem Moped zwischen unserem Auto, dem Löwen, vorbeifährt, der Löwe aufspringt und mit so einem Satz so einem Menschen vom Moped holt. Soviel zu meinem Kinofilm. Die Realität sah ein bisschen anders aus. Das Moped mit zwei Personen ist zwischen Löwe und unserem Auto durchgefahren. Also wirklich so anderthalb Meter an dem Löwen vorbei. Unvorstellbar. Und es ist nichts passiert. Und dann kam aus der anderen Richtung auch noch jemand. Ich glaube, eine Person ist auch auf dem Moped zwischen Löwe und uns vorbeigefahren. Und der Löwe hat nur geguckt, so, da fuhr jemand. Wir sind mehr oder weniger erstarrt, weil für uns gab es jetzt eigentlich den nächsten Toten. Und das möchte ich jetzt so mal dir so mitgeben als Überlegung, weil wir sind so gefangen in diesem Bild, okay, der Löwe ist gefährlich, ja, keine Frage, aber da stirbt jetzt gleich einer, der Löwe attackiert und, und, und. Also eine Szenerie, die wir nie machen würden. Und da ist es aber gang und gäbe. Also ich meine, ich habe auch Menschen gesehen, die sind da, diesen Schotterweg zu Fuß lang gegangen. Man muss wohlgemerkt, mit 20 Rindern zu zweit. Und jeder hatte einen Stock in der Hand, der 1,50 vielleicht lang war. Das war's. Und da sind die einfach langgegangen. Wohlgemerkt, da gibt es Geparden, Leoparden, Hygienen, Löwen, Rinder, Elefanten, Hippos, wohlgemerkt, Hippos, also die Nilpferde, das sind die gefährlichsten Tiere. Die töten am meisten Menschen. Das sei nun mal nebenbei erwähnt. Nur, worum es jetzt mir geht, wir sind so festgefahren, dass das eine Situation ist, die undenkbar ist. Und wenn man das dann sieht, verändern sich auf einmal die Parameter im eigenen Kopf. Also wo man auf einmal merkt, wow, die Welt kann auch ganz anders sein, als wir sie uns vorstellen und denken. Und das war, sage ich mal, die erste Geschichte, die ich hier teilen möchte. Die zweite Geschichte, die ist genauso, wie soll ich sagen, extrem. Ich war ja dann in Nairobi anderthalb Stunden in den Slums unterwegs. Slum heißt da wirklich, da leben 1,2 Millionen Menschen, es gibt kein fließendes Wasser, es gibt keinen offiziellen Strom, nur so illegalen Strom, es gibt keine Toiletten in den Häusern, es gibt in Anführungszeichen so offizielle Toiletten, dafür muss man Geld zahlen. Die Toiletten sehen ungefähr wie die schrecklichste, abgetroschendste Toilette in Deutschland auf irgendeinem abgelegenen Rasthof aus. Und dementsprechend, weil das natürlich Geld kostet, die Menschen kein Geld haben, ja, orinieren oder erledigen die Menschen ihre Geschäfte da, wo sie dann gerade sind. Dementsprechend riecht es da so auch. Und wirklich, die Menschen leben dicht an dicht, also man kann es sich gar nicht vorstellen. Also wirklich unvorstellbar. Und man denkt nur, wow, wie geht das? Das ist das eine. Das andere ist aber, dass ich selten so viele glückliche Gesichter gesehen habe. Die wirklich vom Herzen aus strahlen. Also das ist nicht so, das kennst du vielleicht auch, so ein angeklicktes, angeschaltetes Lächeln, wo jemand dich so irgendwie so angrinst, aber kein wirkliches Grinsen oder Lächeln ist, sondern was wirklich von innen herauskommt, ist eine total andere Geschichte. Und das habe ich da auch erlebt, wo Kinder, Menschen, Männer, Frauen einen wirklich vom Herzen her angelächelt haben. Ja, jetzt kann man natürlich sagen, die hat noch nie was anderes gesehen, für die ist das Realität und, und, und, und. Aber trotzdem sind das perverse Zustände da zum Teil. Also vom Gestank her, von der Enge her, ich meine, da ist es nie leise. Ich habe es gesehen, weil ich in einem so einer Wohnung drin war. Auf was waren das? Zwölf Quadratmeter leben dann da vier Menschen, die dann die Matratze irgendwie von der Matratze runterklappen, weil eigentlich der ganze Raum dann ein Schlafzimmer ist. So, das ist die Realität. Und die sind trotzdem total happy und glücklich und lachen einen an. So, und warum erzähle ich diese zweite Geschichte? Einfach, ich glaube, das war für mich dieses Insight, zu sagen, hey Timo, wo hast du eigentlich komplette Fehlbilder, sage ich jetzt mal, Fehlbilder, das klingt jetzt ein bisschen doof. Also einfach Gedanken oder Glaubenssätze von Dingen, die aber eigentlich ganz anders sind. Ja, weil wir so geprägt sind, dass bestimmte Dinge so sein zu haben, so sind. Und dann sind wir so überzeugt davon. Aber die Realität ist, dass das völliger Blödsinn ist. Dass das gar nicht stimmt vielleicht. Und das ist für mich so ein Learning, einfach auch viel mehr Dinge in Frage zu stellen, in Frage zu stellen, zu sagen, ist das wirklich wahr? Ja, nur weil ich jetzt vielleicht gerade der Meinung bin, so ist es. Und ich glaube, weil natürlich alles subjektiv ist auf der Welt. Also es gibt ja keine Objektivität. Und ich weiß, also spätestens, wenn jetzt ich diesen Satz meiner Mutter sagen würde, hätten wir eine schöne Diskussion. Aber es gibt keine Objektivität, weil alles ist in irgendeiner Art und Weise subjektiv, weil wir schauen es ja immer durch unsere Augen. Und irgendwer hat dann halt festgelegt, mal dass Rot-Rot ist. Aber könnte ja auch Rot man auch gelb zu sagen. Oder, oder, oder. Also das ist jetzt ein bisschen verrückt. Aber es geht darum, dass auch vielleicht du mal überlegst, wo bist du vielleicht festgefahren? Also das ist die Frage, die ich mir stelle. Wo bin ich festgefahren in meinen Gedanken, dass ich denke, so ist die Welt. Und ich glaube, wir dürfen da ein bisschen offener in die Welt gehen und uns nicht so festfahren im wahrsten Sinne des Wortes, in gewissen Überzeugungen, in Überglaubensmustern. Und ich meine, wir leben das ja auch in der Welt. Ich glaube, dass so eine Diskussionskultur leider gut ist so ein bisschen verloren gegangen ist, sondern es gibt hier nur richtig oder falsch, gut oder böse. Und das ist so ein Erlebnis, was ich da wirklich hatte, wo ich sage, okay, Timo, du musst vorsichtiger sein mit deinen Überzeugungen, weil es kann sehr, sehr gut sein, dass deine Überzeugungen eigentlich gar nicht richtig sind. Und dann ist es sehr, sehr hilfreich, wenn man da einfach mal einen Schritt zurück tut und sagt, okay, vielleicht ist da eine, oder ist in der Situation eine neue Lernchance oder ich sollte mal die Argumente von jemand anderem mal auf mich wirken lassen, ohne von vornherein zu sagen, nee, die Welt ist so und so, ich bin überzeugt und Punkt aus Ende. Denn das erleben wir sehr, sehr häufig und gleichzeitig nimmt es aus meiner Sicht uns die Chance zum Wachsen, zur Weiterentwicklung, neue Dinge zu entdecken und eben deswegen diese beiden schönen Beispiele, manchmal gibt es Erlebnisse, wie bei mir jetzt zweimal in Kenia und ich könnte noch zwei, drei nennen, wo man dann im Nachgang sagt, wow, das war doch ganz anders. Genau, also das ist mein zweites Learning. Dritte Learning kommt morgen und ja, vielleicht hast du auch schon mein erstes Learning gehört oder gesehen. Wenn du noch Menschen kennst, die diese Folge hören müssten, dann empfehle diesen Podcast gerne weiter oder bewerte ihn. Ansonsten hören wir uns wieder in der nächsten Folge.