Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
In deinem Unternehmen soll mehr passieren – aber im Moment hängt zu viel an dir? Willkommen bei Faktor Führung – Verantwortung, Ergebnisse, Freiheit.
Dieser Podcast richtet sich an Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte, die verlässliche Ergebnisse wollen, ohne dass sie selbst zum Flaschenhals werden.
Du erfährst, wie du:
- Verantwortung bei Mitarbeitern verankerst, damit weniger nachgehakt, korrigiert und „gerettet“ werden muss,
- ein Führungssystem etablierst, das Verbindlichkeit, Tempo und Qualität in die Umsetzung bringt,
- dich selbst so führst, dass du Klarheit gewinnst, deine Energie schützt und dein Stresslevel steuerst,
- deinen Alltag strukturierst (Prioritäten, Delegation, Routinen), sodass du am Ende des Tages mehr Steuerung und bessere Ergebnisse hast.
Jede Folge ist kurz, direkt und praxisnah – für Führung, die entlastet und Wirkung erzeugt.
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Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
#284 - Wie wird man ein echter Champion im Leben? Mit Edgar Itt
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Was macht einen echten Champion aus?
In diesem Interview spreche ich mit Edgar Itt – Olympionike, Weltklasse-Leichtathlet und Mentalcoach – über mentale Stärke, Disziplin und den Umgang mit Rückschlägen.
Egal ob im Spitzensport oder im Unternehmertum:
Die wahren Hürden begegnen uns nicht im Außen – sondern im Inneren.
In unserem Gespräch erfährst du
✅ Wie du deine mentale Stärke trainierst
✅ Warum Disziplin mehr zählt als Motivation
✅ Welche Routinen echte Champions täglich nutzen
✅ Wie du innere Blockaden überwindest und ins Handeln kommst
Über Edgar Itt:
Als ehemaliger Olympionike kennt Edgar die Höhen und Tiefen der Leistungsspitze – und zeigt heute als Mentalcoach, wie jeder Mensch Zugang zu dieser inneren Stärke findet.
Über mich:
Ich bin Timo Pommer – Leadership-Coach für Unternehmer:innen, die ihre Teams zu Selbstverantwortung, Klarheit und echter Leistung führen wollen. Ohne Druck – mit System.
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Der Inhalt des Podcasts wurde durch folgende Menschen inspiriert: Tony Robbins, Dr Joe Dispenza, Brendon Buchard, Christian Bischoff, Bodo Schäfer, Lars Amend, Bison Kattilathu, Greator, Gedankentanken, Laura Marina Seiler, Mel Robinson, Kurt Tepperwein und vielen mehr!
Inhaltlich geht es um folgende Themen in diesem Podcast:
Mut, Liebe, Erfolg, Glücksgefühle, Motivation, Bewusstheit, Inspiration, Unternehmerinnen, Unternehmer, Meditation, Ziele, Angst, Vertrauen, Partnerschaft, Erfolgsgeschichten, Umsetzungstechniken und das Leben an sich.
Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge des Podcastes Umsetzungstempchen. Herzlich willkommen Edgar Hitt. Ich freue mich, dass wir uns heute zum Interview treffen. Du bist erfolgreicher als Speaker, Motivationstrainer, aber du bist vor allen Dingen auch ein sehr, sehr erfolgreicher Sportler, einer der wenigen Menschen, die sogar eine eigene Briefmarke haben. Du warst einer der erfolgreichsten Hördenläufer der Welt in der Weltspitze. Und du hast 1988 deinen Höhepunkt gehabt und zwar mit der deutschen Staffel 400 Meter hast du die Bronzemedaille gewonnen, was für uns Deutsche ein absolut einmaliges Erlebnis war. Wie bist du überhaupt zum Sport gekommen oder wie war das Ganze?
SPEAKER_04Also erstmal vielen Dank für die Einladung. Ich bin total froh, auch heute mit dir, Timo, das Interview, also Interviewgast zu sein. Und bin auch stolz darauf, dass ich in dieser Reihe der tollen Athletinnen und Athleten bin, die du interviewen darfst. Wie bin ich zum Sport gekommen? Zum Sport bin ich gekommen, dass ich mit dreieinhalb Jahren von meinem Großvater, der die Vaterrolle übernommen hat, denn als ich dreieinhalb war, ist mein Vater damals gestorben. Und zwar nicht mein leiblicher Vater, aber der Vater meiner zwei Halbgeschwister, meiner Schwester, meines Bruders. Und meine Mutter war alleinerziehende Mutter. Ich war ein sehr unruhiges Kind. Mein Großvater war frisch pensionär und hatte genügend Zeit und hat gesagt, jetzt geht er mit mir auf den Sportplatz. Und da er Turnriegenleiter war, das heißt, im Winter ist er in die Halle gegangen, hat mit den Kindern und Jugendlichen geturnt. Wir haben auf dem Dorf gelobt und im Sommer ist man einfach rausgegangen und hat einen leichter Tätig gemacht. Hat er mich immer mitgenommen. Und ich durfte dann mit diesen sechs-, sieben- und achtjährigen Kindern rumspringen. Das war für ihn am einfachsten, mich zu beobachten.
SPEAKER_00Also mit dreieinhalb Jahren, bist du da schon gelaufen?
SPEAKER_04Da bin ich schon gelaufen, habe Putzelbäume probiert, habe alles das versucht, was die schon gemacht haben. Also Großvater musste mich immer zurückhalten, weil manche Sachen auf dem Schwebebalken, das wäre für einen dreieinhalbjährigen oder einen Vierjährigen ein bisschen zu gefährlich gewesen. Aber ich habe sehr, sehr viel abgeschaut und das ist auch jenes, da kommen wir vielleicht auch später noch dazu, was du im Sport brauchst. Eine bestimmte sportliche Intelligenz ist, dass du mit den Augen trainierst, dass du bestimmte Abläufe dir anschaust und diese auch verinnerlichst.
SPEAKER_00Also, das heißt, du wurdest in dieser frühen Kindheit schon geprägt und kannst dich bewusst daran erinnern, dass du da auch mal Spaß dran hattest oder gab es da Momente, wo du musstest?
SPEAKER_04Nö, also gezwungen wurde ich nie. Vom Großvater nie. Also der musste mich eher noch zurückhalten. Dann hatte ich keinen Spaß, wenn ich bestimmte Dinge nicht geschafft habe, die die anderen geschafft haben. Okay. Also so Feldaufschwung. Das geht natürlich nicht mit fünf Jahren. Ich bin ja gar nicht an die Stangen rangekommen. Das hat mich dann geärgert. Aber es hat immer Riesenspaß gemacht. Es war eine tolle Abwechslung, warst mit anderen Kindern zusammen und da standen viele Spielgeräte rum. Für mich waren es Spielgeräte, keine Turngeräte. Und da konntest du dich einfach austoben.
SPEAKER_00Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass du auch dann später in der Schulzeit für dich Sport immer ein ganz wichtiges Element war, weil du hast letzten Endes, sag ich mal, einen farbigen Vater, den du aber nie kennengelernt hast und du bist in der Nähe von Frankfurt auf dem Dorf sozusagen aufgewachsen, wo du dann auch gemerkt hast, Mensch, du bist anders von der Hautfarbe, beziehungsweise die anderen haben dich so wahrgenommen und Sport war für dich dann auch ein Element, dich da irgendwo zu behaupten.
SPEAKER_04Ja, auf alle Fälle, denn wenn du in einem Tausend-Seelen-Dorf aufwächst, wo nicht nur in diesem Dorf alle wussten, was los ist, sondern auch in der Umgebung alle wussten, was los ist.
SPEAKER_00Weil du so ein Exot warst. Weil ich ein Exot war in der Zeit auch, ich glaube, heute ist das komplett anders, aber in der Zeit war auch mal extrem.
SPEAKER_04Ich war ein schwarze Kind damals. Und als Kind war ich noch dunkler, als ich jetzt bin. Und dann wirst du auch gehänzelt. Deshalb war ich recht früh schon im Kindergarten, nicht, dass ich mich an den Kindergarten gewöhne, sondern dass sich die Kinder an mich gewöhnen.
SPEAKER_00Okay, das war der Grund deiner Massen.
SPEAKER_04Das war der Grund, nicht dass ich in den Kindergarten kam, aber dass ich recht früh in den Kindergarten kam. Ich glaube, ich war schon mit zweieinhalb oder so im Kindergarten, was relativ ungewöhnlich war. Zweieinhalb, noch immer, drei Jahre alt. Und im Kindergarten kannten mich ja dann schon alle. Das war weniger problematisch, weil das war alles normal für die Kinder und da gab es auch gab es eigentlich auch gar keine Probleme. Jetzt nicht welche, an die ich mich jetzt stark erinnern könnte. Aber dann in der Grundschule, das ist eine andere Geschichte gewesen, weil dann kamen die Kinder aus den umliegenden Dörfern. Und wo ich gewohnt habe, das war die Kreisstadt. Und die Dörfer kamen dann alle zu uns in die Kreisstadt in die Grundschule. Und da war es anders, weil die Kinder kannten mich ja nicht.
SPEAKER_00Das heißt, wie war das denn? Also wie muss ich mir das vorstellen, finde ich?
SPEAKER_04Ja, die Pausen waren dann immer schwierig. In der Klasse selbst waren eigentlich jene Kinder, mit denen ich auch im Kindergarten war. Das war alles gut, die kannten dich. Alles okay. Aber die Pausen, das war dann der Spießrosenlauf, weil die anderen Kinder mich gehänzelt haben, teilweise mich auch angespuckt und so weiter. Okay. Und jetzt zu deiner Frage bezüglich des Sports. Bei den Kindern, damals so wie heute, gibt es eine Regel, von vielen Regeln, aber eine ganz wichtige Regel. Wer im Sport gut ist, ist auch stark. Also jede Person, die gut und schnell laufen kann, also jedes Kind, ob Mädel oder Junge, gut laufen kann, weit werfen kann, springen kann. Was auch nicht.
SPEAKER_00Respekt, automatisch schon mal Respekt, Anerkennung.
SPEAKER_04Weil das Unterbewusstsein sagt, wer schnell laufen kann, muss Kraft haben. Wer weit werfen kann, hat Kraft. Auch wenn er jetzt nicht so aussieht. Ich war ein ganz schmächtiger. Aber meine Güte, wie kann er denn so weit werfen, wenn er keine Kraft hätte, ging es ja gar nicht.
SPEAKER_00Und du bist allen weggelaufen. Also du wirst mir erzählen, du warst immer der Schnellste mit Abstand.
SPEAKER_04War immer der Schnellste. Ich bin in die Grundschule gekommen mit sechseinhalb, sieben Jahren und war der schnellste an der gesamten Grundschule. Also schneller als die, die in der vierten Klasse waren. Und so ging das weiter. Das war auch immer mein Ziel. Mein Ziel war immer, das Schnellste an der Schule zu sein.
SPEAKER_00Also hast du auch schon gemerkt, dass du da, also dass das für dich ein Antrieb war und dass für dich auch Motivation war, da immer ein Tick schneller zu sein als die anderen. Also schon aus Selbstvertrauens- und Überlebensschule. Schmerzvermeidung war das. Schmerzvermeidung.
SPEAKER_04Das war Schmerzvermeidung. Und das war eines der, wenn nicht, das Hauptmotiv und auch die Hauptmotivation.
SPEAKER_00Hatte ich dieses Motiv auch weitergetragen, also dann auch über die Grundschule hinaus.
SPEAKER_04Der nächste Step war, wenn wir jetzt bei diesem Bild bleiben, dieser Schmerzvermeidung, der nächste Step war, als ich in die Gesamtschule kam und die Gesamtschule kam dann in die fünfte Klasse und die Gesamtschule geht bis zur 10. Klasse. Und das ist schon ein Riesensprung. Das sind nicht mehr drei Stufen dazwischen, sondern das waren dann sechs, sieben, acht, neun, zehn Stufen dazwischen. Fünf Stufen dazwischen dazwischen. Und das war dann schon eine andere Geschichte. Also ich kann mich noch daran erinnern, an den ersten Tag, als wir in die Grundschule kamen, für uns alle riesengroß und alles neu, so Gesamtschule auf dem Dorf, so schön behütet. Und dann kommst du zwar zwei Dörfer weiter, aber in eine Gesamtschule, die dann fünf, bis sechs oder siebenfach so viele Schuler hat. Natürlich groß und für uns mächtig groß. Und du kommst da rein, dann sitzt du da mit einem Schulranzen in der Ecke, war das, bis dann irgendwie ein Lehrer abholt oder eine Bezugsperson, die sagt, jetzt gehen wir mal gemeinsam in euren Raum.
SPEAKER_00Die dich in die Hand nimmt irgendwo.
SPEAKER_04And da kam schon einer auf uns zu, und zwar war das der Schläger-Typ überhaupt. Das wussten wir aber damals noch nicht. Und der schon in der, weiß gar nicht, 8. oder 9. Klasse war, keine Ahnung. Und der kam auf uns zu, auf uns kleine, und hat gesagt, passt auf, ihr habt ein Jahr Zeit, and dann müsst ihr euch entscheiden, welcher Clique you seid. And dachten wir, meine Güte, das ist ja so wie in den amerikanischen Westernfilmen. Es war dann auch wirklich so ein Stück weit für uns übersetzt. And that was the auslösende Faktor, weshalb ich mich dann entschieden had, here musst du das Spiel weitermachen. Du musst versuchen innerhalb eines Jahres, ich wusste, ich habe ein Jahr Zeit, weil ein Jahr hast du Karenzzeit. Die Kleinen hauen die nicht auf die Nase. Ein Jahr Karenzzeit, in diesem Jahr musst du es schaffen, der Schnellste an der gesamten Schule zu sein.
SPEAKER_00Wow, das hast du so richtig realisiert für dich ganz bewusst.
SPEAKER_04Das muss die schnellste an der gesamten Schule sein. Ich mach's kurz. Ein Jahr später war ich in der sechsten Klasse und war der zweitschnellste der gesamten Schule. Und der, der schneller war, war zum Glück nicht der Schlägertyp, sondern es war jemand, der in der Leichtathletik enorm gut war und mich mochte, weil wir eine Gemeinsamkeit hatten, nämlich die Leichtathletik und den Sport. Und damit war mein Ziel erreicht. Ich hatte Respekt an der gesamten Schule. Und es ging weiter.
SPEAKER_00Ja, Wahnsinn. Und wie bist du dann immer weiter in die Leichtathletik reingekommen? Also das war ja, sag ich mal, jetzt ein sehr, sehr starker Antrieb, auch Schmerz zu vermeiden, Respekt, das in Anführungszeichen anderssein zu kompensieren, das Hänsinn. Wie bist du dann also weitergekommen zur Leichtathletik?
SPEAKER_04Ja, da das Laufen für mich immer der helfende Faktor war.
SPEAKER_00Total positiver Anker.
SPEAKER_04Total positiver Anker war. Und das Laufen in der Leichtathletik in der Regel die Basis ist. War damit schon der Weg klar Läufer. Wusste ich aber damals noch nicht. Ich habe ja alles gemacht. Ich habe Fußball gespielt, Handball gespielt, Tennis gespielt, Tischtennis gespielt. Ich war sogar im Schachclub. Und habe richtig in Club mitgespielt, was für mich furchtbar war, on Tisch zu sitzen. Jetzt bin ich ja hier immer am Arbeiten anders gestikulieren. But my mother, and that was, she had, was finde ich, dass the stone ruhig sit? Aber trotzdem spielen kann. Das war Schach. War Schach. Aber was ich nicht wusste, beim Schach gibt es zwei große Bereiche. Es gibt das normale Schachspiel, das auch über Stunden gehen kann. Und es gibt Blitzschach. Da hat jeder fünf Minuten. Das kannst du einstellen, wie du willst. Fünf Minuten, zehn Minuten, wie auch immer. Und was habe ich meistens gemacht? Blitzschach.
SPEAKER_00Da war die Partie immer wieder schnell.
SPEAKER_04Ich wusste, spätestens nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei. Aber ich habe gelernt, ruhig zu sitzen und mich zu konzentrieren und auch zu kombinieren. Züge vorauszudenken.
SPEAKER_00Interessant. Und dann bist du ja weiter erfolgreich auf dem Zug, sag ich mal, der Leichtathletik weitergefahren. Du warst dann erfolgreichster Junior, also könnte man sagen, Weltmeister. Gab es?
SPEAKER_04Ja, da gab es auch schon Juniorenweltmeisterschaften. Ja, ich habe mir mit 17 Jahren, als ich 17 Jahre alt war, habe ich mir die Olympischen Spiele in Los, nicht von Los Angeles im Fernsehen angeschaut. Und das war zeit, so wie es auch jetzt bei den Olympischen Spielen immer ist, Zeitversetzt. Und damals war es extrem zeetzt. Und ich habe mir nachts The Closing Ceremony angeschaut und Line Ritchie hat das Abschlusslied gesungen. Das war damals die Weltpremiere des Lieds All Night Long. Heute immer noch ein Hit. Die Leute tanzen immer noch dabei und ja. Und ich habe mir in dieser Nacht, weil ich die Spiele schon die Tage und Wochen vorher ein Stück weit verfolgt habe, ich war so begeistert von diesen Olympischen Spielen, dieser Flair, die bunten Bilder und alles. Das war also unglaublich. Und dann habe ich mir gesagt, bei den nächsten Spielen werde ich dabei sein, vier Jahre später.
SPEAKER_00Also es war wirklich dann so ein Ziel, was du dir gesetzt hast.
SPEAKER_04Es war eine ganz starke Vision. Es war mehr als ein Ziel, das war eine Vision.
SPEAKER_00Hast du hast vom Gefühl auch so eine Entscheidung getroffen, okay, ja, das mache ich. Ja. Also ein klares Commitment auch da. Ich habe gesagt, da will ich dabei sein. Warst du dir auch bewusst, was das bedeutet? Nö, überhaupt nicht.
SPEAKER_04Also was heißt überhaupt nicht, ist das so. Du wusstest, du musst ein bisschen mehr trainieren. Also dann, was dann auf mich zukam, um dorthin zu gehen, würde ich jetzt mal sagen, überhaupt nicht. Aber ich wusste in dem Moment, ich muss mehr trainieren, ich muss etwas anders machen. Ich muss etwas anders machen.
SPEAKER_00Du hast mir vorhin gesagt, also vorher hast du in Anführungszeichen zwei Tage Leichtathletik trainiert in der Woche. Hattest sonst so andere Sportearbeit gemacht.
SPEAKER_04Ich bin mal so einen dritten Tag dabei und andere Sportleihen. Ich habe ja noch Fußball gespielt oder verstärkt Handball und habe ja alles, also meine Tage waren ausgefüllt.
SPEAKER_00Mit Sport, aber dann war klar, okay, für Olympia musst du sechs Tage die Woche trainieren. Musst du switchen. Sechs Tage. Wie sah das aus? Also du warst ja auch kein Profi, hast du mir gesagt. Also wie sah da so eine Woche aus? Wie viele Stunden hast du trainiert?
SPEAKER_04Also es gab erstmal eine Entscheidung andere. Die Entscheidung, du willst teilnehmen, and the consequenz war, du musst dich mehr fokussieren auf das, was du willst. Nämlich leicht Athletik weiterzukommen. Dort teilzunehmen. Und das hieß für mich, ich bin von 2-3-mal Training in the week, also die Wettkämpfe mal ausgeschlossen. We gingen jetzt nur auf das Training. Musste ich auch fünf bis sechs Mal Training in the weekend. Specific Licht Athletic. Dafür andere Sportarten fallen lassen. Also kein Tischtennis mehr or weniger or eigentlich gar nichts. Also tennis, yeah. Weil that's from the bewegung her gegenläufig from the life athletic. That's why it is triathlon so hoch anspruchsvoll. Then you comes from wasser in the fahrrad and from Fahrrad in a fast laufens. And that is wicked, in sport, when you have focus, when you say this sport and this discipline will make, too, what you're asking, and not gegenläufig is. Ganz frei ist niemand davon. Aber zumindest mal das mentale Umswitchen, zu sagen, wenn ich da will, hin will, dann gibt es bestimmte mentale, aber auch physische Gesetzmäßigkeiten, die ich befolgen sollte, um diesen Weg auch und das Ziel auch zu erreichen.
SPEAKER_00Also das heißt, der Fokus hilft ja ganz klar.
SPEAKER_04Der Fokus und auch die Entscheidung. Der Fokus ist das eine und die Entscheidung, den ersten Schritt zu gehen und den zweiten dann zu setzen. Und das Ziel immer im Auge zu haben, fokussiert zu haben. Das ist das nächste. Nächstes einmal zu wissen, wo will ich hin und dann auch den ersten Schritt zu setzen.
SPEAKER_00Okay. So, du hast eben schon angedeutet, also du hast dich entschieden, du willst zu den Olympischen Spielen und der Weg zu der Bronzemedaille, hast du eben schon angedeutet, war ein anderer, als du vielleicht mal so gedacht hast. Wie muss ich mir das vorstellen? Also was muss ich tun, um so eine Medaille zu gewinnen?
SPEAKER_04Also ich wusste, dass der Weg nicht einfach wird. Und ich habe ihn mir sogar schwieriger am Anfang vorgestellt, als er dann war. Und dann wurde es aber auf der Mitte des Weges ein Stück weit schwieriger, als ich dachte, wie es doch einfach weitergehen könnte. Ich will es erklären. Was ist da passiert? Ich will es erklären. Gehen wir nochmal zu dem Moment zurück, in dem ich die Entscheidung gefällt habe, zu Olympia zu gehen. Und da dachte ich, wow, da musst du richtig reinknallen. Da musst du, da musst du echt Gras geben. Großes Stück. Ich wusste, dass ich mein Training verändern muss. Denn zwei, drei Jahre lang bin ich fast immer die gleichen Zeiten gelaufen. Ich sage jetzt mal zwei Jahre. Hat mich nicht viel entwickelt. And ich habe eine Kooperation getroffen with a verein, who damals der zweitbeste 400 Meter Hürdenläufer der gesamten Welt war. In Deutschland. Sein Name Harald Schmied. Einige die jetzt zuhören, werden ihn wohl kennen. Jene, die ihn nicht kennen, er war zehn Jahre lang der zweitschnellste 400 Meter Hürdenläufer, teilweise auch mal der schnellste in der Welt mit einem Amerikaner, Edwin Moses, sein Name, hat er sich dann immer gebattelt. Also unglaublich. Ja, ja. Und es gibt keine Zufälle im Leben. Dieser Verein war in Anführungsstrichen nur 20, 25 Minuten von meinem Dorf entfernt. Und dieser Verein hat mich aufgenommen und ich durfte dort in einer Gruppe trainieren, wo fast alle besser waren als ich. Was hat das mit dir gemacht? Das hat mir Ansporn gegeben. Das hat mir Ansporn gesehen. Hat dich das positive Energie geben, beflügelt? Natürlich. Absolut. Weil in der Gruppe zu trainieren und nicht derjenige zu sein, der from the other not so viel lernen kann, weil er sowieso schon vorne weg läuft, sondern jetzt was Itten drin gelaufen ist.
SPEAKER_00Also you musstest eigentlich 105% givearoduct, um irgendwie dabei zu sein, and not with 90% locker durchs Ziel zu laufen.
SPEAKER_04And I have grated quantitative to more in quantitative, but also in a qualitative bereich to work. And then war etwas, das einer der wichtigsten Effekte war nämlich, dass mein Talent, das in mir schlummerte, frei geworden ist. Also eine Befreiung durch diese Gruppe. Durch das Umfeld eigentlich. Durch das Umfeld, durch das Training. Und mein Talent kam dann erst richtig raus. Und dann hat es einen megamäßigen Sprung gegeben. Mit Talent, auch mit Arbeit, mit Fleiß, aber sehr viel mit diesem Talent. Mir lag ein Talent, es war ein unglaubliches Potenzial. Und damit will ich mir hier keine Krone aufsetzen, sondern jede und jeder, der das verfolgt hat in der Zeit, wird das bezeugen. Dass ich innerhalb von zwei Jahren über 440 Ich war mit 19 Jahren der schnellste 19-Jähriger der gesamten Welt.
SPEAKER_00Das fand ich ganz spannend, was du mir dann erzählt hast. Also, du warst der schnellste Junior der Welt, wo man ja eigentlich sagen könnte, Mensch, das ist was, das ist meine Hausnummer. Und dann bist du in den, sag ich mal, ich sage jetzt, Herrenbereich, Erwachsenenbereich gewechselt und hast deine Technik komplett umgestellt. Beziehungsweise dein Trainer hat gesagt, Edgar, also so kannst du nicht weitermachen.
SPEAKER_04Ja, also ich war dann schnellste 19-Jähriger mit einer Technik von damals von den 400 Meter, von den 110 Meter Hürden. Also ich kam erst von den 110 Meter Hürdenlauf, von den Kurzhürden und bin dann gewechselt auf die Langhürde, sagt man das im Jargon, bei uns im Fachjargon, das sind die 400 Meter Hürden. Eine Runde. Und meine Technik von den 110 Meter war, dass ich das rechte Bein genommen habe, um zuerst über die Hürde zu laufen. Da die Kurven aber links herum gehen über 400 Meter Hürden. Ich aber noch diese Rechtstechnik hatte, weil ich die mal erlernt hatte und im Prinzip bis zu meinem 19. Lebensjahr ja vieles aus Talent gemacht habe. Und eigentlich, und das kommt noch dazu, war ich in der Zeit, als ich bei diesem Verein war, eher 400 Meter Flachläufer, also kein Hürdenläufer. Ich bin zwar ab und zu mal wieder mal die 110 Meter Hürden gelaufen.
SPEAKER_00Aber Fokus war 44 Meter.
SPEAKER_04400 Meter. Und wir waren in der Juniorennationalmannschaft und war da auch Kapitän der Nationalmannschaft. Wir hatten die ersten Juniorenweltmeisterschaften 1986, da war ich eben 19 Jahre alt in Athen und bin 400 Meter flach gelaufen und auch die 4x400 Meter Staffel. Und ich wurde damals bei den Weltmeisterschaften Dritter der Juniorenweltmeisterschaften, gerade mal zwei Zehntel hinter dem Sieger. Also es war ganz knapp, ich hätte auch mit ein bisschen, ja, hätte ich auch, wäre ich auch Juniorenweltmeister geworden. Und kam zurück und dann waren die deutschen Juniorenmeisterschaften. Und da war es mir viel zu langweilig, da nochmal 400 Meter flach zu laufen, denn ich hätte jetzt Ding eh gewonnen. Und dann habe ich mit meinem Trainer gesprochen und habe gesagt, Trainer, was hältst du davon? Ich mach mal 400 Meter Hürden. Dann hat er gesagt, du kannst machen, was du willst. Ja, hast du eh schon dein Jahresziel und dann machst du einfach 400 Meter Hürden. Und wir hatten zwei Wochen Vorbereitung. Also ich hatte ja diese andere Technik von den 110 Meter. Also bin ich auch so diese bei den deutschen Juniorenmeisterschaften diese 400 Meter Hürden gelaufen.
SPEAKER_00Okay.
SPEAKER_04Und bin damit der schnellste Junior der Welt geworden. Einfach so mit zwei Wochen Training und Umstellung. Und jetzt kommt es mit dieser Technik, weil das dann links herum geht, und du mit dem gesamten Körper immer über deine Hürde und über deine Bahn sein musst, auch in den Kurven, musste ich in den Kurven gegen den Radius anlaufen und schwingen, um über der Hürde zu sein und über meine Bahn zu sein, um dann nach dem Aufkommen wieder rein zu laufen.
SPEAKER_00Also, das heißt, du hast eigentlich einen Nachteil oder einen Mini-Umweg. Komplett. Jetzt stelle ich mir folgendes vor. Also du bist top unterwegs, ganz oben, für deine Verhältnisse in dem Moment. Jetzt stellst du dann das um. Das heißt, das klappt ja erstmal nicht so. Da hast du wahrscheinlich auch gehadert oder wie bist du damit auch umgegangen, dass du jetzt nochmal runtergeklettert bist von dem Erfolg und auch vielleicht nochmal eine Durchstrecke durchlebt hast? Oder war das für dich okay?
SPEAKER_04Nee, das war überhaupt nicht okay. Jede Veränderung ist unangenehm. Das meine ich. Wie bist du da umgegangen?
SPEAKER_00Wie hast du das dann geschafft, dass du trotzdem das durchgezogen hast?
SPEAKER_04Natürlich war ich erstmal verblüfft, als der Trainer gesagt hat, jetzt stellen wir deine Technik um. Und dann habe ich gefragt, welche Technik? Dann sagte er, ja, anderes Bein drüber und so weiter. Und dann war ich erstmal total ungehalten. Und dann hat er mir das erklärt. Er hat gesagt, mit dieser Technik wirst du in Zukunft nicht sehr viel weit kommen. Weshalb bist du hier zu uns in den Verein gekommen? Welches Ziel hast du? Dann habe ich gesagt, Olympia. Genau. Wenn du bei Olympia dabei sein willst, du bist jetzt der schnellste Junior der Welt. Aber noch längst nicht unter den schnellsten 35 oder 40 Männern, die bei Olympia mitlaufen dürfen. Jetzt musst du was ändern. Jetzt. Und das war für mich der auslösende Faktor.
SPEAKER_00Also es war für dich auch klar, den Weg muss ich gehen, wenn ich noch.
SPEAKER_04Manchmal braucht es manchmal braucht es Impulse von außen. Und das ist auch das, was ich Führungskräfte noch mitgebe. Das braucht Impulse nachher von außen. Oft Impulse von außen. Klare und respektvolle Ansprachen. Die oder denjenigen abzuholen dort, wo sie oder er steht. Und dann mit der Botschaft kommst. Und das hat er geschafft. Er hat mich dort abgeholt. Er hat mich gepackt an meiner Motivation, an meinem Zielen, an meiner Vision. Und hat mir das klar erklärt, vollkommen klar erklärt. Er hat mir gesagt, Edgar, when du bei diesen, jetzt sagen wir mal, fünf Hürden, es gibt zehn Hürden immer, and there stehen ungefähr fünf in den Kurven. Wenn du bei diesen fünf Hürden eine andere Technik hast, wirst du an jeder Hürde so und so viele Zehnte gut machen können. Kumuliert, macht das aus. Weltrangliste, da stehst du jetzt. Jetzt kumulieren wir mal diese fünf Hürden zusammen. Mit der gleichen Geschwindigkeit, gehen wir mal davon aus, es läuft alles sauber, stehst du schon mal da mit deiner jetzigen Form, die du hast.
SPEAKER_00Das war ein klar positiver Ausblick und eine positive Motivation.
SPEAKER_04Plus der Entwicklung, die du vielleicht läuferisch sowieso noch haben wirst in den nächsten Jahren.
SPEAKER_00Stehst du nochmal woanders. Und wie war das denn? Also, du hast da nochmal gesagt, Hürden, Herausforderungen, wie muss ich mir das vorstellen? Also dann Vorbereitung auf Soul, Training, gab es Rückschläge für dich?
SPEAKER_04Wenn du eine Technik im Sport änderst, wirst du am nächsten Tag nicht zwingend gleich Weltmeisterin oder Olympiasieger. Nicht zwingend. Wird vielleicht auch erstmal stagnieren, vielleicht auch mal ein bisschen schlechter werden. Kann sein. Aber wie bist du damit umgegangen?
SPEAKER_00Also war das für dich klar? Oder war dein Trainer auch entscheidend? Also vorbereitet. Also er hätte dich vorbereitet, pass auf, Edgar, es wird schlechter, aber das ist dein Weg, da musst du es.
SPEAKER_04Ich hätte nicht gesagt, es wird schlechter. Denn da hätte er mir einen negativen Glaubenssatz gesetzt. Er sagt, es wird herausfordernd.
SPEAKER_00Also schon auch noch positiv.
SPEAKER_04Es wird herausfordernd und wir schaffen das.
SPEAKER_00Und hast du dann gezweifelt auch bei der Umstellung?
SPEAKER_04Ja, ja, ja, bei den ersten, glaubst du, wie oft ich mir die Knie wehgetan habe und ich hingefallen bin. Das ist ja ein Paradigmenwechsel.
SPEAKER_00Das ist ja so, als wenn du wirklich bildlich gestürzt und alles.
SPEAKER_04Ja, wenn du 17 Jahre lang mit einer Hand schreibst und dann innerhalb von anderthalb Jahren umstellen musst, auf die andere Hand. Und das noch sicherer, noch schneller und noch schöner. Genau das ist das.
SPEAKER_00Das ist dein Thema gewesen. Ein kompletter Paradigmenwechsel. Das Durchhalten wirklich in diesen Phasen, also ich stelle mir jetzt bildlich vor, ich laufe, falle hin, alle Knie offen wahrscheinlich, Elbogen auf und denke so, okay, eigentlich warst du Weltmeister. Ja, so sinngemäß. Dann da durchzukommen, da durchzuhalten, was ist es? Wieder das Ziel, okay, ich will nach Olympia und ich muss dahin, wenn der Weg ist, ich muss das hinkriegen und der Trainer, der dann auch sagt, pass auf, Edgar, wir schaffen das.
SPEAKER_04Das Ziel und die Gewissheit, dass auch wenn du jetzt verhasst in deiner alten Technik, du das Ziel nie erreichen würdest. Oder sehr, sehr schwer. Sehr, sehr schwer.
SPEAKER_00Wenn wir jetzt mal so einen Sprung ins Leben machen, das ist jetzt mal so ein sportlicher Ausschnitt, würdest du sagen auch, dass es fürs Leben immer wieder gilt, sich ein Ziel zu setzen, zu entscheiden, okay, ich will das Ziel zu erreichen, and then auch in den Situationen, wo es schwierig wird, wo es herausfordernd wird, zu sagen, okay, but ich muss diesen Weg gehen, auch wenn er steinig is, wenn ich zu dem Ziel will, beziehungsweise noch ein Umfeld zu suchen, was einer unterstützt auf dem Weg.
SPEAKER_04Zum einen das. Zum anderen bin ich auch ein Freund that sagt, bitte nicht mit der Brechstange. Denn ein Leben ist dynamisch. Selbst wenn sich zum Ziel etwas verändert, sollte man immer wieder in die Reflexionsschleife gehen und sagen, is it vielleicht auch ein Moment, an mir etwas zu ändern, vielleicht die Richtung ein Stück weit zu verändern, das aber trotzdem noch zum Ziel führt. Oder ob das Ziel überhaupt noch das richtige Ziel für mich ist. Das kann man aus dem Sport kann man da auch sehr viel herausziehen. Das heißt nicht, dass ich gesagt hätte dann, Olympia ist jetzt nicht mehr mein Ziel. Sondern dass man vielleicht auf dem Weg dorthin die Richtung wieder ein Stück weit ändert, weil sich im Verlauf der Jahr des Trainings herauskristallisiert hat in den letzten weiteres. Zwar mit links drüber, but the hood and as I trained.
SPEAKER_00I will now have a wake eingeschlagen, okay, by the Alpen angelangt. This is a hoher pass. No more meter runter to go and say, Okay, vielleicht three kilometer nach links und dann einen anderen Weg suchen.
SPEAKER_04Beispielsweise bleiben wir bei diesem, das ist ein tolles Bild mit den Alpen. Bin bei den Alpen angelangt und jetzt sind die Wettervorhersage so miserabel, dass ich überhaupt nicht drüber gehen könnte. Null. Geht nicht. Also wenn, Lebensmüde. Also gehe ich nicht mit der Brechstange durch und denke, ah, es muss aber, ja, egal wie, der Sturm und ich trotz allem. Dann muss man halt gucken, umschiffe ich sie irgendwie ein bisschen. Muss einen anderen Weg geben. Oder ich warte, bis sich das Ding beruhigt hat.
SPEAKER_00Aber ich behalte mir immer wieder im Kopf, ich will nach Rom. Ich will nach Rom. Nur der Weg dahin hat sich vielleicht etwas verändert.
SPEAKER_04Und ein Leben kann so sein, dass du sagst, ja, du möchtest, du willst die Welt allein erkunden, mit einem Rucksack. Und beim vierten, fünften Land lernst du die Frau deines Lebens kennen. Jetzt stehst du vor der Entscheidung, machst du das Ding weiter und bist dann noch ungefähr zwei, drei Jahre unterwegs. Oder fällst du die Entscheidung, diese Frau näher kennenzulernen und mit ihr ein Leben aufzubauen? Oder sie zu überzeugen, dass sie mitkommen? Mitzukommen. Oder vielleicht mit ihr die Welt dann anders zu erkunden. Phasenweise. Immer mal so, komm, jetzt machen wir mal in diesem Jahr zwei, drei Länder hier, komm aber wieder zurück.
SPEAKER_00Also das heißt für dich auch wieder aus deiner Erfahrung heraus, immer auch wieder flexibel zu sein mit den Themen, die einem da begegnen, sozusagen. Ich glaube, da kommen wir später nochmal drauf, wenn wir über vielleicht Verletzungen reden, auch von dir. Aber was ich jetzt nochmal spannend finde, Soul, ihr wart ja eigentlich Außenseiter. Mit euch hättet ihr ja gar keine auf der Rechnung. Und du hast mir auch erzählt, das, was man im Fernsehen gar nicht so sieht, sondern da gibt es, sagen wir, so einen Vorbereitungsraum oder Bereich, wo man sich auch so trifft und da findet dann auch schon so die, ich sag mal, Beeinflussung statt. Also auch so ein Thema, was ich gelernt hatte von dir, wie stark das Mentale dann eine Rolle spielt. Also nur weil ich jetzt schnell laufen kann, heißt das noch nicht, dass ich das auch dann abrufe. Wie muss man sich das so vorstellen? Also du sagtest mir, Mensch, da wurden schon der eine oder andere Spruch gemacht.
SPEAKER_04Ja, ja. Also in Seoul, um auf deine Frage zurückzukommen, in Seoul waren wir nicht die kompletten Außenseiter. Damals gab es noch BAD DDR, das war 1988, 1989, 90 wurden dann erst, war dann erst die Wiedervereinigung, wurde die Grenze zum Glück aufgemacht. Und wir waren alle vier untereinander geschrieben, von uns vier Staffelläufern, wären wir wahrscheinlich noch nicht mal unter die schnellsten sieben Staffeln der Welt gekommen, alle Einzelzeiten untereinander. Dass wir überhaupt in den Endlauf unter die schnellsten acht kamen, das war sowieso schon unser Ziel. Also das war, ich will jetzt nicht sagen Minimalziel, aber das war so, dass wir sagen, also glücklich gewesen. Alles gut, ja, das ist schon mal gar nicht so schlecht. Sag mal, gar nicht so schlecht. Und jetzt waren wir in dem Endlauf und wir wussten, dass wenn wir weiterkommen wollen als Platz 7 oder Platz 6, das wäre schon genial gewesen, dass wir an etwas anderem arbeiten müssen als nur an der Schnelligkeit, weil innerhalb von 2-3 Tagen wirst du nicht schneller. Also das ist einfach so. Und in der Staffel gibt es drei very important moments. Diese Momente sind die drei Staffelstabübergaben. Dort kann ein Rennen gewonnen oder verloren werden. Bei der Firma 100 sehen wir es oft bei Olympia oder bei Weltmeisterschaften, dass mal ein Staffelstab hinfällt. Und manchmal ist das ja alles so ein Gewirr wahr, dass man erst bei dem letzten Läufer überhaupt sieht, wie jetzt die Staffeln sich verteilen. In der Firma 400 Meter Staffel ist das nicht so hochgefährlich wie bei der Firma 100 Meter Staffel, aber es ist anders. Du musst auf Sicht teilweise wechseln. Du darfst nicht so früh, nicht zu spät wechseln, weil sonst die Lücke zu ist. Weil nicht in den Bahnen, die letzten zwei wechseln, sie nicht mehr in den Bahnen. Ist eine Mischung. Teilt man, genau, man reiht sich so auf und je nachdem, wie der Läufer ankommt, in welcher Reihenfolge der dann den Stab übergibt, darfst du dann nach innen rutschen oder nach außen rutschen, weil manchmal kommen auch drei oder vier auf einmal an, da musst du irgendwie deinen Staffelstab, ja, du musst den Moment abpassen. Und diesen Staffelstabwechsel haben wir trainiert. Wir haben an jedem Staffelstabwechsel, bei drei Wechseln, wichtige Zehntel gut gemacht. Eins bis 1,5 Zehntel. Die riesig viel ist.
SPEAKER_00Sich entscheiden über Platz 7 oder Medaillenplatz. Also das heißt eigentlich, ihr habt, das ist ja auch ganz spannend, gesagt, okay, wir müssen eine neue Stärke entwickeln. Wenn wir auf dem in Anführungszeichen normalen Feld in Wettbewerb gehen, haben wir eigentlich keine Chance. Was können wir irgendwo noch kompensieren? Und dann seid ihr darauf gekommen. So ist es, dann sind wir darauf gekommen. Und das war letzten Endes auch der Auslöser, warum ihr eigentlich so erfolgreich wart.
SPEAKER_04Absolut. Absolut. Das war der Auslöser, weil wir geschaut haben, wo können wir noch etwas verbessern. Und ganz klar drauf zu gucken und den Mut zu haben, dann auch hineinzugehen in die Bereiche, wo du glaubst, da kannst du noch was verändern. Da geht noch was.
SPEAKER_00Wie war dann für dich das Rennen? Also hattest du schon auch ein gutes Gefühl, da geht was? Oder hattet ihr ein gutes Gefühl, dann das geht? Oder wann habt ihr gedacht, hey, das kann so eine Medaille werden, was eigentlich ja, glaube ich, vorher gar nicht drin war?
SPEAKER_04Eigentlich hatten wir das eher dann ganz zum Schluss. Aber das, was du vorhin angesprochen hast, mit diesem Raum, wo man sich vorher versammelt, das man nennt ihn callroom, Aufrufraum, übersetzt, mal ganz platt übersetzt ins Deutsche. And dieser Call Room is ein Raum underneath the stand, unterhalb der Tribünen in den Katakomben. And ein Raum, der je nachdem, also damals war es noch so ein Raum, heute sind es Zonen, je nachdem wie das Stadium geschnitten ist. Damals gab es einen Raum, und der war in den Katakomben, und da waren acht mal vier Personen, nämlich die Staffeln. Die Besten ihrer Nation. Und auf richtig, richtig Energie geladen, zweieinhalb Stunden schon warm gemacht, wir haben gedampft, wir wollten nur noch raus. Das sind wie Bullen, die raus wollen in die Arena. Alle wollen raus. Die schon mal aufblasen. Und du kannst, jetzt kommen wir zu dem Punkt, du kannst innerhalb von wenigen Minuten vier Jahre Vorbereitung kaputt machen, mental, wenn du nicht vorbereitet bist auf solche Momente.
SPEAKER_00Also in ein paar Minuten Vorbereitung kaputt. Weil du das Adrenalin hochschießt. Also quasi wie so eine Stecknadel in den Luftballon. So ungefähr.
SPEAKER_04Der Call Room ist die letzte Möglichkeit, die Gegnerin oder den Gegner noch irgendwie zu beeinflussen. Bei den Sprintdisziplinen und bei den Hürdendisziplinen und in der 4x400 Meter Staffel ist das auch noch eine Sprintdisziplin, weil jede Staffel für sich läuft. Du hast ja keinen Blickkontakt während des Laufes zu dem anderen oder wie auch immer. Und diese 20 minutes before the race starts, before this Rennen wirklich losgeht, sind die Momente wo du die Gegnerinnen oder Gegner noch irgendwie beeinflussen kannst, regelgerecht. Durch Blicke. Wie musst du das vorstellen? Ja, indem du wie man das so kennt, wenn man jemanden beeinflussen möchte. Also Körpersprache, die länge jetzt selbstlust lang. Augenkontakt, verbal. Die Amerikaner haben uns zugerufen, ja, Krauss aus Germany, hoffentlich kommt er heute noch ins Ziel. Also wirklich so richtig so angemacht. So richtig angemacht. Und uns auch das Gefühl gegeben. Ihr seid eh die letzten. Was wollt ihr denn? Und so haben die das mit jeder der Staffel versucht. Andere haben wieder ein anderes Gehabe gehabt. Und da musst du stabil sein. Das heißt, von Beginn an, in dem Moment, wo wir schon Tage vorher diesen Staffelstabwechsel trainiert haben, fokussiert waren auf diesem Moment. Ich will es jetzt in der positiven Psychologie ausdrücken, dran zu bleiben in der Energie. Dran zu bleiben. Und jetzt muss ich doch ein Stück weit was negativ sagen, was es aber nochmal unterstützt, nicht zu zögern. Keinen Moment nachzulassen, sondern jetzt dran zu bleiben.
SPEAKER_00Also dran zu bleiben hat das auch ganz viel mit Fokus zu tun. Oder wie bleibe ich dran?
SPEAKER_04Mental, gerade auch in diesen kritischen Moment, 20 Minuten vorher, nicht abzulassen mental, sondern den Level oben zu halten.
SPEAKER_00Ja, und das finde ich jetzt spannend. Also wie mache ich das? Also ich stelle mir das gerade vor, auch wenn ich mir jetzt so viele Projekte von mir anschaue, Berufsleben, die Welt dreht sich immer schneller, we have Smartphones, we have E-Mail. Überall lauert die Ablenkung, auch im Leben, im Berufsleben. Und viele verzweifeln daran. Ich höre das immer wieder, ich komme mit Mails nicht hinterher und und und und. Und ich stelle mir jetzt mal so vor, vom Prinzip ähnlich, weil ich muss, so wie ich im Geschäftsleben, im Berufsleben in Fokus behalten muss, sagst du auch, ich muss das Energielevel hochhalten. Also ich muss dranbleiben, darf mich nicht ablenken lassen for den Amerikanern, die mir irgendeinen Blödsinn erzählen. Wie mache ich das? Oder wie habt ihr es gemacht?
SPEAKER_04Das ist ein schönes Beispiel jetzt mit den E-Mails und so weiter. Ich glaube, das kann fast alle. Dass wenn sie am Computer sind und nebenliegt das Handy, and the Handy zoomt und es ploppt eine SMS auf. Oder eine WhatsApp. Du guckst hin und denkst, In diesem Moment, wo du hinguckst, fängt schon der Prozess an, wo die inneren Stimmen miteinander sprechen. Die einen sagen, bleib bei dem, was du gerade am Computer machst, an dem Vorgang, und die anderen sagen, guck doch mal schnell. Und in dem Moment, wo du guckst und dich schnell liest, diese SMS liest, musst du aus diesem Prozess raus, wo du gerade warst, in den neuen Prozess einsteigen, dich hineindenken und dann den Prozess, den neuen, wo du dich reingedacht hast, wieder verlassen, um in den alten, wo du vorher warst, wieder reinzugehen.
SPEAKER_00Das ist genau, um das wir auf deinem Beispiel zu übertragen, das ist genau das, wo du sagst, das sind die Minuten, ich die zulasse, mache ich vier Jahre Training kaputt. Du machst dein Fenster auf.
SPEAKER_04Und wenn du Angst bekommst, und jetzt gehen wir wieder in diese Callroom-Situation, wenn du Angst bekommst, wenn du einen Moment zweifelst und die Tür aufmachst, in der Hypnose, bin Hypno-Coach, sagt man, wenn der Wächter weg ist, dann ist die Tür auf. Dann kann das rein, was eigentlich der Wächter aufhalten sollte. Und wenn in diesem Moment, in diesem hochemotionalen Moment, du die Tür aufmachst für Zweifel, bekommst du diesen Zweifel kaum heraus. Weil es nur noch wenige Minuten sind, um rauszugehen und du in diesem hochemotionalen Momentum bist. Das ist schwierig, den wieder rauszuholen.
SPEAKER_00Also das heißt, du bist eigentlich dann nicht präsent, nicht in dem Rennen und im Hier und Jetzt sozusagen.
SPEAKER_04Ich will es vergleichen mit Golf. Spielst ja auch Golf? Eine Golferin, ein Golfer, welche beim Abschlag den Ball anspricht, also sich konzentriert auf den Schlag, nochmal Ziel, Fokussierung, Ball mental die Bewegung durchgeht. Und in dem Moment des Ausholens, einen Moment zweifelt, einen anderen Gedanken, die Tür im Moment aufmacht, nur einen Spalt. Da kommt vielleicht ein Luftzug rein im übertragenen Sinne. Ist vorbei. Am besten den Schlag abbrechen und nochmal neu ansetzen. Und so ist es auch hier. So ist es mit vielen Dingen. Wir begegnen täglich Hunderten, wenn nicht tausenden solchen Situationen. Nur uns fällt es nicht groß auf.
SPEAKER_00Beziehungsweise wir wissen gar nicht, wie wichtig dann eigentlich dieser Fokus ist und lassen uns dann vielleicht ablenken oder akzeptieren, dass wir abgelenkt werden.
SPEAKER_04Ja. Beispielsweise jetzt, wo wir uns unterhalten, im Hintergrund hören wir Stimmen, die man vielleicht jetzt hier jetzt bei der Übertragung und bei der Aufnahme nicht so hört. Aber selbst diese lenken uns für Momente immer ein bisschen ab. Aber wir haben es jetzt geschafft, innerhalb der letzten 40, 45 Minuten das zwar wahrzunehmen, aber uns nicht beeinflussen lassen davon. Und so kann man das oft übertragen auf andere.
SPEAKER_00Also eigentlich der Erfolgsfaktor, auch dann gerade das abzurufen. Also wenn ich mir jetzt vorstelle, auch ich halte eine Präsentation im beruflichen Kontext oder ich habe ein wichtiges Gespräch, dann wirklich da den Fokus zu haben und zu sagen, okay, das ist jetzt gerade wichtig, das muss ich umsetzen und da muss ich dranbleiben.
SPEAKER_04Ja, die Vorbereitung ist ganz wichtig. Die Vorbereitung auf einen Prozess, ob es jetzt, nehmen wir jetzt mal eine Präsentation, im beruflichen, diese Präsentation im Gedanken durchzuspielen.
SPEAKER_00Ist wie dein Rennen, wo du denkst, okay, so läuft jetzt durch 400 Meter ab.
SPEAKER_04Sicherlich wird das eine oder andere unvorhergesehene geschehen. Vielleicht im positiveren, vielleicht auch im negativen Sinne, aber du hast das meiste, da hast du schon vorbereitet im Kopf. Und da kann man vieles aus dem Sport lernen. Und in allen Sportarten ist es so. Und beim Skifahren, Skifahrer gehen dann oft nochmal die gesamte Strecke durch. Beim Rodeln, ja, die Rodlerinnen und Rodler gehen nochmal jede Kurve durch.
SPEAKER_00Also immer wieder dieses eigentlich sich positive Erlebnis vorzustellen, wie es abläuft und sich zu programmieren, nenne ich es mal. Sich zu programmieren.
SPEAKER_04Und viele Sportlerinnen und Sportler machen folgendes, wenn sie verletzt sind und nicht trainieren können, physisch nicht trainieren können, schauen sie sich Videos an von ihrer Sportart oder von ihren besten Wettkämpfen, was auch immer. Weil sie dadurch die Abläufe verinnerlichen und trainieren.
SPEAKER_00Also auch hier wieder eine Programmierung. Also du hast gerade das Stichwort Verletzung gesagt. Du hast mir erzählt, du hast zwei wesentliche Verletzungen. Die erste große Verletzung hatte ich richtig lange rausgeworfen. Wie war das für dich? Also ich stelle mir das jetzt gerade vor, auch das ist ja ein enormer Rückschlag. Du bist eigentlich aus deinem Sport oder in Anführungszeichen, du warst zwar kein Profi, du hast nebenbei studiert, aber aus deinem Beruf ja draußen. Ich stelle mir das als wirklich ein mentales Problem vor.
SPEAKER_04Es war enorm schwierig. Weil in dem Moment, wo du dich verletzt, ist ja unvorhergesehen und nicht gewollt. Und ich war zwei Jahre draußen, war in Therapie, Physiotherapie, Ärzte, alles Mögliche. Es war ein ganz, ganz, ganz, ganz halter Weg. Langer, langer Weg. Und kaum jemand hat noch was auf mich gegeben. Alle Ärzte haben eigentlich, bis auf einen Arzt, der mich dann auch behandelt hat, haben mich im Prinzip schon abgeschrieben. Aber diese eine Arzt hat mir einen Strohhalm gegeben. Stück Hoffnung. Und an diesem habe ich mich festgehalten.
SPEAKER_00Gibt es da nicht häufiger den Gedanken, Mensch, ob das alles noch Sinn macht, soll ich nicht aufhören, soll ich nicht studieren weiter oder ins berufliche Leben eintauchen? Gab es diese Gedanken bei dir auch aufzugeben?
SPEAKER_04Nein, keinen einen Tag. Warum nicht? Weil ich wusste, ich wusste, deshalb habe ich so lange gesucht, bis ich diesen Arzt gefunden habe, dass ich es schaffen werde.
SPEAKER_00Was hat dir den Glauben gegeben?
SPEAKER_04Stichwort Glaube, deshalb habe ich jetzt. Ich musste jetzt mal eine kleine Pause machen, weil das Wort Glaube ist ein enorm starker und großer Begriff. Und da muss ich jetzt ein Stück weit tiefer gehen. Ich bin gläubig. Ich glaube an Gott, an Jesus. Und ich weiß, dass wir im Leben und dass mir im Leben nichts widerfährt, was ich nicht meistern kann und schultern kann.
SPEAKER_00Okay, also das heißt, du hast wirklich gewusst, es ist eine Herausforderung, aber es ist auch eine Lösung möglich.
SPEAKER_04Es ist eine Lösung. Und weil ich enorm stark fokussiert war und viel Selbstvertrauen hatte. Und ich wusste, das war nicht das Ende. Ich wusste es. Es war eine innere Stimme.
SPEAKER_00Das war tief in dir drin. Das heißt auch dieses negative Umfeld, du hast eben gesagt, Mensch, die haben nichts mehr auf mich gegeben, so richtig, das hat dich da nicht beeinflusst. Ich will nicht sagen, nicht beeinflusst.
SPEAKER_04Es hat mich schon tangiert. Aber ich war enorm stark in meinem Glauben, enorm stark in dem Fokussieren und in meinem Willen, einen eisernen Willen gehabt. Und nur deshalb, plus diese ärztliche Versorgung und diesen mentalen Beistand der Ärzte und vor allem ganz wichtig, noch viel wichtiger der Familie, des nahen Umfelds.
SPEAKER_00Also das nahe Umfeld hat dich weiter.
SPEAKER_04Das ist ganz wichtig. Das ist das allerwichtigste in diesem Moment, das nahe Umfeld.
SPEAKER_00Also das heißt, ich mache jetzt gerade mal wieder einen Sprung ins allgemeine Leben. Das war eine extrem herausfordernde Situation for dich. So that du sagst, auch das näher umfeld, was auch das immer is, ob das jetzt Freunde sind, or family sind, sind da eigentlich, ich sag mal so, die Schutzburg, die einen beschützt vielleicht von negativen Einflüssen, beziehungsweise die Energie gibt, dann dran zu bleiben.
SPEAKER_04Du hast ein Nest, wo du immer wieder zurückgehen kannst und dort aufgefangen wirst. Du so sein kannst, wie du willst und wie du gerade dich fühlst in dem Moment. Ja, das ist ganz, ganz wichtig. Und auch zu wissen, egal was im Leben passiert, dass diese Menschen immer bei dir sind. Egal.
SPEAKER_00Es gibt ganz viel Sicherheit wahrscheinlich. Und dann hast du mir erzählt, das fand ich total faszinierend, diese Verletzung hattest du am Fuß, dass du gesagt hast, ich glaube, dein Fuß hat nur 80%. Nur noch 80% der Power gehabt. Das muss man sich vorstellen, aber du hast einen extrem Leistungssprung gemacht. Wo wir jetzt sagen, okay, du bist jetzt irgendwie 400 Meter Läufer, du bist Hürdenläufer, Fuß 80% nur noch, also 20% weniger, trotzdem Leistungsexplosion. Wie geht das?
SPEAKER_04Ich war der erste Leichtathlet, der mit einer Orthese gelaufen ist. Also das ist ein Stützvorrichtung. Und die musste angepasst werden. Es gab nur zwei in Deutschland, die solche Ortesen damals überhaupt herstellten. Und das musste angepasst werden. Das war also quasi ein, war so der Prototyp. Es war so, dass in diesem, ich nahm dann bei den ersten deutschen Meisterschaften teil mit dieser Ortese. Und das war so, dass in diesem Callroom mir zugerufen wurde von Konkurrenten, die Behinderentoilette ist dort drüben. Echt?
SPEAKER_00Also so richtig unter der Gürtellinie.
SPEAKER_04Ja, das war richtig unter der Gürtellinie.
SPEAKER_00Also es sind ja auch Menschen, die man kennt, also man kennt sich ja, ne?
SPEAKER_04Man kennt sich, aber die haben das als Scherz empfunden, wussten aber genau, was das bedeutet. Und im Prinzip war das noch mehr unter der Gürtellinie, nämlich haben die damit vielen Menschen oder allen Menschen, die mit Behinderung leben müssen, ein Stück weit verhöhnt. Und das ist eigentlich noch viel schlimmer. Aber nur um das mal kurz zu beschreiben, die Situation, ich war der Einzige überhaupt mit so einer Vorrichtung und bin dann gelaufen. Und zum Leitwesen derer, die mich damals verhöhnt haben. Den müsste weggelaufen. Denen bin ich weggelaufen. Und wurde nochmal, zwei Jahre lang habe ich ja diese Therapie gemacht. Im dritten Jahr bin ich dann mit dieser Ortese gelaufen und im vierten Jahr wurde ich ohne Orthese siebtschnellste in der gesamten Welt über 400 Meter Hürden. Wow. Und bin denen davon gelaufen um Länge. Das waren Welten, die wir getrennt haben. Ich hätte noch einen Kaffee trinken können.
SPEAKER_00Und wie, also ich stelle mir wieder vor, das sind ja keine einfachen Momente, die aber, glaube ich, wir alle, also alle Menschen auf der Welt in irgendeiner Art und Weise oder in irgendeiner Phase unseres Lebens auch erleben. Hast du also eine Idee auch, was du anderen Menschen mitgeben würdest, wie geht man damit am besten um? Wie bist du damit umgegangen?
SPEAKER_04Es war ganz schwierig im ersten Moment, denn in den ersten Wochen sitzt du erst, sitzt du nun mal da und denkst, warum ich mir passieren? Es ist passiert durch eine Therapie, wo eine Verunreinigung war. Und diese Verunreinigung hat eben in meinem Sprunggelenk etwas verursacht, was das unter anderem auch ausgelöst hat. Das war so eine Kettenreaktion.
SPEAKER_00Das heißt aber auch fremd verschuldet sozusagen für den.
SPEAKER_04Absolut, ja. Jetzt hätte ich diesem Arzt einen Vorwurf machen können, was ich auch gemacht habe. Aber letztendlich hilft mir das nicht weiter. Ich habe gelernt, damit zurechtzukommen, zu sagen, es zu akzeptieren. Das ist der erste Punkt. Du musst deine jetzige Situation akzeptieren, weil sie ebenso ist, wie sie ist. Also die Situation annehmen. Annehmen, der Wahrheit ins Gesicht abschauen, der Realität. Und dann zu gucken, wie kommst du aus dieser Scheiße raus. Und dann ganz klar einen Plan zu machen. Wo du auch dahinter stehst, hinter dem Plan. Und den dann konsequent zu verfolgen. Und ich musste an meinem Fuß Muskeln aufbauen, die ich vorher noch nie so richtig trainiert habe. Es fehlte eine spezielle Sehne, die das Fußgelenk hochhebt. Okay. Eine ganz wichtige Sehne, die die Spannung hält. Ich musste diese Sehne, diese Funktion der Sehne ersetzen durch andere Muskeln. Durch Muskeln, okay. Und bis da unten am Fuß und all möglichen erstmal Muskeln wachsen und das Ganze umprogrammiert wird. Das dauert nicht nur Wochen, es dauert Monate. An den ersten Monaten siehst du gar nichts.
SPEAKER_00Wie hast du da den Glauben an die Geschichte, also sag mal, die erhalten und wie hast du es auch geschafft, da durchzuhalten? Weil das sind ja auch viele Momente wieder, wo gerade da Menschen aufgeben, die dir probieren das vielleicht ein, zwei Wochen und sagen, hey, siehst du, tut sich nichts, funktioniert ja nicht, ich probiere was anderes oder ich höre komplett auf.
SPEAKER_04Weil ich gute Therapeuten hatte.
SPEAKER_00Die dir gesagt haben, hey, pass auf, Edgar, so geht es, dass der Weg in ganz Deutschland.
SPEAKER_04Okay. Die nicht nur von der Kompetenz her gut waren, sehr gut waren, absolut führend, sondern auch mental gut geschult waren, um auf die Athletinnen und Athleten einzugehen.
SPEAKER_00Also die haben mich weiterhin motiviert, stabilisiert, also auch hier wieder das Umfeld, was dir da geholfen hat.
SPEAKER_04Absolut. Und auf kleine Fortschritte hinzuweisen, die du selbst gar nicht groß wahrnimmst oder wahrgenommen hast, weil du ja eigentlich immer hoffst, ja, jetzt kann der Fuß mit Sicherheit das schon mal einen Zentimeter machen. Nein, ich habe mir gezeigt, guck mal, diese 2 mm. Wo zwei Millimeter? Schau mal. Hier und jetzt? Ja, stimmt. Ach ja, stimmt, habe ich ja gar nicht gesehen. Und jetzt kommt genau der Punkt, der so wichtig ist. In diesem Moment holst du die Motivation, deine eigene Motivation aus den kleinen Fortschritten. Die kleinen Dinge wahrzunehmen. Du wirst achtsamer auf die kleinen Dinge, die vorangehen. Und das zeigt dir, du bist auf dem richtigen Weg. Du hast das große Ziel im Blick. Ist aber von heute auf morgen nicht machbar. Sondern es geht kleine Schritte weiter. Und das haben sie mir gezeigt. Die haben Aufnahmen gemacht von vorher nachher, von dem Fuß, wie er vorher war. Nach ein paar Wochen, wie er dann war, und dann sagen, ja, stimmt, ist schon dünner, sieht auch schon kräftiger aus. Ja, und jetzt zeige ich dir, was du geschafft hast. Vor einem Monat hast du nur das geschafft und jetzt bist du schon vier Millimeter weiter. Und wenn du das jetzt hochrechnest auf die nächsten fünf Monate und sechs Monate, das sind so und so viele Zentimeter.
SPEAKER_00Also die war mental sehr, sehr gut. Was ich jetzt raushöre, ist wieder auch das große Ziel vor Augen haben, aber sich dann eigentlich auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. Kleine Schritte. Kleine Fortschritte. Jeder Schritt bringt mich in die richtige Richtung.
SPEAKER_04Kleine Fortschritte zu machen. Und das war dann auch für mich auch, jetzt kommt so, es kommen wieder viele Puzzle zusammen. Ich habe Schach gespielt. Wenn du anfängst, Schach zu spielen, schaffst du es maximal, ich sag jetzt mal, zwei Züge vorauszudenken. Also eins, zwei. Weil du musst ja für den Gegner auch noch eins, zwei denken. Also für dich kannst du natürlich alles durchspielen, aber du musst dir dann auch noch denken, wenn ich den zu könnte, der, dann da, da, da, da. So fängst du an. Also du bist schon mit zwei recht gut dabei. Und du lernst aber dann immer mehr Züge vorauszudenken. Die Schachgroßmeisterinnen und Großmeister, die denken ganze Partien voraus. Und dann habe ich mich wieder daran erinnert, wie war das denn damals beim Schachspielen? Da kommen wieder so viele Erinnerungen. Das heißt, das, was du aus der Vergangenheit mitgenommen hast, aus Erfahrung aus der Vergangenheit, alles, was dir im Leben schon mal widerfahren ist, hilft dir oft, oder vieles, was dir widerfahren ist, in solchen Situationen, weil du daraus lernst. Da dachte ich, ja, beim Schachspielen warst du auch so. Dann habe ich auch ein paar Wochen gebraucht, ein paar Monate, bis ich dann mal drei Züge vorausdenken konnte. Vier Züge, fünf Züge, sechs Züge.
SPEAKER_00Also auch wie langsam erarbeitet, Schritt für Schritt, Schritt für Schritt. Mit einer Kontinuierlichkeit wahrscheinlich gepaart. Und dann warst du wieder richtig erfolgreich. Du warst voll im Saft. Und dann kam wieder in eine Verletzung.
SPEAKER_04Dann kam wieder eine Verletzung. Ja. Die kam dann nochmal anderthalb, zwei Jahre später. Aber das war dann die endgültige, die mich dann komplett aus dem Sport rausgerissen hat.
SPEAKER_00Vielleicht bevor wir da mal einsteigen, nochmal so eine Vorstellung: wie wild hast du trainiert? Also jetzt, du wirst wahrscheinlich sagen, es war für mich alles normal, aber jetzt mal für jemanden, der sich da gar nicht so auskennt, wie sieht so ein Training aus, um einer der Top-Athleten der Welt zu sein? Und an was für Grenzen geht man oder bist du auch über Grenzen hinausgegangen?
SPEAKER_04Alle Athletinnen und Athleten im absoluten Spitzensport gehen über die Grenzen hinaus.
SPEAKER_00Was bedeutet das? Gib mir mal ein Beispiel.
SPEAKER_04Ja, also bei mir war es, regelmäßig hatte ich Kotztrainings. Also Trainings, die haben wir dann auch so genannt, Kotztrainings, wo du dich übergeben hast. Da bist du über die. Ja, das haben jeder Sportart. Also das ist schon normal. Für jemanden. Oder Normalverbraucher sagt, was meine Güte? Und das wussten wir aber schon vorher. Wir wussten, das wird ein Training sein, da wirst du nachher flachlegen.
SPEAKER_00Wie sah das Training aus? Also stell mir vor, ich will jetzt ein Kurztraining machen. Was wäre denn die Einheit für mich, wenn du der Trainer bist?
SPEAKER_04Also jetzt für mich gesprochen, aus meinen Trainingserfahrungen her, waren das 400 Meter Läufe bergauf im Wald. Da gab es eine Strecke, die war sogar 800 Meter lang, bergauf, eine Waldstrecke. Und ich hatte 400 Meter Läufe gehabt und da musste ich halt drei machen oder vier oder fünf machen, je nachdem. Wir wussten ganz genau, die wurden genauso abgestimmt von der Zeit, von den Pausen dazwischen, dass bei dem vorletzten Lauf, nach dem vorletzten Lauf, ich mich übergeben musste. Das wusste der Trainer ganz genau. Der wusste ganz genau, ich musste das so tarieren. Und danach musste ich nochmal einen Lauf machen. Warum? Ja, weil es eben fünf waren. Und der Trainingseffekt dann so. Und der Trainingseffekt, man hätte auch aufhören können nach dem, nein, ich habe danach noch einen gemacht. Und danach musste ich mich aber nicht mehr übergeben. Also ich bin dann genau über diesen Peak drüber. Und das war es da zu sagen, da kenne ich mich durch dabei.
SPEAKER_00sich nochmal drauf, egal wie hart es ist.
SPEAKER_04Ja, ich sag jetzt mal, wie bitter der Geschmack im Mund ist. Mit Wasser wird ausgespült und dann geht es weiter. Vielleicht nochmal kurz auf den Kaugummi draufgekauft und dann ging es weiter.
SPEAKER_00Und gibt es da nicht die Momente, wo man sagt, was ist das alles für ein Blödsinn? Komm.
SPEAKER_04Ne, überhaupt nicht.
SPEAKER_00Sondern keine eine Sekunde. Auch hier nur Fokus?
SPEAKER_04Keine eine Sekunde, weil ich genau wusste, das gehört dazu.
SPEAKER_00Also weil klar ist, das ist der Weg, den ich gehen muss, um wirklich Weltspitze zu sagen. Keine eine Sekunde. Aber warum? Also ist es wirklich das, dass ich mich wieder hier auch wieder Fokus ist, wieder auf das Ziel? Weil das ist ja nicht angenehm, was passiert. Und ich glaube an die natürliche Reaktion ist, das tut weh, das fühlt sich nicht gut an, ich will nicht, ich steige aus.
SPEAKER_04Zu der Fokussierung kommt dazu die Sinnhaftigkeit. Wenn zur Fokussierung sich die Sinnhaftigkeit nicht paart, dann wird es gefährlich. Wenn aber zu der Fokussierung die Sinnhaftigkeit deiner Handlung kommt, dann hast du eine Dynamik drin.
SPEAKER_00Also das heißt, für dich war es sinnhaft, okay, das muss ich machen, ist Teil des Ganzen. Okay. Zurück auf deine Verletzung. Du hast mir erzählt, du warst komplett im Saft, auf deinem Peak ganz oben eigentlich. Warst bereit für eine Top-Zeit. Und dann kam die zweite Verletzung und auch deine finale Verletzung. Wie ist das? Also ich stelle mir vor, dass man dann wirklich erstmal auch mental in ein Loch fällt.
SPEAKER_04Da war ich ein paar Wochen out of order. Ich habe nur aus dem Fenster, ich habe nur aus dem Fenster geschaut und wusste eigentlich gar nicht, wo jetzt die Welt steht. Mir war eigentlich fast alles egal. Und dann musste ich mein Leben verändern. Den Fokus musste ich verändern. Meine Ziele musste ich verändern. Komplett neu. Das ist wie komplett Reset-Knopf gedrückt.
SPEAKER_00Wie hast du das geschafft oder in was für einen Zeitraum? Also es gibt ja auch viele Menschen, die dann einfach in dieser Lehre, sage ich mal, verharren. Drei Jahre habe ich gebraucht. Drei Jahre. Und was war dann letztendlich der finale Auslöser, dass du da raus bist? Oder gab es das oder war das einfach ein Prozess auch?
SPEAKER_04Ich wurde gezwungen. Ich hatte überhaupt keine andere Wahl. Der Sport war nicht mehr da und ich musste mich auf das Studium mehr konzentrieren. Meinen Abschluss als Diplom-Kaufmann machen an der Universität in Frankfurt.
SPEAKER_00Also das heißt, du hast vorhin noch trainiert oder wehr gemacht, probiert wieder ranzukommen, richtig? Ja.
SPEAKER_04Ja, weil es war es war eigentlich, es ging gar nicht mehr. Also diese Verletzung war so stark, dass ich von heute auf morgen nichts mehr machen konnte. Also kein, also nicht mehr spezifisch trainieren konnte. Das war ganz klar. Das war ganz klar. Es war wirklich von heute auf morgen eine neue Situation.
SPEAKER_00Okay. Also auch keine Versuche mehr von deiner Seite, sondern war klar, game over. Ja.
SPEAKER_04Das, wo ich nochmal versucht hatte, vielleicht nochmal ranzukommen, war durch eine spezielle Operation, die damals so das Neueste auf dem Markt war, aber die nicht sehr viel gebracht hatte im Endeffekt. Also es war klar, von heute auf morgen, du musst dein Leben kommendlegend ändern von der Richtung her.
SPEAKER_00Und was hat dazu geführt, dass du nicht gesagt hast, okay, ich bleib, sag ich mal, wie der Maikäfer auf dem Rücken liegen, sondern ich greife jetzt wieder an, ich studiere?
SPEAKER_04Weil ich mich jahrelang so konditioniert habe.
SPEAKER_00Dass du auf Fokus nicht aufzugeben, okay. Das ist so dieses Beispiel, das wir vorhin hatten mit den Alpen, wo du sagst, okay, da geht es jetzt nicht weiter. Mein Ziel heißt zwar jetzt nicht irgendwie bester Sportler oder Olympia oder Weltmeister zu werden, sondern heißt jetzt, sag mal, weiter erfolgreich das Leben zu gestalten. Und muss ich dir jetzt einen anderen Weg suchen.
SPEAKER_04Weil ich auch mich zu jung gefühlt habe, jetzt aufzugeben. Ich war damals 28 Jahre alt. Also Anfang meines Lebens. Kann ja nicht vorbei sein. Da gibt es eben andere Möglichkeiten. Und deshalb habe ich ja auch das Studium begonnen, der Betriebswirtschaftslehre, um mir da schon mal ein zweites Standbein aufzubauen. Und das hat dann auch in dem Moment gegriffen.
SPEAKER_00Und das hast du auch erfolgreich absolviert und bist dann ja auch, wie jetzt auch aktuell, sehr, sehr erfolgreich als Speaker und Trainer unterwegs. Wenn du jetzt auf deine Sportlerkarriere schaust und gleichzeitig jetzt auf die vielen Jahre deiner beruflichen Leistung schaust, wo gibt es da Parallelen? Also gibt es da was, wo du sagst, Mensch, ja, das braucht man, um sporterfolgreich zu sein und ich habe festgestellt, genau das waren die gleichen oder ähnliche Erfolgskriterien im Beruf?
SPEAKER_04Absolut, es gibt eine Reihe, eine ganze Liste. Gib mir die Top 3 für dich. Ich gebe mehr als drei. Okay. Visionsklarheit, wo will ich hin? Wo will ich hin? Zieldefinition. Offenheit, Respekt und Vertrauen, Klarheit. Man lernt das im Sport. Offenheit, Respekt, Vertrauen und Klarheit.
SPEAKER_00Kannst du das ein bisschen näher beschreiben mit einem Beispiel vielleicht? Die offen meinst.
SPEAKER_04Offenheit und Klarheit zusammengeballt, wenn du nicht dir selbst gegenüber ehrlich bist und sagst, da stehe ich. Auch von der Klarheit her und von der Offenheit auch Rat entgegenzunehmen, wird es schwierig sein, im Sport weiterzukommen. Respekt gegenüber deinem Körper, gegenüber der Gegnerin oder dem Gegner, gegenüber deinem Trainer, der Mannschaft gegenüber und, und, und, und, und.
SPEAKER_00Übertragen auf einen beruflichen Kontext heißt Offenheit auch von anderen lernen oder auch Mentor.
SPEAKER_04Offen zu sein für Neues.
SPEAKER_00Und das Umfeld, Kollegen, Schnittstellen, Menschen einfach mit Respekt auch zu begegnen und behandeln.
SPEAKER_04Die Klarheit auch zu haben. Die Werte, Motive, die Inspiration, die viel mehr ist als die Motivation, weil die Motivation aus der Inspiration kommt. Keiner kann jemand anderen motivieren, wir können Menschen inspirieren, emotionalisieren, sensibilisieren. Team, also eine ganze Liste. Und der Sport lernt vom Business und der Business auch vom Sport. Und ich glaube, das sind so Dinge, die wunderbar Hand in Hand gehen, weil die Analogien passen. Wenn man sie richtig übersetzt. Und von daher waren es jetzt doch mehr als drei Big Points.
SPEAKER_00Wenn du auf Menschen triffst, die vor großen Herausforderungen in ihrem Leben stehen, was auch immer das ist, gibt es da so, ich sag mal, in Anführungszeichen, allgemeine Tipps, wo du sagst, Mensch, also du solltest das und das machen.
SPEAKER_04Dann nehme ich nochmal das Beispiel, wo ich meine Herausforderung hatte mit der Verletzung. Sich klar zu sein, wo stehe ich denn jetzt. Also die Realität anzuerkennen? Die Realität anzuerkennen, zu analysieren und auch ihr in den Spiegel zu schauen. Zu akzeptieren. Und dann auch zu sehen, was kann ich, was kann ich verändern, was kann ich nicht verändern, denn oft verlieren wir viel zu viel Kraft, bei den Dingen dran zu hängen, wo wir denken, da können wir was verändern, aber die können wir gar nicht verändern. Sondern zu schauen, was kann ich verändern und kleine Schritte zu gehen. Nicht zu viel zu wollen. Ja, nicht zu viel, nicht zu viel zu, ah, das ist immer so eine Sache, nicht zu viel zu wollen, weil wir wollen ja viel, mit den kleinen Schritten, mit den kleinen Schritten und den kleinen Errungenschaften auch in dem Moment zufrieden zu sein. Denn das viele wollen wir ja immer noch. Wollen ja nach dem Großen greifen, weil das ist ja unser Ziel. Die kleinen Dinge zu bemerken und auch die auch für sich auch zu feiern, zu sagen, wow, klasse.
SPEAKER_00Was hast du für dich festgestellt? Was ist so der größte Motor, Antriebskraft für Menschen? Also damit sie auch, was ja bei dir auch immer wichtig war, auch dranbleiben.
SPEAKER_04Es gibt zwei große Motoren. Das ist der Schmerz und es ist die Liebe. Dazwischen gibt es einiges. Das sind die großen Motoren.
SPEAKER_00Also mein Schmerz zu vermeiden und auf die Liebe zuzugehen.
SPEAKER_04Oder aus dem Schmerz, aus dem Schmerz, also aus Leid, Leidenschaft. Beim Wort Leidenschaft ist das Wort Leid drin. Oft entsteht aus dem Leid eine Leidenschaft. Aber Schmerz zu vermeiden oder der Schmerz, der einem erstmal zu etwas führt, zur Tat führt. Oder die Liebe, die einen treibt auch und zu großen Taten teilweise auch animiert. Viele kennen das so, die erste große Liebe im Leben. Was ist einem da eingefallen? Da hat man Berge versetzt. Man ist geflogen auf der Wolke 7 und dachte, wow, wo hole ich denn nur diese Kraft her? Ich brauche nicht schlafen und so weiter. Das ist der Schmerz und die Liebe. Das sind die großen Antreiber.
SPEAKER_00Jetzt hast du in deinem Leben schon vieles erlebt, angefangen von deiner Kindheit, von deiner Erfahrung da, über deine Sportkarriere mit absoluten Höhen, aber auch Rückschlägen? Dann jetzt dein berufliches Leben, wo du sehr erfolgreich unterwegs bist. Was würdest du Menschen so als, ich sag mal, Zwischenresümee mitgeben und sagst, okay, was würdest du denen so als Lebenstipp, sag ich mal, mitgeben? Womit bist du immer gut gefahren? Oder wo hast du gemerkt, Mensch, das hilft immer, um im Leben irgendwo einen Schritt weiter zu kommen?
SPEAKER_04Arthur Ash hat einmal gesagt, in seinem Buch geschrieben, Arthur Ash war einer der erfolgreichsten Tennisspieler der Welt und der erste schwarze Bimbledensieger. Er hat ein sein Buch geschrieben, wenn, ich versuche es zu zitieren, aber ich kriege es vielleicht nur sinngemäß hin. Wenn mich Menschen fragen, was es mit der moralischen Bedeutung einer Entscheidung auf sich hat, sage ich ihnen, tu nichts, was du nicht deiner eigenen Mutter erzählen könntest.
SPEAKER_00Ja, Edgar, ich finde ein ganz tolles Schlusswort, also tolle Inspiration von dir. Ich finde es ganz spannend, auch wie du dein Leben beschrieben hast. Ich nehme mit vor allen Dingen die Kraft des Umfeldes, aber auch der Fokussierung, die du immer wieder gebracht hast, auch der Vision und Ziele. Dass das gerade mal so drei Bausteine sind, wenn wir die beherzigen, glaube ich, ganz, ganz weit kommen. Und ich wünsche dir bei deinem weiteren Leben, deinen ganzen Plänen viel Erfolg und herzlichen Dank. Danke, vielen Dank. Danke, wenn du noch Menschen kennst, die diese Folge hören müssten, dann empfehle diesen Podcast gerne weiter oder bewerte ihn. Und ansonsten hören wir uns wieder in der nächsten Folge.