Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit

#309 - Eine Insolvenz ist unmöglich, wenn man weiß wie! Interview mit Ulrich Kammerer

Timo Pommer

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Was passiert, wenn dein Unternehmen plötzlich in eine finanzielle Krise rutscht, obwohl du scheinbar alles im Griff hast?

In dieser Folge spricht Timo Pommer mit Uli Kammerer, Unternehmer, Sanierungsexperte und „Unternehmer-Retter“. Uli hat selbst erlebt, wie schnell ein erfolgreiches Unternehmen mit hunderten Mitarbeitern in existenzielle Gefahr geraten kann. Heute hilft er Unternehmern dabei, Krisen frühzeitig zu erkennen, Insolvenz zu vermeiden und ihr Lebenswerk zu schützen.

Du erfährst in dieser Folge, warum Insolvenz nicht nur Unternehmen betrifft, die schlecht geführt werden, welche Denkfehler viele Unternehmer in Sicherheit wiegen und welche Möglichkeiten es gibt, wenn plötzlich Steuernachforderungen, Bankprobleme, Haftungsrisiken oder Liquiditätsengpässe auftauchen.

Wir sprechen unter anderem über:
👉 Warum jedes Unternehmen theoretisch morgen insolvenzreif sein kann
👉 Welche Rolle Zahlungsunfähigkeit wirklich spielt
👉 Warum du dich mit Krise beschäftigen solltest, solange es deinem Unternehmen gut geht
👉 Was ein Schutzschirmverfahren ist
👉 Wie StaRUG Unternehmern helfen kann
👉 Warum falsche Beratung gefährlich werden kann
👉 Welche Fehler viele Unternehmer viel zu spät erkennen
👉 Wie du dein Unternehmen besser auf schwierige Zeiten vorbereitest

Diese Folge ist für Unternehmer, Geschäftsführer und Selbstständige, die ihr Unternehmen nicht dem Zufall überlassen wollen.

Denn echte unternehmerische Verantwortung beginnt nicht erst, wenn es brennt. Sie beginnt vorher.

Wenn du wissen willst, wie du dein Unternehmen stabiler, klarer und widerstandsfähiger aufstellst, dann hör dir diese Folge unbedingt bis zum Ende an.

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Der Inhalt des Podcasts wurde durch folgende Menschen inspiriert: Tony Robbins, Dr Joe Dispenza, Brendon Buchard, Christian Bischoff, Bodo Schäfer, Lars Amend, Bison Kattilathu, Greator, Gedankentanken, Laura Marina Seiler, Mel Robinson, Kurt Tepperwein und vielen mehr!

Inhaltlich geht es um folgende Themen in diesem Podcast:
Mut, Liebe, Erfolg, Glücksgefühle, Motivation, Bewusstheit, Inspiration, Unternehmerinnen, Unternehmer, Meditation, Ziele, Angst, Vertrauen, Partnerschaft, Erfolgsgeschichten, Umsetzungstechniken und das Leben an sich.

SPEAKER_00

Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge. Und ich kann jetzt schon mal sagen, diese Folge ist ein Pflicht-Podcast für jeden Unternehmer. So wie, ich sag mal, eine Hausradversicherung auch für jeden Privatpersonen eine Verpflichtung ist, so ist dieser Podcast ein Muss, den jeder Unternehmer sehen oder hören muss. Warum? Ich habe heute den Uli Kamera bei mir im Podcast. Er ist selber seit 30 Jahren Unternehmer und ist heute Unternehmerretter. Er bewahrt wirklich Unternehmer vor, ich sag mal, dem persönlichen Tod in Anführungszeichen, also unternehmerisch gesehen. Nämlich, er hilft Unternehmern, wie sie gar nicht erst in die Insolvenz kommen, beziehungsweise falls es so sein sollte, wie sie das schaffen, da wieder rauszukommen. Und da gibt es ohne Ende Tipps und Tricks. Also im Vorgespräch, als wir uns schon unterhalten haben, ich habe nur mit den Ohren geschlackert, weil der Uli wirklich hier die Dinge ausgegraben hat, die eigentlich sonst kein anderer kennt. Und deswegen hat er schon über 400 Unternehmer wirklich gerettet. Also deren Baby. Herzlich willkommen, Uli.

SPEAKER_05

Ja, herzlichen Dank, Timo, für die freundlichen Worte, für die Begrüßung. Ich freue mich sehr, dass ich heute da sein darf. Ja, und es ist wirklich ein wichtiges Thema und Pflichtprogramm. Und ich bin dankbar für jede Plattform, die es ermöglicht, sage ich mal, dieses Thema in das Mindset der Unternehmer zu bringen. Denn leider ist das eben ganz, ganz weit hinten, weil viele, viele falsche Glaubenssätze existieren. Also vielen Dank, dass ich da sein darf.

SPEAKER_00

Ja, lass uns auch gleich mal einsteigen, auch mit deiner Geschichte. Ich meine, das, was du heute machst, du bist ja ein Überzeugungstäter, so sage ich jetzt mal aus meiner Sicht. Und warum? Also es ist ein Herzensthema, weil du, ich sag mal, durch diese Hölle ja selber gegangen bist. Also du bist ja nicht aufgewacht und hast gesagt, jetzt rette ich mal Unternehmer und sage ihnen wirklich, wie sie sich absichern können vor dem, was eigentlich nicht sein darf, schräg, schräg sein kann. Weil ich unterstelle dir auch mal, dass du auch als Unternehmer gesagt hast, naja, also Insolvenz ist ein Fremdwort für mich. Das passiert vielleicht allen anderen Deppen, aber bei mir schon gar nicht. Ich habe alles im Griff. Und dann kam es ja auch bei dir anders. Und um das so einzuordnen, wie ich es ja verstanden habe, ich meine, du hast ein IT-Unternehmen gehabt mit 700 Mitarbeitern, also jetzt nicht Rudis Restaurante mit zwei, wie soll ich sagen, Azubis, sondern das ist ja schon was. Erzähl mal, wie ist es bei dir überhaupt gekommen, dass du in so eine Situation kamst und worauf müssen wir aufpassen?

SPEAKER_05

Ja, also ist tatsächlich so, ich bin von Haus aus studierter Informatiker und habe dann in meinem ersten Leben ein Softwarehaus gehabt. Da haben wir uns dann gestritten, dann bin ich rausgegangen und habe dieses IT-Service-Unternehmen aufgebaut. Und das hat sehr, sehr gut funktioniert. Das war eine absolute Nische damals, 2003. Da hatte, sage ich mal, die Regierung Schröder die höchste Überlassungsdauer für IT-Technik oder für Zeitarbeit aufgehoben. Und wir haben im Rahmen von Arbeitnehmerüberlassung, weil das ja alles reglementiert ist, das Ganze machen müssen. Und weil wir hochspezialisierte Fachkräfte hatten, hat diese höchste Überlassungsdauer dazu geführt, dass das vorher nicht ging. Und dann haben wir einen Partner gefunden, mit dem das wunderbar funktioniert hat, und haben dann sukzessive hier eine Mannschaft aufgebaut, sehr, sehr schnell, also innerhalb von drei Jahren etwa auf diese 700 Leute. Und ja, haben die auch bundesweit im Einsatz gehabt. Wir hatten Top-Kundschaft. Wir haben für die IBM serviciert, wir haben für Toshiba serviciert, für Lenovo in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Also alle diese Mitarbeiter waren alle vom BND hier Geheimschutz betreut, also zertifiziert. Wir durften also beim Verfassungsschutz die Server reparieren und alles. Also wir haben wirklich alle möglichen, alle möglichen, ich weiß gar nicht, ob ich das jetzt sagen durfte, aber lass uns mal stehen, ist verjährt, sag ich mal, zehn Jahre her. Auf jeden Fall, wir durften sozusagen überall hin und wir waren wirklich, sag ich mal, an der Stelle auch vergleichsweise, sag ich mal, unique unterwegs. Und dann kam, im Jahr 2007, kam dann eine große Ausschreibung raus für die gesamte Neuausstattung der Bundeswehr. Und da hat der Generalunternehmer, mit dem wir das bisher immer zusammen gemacht haben, teilgenommen. Und wir haben das tatsächlich miteinander gewonnen. Gegen alle, die im Markt, sag ich mal, auch Rang und Namen haben. Wir haben diesen Auftrag gewonnen. Das waren über 700.000 Maschinen, die da ausgetauscht werden mussten über neun Jahre hinweg.

SPEAKER_02

Wow, das ist schon ein Brock.

SPEAKER_05

Ja, und dann ist eben, das hat wunderbar funktioniert. Also es war alles gut kalkuliert, das hat alles geklappt, das hat gut, das war wirklich ein Top-Projekt über Jahre hinweg. Und 2011, da können sich die meisten wahrscheinlich noch daran erinnern, hatten wir einen Verteidigungsminister, der hieß zu Guttenberg, der hat die Wehrpflicht abgeschafft und hat gleichzeitig eine Strukturreform der Bundeswehr angestoßen. In diesem Zusammenhang wurden 300 Kasernen geschlossen. Oder Liegenschaften, sagen wir jetzt mal, ja? Und diese Liegenschaften, die da geschlossen wurden, were voller IT. So, die musste man eben umziehen. And then gab es neben diesem Projekt 700.000 Stück auszutauschen, auch noch ein Projekt 200,000 umzuziehen. And this umzugrahtschafts, weil wir natürlich in this thema drin, we couldn't the things from all know-how over the years. And our general never had this out, but he had a fehler gemacht, a frishvent from a BA-Studium Verhandlungen mit Siemens führen zu lassen, die sozusagen federführend das Projekt umgesetzt hat. Die wurde von dem dortigen Ansprechpartner mit so viel Energie über den Tisch gezogen, hat aber die entstandene Reibungswärme als Nestwärme empfunden und war also ganz stolz auf das, was sie da rausgehandelt hatte. Dann haben wir uns das angeguckt und ich habe gesagt, das wird nicht funktionieren. Also um ein Beispiel zu machen, die haben gerechnet, wir haben 3000 PCs und dann passen so viele in ein Lkw rein und wir haben ein schönes Bürogebäude und dann geht das alles. Und da kostet so ein Umzug von so einem PC 45,20 Euro. Um eine Zahl zu nennen. Aber das ist natürlich schon richtig, aber nur in dieser Lokation. Wir hatten aber auch Lokationen, da gab es keine Straßen, da sind wir mit dem Panzer hingefahren, um die PCs aufzubauen. Wirklich. Wenn man auf einem Flughafen ist und da ist gerade Übung und es ist Flugbetrieb, dann stehe ich eben drei Stunden, bevor ich in den Tower kann. Und dann kann ich eben nicht umziehen. Wenn die Liegenschaft auf einer Insel ist, dann fährt halt zweimal am Tag die Fähre, dann ist der Tag komplett im Eimer, auch wenn es nur ein PC ist. So, das ließ sie sich aber nicht sagen. Ja, und am Ende war es halt dann so. Dann wollte ich da nicht mitmachen und dann haben wir aber gesagt, gekriegt, also lasst das mal lieber, sonst kriegt er die anderen Aufträge von uns auch nicht mehr. Wir brauchen euch an der Stelle.

SPEAKER_00

Also liebevolle Erpressung, hätte ich jetzt mal gesagt. Genau, ja. Friss oder Stör.

SPEAKER_05

Schläger, ja. So, und dann haben wir das uns mal durchkalkuliert, weil es war klar, dass das eine defizitäre Katastrophe werden wird. Und dann haben wir sozusagen die Neuaufträge und die aus diesem Umzugsprojekt resultierenden Verluste mal gegeneinander gehalten und haben gesagt, okay, das wird so um die 3 Millionen Verlust bringen. Das ist overall, ist das erträglich, machen wir.

SPEAKER_00

Also in einem Strich passte Mischkalkulation habt ihr gemacht.

SPEAKER_05

Genau, also hat immer noch funktioniert. War jetzt nicht schön, aber war immer noch besser, als 80% seines Auftragsbestands zu verlieren. Ja, und dann hatten wir Pech, ich habe eine neue Windows-Version auf dem Markt und dann hat die Softwareverteilung, mit der die Installation auf den PCs gemacht wird, nicht mehr funktioniert. Dann hat man gesagt, okay, dann müssen wir schauen, dass das wieder repariert wird. Alles auf Bundeswehrseite hatten wir gar nichts mit zu tun, ja. Und weil ja von den guten Aufträgen jetzt keine mehr da sind, macht man von den schlechten mehr. Und ab diesem Tag war mir klar, okay, jetzt kann ich die Uhr runterzählen, bis es dann so weit ist. Und an dem Tag fing ich dann an zu googeln, was man denn in so einem Fall tut, weil ich war halt genauso gut vorbereitet wie die 3,2 Millionen Unternehmer da draußen. They're not a baum. So Quatsch wie Insolvenz, ist was für Loser und Idioten. Und ja, dann habe ich da wochenlang nachts gesessen und habe gesucht und gesucht und nichts gefunden. Das ist heute ein bisschen besser, wenn man sucht, aber 2014 war das wirklich schwierig. Ja, und dann haben wir das Thema eben nach mehreren Wochen suchen und durch Wachten und Nächten haben wir dann ein Schutzschirmverfahren gefunden. Ich habe wahrscheinlich glauben können, dass sowas geht. Ich habe das dann aber verifiziert, bei dem man selber als Unternehmer dranbleibt, man wird die Schulden los, man kann im Prinzip alles behalten, wie es ist, man kann alle Verträge verändern, die man haben will. Wir sind dann hergegangen, haben dieses Schutzschirmverfahren eingeleitet und haben in der ersten Woche die Preise für diese defizitären Projekte zwischen 30% und Faktor 10 erhöht und waren ab diesem Tag eigentlich wieder in Ordnung. Dann hat es acht Monate gedauert. Wir sind mit gefühlter Kasse aus dem Verfahren rausgegangen und waren sanierte Schulden und waren weg.

SPEAKER_00

Wow, also jetzt nochmal so zum Mitschreiben hätte ich fast gesagt, ja. Also von letzten Endes, wenn ich das so richtig höre, hast du unternehmerisch, also musstest du einen Deal gefühlt eingehen, den du nicht eingehen wolltest, diese Entscheidung getroffen, die sich dann halt negativer sich dann manifestiert hat als gedacht, was euch dann wirklich logischerweise, du hast ja ein paar Kosten, dann in die Negativspirale reingebracht hat. Und zwangsläufig wäre es komplett in die Insolvenz gegangen und dann hast du quasi ein paar, ich sag's mal, Kniffe gefunden, die so normalerweise gar nicht transparent sind oder bekannt sind, wie man dann ja eigentlich übermorgen, so könnte man jetzt mal sagen, schon wieder draußen warst. Jetzt die große Frage, wir müssen jetzt über zwei Sachen ja sprechen. Also A, wie hast du das geschafft? Und B, vor allen Dingen, was muss man halt auch tun, damit man gar nicht erst in diese Situation reinkommt. Ich weiß, da hast du auch ganz viel im Patto, aber vielleicht erstmal, was hast du getan dann oder was muss man tun? Oder was gibt es für Chancen, die die meisten gar nicht wissen?

SPEAKER_05

Also der entscheidende Punkt ist, ich muss mich mit dem Thema Krise und Insolvenz. Also eigentlich schon immer, aber in diesen Zeiten umso mehr beschäftigen, solange es mir gut geht. Wenn mir schon ins Geld ausgeht, mich alle zehn Minuten einer anruft, wo es Geld bleibt, und beim nächsten Postzustellung sind wieder elf gelbe Briefe dabei, dann habe ich nicht den Kopf, um mich in so ein vergleichsweise kompliziertes Thema einzuarbeiten. Und ich muss das tun, wenn es gut geht. Und dazu ist es erstmal wichtig, das Mindset als Unternehmer hinzukriegen, dass Insolvenz einfach nur ein ganz normaler Zustand auf dem Spielfeld des Unternehmertums ist. Das ist wie Expansion, wie Internationalisierung ist es halt auch Krise. Also wenn ich von einem unendlichen Leben meines Unternehmens ausgehe, ist ja völlig klar, dass die Krise irgendwann kommt. Ich weiß nicht, wann sie kommt, aber dass sie kommt, weiß ich sicher.

SPEAKER_00

Uli, jetzt habe ich nochmal eine Frage, weil jetzt hast du ja tagtäglich mit endlos vielen Unternehmern zu tun, kennst ganz viele, und über 400 positive Verfahren. Wenn ich jetzt so in meinen Klientel, ich habe ja auch viel mit Unternehmern zu tun, wenn ich mit denen rede, dann ist so die erste Reaktion: ja, also Timo, wir haben das schon hier im Griff. Also Insolvenz, die Fehler machen die anderen. Also dieses Mindset, wie kriegst du das hin? Oder worauf muss ich achten? Und ich weiß auch, als wir uns in Luzern getroffen haben, das erstmal drüber geredet haben, da gibt es ja schon so ein paar Dinge, auch die einen ereilen kann, die ich nur schwer auch sehen kann. Oder was hast du da erlebt?

SPEAKER_05

Es gibt die verrücktesten Dinge.

SPEAKER_00

Nochmal ein paar Beispiele.

SPEAKER_05

Also, eins kann man mal hundertprozentig sagen. Es gibt nicht ein einziges Unternehmen, das nicht, wenn es dumm läuft, morgen insolvenzreif sein kann. Keines. Ich hatte einen Fall, das ist eigentlich der krasseste Fall, den ich jemals hatte. Das war ein Medizintechnikunternehmer, so hier aus Süddeutschland, da gibt es ja so ein paar Medizintechnik-Hochburgen. Der hat in zweiter Generation so medizinische Werkzeuge gemacht, so Skalpelle und solches Zeug. Die haben immer so zwischen 5 und 10 Millionen Euro Umsatz gemacht und 1 bis 2 Millionen verdient über viele, viele Jahre hinweg. Also ein wirklich grundsolides Unternehmen. Man würde, ja, ich sage mal, krank wären die Leute immer, man würde sagen, dem kann nichts passieren. Dann kam Corona und er hat alles richtig gemacht, hat mit Maskenhandel und mit Testzentren 500 Millionen Umsatz gemacht. Und da sind 70 Millionen Euro übrig geblieben, oder 80. Wow. Hat mit dem Geld dann eine medizinische Cannabis-Plantage in Kolumbien aufgebaut, also während dieser Zeit. Und dann gab es eine anonyme Anzeige gegen ihn wegen Geldwäsche. Die hat sich als gegenstandslos herausgestellt. Er wurde in erster Klasse freigesprochen. Es war alles erledigt. But seine Hausbank hatte zu ihm gesagt: Wir haben von der Wind gekriegt und haben gesagt, wir wollen damit nichts zu tun haben, das passt nicht mehr in unser Geschäftsmodell. Wir können dir nichts vorwerfen, aber wir wollen einfach die Geschäftsbeziehung nicht mehr. Wir überweisen deine gesamten 72 Millionen Guthaben, die wir hier haben, auf ein Konto deiner Wahl, sag uns bitte wohin. But wir führen keine Überweisung mehr aus. Und in diesem Moment bist du als Unternehmer zahlungsunfähig. Denn du kannst ja die Krankenkasse nicht mehr bezahlen, du kannst die Spritrechnung nicht mehr bezahlen, du kannst die Miete nicht bezahlen. Du hast 72 Millionen Cash auf dem Konto, aber du kannst nicht mehr zahlen. Zahlungsunfähig heißt nicht, dass ich kein Geld, sondern zahlungsunfähig heißt, ich komme nicht ran. Wenn du den Self-Schlüssel verloren hast, du kriegst den Safe nicht auf in drei Wochen, bist du insolvenzantragspflichtig. So, das wissen ja die meisten nicht. So, und das war bei ihm so. Dann hat er Folgendes gemacht, weil die halt sehr vermögend waren, über die vielen Jahre hinweg hat sich dann Immobilienbestand angesammelt, es hatte sich so eine kleine Oldtimer-Sammlung angesammelt, ja, und die ganzen, sag ich mal, Rolex, Patek, Philipp und Co. waren auch in guter Stückzahl vertreten. Und dann hat er innerhalb von über Monate hinweg sozusagen mehr oder weniger jeden Krediteil und Geldverleiher kennengelernt, den es da so in seiner Region gab, und hat alles verpfändet, was er irgendwie besaß. So, und dann hat er gleichzeitig versucht, eine Bank zu finden, hat auch eine gefunden. Und beim Ausfüllen der Anträge sagt diese Bank oder der Bankbearbeiter, wie viel wird denn da kommen? Dann sagt er, so ein bisschen über 70 Millionen. Dann gingen alle Lampen an, weil Unternehmer sind ja Verbrecher, wenn sie mehr als 10.000 Euro besitzen. Dann sind sie alles Geldwäscher und was weiß ich nicht alles in unserem Land oder in der EU insgesamt. Und hat dann gesagt, okay, okay, müssen wir aber erstmal schauen, ob wir das Geld überhaupt annehmen können. Also war wieder nichts. Was gibt es denn für Voraussetzungen? Und da musste alles Mögliche, er sollte die Originalrechnungen zeigen, er sollte eine Auswertung vom Steuerberater bringen, er sollte dies, das, jenes, die letzten drei Jahre lückenlos nachweisen, wie man denn zu so viel Geld kommen kann. Ja, jetzt kam dann Pech dazu, vier Wochen vorher war sein Steuerberater in Insolvenz geraten. Und er hat die Unterlagen nicht mehr gekriegt. Damit hat die Bank das auch nicht angenommen und jetzt musste er weitergehen und wieder alles Mögliche versetzen. Und der hat natürlich das Geld, das floss ganz stark ab, weil diese Cannabisplantage, die wird ja von bewaffneten Söldnern, von so einer kleinen Privatarmee, wird die ja bewacht. Sonst verflüchtet sich das Zeug ja, sag ich mal, in Tagen. Und da hat er also ein paar hunderttausend Euro gebraucht jeden Monat und das hat er halt, sag ich mal, sich über ein paar Monate hinweg so zusammengeborgt, ja, aber irgendwann war halt dann auch fertig mit den Sicherheiten. Und dann kam er zu uns, wir haben ihm vorgeschlagen, wie das gehen kann, das hätte auch funktionieren. Innerhalb von sechs Wochen hätte er sein Geld zurückgehabt, hat uns aber nicht vertraut, weil er kannte uns vorher nicht. Das kam ihm alles komisch vor. Ja, weil das Geld wäre kurzzeitig in unseren Verfügungsbereich gekommen. Wir hätten ein spezielles Verfahren gemacht an der Stelle. Dann wäre sozusagen die Blockade der Bank aufgelöst worden. Es wäre auf ein Verfahrenstreuhandkonto gekommen. Dann hätten wir bezahlt, was zu bezahlen war. Dann wären 71,5 Millionen vielleicht übrig gewesen. Und dann hätten wir das Verfahren aufgehoben und dann wäre es ja aus einem gerichtlich bestätigten Verfahren rausgekommen. Weißer gewaschen, geht gar nicht. Also das ist wie Persil und Ariel zusammen. Also hätte funktioniert, sechs Wochen hätte es gedauert, aber er hat sich nicht getraut. Hat gesagt, er versucht es weiter. Ja, und dann drei Monate später kriege ich einen Anruf. Da war ich auf dem Weg nach Dubai, kriege ich einen Anruf am Flughafen. Ja, er hätte jetzt einen Insolvenzantrag von der AOK da liegen, wegen 56.000 Euro.

SPEAKER_03

Wahnsinn, ne?

SPEAKER_05

Dann sage ich, das tut mir jetzt herzlich leid, aber ob ich ihm noch helfen kann, sage ich, nee, jetzt ist es zu spät. Jetzt kann ich nicht mehr helfen. Weil jetzt ist er in den Mühlen eines normalen Regelinsolvenzverfahrens und das geht jetzt seinen gesetzlichen Gang. Und das läuft, soweit ich weiß, heute noch.

SPEAKER_03

Wahnsinn.

SPEAKER_05

Und jetzt versuchen natürlich alle, die da irgendwie beteiligt sind, ihre Hände in diesen 72 Millionen so lange zu waschen, bis möglichst wenig dort ist und möglichst viel dort, wo man es gerne hätte. Und wir hätten das Ding, wie gesagt, rausgekriegt in sechs Wochen und hätte sie nur wissen müssen, dass es das gibt. Und das ist Unternehmerwissen, das man braucht als Unternehmer. Das gleiche gilt für doch zwei oder drittes Sachen, weil einer sagt, ich habe keine Cannabis-Plantagen und 72 Millionen habe ich auch nicht, also für mich ist das nicht. Jeder hat die Gefahr einer Sozialversicherungsprüfung. Jeder hat die Gefahr einer Betriebsprüfung, wo durch irgendeine Einschätzung ein paar hunderttausend oder ein paar Millionen nachgezahlt werden.

SPEAKER_00

Mach mal, ich weiß ja, du hast ja ganz viele Praxisbeispiele und das war jetzt natürlich wirklich so ein Riesenbock, wo jetzt vielleicht der eine oder andere sagt, Mensch, oh Gott, kann mir gar nicht vorstellen und eigentlich ja total irrational, ich habe da 72 Millionen, die sind eingefroren, hab eigentlich Geld, Cash ohne Ende und ja, gehen Insolvenz, weil ich nicht rankomme. Mach mal vielleicht ein anderes Beispiel aus deiner Praxis, du hast es eben schon so angerissen, wo eigentlich jemand, wo das Unmögliche einen ereilt und man nicht denkt, das kann gar nicht wahr sein. Ist das jetzt ein Traum, ein Albtraum und man wacht auf einmal morgens auf und hat da ganz andere Themen auf dem Tisch.

SPEAKER_05

Ja, wir nehmen mal was ganz Bodenständiges, eine Bäckerei.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_05

Bäckerei hat was, weiß ich, 10, 15, 20 Filialen, ist seit 100 Jahren da am Backen und ist ganz erfolgreich. Die alte Backstube, meistens ist die im Elternhaus noch drin, im Keller oder in irgendeinem Anbau, ist in die Jahre gekommen und man baut einfach was Neues, damit man besser produzieren kann und vielleicht auch 30 oder 40 Filialen mal bedienen kann. So, jetzt, wenn man sowas plant, bespricht man das natürlich auch mit seinem Steuerberater. Und da muss ich es halt leider sagen, Steuerberater sind eine ganz gefährliche Sorte Menschen. Davon sind nämlich ganz viele unterwegs, die keine Ahnung haben. Wie bei allen Dingen, ja, es gibt gute und schlechte und es geht auch nicht darum, dass alle da Burks bauen. Aber ich sage mal, jeder zweite Fall bei mir auf dem Tisch ist vom Steuerberater verursacht. Das ist wirklich wahr. Ich habe das vorher auch nicht so gedacht, aber es ist in den langjährigen Mitteln, stimmt das wirklich. Und da ist dann folgendes passiert. Man hat gesagt, okay, die GmbH gehört dem Mann, is in ordnung. Die Frau soll die Halle bauen und an die Firma from a man vermieten. Dann haben die auch einen Fehler gemacht. Namely, they have an architecture beautiful that in a bäckerehalle gebaut had. So they had an erstings work upgraded, and of 2.9 million geplant are 4.5 million. And it feels a couple million, damit it really fertigstelled is. So, die Bank hat dann irgendwann bei 4,6 Millionen den Stecker gezogen und hat gesagt, wir finanzieren nicht mehr weiter. Jetzt steht dieses Ding halbfertig da, kann zwar backen, aber sag ich mal, der ganze Kaffeebereich und so drumherum gibt es noch nicht. Und gleichzeitig hat der Bäckereibetrieb immer die Miete bezahlt. Der Steuerberater hat aber einen Fehler gemacht und hat für die Frau diese Mieteinkünfte nicht versteuert. Und dann kam eine Betriebsprüfung und es liegen 600.000 Euro auf dem Tisch. Die sind aber nicht da. Die sind nicht in der Bäckerei da, die sind nicht im Privatvermögen da und in der Hallenbetriebsgesellschaft schon gar nicht. Die Halle selber ist das Objekt, ist 3 Millionen wert, 4,5 Millionen sind verbaut, da hat die Hand die Finger drauf, da ist kein Cent mehr da. So. Und das ist natürlich jetzt ein Punkt. Wenn dieser Steuerbescheid kommt und der fällig wird, dann ist ein Insolvenzgrund.

SPEAKER_00

Also genau, also das, was du jetzt ja gerade geschildert hast, ist immer ein schönes exemplarisches Beispiel. Man verlässt sich auf einen Steuerberater, der sagt einem hier, ich habe einen steuerlichen Kniff, ja, ganz toll, ihr könnt das noch optimieren, deine Frau macht das und so und so und so. Und dann vergisst er die Hälfte, um es wirklich rund zu machen. Was kann ich denn jetzt tun? Oder wenn jetzt uns jemand zuhört, was sind denn so, ich sag mal, die Top 3 oder wo man sagt, Mensch, auf die Dinge muss ich unbedingt achten. Also was sind so die häufigsten Fehler, die vielleicht Unternehmer da machen oder Themen ignorieren.

SPEAKER_05

Also ich will es ja mal andersrum aufsetzen, ich beantworte die Frage gleich. Was ist das, was passiert, wenn man gar nichts macht? So wie es die allermeisten machen. Weil 99% aller Insolvenzen zeichnen sich ja dadurch aus, dass der Unternehmer in Schockstarre verfällt und irgendwann die Krankenkasse oder das Finanzamt einen Antrag schreibt. Dann kommt ein Antrag, es kommt ein Insolvenzverwalter, der verkauft die Halle für eine Million. Die Produktionsfirma wird zugemacht. Wir haben eine Meldung in der Bild-Zeitung, der reiht sich ein die lange Reihe der Insolvenzen, der Unternehmer hat sein Lebenswerk verloren. Dann gibt es die Variante, so wie jetzt in dem Fall, die kommen kurz vor knapp zu mir. Da ist das schon fällig. Dann kann man versuchen, mit so einem Verfahren, mit einem sehr, sehr aufwendigen und komplexen Tun, sage ich mal, das abzuwenden und diese Halle zu retten und zu gucken, dass die Firma aufrechterhalten bleibt. Das wird in dem Fall auch wahrscheinlich gelingen, dauert aber circa ein Jahr und kostet einen Haufen Geld. So, und dann kann man sich auskennen. An dem Tag, wo kommt, hallo, hier gibt es eine Steuernachforderung. Der Kundige sagt, ach so, coole Geschichte, alles klar. Habe ich gelernt, weiß ich, wie es geht, ist ein Starock verfahren. Dann ruft er an und sagt, ey, pass auf, ich habe hier so ein Ding, ich glaube, das könnte eine Staruk sein. Lass uns mal quatschen, dann guckt man sich an, ja, das passt da rein. Staruk heißt, ich bin noch nicht zahlungsunfähig, bin ich ja nicht, weil wenn der Steuerbescheid kommt, ist er ja noch nicht fällig. Dann gehe ich mit dieser Gesellschaft, die das betrifft, also in dem Fall dieser Hallenbetriebsgesellschaft, gehe ich in dieses Staruk-Verfahren. Dann darf ich mir die Gläubiger aussuchen, die ich gerne hätte, nämlich das Finanzamt. Und vielleicht noch meinen Ehemann, der mir 500.000 Euro zugeschossen hat als Darlehen, nachrangig. Ja. Und ja, meinen Steuerberater habe ich noch dabei, meinen Rechtsanwalt und mein Webdesigner, wo auch noch offene Rechnungen sind. Alles andere habe ich bezahlt. Die nehme ich alle rein. Dann machen wir einen Insolvenzplan, gucken, wie viel können wir bezahlen. Dann stellen wir fest, okay, von den 600.000 und den 500.000 vom Mann und von den 20.000, die die anderen haben, können wir in der Summe maximal 100.000 bezahlen, damit die Firma, diese Betriebsgesellschaft weiterleben kann. Dann machen wir einen Plan, da steht dann drin, 91% der Schulden werden gestrichen. Wir teilen die Gläubige auf in drei Gruppen, einmal Finanzamt, einmal Mann und einmal die Kleingläubiger. Da beantragen wir einen Termin bei Gericht. Der Plan geht durch, das Finanzamt ist dagegen, der Mann ist dafür, die Kleingläubiger sind auch dafür, es steht 2 zu 1. Und von den 1,5 Millionen sind 1,4 weg. Es geht acht Wochen bis drei Monate. Völlig entspannt. Zwischendrin läuft der Betrieb weiter, es wird nicht veröffentlicht, es ist kein Insolvenzverfahren. Wir streichen das Thema einfach. Ich habe genau diesen Fall nur im Photovoltaikumfeld, habe ich 62,5 Millionen Schadenersatz mit 50.000 Euro abgefunden.

SPEAKER_00

Also nochmal so zum Mitschreiben, da gab es Forderungen von 62 Millionen und bezahlt wurden 50.000.

SPEAKER_05

Genau. Und von denen, die diese Forderungen hatten, das waren Forderungen, die waren zu Unrecht erhoben. Manchmal müsste man ja die Gerichte vor allem auch um Druck zu machen. Und die waren zu Unrecht erhoben, diese Forderung, aber muss sich ja erstmal verteidigen und das hätte diese Gesellschaft nicht geschafft. Das Schöne ist, dass dieses Verfahren gleichzeitig die anderen Verfahren beendet. Weil das, was rauskommt als Quote, als Vergleich, sozusagen am Ende, als gerichtlicher Vergleich, ist das Ergebnis des Rechtsstreits. Und jetzt hatten wir 22 Rechtsstreite, die alle 60.000 Euro angeklagt haben. Aber wir haben nur 300 Euro pro Gesellschaft quasi rausgegeben. Das waren 142 Gesellschaften und die 50.000 Euro waren etwa 300 Euro pro Gesellschaft. Also nix. Ja, genau. Und das Schöne ist, 99% war der Prozess verloren oder 99,9%. Und dann musst du, wenn du verloren hast, 100% der Kosten zahlen. Das heißt, wir haben noch 22 Mal Kostenerstattung für 60.000 Euro Prozesse gekriegt. Wir hatten hinterher mehr Geld in der Kasse als vorher. Obwohl wir das Verfahren bezahlt haben. Ja. Also das ist zum Beispiel auch, diese Verfahren, diese Sanierungsverfahren, sind nicht immer nur Insolvenz. Die lösen zum Beispiel auch Produkthaftungsthemen. Wenn jemand was produziert, hängt er ja immer in diesem Damokleswert der Produkthaftung drin.

SPEAKER_00

Hast du ein Beispiel vielleicht so aus deinem Leben, wo jemand Produkthaftung Probleme, sage ich mal, hat oder die einen da so ein bisschen an die Grenze bringen? Ja, na klar, nehmen wir mal an, haben wir grüßt sich auch durch die Presse explodierende PV-Batterien.

SPEAKER_05

Also es ist ja jetzt üblich geworden, eine PV-Anlage noch für den überschüssigen Strom eine Batterien im Keller zu stellen. Und jetzt sind ja, sag ich mal, das sind ja schon von der Energiedichte her, sind das ja schon so kleine Bomben, die da drin stehen. Und da gibt es immer wieder mal eine Situation, dass eben eine schlechte Charge Batterien dabei ist und die Dinger einfach so reinweise explodieren. So, und wenn sowas passiert, dann ist da natürlich ein richtiger Schaden und das kommt dann hinterher auf den, je nachdem, vielleicht kommt es auf den, der es verbaut hat, zu, vielleicht kommt es auf den Hersteller zu, vielleicht kommt es auf den Händler zu, weiß ja keiner so richtig. Und wenn das dann der Fall ist, dann weiß der ja, okay, ich habe 100.000 Stück von diesen Dingern verkauft. Ja, also 50 sind jetzt schon explodiert, da werden auch noch 500 hochgehen oder 5000, ja. Das kann man sich ja alles dann statistisch rausrechnen, wenn man den Fehler kennt. Und jetzt gibt es zwei Varianten, entweder ich kann was dafür oder ich kann nichts dafür. Und wenn jetzt die Kläger auftreten, wenn ich nichts dafür kann, muss ich mich verteidigen, dann ist die Verteidigung da tot. Und wenn ich weiß, dass was dran ist, ist es noch schlimmer, weil dann weiß ich, ich brauche gar nicht streiten, ich kann einen gleich bezahlen. So. Jetzt habe ich aber, sage ich mal, so einen Batteriespeicher, lass ihn 10.000 Euro kosten. Da habe ich 5000 Stück verkauft, sind 50 Millionen Schadensvolumen. Bei den Explodierten kommt noch ein ausgebrannter Keller dazu, aber die lassen wir jetzt mal aus Rundungsgründen weg. Was machst du jetzt im richtigen Leben, wenn du der betroffene Batteriemensch bist? Du suchst dir einen teuren Anwalt, streitest dich rum, hast hunderte von Prozessen am Hals, wirfst jeden Monat 50.000 Euro Anwaltsgebühren zum Fenster raus, kümmerst dich um nichts anderes mehr, deine gesamte Kreativität ist im Eimer, weil du bloß dabei bist, diesen Unsinn abzuwehren.

SPEAKER_00

Ich bin fertig, ne?

SPEAKER_05

Ja, na klar, eigentlich kannst du den Laden schließen. Ja, was machst du hier? Wenn du dich auskennst, liegst du wieder ein bisschen zurück, sagst, ey cool, Produkthaftungsfall, ruf mal den Uli an. Pass auf du, ich habe hier einen Produkthaftungsfall, sage ich, schilder mal ein bisschen. Ja, ist klar, passt, wunderbar, machen wir ein Starruchverfahren. Wir schreiben alle 5000 Kunden an, denen wir so ein Ding verkauft haben. Und sagen, ey, pass mal auf, das Ding hat eine Macke. Wir erkennen das an. Diese 10.000 Euro da, du hast da einen Anspruch drauf, das zurückzukriegen. Gleichzeitig haben wir unseren Steuerberater und unseren Webdesigner und unseren Rechtsanwalt, die auch noch Forderungen offen haben. Die packen wir auch da mit rein, den schreiben wir auf, wir können euer Zeug nicht mehr bezahlen. Dann reichen wir einen Plan ein und geben dann, sagen wir mehr wie 100.000 können wir euch dafür nicht geben und schon habe ich 50 Millionen mit 100.000 Euro abgefedert. Nach acht Wochen bin ich raus und kann mich wieder um meine Zukunft kümmern.

SPEAKER_00

Also das ist ja das ist ja Wahnsinn. Also auch ein schönes Beispiel jetzt. Wie heißt das Verfahren? Straukung. Staruk.

SPEAKER_05

STA-R-U-G-Starung. Gesetz für Stabilisierung und Restrukturierung von Unternehmen.

SPEAKER_00

Wow. Also genau, das ist jetzt nicht irgendwie, was du dir jetzt als Name ausgedacht hast und gesagt, das Mensch, das heißt, sondern das ist eine offizielle Geschichte. Ist ein Gesetz. Ist ein Gesetz sogar, ja? Gesetz im Internet, Staruk kann jeder nachlesen, ist nicht geheim. Genau, also darum geht es jetzt mir nochmal, weil diese zwei, drei Beispiele, die du ja jetzt hier erzählst, wenn man da dir so zuhört, das ist ja verrückt, sage ich jetzt mal, ja. Aber das ist jetzt keine schwarze Kunst, die du dir ausgedacht hast, sondern wir reden hier über Gesetze, die man auch vor Gericht, wie du eben schon so sagtest, einbringen kann und man dann auch wirklich hier Brief und Siegel drauf kriegt, dass es so ist. Heißt für mich, wenn ich das so richtig verstehe, es gibt für jeden Unternehmer einen ganz wichtigen, ich nenne es jetzt mal Meilenstein. In dem Augenblick, wo ich in die Insolvenz gehe, überschreite ich wirklich eine ganz kritische Linie. Also wie du eben schon sagtest, dann ist eigentlich nur noch das Verfahren offen. Aber davor habe ich wirklich noch Spielraum. Ich muss nur halt wissen, wie. Und das ist ja ein Verfahren, hätte ich jetzt fast gesagt. Es hört sich so ein bisschen wie Insolvenz an. Also ich sage zwar jedem, ich kann nicht mehr, aber ich kann mir noch aussuchen, wem ich was zahle. Und letzten Endes in dem Beispiel davor. Da kann ich was nicht mehr zahle. Und vor allem, wie ich was nicht zahle, also auch dem lieben Finanzamt kann ich dann sagen, pass mal auf. Danke, dass du den Bescheid geschickt hast. Freut mich, da bin ich aufgewacht. War dann beim Uli und der Uli hat mir gesagt, liebes Finanzamt, du gehst leer aus. Genau, Corona-Kredite.

SPEAKER_05

Oder ganz viele kriegen ja inzwischen. Das ist eine Riesenschweinerei. Ja, also die Corona-Kredite sind ja weitgehend durch, die sind ja auch zum großen Teil abbezahlt, das ist nur noch sporadisch so. Hätte man alle nicht zurückzahlen müssen. Alle, die sich den vom Mund abgespart haben, können sich jetzt auf Deutsch gesagt den Hintern beißen. Weil man hätte einfach dieses Verfahren gemacht, hätte mitgeteilt, kann ich nicht und hätte mit 3% rausgekonnt. Inzwischen sind die bezahlt, aber es passiert jetzt ja die nächste Corona-Schweinerei. Jetzt kommen ja diese ganzen Rückforderungen dieser Überbrückungshilfen. Die haben die Leute, was weiß ich, ich habe jetzt gerade jemanden gehabt, der hat 190.000 Euro damals gekriegt, das will das Finanzamt jetzt, dieses Amt da zurückhaben, das bewilligt hat. Das Geld ist nicht da, weil rückwirkend die Bessensgrundlagen geändert worden sind. Also skandalös, wie in der letzten Bananenrepublik. Also man soll nicht glauben, dass das in Deutschland passiert. Und ja, das ist relativ einfach. Da kommt der Bescheid for die Rückzahlung. Wir gehen vorher in Starbuck, wir wissen, dass es kommt, und dann gehen die mit dem Ablunden ein nach Hause. Aber du musst das wissen und du musst rechtzeitig da sein. Die meisten sagen, was machen wir da, was machen wir da? Da sagt der Finanz, sagt der Steuerberater, gehen wir zu einem Anwalt, and the Anwalt sagt: Super, alles klar, mir geht's gut, ich kann klagen, lass uns mal zu Gericht gehen. Inzwischen ist der Scheiß fällig geworden. Dann geht das Verfahren nicht mehr.

SPEAKER_00

Also es darf nicht fällig werden. Also vielleicht mal für alle Unternehmer, die jetzt hier so zuhören, kannst du nochmal genau beschreiben, wo ist die rote Linie? Also bis wann muss ich dich anrufen?

SPEAKER_05

Also Krise ist Chefsache. Das ist der Punkt. Und ich muss verstehen, welche Phasen es gibt. Die erste Phase, die es gibt, ist sozusagen Normalbetrieb. Da befasse ich mich am liebsten mit dem Thema, weil das Problem ist, man kann nicht das Tagesgeschäft sagen, bei dem und dem und dem Punkt musst du mich anrufen. Man kann das isoliert für einzelne Punkte machen. Sondern ich muss in meinen Businessplanung immer eine zweite Ebene einbauen. Es gibt ja da hier beim ZDF, hier mit dem zweiten sieht man besser. So ähnlich ist das hier ja auch. Ich kann entweder eindimensional eine eindimensionale Betrachtung machen, and then kämpfe ich mich halt durch und führe meine Schadenersatzprozesse alle durch bis zum Schluss. Order ich bin bei der Planung. When meine Ereignisse passieren, so wie sie im Tag reinkommen, gucke ich immer, mache ich das lieber in der Normalebene, oder wechsle ich mal in die Restrukturierung- und Sanierungsebene. Wo geht's schneller, wo geht's billiger? Und da habe ich jeden Tag diese Chance. Und wenn jetzt zum Beispiel sowas kommt, dass es sich abzeichnet, ich war beim Steuerberater, der sagt, da haben sie was falsch gemacht, hier, da kommt bestimmt eine halbe Million Nachzahlung. Dann stehen die meisten da wie die Kaninchen vor der Schlange und warten drauf, dass der Bescheid kommt. Und die überlegen sich, wie sie das Geld verdienen können. Wenn ich aber weiss, es kommt in einem halben Jahr eine halbe Million, dann rufe ich an und sage, in einem halben Jahr kommt eine halbe Million, sage ich prima. Was soll denn rauskommen? Okay, 25.000 kriegen wir die weg, machen wir doch schnell. So, dann machen wir so ein Verfahren. Wenn der Bescheid da ist, ist alles gut. Dann bezahlen wir noch 25.000 Euro, der Rest wird gestrichen. Das klappt in fast allen Fällen, außer ich kann es problemlos bezahlen. Wenn ich natürlich 10 Millionen Cash auf dem Konto habe und es kommen 500.000 Nachzahlungen, da greife ich kein Verfahren mehr. Aber diese Firmen, die findet man ja relativ selten, die so aufgestellt sind. Und deshalb ist der Punkt, wenn ich sowas kriege, dann muss ich anrufen. Aber was wichtig ist, ich muss mich mit den Mechanismen, ich muss die Mechanismen verstanden haben, die Grundmechanismen, damit ich sie in meiner täglichen Planung einbauen kann. Weil ich kann keine Checkliste rausgeben, bei diesen 17 Dingen rufe ich mich an. Es gibt tausende von Dingen, bei denen man anrufen muss. Und das muss man verstanden haben, bei welcher Qualität von Ereignissen ich anrufen muss. Und dafür haben wir dann auch, und das ist der Punkt, weil immer alle zu spät kamen, bei mir habe ich dann ja diese Ulrich Kamera-Akademie aufgebaut. And diese Akademie kann man das eben präventiv lernen. Da bilden wir Leute darin aus, sag ich mal, professionelle Krisenleser zu werden. Wir haben dort Videokurse, wo das alles sehr schön erklärt wird, da kann man sich das im Selbststudium in kleinen Häppchen didaktisch perfekt aufbereitet reinziehen. Wir haben ein Mentoring-Programm, da sind lauter krisenpositive, krisenaffine Unternehmer drin, und die haben einen Riesenvorteil. Da bringt jeder seine Probleme mit. Und immer wenn wir uns treffen, alle 14 Tage, wenn wir uns treffen, hat jeder von den Unternehmern, die da drin ist, wieder eine Krise erlebt. Der normale Unternehmer hat doch gar keine Chance, sich an Krisen zu gewöhnen, denn er hat ja maximal eine im Jahr, vielleicht nur alle fünf Jahre eine. Das ist ja wie Bauträger und Bauherr. Der Bauträger baut fünf Häuser in der Woche und der Bauherr baut ein Haus in Leben. Also hat einen strukturellen Nachteil. Und unsere Unternehmer, die bei uns im Mentoring sind, haben alle zwei Wochen Krise. Und zwar aus verschiedenen Branchen, aus verschiedenen Blickwinkeln. Und dann lernt man, wie das geht und weiß dann hinterher, jetzt ist so ein Indikator da, und jetzt können wir uns das Thema angucken. Ich habe da so ein Beispiel gehabt jetzt. War ein Mentoring-Teilnehmer von uns, der ist im Campingbereich unterwegs, relativ großes Unternehmen, achtstellige Umsätze, hat ewige Zeiten, nur Geld verdient, nur gute Jahre gehabt, und jetzt war mal ein Jahr schlecht. Prompt kommen gleich zwei Großbanken und sagen, wir wollen gerne den Konkurrenz streichen jetzt und so fort, weil jetzt kann man es ja am besten wegnehmen, wo es sowieso schon schlecht geht. Dann wäre der definitiv insolvent gewesen. Der hat das aber sofort erkannt als richtiges Thema, weil er im Mentoring gewesen ist. Hat gesagt, jetzt braucht man Starock, haben wir gemacht. Letzte Woche, ne, vorletzte Woche ging der Plan durch, die zweieinhalb Millionen sind gestrichen, glaube ich, 50.000 Euro haben wir bezahlt. Und ansonsten hat er seinen Laden jetzt weiter. Die Banken sind die Kredite auch los, nur anders, als sie sich vorgestellt haben. Nämlich sie konnten sie jetzt ausbuchen, anstatt dass sie zurückgezahlt kriegen. Ja, und allen ist geholfen.

SPEAKER_00

Also er war halt rechtzeitig da, ja. Also heißt das, also wenn ich jetzt mal so einen Grundgedankenanker mal setze, so wie ich es jetzt gerade verstehe. Wenn ich jetzt als Unternehmer da bin und sobald ich das Gefühl habe, es kann woher auch immer eine größere Summe an Forderungen auf mich zukommen, die, sage ich mal, mein Bankkonto in Anführungszeichen jetzt so sporadisch übersteigt, da muss eigentlich die rote Lampe angehen.

SPEAKER_05

Ja, das ist auf jeden Fall ein Setting, da muss ich einen Hörer in die Hand nehmen, sofort ohne schuldhaftes Zögern. Weil in dem Moment, wo die Fälligkeit eintritt, ist die Chance vorbei.

SPEAKER_00

Was ist vielleicht nochmal für den Unternehmer, der das jetzt nicht auf dem Schirm hat, wann ist diese Fälligkeit da und wann bin ich noch vor der Fälligkeit? Also was löst diese Fälligkeit unwiderruflich aus?

SPEAKER_05

Eine Rechnung ist fällig, wenn draufsteht, zahlen sie bis zum 17.10. Auf jedem Steuerbescheid steht drauf, zahlen sie bis zum 24.08. Solange man davor ist, ist es noch nicht fällig. Okay. Wenn sozusagen das eingetrikt, das kann auch Stundungsvereinbarungen treffen, dann geht es wieder, ja. Also wenn ich dann anrufe und sage, ich kann nicht bis zum 24.08., aber bis zum 31.12. kann ich, und das Finanzamt lässt sich darauf ein, dann habe ich bis zum 31.12. Zeit, so ein Verfahren zu machen.

SPEAKER_00

Ah, okay. Also das wäre jetzt noch so, ich sag mal, der Trick durch die Hintertür. Ich bin drüber und rufe mit wachsweicher Stimme an. Komme mit dem Blumstrauß vorbei und Lindschokolade und sagt, Mensch, hier eine Woche Verzögerung, dann kann ich noch mit dem Uli telefonieren und.

SPEAKER_05

Ein Monat soll es schon sein, weil das ist ein Antrag, der ist 150, 200 Seiten dick, der schreibt sich nicht in einer Woche. Also so drei, vier Wochen sollte man schon haben. Deshalb muss man sich halt auch auskennen, ja, an der Stelle, damit man es frühzeitig erkennt. Okay. Also das ist wirklich dieser Spruch, der frühe Vogel fängt den Wurm, der ist nirgends wahrer als hier. Das ist, und nicht bloß jetzt bei diesen Starbuckthemen, das ist auch bei anderen Sachen so. Wenn ich feststelle, das machen ganz viele Unternehmer falsch. Und zwar meiner festen Überzeugung nach deshalb, weil sie die Alternativen nicht kennen. Die versuchen, auf Teufel komm raus, jedes noch so totkranke Pferd zu retten, indem sie ihre Familie entreichern, ihre Freunde entreichern, ihr Häuschen beleiden, die Lebensversicherung auflösen.

SPEAKER_00

Uliper, pass bist du auf mit deiner Hand? Du kommst manchmal so in Richtung Mikro, dann hört man das. Entschuldigung, passt. Erzähl mal weiter, dass jetzt gewürzt wird.

SPEAKER_05

Ja, aber wie gesagt, die sind so unterwegs und reiten ein scheintotes Pferd immer noch weiter zu Ende, in dem sie frisches Geld reinpumpen. Von der Familie, von Freunden, Lebensversicherung auflösen und und und. Man muss sich im Klaren sein, dass 99 von 100 dieser Fälle funktionieren nicht. Das Geld ist nachher auch weg. Viel intelligenter ist es, zu sagen, ich habe hier ein krankes Pferd, mit dem I have a therapy and make it erst mal gesund, and then make the gate from Family and Friends, so I don't. We're giving me dense hinterher noch geld. Keiner. Keine Bank gives me. Vielleicht ein Business Angel zu unanständigen conditionen. But when I always, what I an leicht verfügbar Liquidität in das tote Pferd gestopft habe, habe ich kein Geld mehr zum Starten. And warum macht man das? Weil man gar keine Idee hat, wie dieses Pferd anders gesunden könnte als durch neues Geld. Es kann aber viel besser gesunden durch Streichen von Schulden, durch Auflösung von Verträgen, durch Beendigung von Mietbäumen, die ich nicht brauche, Leasing-Verträge, die ich nicht brauche. Ich kann sie alle zurückgeben und es kostet mich nichts. Ich kann jeden Vertrag, der existiert, beenden.

SPEAKER_00

Also kannst du ein Beispiel nennen, wie ich das machen könnte oder was ich da mache.

SPEAKER_05

Ja, also ganz konkretes Beispiel. Wir hatten ein Unternehmen, die haben so ganz spezifische HIFI-Sachen gebaut. Und das war während Corona hatten die gute Geschäfte, weil jetzt nicht jeder, was weiß ich, kann ich in Urlaub fahren, kaufe ich mir eine schöne Stereoanlage, wenn irgend so ein HIFI-Freak war. Und sie haben den Umsatz da mehr oder weniger verdoppelt in diesen drei Jahren. Und dann wurde einer ihrer Hauptlieferanten gekauft von einem Wettbewerber. Da ging es um Kondensatoren und ich brauche ja, wenn ich hochwertigste Frequenzweichen bauen will, brauche ich Folienbandkondensatoren. Also weil die dann sozusagen schwingungsfrei hier diese Musikfrequenzen auf die verschiedenen Lautsprecher leiten. Und es gibt ja auch Elektrolytkondensatoren. Und der, der diesen Laden gekauft hatte, war ein Elektrolytkondensatorhersteller, die kann man dafür nicht brauchen, weil nur für ein Kofferradio, aber nicht für was Hochwertiges. Dann hatten die Angst, dass sie keine Bandkondensatoren mehr kriegen und sagen, wir bauen eine eigene Fertigung auf. Haben dann die wahrscheinlich komplexeste und leistungsfähigste Bandkondensator, Wickelmaschine, die es auf der Welt gibt, konstruiert und in Korea bauen lassen für um eine kleine Million. Haben eine Fertigungshalle angemietet, wo man dann eben das ganze Band auch reinstellen konnte. Und dann hatten sie Pech. Irgendein Idiot, anders kann man es nicht sagen, hat in eine Brandschutzwand a Loch gebohrt. And by the abnorme for the in between hat this loch, the abnormal of the start, this loch in der Brandmauer gefunden. Davon wurde dann, aus diesem kleinen Loch wurde ein großes Bauvorhaben der betreffenden Großstadt, ich sag jetzt mal nicht welcher. And and half yeah später war das immer noch nicht in Betrieb. Gleichzeitig liefen aber die Kredite schon weiter, die mussten abbezahlt werden. And es war klar, in einem halben Jahr wird der Laden zahlungsunfähig sein anders in die Insolvenz rutschen. So, dann had the underneath, who was relatively front, that was really in order, and his situation. And they have the toad gerechnet. They have an half year long gerechet, had him detaintere Planungen gemacht. They have not gewartet, so we're in the Regelinsolvent schemen, weil da am meisten Geld verdient wird. Und dann hat er sich durch einen dummen Zufall kennengelernt. Und dann habe ich mir das angeguckt und habe gesagt, das ist ein typischer Fall für ein Schutzschirmverfahren. Sie sind noch nicht drohend zahlungsunfähig. Wir haben auch eine gute Fortführungsprognose, das passt alles. Lassen uns das machen, wir wickeln diese ganze Produktion ab, geben die Maschine an die Leasinggesellschaft zurück, den Mietvertrag für das Gebäude, den zehn Jahresvertrag, den kündigen wir. Wir machen im Prinzip nichts anderes, als den Knopf zu drücken, sozusagen, zurück in die Zukunft. Wir gehen wieder auf unseren alten Status und arbeiten dort weiter. Dann war er sich relativ unsicher, weil das, was er jetzt machen soll, jetzt hat er zwei Ratgeber, der eine sagt linksrum, der andere sagt rechts rum. Dann habe ich gesagt, das ist ganz einfach, ich sage Ihnen jetzt die nächsten zwei Aktionen, die die anderen Ihnen vorschlagen werden. Und wenn das die sind, die ich Ihnen vorschlagen, dann kommen sie zu mir. Genau das ist passiert. The Prophezeiung is erfüllt. Und dann haben wir zwischen den Jahren 1924 einen Vertrag gemacht. Und zu Weihnachten war er wieder raus. We have in diesem Jahr den höchsten Auftragseingang der Firmengeschichte gehabt. We have keinen Mitarbeiter entlassen. Die Firma ist total gesund. Alle Schulden sind weg. Diese Baumaßnahme weg, die Gebäude sind weg, die Mietverträge sind aufgelöst, ohne dass wir auch nur einen Euro-Schaden genommen haben.

SPEAKER_00

Wow. Wenn jetzt wieder jemand, sag ich mal, zuhört und vielleicht auch in ähnlichen Situationen ist, also okay, der hat das Gefühl, ich muss mit dem Uli sprechen und gleichzeitig vielleicht das Gefühl, Mensch, das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Warum ist das möglich? Du hast gerade schon ein Wort gesagt, Schutzschirmverfahren. Vielleicht kannst du nochmal sagen, was ist das und für wen ist das?

SPEAKER_05

Also es gibt fünf, also das, was man so als Insolvenz kennt, ist die Regelinsolvenz. In der Regel wird die Firma verkauft oder zerschlagen. Das ist das, was im allgemeinen Köpfen drin ist. Es gibt aber fünf Verfahren, die vom Gesetzgeber angeboten werden. Nur vier haben keine Lobby und die Unternehmer kennen sie nicht. Die Insolvenzverwalter wollen sie nicht, weil sie dort weniger verdienen. Und die Unternehmer kennen sie nicht und können sich deshalb nicht entscheiden. Weil was ich nicht kenne, kann ich ja auch nicht wählen. Logisch. So. Und das erste ist dieses Staruck-Verfahren, dieses Gesetz Staruck. Darin gibt es zwei Verfahren. Das eine ist die Sanierungsmoderation. Das ist im Prinzip so eine angeleitete Mediation, wo man vom Gericht einen Mediator bestellt kriegt, muss ich aber 100% Zustimmung erreichen. Also kommt sehr selten vor, dass das funktioniert. Dann kommt als zweites die Restrukturierung, das ist das, was ich vorher erzählt hatte. Da macht man so eine Gruppenbildung. In jeder Gruppe brauche ich 75% Mehrheit und dann kann ich, wenn ich die Mehrheit der Gruppen habe, alle Nicht-Zustimmenden trotzdem zu einem Plan verpflichten. Also diese 62,5 durch 50.000. Oder das Produkthaftungsthema, was wir vorher hatten. Dann gibt es als zweites Gesetz das ESUG, das ist das Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen, gibt es jetzt seit 14 Jahren. Ist trotzdem auch nicht in den Köpfen der Unternehmer angekommen, hat auch keine Lobby. Und dort gibt es wieder zwei Verfahren. Das eine ist das Schutzschirmverfahren, da darf ich rein, wenn ich noch nicht zahlungsunfähig bin, aber vielleicht schon überschuldet. Also ich bin schon insolvenzreif, aber ich bin noch zahlungsfähig. Dann darf ich ins Schutzschirmverfahren gehen. Und wenn ich auch schon zahlungsunfähig bin, dann darf ich in die Eigenverwaltung gehen. Das ist das vierte dieser Verfahren. Vorteil in diesem ganzen Verfahren ist, ich als Unternehmer bleibe der Chef, ich bin mein eigener Insolvenzverwalter. Es gibt keinen Insolvenzverwalter in diesen Insolvenzverfahren, das bin ich als Unternehmer. Es gibt lediglich vom Gericht einen Schiedsrichter, der beigestellt wird, der aufpasst, dass wir keinen Scheiß machen. Also beim Staruk heißt das Restrukturierungsbeauftragter, beim ESU heißt das Sachwalter. Aber der hat die Funktion des Schiedsrichters beim Fußball, der passt auf, dass wir die Regeln einhalten, aber er läuft nicht nach dem Ball und schießt keine Tore und schon gar keine Eigentore. Und dann gibt es noch, und das ist noch so ein cooles Thema, was auch keiner weiß, und das ist ja für die große Zahl der Unternehmen sind ja, sag ich mal, Personengesellschaften und Kleinstunternehmer und Solo-Selbstständige. Und für die heißt Insolvenz ja immer in der Vorstellung, ich gehe in die Insolvenz und danach bin ich drei Jahre auf Hartz-IV-Niveau runtergebremst. Haus weg, Frau weg, Kind weg, neue Adresse unter der Bahnhofsbrücke 7, und nach drei Jahren kann ich wieder weitermachen. Das ist eine schöne Geschichte, hat mit der Realität aber null zu tun. Weil es gibt auch in diesem Verfahren wieder ein Unterverfahren, das wieder keine Lobby hat, weil man damit kein Geld verdienen kann, wenn ich Verwalter bin. Und das ist die sogenannte Betriebsfreigabe. Da passiert folgendes. Also es ist tatsächlich so, wir fangen vielleicht nochmal vorne an, im Normalfall kriegen die Leute dann gesagt, na, das mit der Unternehmerei, das war ja nichts so für dich. Geh mal schön angestellt arbeiten für 4000 Euro, ja. Und dann zahlst du jeden Monat deine 1800 an mich hier in die Masse und nach drei Jahren bist du raus, kriegst du Restschutzbefreiung und dann kannst du wieder befreit durchatmen. Bei uns ist das anders. Kommt so jemand zu mir und sagt, hallo, hab diese Situation, Geschäft habe ich eigentlich genug, ich habe aus irgendeinem Grund, ist halt diese Altlast angefallen, kommt da nicht weg. Dann ist die erste Frage, was hast du gelernt? Kommt raus, Industriekaufmann. Dann gibt es da so ein Programm beim Statistischen Bundesamt, da kann man nach Region und Alter und Ausbildungsberuf gucken, was der Durchschnittsverdienst wäre brutto. Dann ermittelt man den zugehörigen Netto lohn, je nachdem wie viele Kinder they had, and guard what they as industriekaufman then netto verdienen would and what fendbar wäre. Ich sage jetzt mal as Richtschnur, singles 1600, with einem Kind 2000, with two kindern 200, with three kindern 208, vendors frei. Ich sag mal, ein Webentwickler that mal Industriekaufmann gelernt hat, der macht monatlich immer seine 10.000 Euro. Hat er über Jahre gemacht, is halt was schief gegangen, whereum auch immer, ja, und der Steuerberater hat vergessen, Steuern abzuführen oder irgend sowas, ja, und jetzt stehen halt 100.000 im Raum, die ihn umbringen. Dann gehen wir in so ein Regelinsolvenzverfahren und lassen diesen Betrieb freigeben. Und dann muss er nur 36 Monate das abführen, was er als Industriekaufmann abführen müsste. Jetzt nehmen wir mal an, der hat ein Kind, dann sind 1980 oder sowas freigestellt, er verdient 2.1, dann bezahlt er 36 mal 120 Euro. Die 100.000 Euro Schulden sind weg. Und nach acht Wochen, wenn er Mitarbeiter hat, nach drei Monaten wird der Betrieb freigegeben und er kann die gesamten 10.000 Euro abzüglich der 120 Euro behalten.

SPEAKER_00

Wow, wow. Also das ist ein kompletter Game Changer.

SPEAKER_05

Ist ja ein bisschen anders, ne? Und das ist das Schlimmste, was dir passieren kann. Schlimmer kann Insolvenz nicht werden, dafür braucht man keine Angst haben. Das heißt, wer das kennt, hat auch keinen Stress mehr bei der Family. Der hat keine schlechten Abendgespräche mehr. Der hat keine durchwachten Nächte, der hat keine Angst, weißt, wenn der Krise hört, lacht der nur.

SPEAKER_00

Also ja, ich meine, also mir, ich sage mir, mir kamen jetzt gerade zwei Leute aus dem Bekanntenkreis, ging mir gerade da so durch den Kopf, die da auch so ein bisschen unverschuldet reingekommen sind und dann den klassischen Weg, sage ich mal, gegangen sind und da durch die durch das Tal der Tränen gerobbt sind, so wie du das auch kennst, aber es ist ja wirklich der Wahnsinn, also was es eigentlich für Möglichkeiten gibt, die ja mehr als schonend sind, sage ich jetzt mal, und wirklich einen zweiten, dritten Versuch auch zulassen und nicht einen in Anführungszeichen komplett fertig machen, wenn man dadurch die klassische Insolvenz, sage ich jetzt mal, läuft.

SPEAKER_05

Ja, ja, und der Staat will das ja, der hat ja die Gesetze gemacht. Das sind ja keine Schlupflöcher, das sind nicht irgendwie dunklen Winkelzüge und irgendwo im Grauen und Finsteren machen wir irgendwas. Das sind ja offizielle Verfahren, die vom Staat so vorgesehen sind. Also man kann auf den Staat, sag ich mal, an vielen Stellen schimpfen mit ganz vielem Recht, aber an der Stelle, sag ich mal, zu den Sanierungsmöglichkeiten für Unternehmen, ist Deutschland ein Paradies. Es geht, also hier was weiß ich, ein Boris Becker, wenn der zu mir gekommen wäre, statt seine Insolvenz in England zu machen, wäre er nicht im Knast gesessen. Das wäre stressfrei durchgegangen in drei Monaten. Er hätte es halt nur hier machen müssen, aber die Leute wissen es nicht. Ich werde immer wieder gefragt, lohnt es sich noch nach Irland zu gehen, nach Frankreich, nach Zypern, nach Malta, nach England. Das war vor 20 Jahren, war das alles mal vernünftig, als es bei uns sieben Jahre waren und dort konnte man in einem Jahr oder in zwei Jahren rauskommen. Inzwischen ist das bei uns in drei Monaten raus, wenn man es richtig macht.

SPEAKER_00

Also eigentlich total in Anführungszeichen unternehmerfreundlich, nur keiner weiß, dass es A das gibt, geschweige denn, wie es geht. Genau.

SPEAKER_05

Und deshalb, man muss ja mal sehen, aber in den Jahren 2012 bis 2025 gab es knappe 290.000 Firmeninsolvenzen. Und es haben buchstäblich von diesen Verfahren, die unternehmenserhalten sind, ja, 2500 etwa stattgefunden. Eigentlich verrückt, oder? Und die anderen 285.000, ja, die haben sich, ich sage jetzt mal, ganz hart sinnlos abschlachten lassen. Ohne jeden Not. Da war kein Grund für da. Ich bin überzeugt, natürlich, manche Firmen, die gehen auch einfach nicht mehr, funktioniert halt nicht mehr. Aber von diesen 285.000 hätten 200.000 hundertprozentig überleben können. Und vielleicht auch 250.000.

SPEAKER_00

Ich glaube gerade, was du ja auch gesagt hast, da ist ein Unternehmen, was wirklich jahrzehntelang vielleicht auch schon in einer zweiten, dritten Generation geführt wird. Also was eine absolute Daseinsberechtigung hat. Und manchmal gibt es trotz besten Wissen und Gewissens einfach mal Situationen, die gegen dich laufen, die unglücklich laufen und die dann einfach so eine temporäre Schieflage erzeugen, die dann aber, wenn ich unwissend bin, mich in die Insolvenz führen und ein Traditionsunternehmen oder vielleicht 100, 200 Arbeitsplätze vernichten, was völlig unnötig ist, nur wegen so, in Anführungszeichen, Verfahren, die dann da knallhart durchgezogen werden. Ja, ja, klar.

SPEAKER_05

Das ist ja genau das Problem. Und sei es ja nur, dass ein Kunde nicht zahlt, dass eine Steuerausstattung nicht kommt. Dass, was weiß ich, die Banken kontakrent kündigt, wie hier bei den Menschen mit dem Capping. 20 Jahren existierendes achtständiges Unternehmen wäre einfach sang- und klanglos verschwunden, wenn er nicht zufällig bei mir im Mentoring gesessen hätte. Und so haben wir in drei Monaten oder dreieinhalb Monate hat es gedauert, ja. Da haben wir das Thema erledigt und alle waren fröhlich.

SPEAKER_00

Also die, die den Stein geworfen haben, haben ihn als Bumerang zurückbekommen in dem Fall. So ist es, ja, genau. Treffer versenkt, die schwimmen nicht mehr. Du hast jetzt gerade was gesagt, wenn der Kunde nicht zahlt, da weiß ich noch aus unserer Diskussion aus Luzern, dass das ja auch ein Thema ist, was gar keiner kennt, wo man ja auch sich selbst, wie soll ich sagen, die Schlinge um den Hals legen kann. So ist es, ja. Gib doch dann nochmal dein Wissen zum Best. Also Stichwort Kunde zahlt nicht, also ich habe offene Forderungen und hätte gerne das Geld. Was darf ich dann nicht machen? Was aber, keine Ahnung, wahrscheinlich aus Unwissenheit 80, 90 Prozent aller Unternehmen machen. Ja, also was ist die Konsequenz etc.

SPEAKER_05

Das ist tatsächlich ein Thema jetzt. Ich haue das gerne raus, jeder, der das weiß und es sich daran hält, und das kann ich morgen machen, der kann damit Hunderttausende von Euro sparen, jeder, der hier zuhört. Und ich muss nichts machen, außer ein bisschen drüber nachdenken. Und zwar ist das folgendes: Ein Insolvenzverwalter kann Transaktionen, die der insolvente Schuldner gemacht hat oder auch unterlassen hat, also jegliche Rechtshandlung nicht tun ist auch eine Handlung, kann er anfechten bis zu zehn Jahre lang. Je nachdem, was es ist, unterschiedliche Dinge, ja? So, und jetzt nehmen wir mal an, das ist ein realer Fall, den habe ich tatsächlich so erlebt. Da war so eine kleine Baumarktkette. Dieser Baumarkt hatte kleine Handwerker, die so im Jahr für 100.000, 150.000 Euro eingekauft haben. Und dann hat, wie das so ist, im Sommer liefen die Geschäfte gut und im Winter liefen sie schlecht. Der hatte 30 Tage Zahlungsziel auf seiner Rechnung stehen und ab Oktober hat der mehr oder weniger angeschrieben und ab April haben die dann wieder ihre Deckel bezahlt. Und das haben die über Jahre gemacht, immer so im Kreisraum, ja, hat alles soweit funktioniert. Und dann ging irgendwann mal einer dieser Handwerker pleite. Der Verwalter ist irgendwie drauf gekommen, dass das eben seit Jahren so Usus ist und hat dann von dem Baumarkt sämtliche Umsätze der letzten 10 Jahre zurückgefordert.

SPEAKER_00

Also jetzt soll man zum Mitschreiben, weil ich finde das ja so unglaublich den Fall. Also, da ist der Dachdecker Müller, der kauft seit 10 Jahren beim Baumarkt ein. Und der Baumarkt ist so lieb und nett, weil er sagt: Naja, also Müller, ich verstehe dich, mal geht es besser, mal schlechter im Winter mit deiner Dachdeckerei, da ist nichts mit Dachdecken. Also da kriegst du sozusagen Kredit von mir, und dann, wenn es wieder bei dir losgeht, das Wetter schön ist, dann zahlst du.

SPEAKER_05

Genau.

SPEAKER_00

Also hat den eigentlich unterstützt, ja? Und die haben einen Deal gefunden, so sage ich das jetzt mal neudeutsch. So ist es.

SPEAKER_05

Wie geht's weiter? Ein Insolvenzverwalter guckt ja immer aus der Zukunft in die Vergangenheit. Und da sind ja Prognosen deutlich einfacher als in der anderen Richtung. Und deshalb sagt er dann: Mein lieber Baumarkt, wenn du nicht durch deine aktive Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit dieses Kunden ihn mit deinen Aktivitäten hier am Leben erhalten hättest, dann wären alle die Gläubiger, die wir heute hier auf der Liste haben, gar nicht Gläubiger geworden. Denn er hätte schon vor 10 Jahren zugemacht. Wahnsinn. Und deshalb hast du einen gewissen Anteil, eine gewisse Schuld daran, dass die jetzt dran sind. Und deshalb gib bitte das, was du erlangt hast, raus. Und du darfst natürlich deine 1,5 Millionen gerne zur Tabelle anmelden. So, jetzt muss man sagen, so ganz falsch ist das ja noch nicht mal. Es ist nur im Ergebnis ganz schlimm. Ja, vor allem das Schlimme ist, dass man es nicht weiß. Weil natürlich ist es so, die heutigen Gläubiger hätten nie Schulden bei denen, der hätten nie Schulden bei denen gehabt, wenn er schon vor 10 Jahren geschlossen hätte. So, und das Schlimme ist ja, ich muss nicht den Gewinn rausgeben als Baumarkt, der vielleicht 10, 12 Prozent hat, sondern ich gebe ja den Umsatz raus. Das heißt, wer hat denn da, die 1,5 Millionen kommen aus dem Gewinnkonto. Die kommen nicht aus dem Umsatzkonto, die kommen aus dem Gewinnkonto. Absolut, die Ware ist ja weg. Das heißt, die geben 15 Millionen Umsatz, müssen die in den nächsten 14 Tagen zurückgeben. Das hält kaum einer aus. Also einen vielleicht, den zweiten sicher nicht. Und das Schöne ist, und das Schlimme ist, man hätte das mit einem Federstrich lösen können, das Problem. Man wäre nämlich hergegangen und hätte gesagt, okay, pass auf, liebe Handwerker, wir haben eine Lieferbedingung. Von April bis September haben wir 30 Tage. Und von Oktober bis März haben wir sechs Monate. Dann wäre die Zahlung innerhalb vereinbarter Fristen erfolgt mit dem gleichen Ergebnis und die Rückforderung hätte nicht stattgefunden.

SPEAKER_00

Also das heißt, ich hätte einfach ein anderes Zahlungsziel gestellt.

SPEAKER_05

Nur das Zahlungsziel. Es geht ja immer darum, wenn es um Insolvenz geht, kann ich fällige Rechnungen noch bezahlen oder nicht? Das ist ja die wesentliche Frage. Eine Rechnung, auf der 180 Tage Zahlungsziel steht, ist halt nicht fällig, solange Winter ist. Ich hätte also genau das erreicht und dann wäre ja alles so gewesen, wie es kauft, Leute. unter sich vereinbart haben. Das hätte nicht einen Cent mehr gekostet, ich hätte nur ein anderes Fällig bis zum Datum eintragen müssen. Und das Problem wäre weg gewesen. Das gleiche Problem auch, ich hau den gerne auch noch aus, sag ich mal, weil das auch wieder jedem Einzelnen hier, sag ich mal, wenn es darauf ankommt, das Leben retten kann. Die allermeisten von euch schreiben Mahnungen. Da machen sie sich Luft und regen sich auf, dass das Geld nicht kommt, das wäre ein Unding. Und wenn du jetzt nicht machst, dann schicke ich dir Moskau in Kasse und die nehmen es auch in Nieren und Kniescheiben. Der legt diesen Brief ab, der Kunde. Der Insolvenzverwalter findet ihn und ab diesem Zeitpunkt gibst du jeden Umsatz zurück. Denn dieser Brief signalisiert ja, dass du weißt, er kann nicht alle bezahlen. Du wolltest ihn bedrohen, erpressen, wie auch immer das nennen will, dass er dich anderen gegenüber bevorzugt. Und deshalb musst du das Geld wieder hergeben. Ab diesem Zeitpunkt. Alle Umsätze, so wie der Baumarkt auch. Denn du hast das ja gewusst.

SPEAKER_00

Also nochmal zum Mitschreiben, damit ich das jetzt richtig verstehe und jeder, der hier zuhört, weil das ist ja völlig verrückt oder abnormal dem, was man sonst so weiß, hört, kennt, macht. Also das heißt, wenn ich jetzt ein Kunde von mir zahlt nicht, ich denke mir, okay, da war Zahlungsziel, keine Ahnung, immer 14 Tage. So, und jetzt die 14 Tage sind rum, der hat nicht gezahlt. Ich schicke dem jetzt eine Mahnung, ich schicke dem eine zweite Mahnung und dann, keine Ahnung, was dann da häufig drin steht. Also zum Glück mache ich das so nicht, aber so wie man es dann kennt, dann gibt es irgendwie eine dritte Mahnung und irgendwann wird irgendwie, glaube ich, Gericht angedroht oder was auch immer.

SPEAKER_05

Dann bezahlt der Kunde, dann geht er pleite, der Brief mit dem Gerichtsandrohung wird gefunden, dann gibst du das Geld wieder her.

SPEAKER_00

Und auch bei der zweiten Mahnung, darf ich überhaupt eine Mahnung schicken?

SPEAKER_05

Ja, aber sie darf nicht zu erkennen geben, dass du Ahnung hast von der Zahlungsunfähigkeit. Wenn ihr wissen wollt, wie man eine vernünftige Mahnung schreibt, zahlt man die Vodafone-Rechnung nicht oder die Telekom-Rechnung nicht. Da kommt die beste Vorlage, die man kriegen kann. Diese Vorlagen sind seit 2017 da, da ist das Gesetz so geändert worden, dass das gilt. Bis dahin haben die diese Drohmahnungen geschrieben. Seit dieser Zeit schreiben die ihn etwa so, sie haben ja ihre letzte Rechnung nicht bezahlt. Können wir verstehen, kommt bei uns auch ab und zu vor, Unordnung ist überall, wenn Sie mal dazukommen, dann machen Sie es doch bitte. Ja, und dann wird halt hinterher, und dann macht man notfalls eine Ratenzahlungsvereinbarung, die der sicher einhält. Weil 2017 kam ins Gesetz, wenn man eine Ratenzahlungsvereinbarung macht und nichts anderes weiß an Kenntnisse, sondern die isoliert dasteht, ist das kein Indiz mehr für die Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit. Vorher war das das, deshalb musste der Baumarkt zurückzahlen. Seither hat man das ein bisschen geändert, aber in dem Moment, wo die Drohung dabei ist, ist dieser Ausweg verbaut. Und dann ist der nächste Schritt natürlich zu sagen, okay, jetzt kam es wieder nicht, also ab sofort Vorkasse, ab sofort dies, ab sofort das, ab sofort jenes. Also das ist natürlich schwierig, weil man natürlich auch den Auftrag gern haben will. Aber ich muss es dann zumindest irgendwie berücksichtigen oder zurückstellen. Ich kann ja auch Rückstellungen in der Bilanz für sowas bilden. Ich kann ja Rückstellung von eine potenzielle Insolvenzanfechtung bei den Kunden stellen, wenn ich sage, ich habe immer so säumige Zahler. Muss ich dann im Einzelfall mit dem Steuerberater besprechen. Aber genauso wie ich Gewährleistungsrückstellungen machen kann, kann ich sowas sicherlich auch zurückstellen.

SPEAKER_00

Okay, also ich sehe schon, das ist wirklich Detailarbeit oder man muss sich dann wirklich auskennen und da gibt es unheimlich viele Fallstricke beziehungsweise auch ganz viele Chancen. Also was ich jetzt ja auch von dir so mitnehme ist, es ist noch lange nicht die Dunkelheit da. Nur weil ich jetzt mir das gerade so einbilde oder nur dunkel sehe. Aber es gibt ganz viele Auswege, in Anführungszeichen, ich muss nur jemanden kennen, der sie kennt.

SPEAKER_05

Ja, und es geht immer weiter. Also ich sage das noch deutlicher, als du es gerade eben gesagt hast. Die Unternehmerreise beendet nur der Unternehmer. Niemand anders. Also ich sage jetzt mal, was weiß ich, irgendwelche kriminellen Dinge und so mit einer Gewerbeuntersagung, lassen wir jetzt mal alles mal weg. Aber die normale Unternehmerreise beendet nur der Unternehmer. Kein Insolvenzverwalter, kein Gericht, niemand schafft das. Es geht immer weiter. Also der Worst Case ist ja das, was wir vorher gesehen haben mit der Betriebsfreigabe. Ja. Das ist der Worst Case, der kommen kann. Wenn du irgendetwas kannst als Person, wo du sagst, damit kann ich meine 10.000 Euro im Monat verdienen. Oder auch bloß 5.000, 6000, 7.000, ja. Und das machst du als Gewerbe, dann ist das, was da rauskommt, abzüglich 100, 200 Euro, vielleicht in den Extremfall auch mal 500, das, was du behalten darfst in der Insolvenz. Schlecht, da kommt es nicht.

SPEAKER_00

Und das ist ja so ein bisschen.

SPEAKER_05

Also du kannst ja sogar in diese Einzelunternehmung dann, wenn das läuft, kannst du 10 Leute anstellen und 100.000 im Monat verdienen.

SPEAKER_00

Ja, absolut, ja, Wahnsinn. Also das sind ja ungeahnte Chancen. Ich denke mir jetzt gerade nochmal im umgekehrten Fall, also ich bin da jetzt Unternehmer, also was kann ich tun? Ich bin Unternehmer und hab da jetzt jemanden auf der anderen Seite, nehmen wir mal dieses Batteriebeispiel, ja, also das heißt, ich habe die ganzen Batterien gekauft und habe damit jetzt auch irgendwie, keine Ahnung, meine Solarparks gefüllt. So, und jetzt funktionieren die Dinger nicht. Jetzt habe ich aber fröhlich bezahlt, die Dinger funktionieren nicht, sind alle kaputt. Ich sage, hey, bitte tausch dir einmal aus. Und jetzt hat der Unternehmer leider beim Uli und sagt, ja, würde ich gerne genau, also ich bin raus. So, jetzt habe ich ja das Problem. Genau, für dich habe ich gute Nachrichten. Darauf wollte ich hinaus. Also was kann ich machen, wenn mich sowas schuldlos ereilt? Also einfach, dass ein Lieferant da die Grätsche macht, aber eben ein bisschen gebildet ist.

SPEAKER_05

Die gute Nachricht heißt, typischerweise hast du die ja nicht barbezahlt, sondern hast sie ja finanziert oder geleased.

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_05

Also die kauf ja keinen Mensch, eine Photovoltaikanlage aus Cash aus der Portokasse. Also eine von 10.000 vielleicht, ja?

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_05

Und die Batterien genauso. Also sind die alle finanziert. Und jetzt kommst du zu mir und sagst, ach, scheiße, die Dinger, jetzt habe ich sie hier am Backen, ja. Dann kommst du zu mir, rufst mich an und dann machen wir eine Eigenverwaltung. Und dann sagen wir, Diesengesellschaft holt den Schrott ab, danke Wiederhören. Wer mach's nicht.

SPEAKER_00

Holt den Schrott ab. Gib mir noch drei Sätze. Ich muss jetzt nur lachen, weil das ist ja alles so, es ist ja hochspannend. Deswegen habe ich ja gesagt am Anfang, wer den Podcast hier nicht hört, als Unternehmer, der bestraft sich selber und der lasst eine Hilfeleistung für einen selbst. Gib mir nochmal zwei, drei Sätze oder noch ein bisschen Fleisch an den Knochen, damit ich verstehe, Eigenverwaltung.

SPEAKER_05

Gerne, es war jetzt wirklich die extreme Kurzform, weil es eigentlich wirklich so einfach ist. Aber natürlich muss man dazu den Hintergrund wissen. So, also der Batteriehersteller hat ein Starbuckverfahren gemacht. Ich habe gesagt, wir sind schon 50 Stück explodiert, die anderen darf ich nicht mehr betreiben, weil die Leute, wo die Dinger stehen, sagen hier, ich lasse mir meinen Keller nicht abfackeln, schalte das Ding aus. So, jetzt macht der andere einen Starrock, bin ich gekniffen, jetzt sitze ich auf diesen Dingern. Die habe ich alle finanziert, die monatliche Tilgung läuft weiter. Ich weiß, in drei Monaten kann ich die nicht mehr zahlen, dann bin ich platt. Weil ich ja von den Einnahmen gerechnet habe, die Tilgung zu bezahlen und nicht einfach nur so, ja? Ja. Dann sage ich, was der eine kann, kann ich vielleicht auch, kann ich ein Starbuckverfahren machen. Ist die Antwort nein, kann ich nicht. Warum kann ich kein Starbuckverfahren machen? Ist zwar noch nichts fällig, das würde gehen, aber ich muss ja diese geleasten oder finanzierten Batterien loswerden. Dazu muss ich in einen Vertrag eingreifen. Im Starbuck kann ich nicht in Verträge eingreifen, da kann ich nur Geldschulden regeln. Ja, das ist leider so gemacht worden. Also bis zum Tag vor der Abstimmung im Bundestag 2021 war das noch mit drin, ist aber nicht drin geblieben. Haben sie über Nacht rausgeworfen. Also muss ich ein Schutzschirmverfahren oder eine Eigenverwaltung machen. Wir haben es vorher schon gehört, ESUB. Dann mache ich eines dieser Verfahren, dort kann ich alles machen, was das Insolvenzrecht bietet. Insbesondere habe ich als Unternehmen das Recht zu entscheiden, welche Verträge ich aufrechterhalten will und welche ich beenden will. Ohne dass es mich was kostet. Also ich habe für 50 Millionen Batterien gekauft. Und der jetzt will ich die nicht mehr, weil es nicht geht, weil sie dann kaputt, funktioniert nicht mehr, kann ich nicht mehr machen. Dann schreibe ich einen Brief mit 95 Cent Porto, glaube ich, ist es im Moment. Ja, lieber Niasinggeber, ich mache von meinem Wahlrecht nach 103 Gebrauch und erwähne Nichterfüllung. Bitte vereinbaren Sie einen Termin, damit Sie Ihren Schrott hier abholen können.

SPEAKER_00

Und ich bin wieder gesund. Das ist ja völlig verrückt. Das heißt also, ich gebe das dann, also ich wähle Nichterfüllung. Wähle Nichterfüllung heißt, ich zahle nicht mehr weiter. Ich will sie nicht mehr haben, holst du ja. Funktioniert es auch bei Dienstleistungen? Bei allem. Bei allem.

SPEAKER_05

Funktioniert bei allen Verträgen, bei Mietverträgen, was weiß ich, Automobilzuliefern gehen ja momentan ständig pleite. Die haben Maschinen gekauft, die haben Hallen angemietet, die haben Hallen gebaut, was weiß ich. Wenn ich rechtzeitig komme, Eigenverwaltung will ich nicht mehr haben, holst du ab.

SPEAKER_04

Wow.

SPEAKER_05

Ja. Und wenn man das so ein bisschen mal zusammensetzt, das kommt mir auch jetzt so gerade beim Gespräch so, habe ich so noch gar nicht so gesagt. Aber wenn man das mal alles so hört, dann sieht man nämlich auch, dass sich hier einen Kreis schließt. Ich habe einen gesamten Krisenregelkreis, wenn man das genau anguckt. Selbst wenn ich von so einem Domino-Effekt getroffen werde, gibt es auch für mich eine Lösung in dieser Krisenlogik. Und das muss man einfach, aber dazu muss ich die Logik verstanden haben, bevor es passiert. Der klassische, der dieses 50-Millionen-Problem hat, der sitzt so lange in Schockstarre, bis nichts mehr geht. Bis die Bank ihm den Kredit kündigt. Bis irgendwas passiert. Bis irgendeiner einen Regelinsolvenzantrag stellt. Und dann hat er sein Lebenswerk verloren. Ohne Not. Also ich habe gerade es braucht ein paar Monate und man muss ein paar hundert Seiten Papier schreiben und es ist ein bisschen Blutschweißtränen, gehört dazu. Aber hundertprozentig geht es so aus, wie ich gesagt habe. Am Ende ist das Zeug vom Hof. Ich bezahle ein paar Euro Abstand, so viel, wie ich mir leisten kann und ich kann weitermachen.

SPEAKER_00

Ja, also völlig verrückt oder ich meine, die positive Nachricht ist, dass es hier ganz, ganz viele Möglichkeiten gibt und ich sag mal Fluchttüren, ja, also wo man noch, gerade wenn es brennt, wirklich noch raus aus dem Haus kann, ohne selber dabei, in Anführungszeichen, drauf zu gehen. Und man muss es halt nur wissen, und ich glaube, dass was ich jetzt auch so ein bisschen mitnehme, eben diese Wachheit. Ich weiß nicht, wie du das auch erlebst. Ich glaube, viele Unternehmer, wenn es die dann ereilt, viele erstarren dann auch. Also die sind so geschockt, dass die wieder Maikäfer auf dem Rücken liegen dann.

SPEAKER_05

Ja, natürlich, und warum ist das so? Wir haben früher gelernt, von 290.000 oder 285.000 haben 2.500 das richtige Verfahren gemacht, 282.000 das falsche. So, jetzt habe ich als Unternehmer zehn kennengelernt, zehn Unternehmer kennengelernt, die in die Insolvenz gingen. Die haben es nach menschlicher Messen alle falsch gemacht. Sie haben alle alles verloren und blieben auf einem Haftungshaufen übrig und die Hälfte hat sich noch scheiden lassen. Und das Haus war weg. Ja, also habe ich doch Angst davor, dass ich mich scheiden lassen muss und das Haus ist weg. Aber dass ich nur deshalb Angst haben muss, weil alle es falsch gemacht haben und es keinen Grund gibt, dass ich es auch falsch mache. Ja, wenn ich es richtig mache, geht es mir gut. Aber wenn ich keinen einzigen Fall finde, der es getan hat, und das ist ja wie Stecknadel im Heuhaufen suchen, dann ist eben, sage ich mal, insolvent gleichbedeutend eben mit Tod. Und nachdem ich gegen den Tod nichts tun kann, erstarre ich davor und hoffe, dass das Gewitter irgendwie doch noch vorbeizieht. Dabei ist der entscheidende Punkt nur zu agieren, zu handeln, solange es noch geht, mich selber am Joystick zu setzen und sagen, ich fahre jetzt durch den Sturm, ich bin der Kapitän, ich gehe nicht runter von meiner Brücke, ich sitze hier verdammt nochmal an meinem Steuerrad und der stimmste Sturm hört auch mal auf. So und dann bin ich da drin, dann geht das drei Monate, sechs Monate, neun Monate. Sturm ist vorbei und ich habe schön Wetter. Die Firmen, die bei uns aus den Verfahren kommen, die sind im Branchenvergleich mit die gesündesten. Warum? Die haben die Schuldenseite gestrichen, nahezu bis auf null. Die haben Eigenkapitalquoten, bis der Arzt kommt, weil sie ist ja auf der Passivseite nichts mehr da. Das sind alles kerngesunde Unternehmen, die da rauskommen, also nicht mal papiertechnisch. Das heißt, du hast die allerbesten Chancen, sage ich mal, was zu tun.

SPEAKER_00

Es ist eine zweite Chance, ne? Also ich kann wieder durchstarten und ich glaube gerade, ich meine, wenn jetzt jemand wirklich Misswirtschaft betreibt, was es ja auch gibt, dann wird es danach auch nicht irgendwie weitergehen, weil da ist ein grundsätzliches Thema drin. Aber wir haben jetzt ja verschiedenste Beispiele, hast du ja auch erzählt und so geht es ja auch vielen, die einfach tolle, gesunde Unternehmen haben, wo einfach Dinge manchmal komplett gegen dich laufen oder einfach Zeitfenster gegen dich laufen, wo du einfach eine Überbrückung brauchst und so weiter. Und ich glaube, für diese ganzen Fälle, wo wir einfach von guten Unternehmen reden, von tollen Unternehmern reden, ist das, glaube ich, ein Segen, solche Wege zu kennen, weil es einfach ein Lebenswerk in die Knie zwingt, was gar nicht sein muss, und man wirklich dann eine zweite Chance hat und voll durchstarten kann.

SPEAKER_05

Ja, voll unverschuldet. Ich habe momentan permanent Bauträger, die können doch nichts dafür, dass der Put in die Ukraine angreift, die Materialpreise durch die Decke gehen, der Sprit doppelt so teuer wird, die zinsen sich vor vierfach. Und dann kommt die Bank, das ist ja das Perverse, deshalb habe ich ja auch so einen Rochus auf die Banken.

SPEAKER_04

Ja, verstehe ich.

SPEAKER_05

Weil eine Bank ist ein Institut, das bei Sonnenschein Regenschimmel verleiht und beim ersten Regentropfen die wieder einsammelt. Das ist doch eine vollkommene Sinnlosigkeit, wenn ich hergehe und dann sage ich, in so einem Fall, wie das jetzt ist, ich habe Bauträger, die haben teilweise 100, 150 Millionen Volumen. Haben ein Leben lang das aufgebaut, das ist alles sauber. Das ist über 30 Jahre gegangen und jetzt kommt die Situation, dann werden ein paar Kredite fällig, und anstatt zu sagen, okay, wir suchen eine Lösung, wie wir das nachfinanzieren können, kommt der lapidare Satz auf der Schublade, verstärken Sie die Sicherheiten. Wenn Sie das nicht tun bis zum, dann kündigen wir das Gesamtengagement und dann bricht so ein Portfolio auseinander ins Nichts. Ja, das ist ein Wahnsinn.

SPEAKER_02

Absolut.

SPEAKER_00

Ja, also ich will nicht sagen, zum Glück bist du selber einmal da durchgekrochen, weil das war mit Sicherheit alles andere schön. Ich sag mal, genau, im Nachgang, glaube ich, kannst du jetzt wahrscheinlich sagen, zum Glück musste ich da einmal durch, weil das hat mich so viel gelehrt und ich kann vor allen Dingen nicht nur, ich gehe mal so weit, nicht nur so vielen Unternehmern helfen, sondern auch, da hängt ja noch viel, viel mehr dran, inklusive Mitarbeiter, also ich sage mal, so vielen Familienschrägstrich Menschen helfen, wo es ja einfach um Existenzen geht. Also es geht ja nicht nur um den Unternehmer an sich, sondern ich kenne so viele Unternehmer, die bei mir da im Coaching sind, die ja auch, also die fühlen sich ja verantwortlich auch für jeden Mitarbeiter. Das ist ja wie eine erweiterte Familie zum Teil, wo die sagen, nee, Timo, ich habe nicht nur die Verantwortung für die 50 Mann hier, sondern ich ernähre hier 200 Menschen vielleicht. Und für die fühle ich mich verantwortlich, für die stehe ich auch ein Stück weit morgens um sieben im Betrieb, weil ich auch die Verpflichtung spüre, die zu ernähren. Mal so ganz platt auf den Punkt gebracht.

SPEAKER_05

Ja, natürlich. Also die Unternehmerrettung als solches ist genau genommen ein Abfallprodukt. Also weil der Unternehmer ist ja dann gerettet, wenn das Unternehmen weiter besteht. Und wenn das Unternehmen weiter besteht, dann habe ich die Mitarbeiter, die geschont sind. Ich habe die Lieferanten, die geschont sind, weil die können weiter Geschäft machen können. Ich habe die Kunden, die geschont sind, weil die Lieferkette weiter besteht. Die müssen sich keinen neuen Lieferanten suchen. Das sind ja alles Störfaktoren, die ja bei Dritten massiv reinschlagen und dort wieder Schwierigkeiten machen. Und deshalb hat der Gesetzgeber ja auch gesagt, dass die Verfahren, die wir hier propagieren, das ist eigentlich der Normalfall. Im Gesetz steht ausdrücklich drin, wenn nichts dagegen spricht, dass das gemacht werden kann. Also was weiß ich, kriminelle Machenschaften, Geld veruntreut, überhaupt keine Buchhaltung gemacht. Also wirklich saumäßig. Wenn es das nicht gibt, dann ist das der Regelfall, der Normalfall, dann soll es so gemacht werden. So steht es drin. Aber gemacht wird aber genau das, was man sich für diese Extremfälle überlegt hat, nämlich das alles zu zerschlagen. Weil dort am meisten Geld verdient wird und das kann ich verstehen, aus der Sicht eines Insolvenzverwalters, ich kann das massenhaft tun kann. Ein Insolvenzverwalter hat ja, was weiß ich, hunderte von Fällen aus allen Branchen. Was ist denn das Einzige, was ich tun kann? Das einzige, was ich tun kann, ist zumachen und verkaufen. Ob ich eine Gastro-Einrichtung verkaufe, ob ich eine Maschinenbaufirma verkaufe, ob ich das Büro von einem Personaldienstleister verkaufe, ist immer das Gleiche. Ich lasse einen Bewerter kommen und verkaufe den Schrottmais bieten. Oder ich suche mir einen aus der Branche und sage, machst du das für das Unternehmen nicht für einen Euro haben. Aber es bleibt immer alles zulasten des Unternehmers übrig. Alle anderen Potenziale. Und in unseren Verfahren werden diese Potenziale halt gehoben. Und ich bin ganz stolz darauf, ich habe in den elf Jahren noch keine einzigen Stammkunden gewonnen. Die leben alle noch. Also das ist schon so, dass es funktioniert. Das ist nicht nur, wir holen die jetzt irgendwie, sag ich mal, da aus dem Feuer und in acht Monaten sind es trotzdem wieder pleite. Ja, so a la Karstadt. Sondern die schaffen es dann, ja.

SPEAKER_00

Ja, das meine ich ja eben. Wenn eine positive Struktur da ist, dann geht das auch. Uli, ich meine, total inspiriert. Also ich gucke gerade auf die Uhr, das ist schon jetzt hier anderthalb Stunden, so bam, verflogen. Könnten ja noch weiterreden. Vielleicht mal so zum Abschluss, was wären aus deiner Sicht, auch gerade wenn du jetzt nochmal so auf dein Erlebnis zurückblickst, was wären so, ich sag mal, drei Dinge, die du jedem Unternehmer ans Herz legen würdest? So, wo du sagst, Mensch, das sind so die drei Top-Themen, Fokus, oder worauf sollte er achten für unser Thema.

SPEAKER_05

Also das allererste ist ein positives Mindset zur Krise. Wenn ich das nicht habe, hilft alles andere nicht. Ich muss die Schocksstarre überwinden, wenn so etwas eintritt. Ich muss mich in good darauf vorbereiten, dass es passieren kann. Niemand will eine Krise haben, aber ich muss vorbereitet sein. Das sieht man ja auch ganz häufig im Sport, ja. Wenn Bayern München 1-0 zurückliegt, heisst das noch gar nichts. Manchmal auch in 3-0 nicht, wie man kürzlich gesehen hat. When das beim FC Pose-Mugel passiert in der zweiten Bezirksklasse, dann ist das Spiel vorbei. Sein, wenn die Spieler sich nicht gegenseitig, sage ich mal, auf dem Spielfeld kloppen. Ja, das ist der Punkt. Ich muss im Mindset wissen, es ist überhaupt nicht schlimm, mal zurückzulegen. Es geht weiter, es gibt eine Möglichkeit. Wenn ich dieses Mindset hinkriege, habe ich die Grundvoraussetzung geschaffen. Und das Zweite, was ich dann brauche, wenn das Mindset da ist, okay, es gibt irgendwie Wege daraus, dann muss ich diese, das, was ich vorher hier mit dem zweiten Sie mal besser gesagt habe hier, ja, ich muss diese zwei Ebenen Unternehmensplanung haben. Ich muss die einführen, damit ich jeden Tag, wenn ich mir das angucke, was tue ich hier, oder jede Woche, wann auch immer ich die Planung mache, an kritischen Punkten, an entscheidenden Punkten sage, laufe ich im Normalbetrieb leiter oder mache ich lieber eine Sanierung? Nicht, muss ich in die Insolvenz, sondern kann ich, darf ich, ist es möglich, in ein Sanierungsverfahren zu gehen? Is this a intelligent abkürzung? Is this the billigere, der günstiger Wake? Is this the erversprechendere? Und when I this eingebaut in my planning, then music and say, okay, I'm fit as underneath, um, um the situation, um the upweighing to eran, anything man, so abbiegen can't be able to get it. When I'm umdrehen, dann muss ich warten, bis die nächste kommt. So, and these verfahren haben alle Zeitfenster. And dieses Zeitfenster muss ich erkennen, und dann muss ich mich dafür entscheiden, mit gutem Gewissen und entspannt und souverän. Und dazu brauche ich dieses Fachwissen, damit ich es halt einfach beurteilen kann. Und das lerne ich am besten, wenn ich viele, viele Krisen erlebt habe. So, und wenn ich das beherrsche, dann wird dieses Unternehmen sterblich sein. Weil das Schöne ist ja, ich darf das alle drei Jahre wieder machen. Also das sollte man eigentlich hinkriegen.

SPEAKER_00

Das sollte man hinkriegen. Wenn man dazwischen das nicht hinkriegt, ja, dann hat man ein anderes Fundament.

SPEAKER_05

Es ist in elf Jahren noch kein Einzigen, der zum zweiten Mal gekommen ist, ja. Also das ist ja schon mal deutlich mehr als drei Jahre, aber jeder von denen hätte nach drei Jahren wiederkommen können und hätte man den letzten Back ausbügeln können. Und deshalb, es ist tatsächlich so, so ein Unternehmen hängt vom Unternehmerwillen ab. Sonst von nichts. Nur der Unternehmer beendet seine Reise, sonst niemand. Und das möchte ich den Unternehmern mitgeben, weil ich kenne so viele Unternehmer, die sind angst getrieben, wer ihnen alles das Licht ausmachen kann. Die Antwort ist keiner, nur du selber. Und das ist für mich der wichtigste Punkt von allem, dass die Leute eben wirklich mit diesem Selbstvertrauen hingehen und damit auch in der Welt stehen, mit ihrer Familie sprechen und dort auch Sicherheit verbreiten und Zufriedenheit und Glück da auch einzuhalten kann.

SPEAKER_00

Uli, ich meine, das sind die perfekten Schlussworte mit der ganz tollen Botschaft. Ich meine, da war jetzt so viel drin, so viele Praxisbeispiele, so viele Aha-Momente auch für mich und ich glaube für jeden Unternehmer. Und so wie ich es am Anfang gesagt habe, ich glaube, es ist ein absoluter Pflichtpodcast, sich das anzuhören. Ich sage tausend Dank. Wir müssen überlegen, ob wir vielleicht nochmal eine zweite Folge mit Praxisbeispielen machen, weil ich weiß ja, du hast ja eine ganze Fundkiste an Geschichten. Herzlichen Dank. Super tolle Beispiele.

SPEAKER_05

Ja, vielen Dank, Timo, dass du die Möglichkeit gegeben hast, hier zu sprechen. Vielen Dank auch an alle, die es anhören. Wünsche euch viel Spaß dabei. Hoffentlich könnt ihr das eine oder andere brauchen und hoffentlich braucht ihr nie ein Verfahren. Ja, und ja, vielen Dank und alles Gute.

SPEAKER_00

Genau. Und nochmal all deine Daten natürlich hier in den Shownotes sind verlinkt. Danke. Vielen Dank.