Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
In deinem Unternehmen soll mehr passieren – aber im Moment hängt zu viel an dir? Willkommen bei Faktor Führung – Verantwortung, Ergebnisse, Freiheit.
Dieser Podcast richtet sich an Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte, die verlässliche Ergebnisse wollen, ohne dass sie selbst zum Flaschenhals werden.
Du erfährst, wie du:
- Verantwortung bei Mitarbeitern verankerst, damit weniger nachgehakt, korrigiert und „gerettet“ werden muss,
- ein Führungssystem etablierst, das Verbindlichkeit, Tempo und Qualität in die Umsetzung bringt,
- dich selbst so führst, dass du Klarheit gewinnst, deine Energie schützt und dein Stresslevel steuerst,
- deinen Alltag strukturierst (Prioritäten, Delegation, Routinen), sodass du am Ende des Tages mehr Steuerung und bessere Ergebnisse hast.
Jede Folge ist kurz, direkt und praxisnah – für Führung, die entlastet und Wirkung erzeugt.
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Faktor Führung: Verantwortung - Ergebnisse - Freiheit
#311 Monatelang ohne Gehalt und heute 6 Unternehmen! Thomas Hoppe erzählt, wie das geht!
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Schick mir hier Fragen oder Feedback!
Vom Fast-Bankrott zum Multi-Unternehmer und Bundesvorsitzenden!
In dieser spannenden Podcast-Folge begrüßt Timo Pommer einen ganz besonderen Gast aus der deutschen Wirtschaft: Thomas Hoppe. Er ist nicht nur Bundesvorsitzender von „Die Jungen Unternehmer“, sondern auch erfolgreicher Business Angel und Gründer von mittlerweile sechs verschiedenen Unternehmen.
Doch der Weg an die Spitze war alles andere als eine Einbahnstraße. Thomas packt schonungslos aus über:
Sein erstes Scheitern mit 21 Jahren und das Verbrennen der ersten 5.000 € Ersparnisse.
Die härteste Durststrecke (2018): 8 Monate ohne Gehalt, schlaflose Nächte und das Überleben von der Hand in den Mund.
Den radikalen Turnaround: Wie er aus Fehlern in der Führung lernte und seine Firmen zu profitablen, schlanken 7-stelligen Business-Modellen transformierte.
Echtes Zeitmanagement & Fokus: Wie man 6 Unternehmen gleichzeitig steuert, ohne die eigene Gesundheit zu opfern.
Ein Must-Watch für jeden Gründer, Selbstständigen und Familienunternehmer, der endlich am statt im Unternehmen arbeiten will!
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Thomas Hoppe hat gemeinsam mit einem Kollegen ein absolutes Herzensprojekt auf die Beine gestellt, um wieder positiven Spirit und Mut nach Deutschland zu bringen: Das brandneue Buch „Make in Germany“!
Darin porträtieren sie 7 inspirierende Unternehmerpersönlichkeiten und zeigen auf, wie wir selbst anpacken können, statt nur auf die Politik zu warten. Ein echter Leitfaden für Macher und Entscheider!
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Kapitelmarken (Timestamps):
00:00 - Intro: Wer ist Thomas Hoppe?
02:00 - Die erste Gründung mit 21 & das erste Scheitern
04:00 - Politische Kontakte & der falsche Businessplan
07:50 - Der absolute Tiefpunkt: 8 Monate kein Gehalt
11:00 - Leistungssport-Mindset: Warum Aufgeben keine Option war
14:00 - Radikale Prozess-Automatisierung in der Praxis
18:00 - Energielevel & Ausgleich: Warum der Schreibtisch kreative Ideen killt
24:50 - Wie man 6 Firmen & den Bundesvorsitz koordiniert
35:30 - Das neue Buch: „Make in Germany“ & Mut für Deutschland
48:30 - Das Thema Führung: Warum man „braune Äpfel“ sofort entlassen muss
58:00 - Rat an mein 21-jähriges Ich & Fazit
👤ÜBER TIMO POMMER — DER PODCAST FÜR INHABER, DIE WOLLEN, DASS IHR LADEN AUCH OHNE SIE LÄUFT.
Bist du noch Unternehmer oder schon die Feuerwehr deiner eigenen Firma?
Viele Mittelständler stehen vor demselben Problem: Ab 20 bis 30 Mitarbeitern kippt der anfängliche Erfolg plötzlich zur Falle. Jede Entscheidung läuft über den Tisch des Inhabers.
Die unsichtbare Wachstumskrankheit dahinter heißt: Chef-Abhängigkeit.
Als Mentor bringt Timo Pommer das Beste aus zwei Welten zusammen: Er nimmt das bewährte Führungssystem der Konzerne (aus 16 Jahren Management-Erfahrung bei MAN, Bosch und Tank & Rast) und installiert es in der Geschwindigkeit des Mittelstands.
Das Ergebnis ist das Selbstläufer-Prinzip. Damit wird dein Unternehmen stabil wie ein Tanker und wendig wie ein Schnellboot. Das Ziel: Am Ende gehst du zwei Wochen offline – und dein Laden läuft.
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Ja, ich freue mich heute auf einen ganz speziellen Gast, weil er wirklich ein Jungunternehmer ist, nicht nur Bundesvorsitzender der jungen Unternehmer, sondern auch Business Angel und selbst Gründer von den unterschiedlichsten Unternehmen. Und wir werden uns heute hier wirklich über Unternehmertum unterhalten, wie man sein Unternehmen voranbringt, was es für ein Mindset dazu braucht und wie man auch Schwierigkeiten überwindet. Herzlich willkommen, Thomas Hopper. Hallo, vielen Dank, Timo. Ja, Thomas, lass uns gleich mal reinsteigen. Du hast mit sage und schreibe 21 Jahren dein erstes Unternehmen gegründet, deinen ersten Schritt in die Unternehmerwelt gemacht. Nimm dich mal mit, was hat dich dazu bewogen und was hat alles am Anfang nicht so geklappt, wie du es dir mal vorgestellt hast.
SPEAKER_00Also genau, ich habe das im Studio, ich muss ja ein fiktives Unternehmen gründen und ich fand die Idee ganz spannend, eine Plattform aufzubauen, wo man eine Ausbildung für ein Studio Praktum, weil ich selber in meiner Anfangszeit, als ich mich beworben habe, keine passende Lösung gefunden habe. Dann habe ich nach dem Studio überlegt, ich probiere es einfach mal, habe dann die Plattform umgesetzt und habe dann aber einen umgedrehten Bewerbungsprozess gemacht, wo ich mich als Profit eingetragen habe und dann von Unternehmen gefunden werden konnte. Ich war damals schon ein bisschen fauler. Aber nach einem Dreivierteljahr habe ich dann gemerkt, ich war der Zeit ein bisschen voraus. Denn die Unternehmen wollten weiter, dass ich die Schüler bei dem bewerben. Und nach einem Dreivierteljahr habe ich auch kein Geld mehr gehabt und habe dann die Firma wieder eingestellt. Das war mein erspartes auf dem Studium, knappe 5000 Euro. Und die waren eben nach einem halben, dreiviertel Jahr aufgebraucht und dann habe ich die Firma wieder eingestellt. War eine spannende.
SPEAKER_01Also man könnte sagen, das war nochmal 5000 Euro für so einen kleinen Ausbildungskurs, den du gezahlt hast. Der ein Dreivierteljahr gedauert hat, in Anführungszeichen. Aber, und das ist jetzt das Entscheidende, deswegen finde ich es ja so spannend, du hast nicht aufgegeben. Also die Story geht ja weiter. Wie geht sie weiter? Und warum?
SPEAKER_00Ja, genau, das war ein guter guter Punkt. Das war echt ein richtiger Live-Ausbildungskurs, das war schon ganz gut. Man lernt das meist ja eben im Leben und nicht im Studium oder eine Ausbildung. Genau, ich habe dann irgendwie gedacht, ich möchte es neu probieren und ich hätte mich geärgert, wenn ich es nicht nochmal neu probiert hatte. Weil ich dachte, die Idee war nicht so blöd. Hab dann nach dem ersten Scheitern in einer Unternehmensberatung gearbeitet, danach in einem Startup, und hab dann mal so ein bisschen Erfahrung gesammelt in den beiden Bereichen. Und habe parallel dann dazu die Firma neu gegründet, habe dann ein bisschen Geld gespart über die normale Angestelltentätigkeit gespannt, habe ein bisschen gelernt, wie man Vertrieb macht, wie man Kunden anspricht, wie man sich selber auch gut verkaufen kann. Und hab dann die Firma 2012 neu gegründet. Und da habe ich auch Glück gehabt. Ich habe dann nach einiger Zeit einen Business Angel gefunden, der die Idee auch ganz spannend fand. Hab dann Fördergelder bekommen. Wir waren das erste Unternehmen oder das erste Startup, was in Deutschland den damals Barness Kapitalzuschuss oder Investzuschuss bekommen hat. Wurden dann von Röster eingeladen, ins Wirtschaftsministerium eingelegt, haben wir Frau von der Leyen als Arbeitsministerin vorstellen dürfen, aber ich habe so ein bisschen zum einen Glück gehabt und dann auch die politischen Kontakte, die man hatte, genutzt. Und dann bin ich dort eingestolpert, habe dann Herrn Gabriel kennengelernt, der da später Wirtschaftsminister wurde, und habe dann eben von überparteilich über verschiedene Parteien dann mit einigen Politikern im Austausch gestanden, hab das eben mal vorgestellt, was wir machen. Und dann haben wir ein paar Kunden gewinnen können, ein paar weitere Partner gewinnen können. Aber im ersten Jahr, also wir haben eben knappe 50.000 an Investment reingekriegt, im ersten Jahr haben wir 20.000 an Umsatz gemacht. Also wir haben das gleich gut verbraten. Ja, ja. Und der war ein spannendes Learning, denn man dachte ja so, der Business-Plan zeigt natürlich nur nach oben, also nach einem Jahr eine Mio-Umsatz, hochprofitabel und ist natürlich nie seigetreten.
SPEAKER_01Ja, aber Thomas, das sind ja die spannenden Momente, ja. Also ich meine, wenn es immer nach oben geht, dann ist es ja einfach, in Anführungszeichen. So, jetzt auch im Vorgespräch hast du ja auch schon gesagt, ich meine, du hast dich selbst jetzt nicht so förstlich bezahlt. Also gab es Zweifel da bei dir? Und wenn ja, wie bist du damit umgegangen? Weil ich meine, ich kenne ja auch viele Unternehmer, du hast eine gute Zeit und dann gibt es vielleicht auch mal Rückschläge, schwierige Zeiten. Und das sind ja immer so die Weichen, ich sag mal, gebe ich auf, ja, oder kriege ich die Kurve, starte ich vielleicht wieder durch oder ziehe mich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf raus. Wie war das bei dir oder wie hast du das geschafft?
SPEAKER_00Ja, weil man war am Anfang natürlich erstmal auf Geld reingekriegt, hat man, boah, 50.000 Euro auf dem Konto, junger Mensch hat nicht so viel Geld auf dem Konto gehabt, war sparen und dann dachte, jetzt investieren wir richtig. Wir haben dann drei Vertrieble eingestellt und eine Assistentin, denn als Geschäftsführer braucht er eine Assistentin und hat man dann noch angefangen. Und nach drei Monaten waren natürlich die Umsätze nicht da wie geplant. Also im Endeffekt hatten wir nichts verdient, viel Geld zbrannt. Nach drei Monaten habe ich dann vier, also alle vier Leute wieder rausschmeißen müssen, hab dann mit zwei Praktikanten weitergearbeitet und war dann wieder alleine in der Firma, hab dann von den letzten paar Euro, die noch auf dem Konto waren, die nächsten paar Monate überlebt. Ich habe mir 1.000 Euro ausgezahlt, das Gehalt für eine 70-Stunden-Woche. Ja, natürlich habe ich da überlegt, macht das Sinn oder macht es keinen Sinn. Das Gute war, ich habe keine hohe Fallhöhe gehabt. Ich kam aus dem Studium, hab die ersten beiden Jobs gehabt, hab da nicht wirklich, also habe ich da verdient, 2.500, 3000 Euro. War damals okay, aber es war auch nicht überragend viel. Ich dachte, naja, diese Erfahrung, die ich gerade sammle, ich war noch jung und ich dachte, ich probiere es mal. Aber ja, es waren immer wieder Monate, wo man dachte, wie zahle ich die Miete, wie zahle ich die Infrastruktur. Dann habe ich doch mal wieder Mitarbeiter eingestellt, wie zahle ich das Gehalt von dem. Es waren immer wieder ein Auf und Ab. Und das ging eigentlich über den ersten vier, fünf Jahre immer so ein Hin und Her. Hatte im ersten Jahr 20.000 verdient, da haben wir so mit der Firma, dann hat man da auf 50.000, 60.000 gesteigert, also immer noch nicht, dass das eben für normales Mitarbeitergehalt reichen könnte. Keine so einfache Zeit, haben dann doch noch ein paar Investoren, ein paar Business Angels für die Firma gewinnen können, die an mich oder an die Idee geglaubt haben. Hat man wieder neue Mitarbeiter eingestellt, das hat wir nicht gepasst. Natürlich lag es auch vieler meiner Unerfahrenheit und der nicht vorhandenen Führungsqualität. Kam vieles eben zusammen und ja, war so ein Auf und Ab. Und dann kam 2018, das war so der Tiefpunkt, da habe ich neun zehn Monate kein Gehalt gehabt. Hab mir dann von Freunden von Bekannten Geld geliehen, hatte in der Zeit zwei Mitarbeiter, fünf Praktikanten, die Miete, musste irgendwie alles bezahlen. Und dann haben wir Glück gehabt, dass ich dann über Bekannte einen Investor gefunden habe, einen Business Angel, der gesagt hat, ich glaube an die Idee, ich finde das super spannend, was ihr macht. Ich gebe nochmal über 100.000 Euro rein. Und damit ging es dann gut voran. Und dann haben wir auch nochmal ein bisschen Glück gehabt, weil dann anfang Corona kam. Hatten vorher ein paar richtige Weichenstellungen gemacht und haben dann die Welle der Digitalisierung in den Schulen mit Partnern mitreiten können. Und dann ging es eben gut nach vorne. Und dann haben wir den Turnaround geschafft. Also seit 2018 sind wir profitabel, können von dem leben, was wir machen. Machen jetzt kleine siebenstelligen Umsatz, also ja, wachsen, aber war ein hartes Brot, aber das Gute. Letzter Punkt vielleicht, das Spannende ist, wenn man einmal diese saure Gurkenzeit miterlebt hat, dann schätzt man nachher die kleinen Erfolge viel mehr, als wenn man immer erfolgreich war und dann ein bisschen überheblicher wird.
SPEAKER_01Absolut. Dann kriegt es einen ganz anderen Wert. Und du weißt, dass das Schweißtränen und Durchhaltevermögen gekostet hat. Gerade jetzt nochmal auf diese Zeit, wo du sagst, acht Monate kein Gehalt und alles, ne? Also diese Durststrecke, diese Dürre durchzumachen, gab es da irgendwas, wo du sagst, okay, das hat mich weiter dran glauben lassen oder deshalb habe ich nicht aufgegeben? Weil ich glaube, es gibt oder aus meiner Erfahrung so viele Unternehmer auch, die manchmal zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben, so nach dem Motto, oder wo es eben darum geht, ich sehe das auch viel bei Familienunternehmen, die sagen, naja, ich habe hier 30 Angestellte, das bedeutet, ich ernähre hier Pi mal Daumen 60 Menschen. Das ist wie eine erweiterte Familie. Also es geht nicht nur um mich, ob ich jetzt hier Bock habe, sondern ich fühle mich auch verantwortlich für die 60 Leute. Und das erzeugt manchmal wirklich schlaflose Nächte im wahrsten Sinne des Wortes. Weil wenn der eine Auftrag nicht kommt oder wenn der Kunde nicht zahlt, dann habe ich hier ein Thema, weiß noch nicht, wie der Montag beginnt und wie der Freitag oder der Sonntag dann endet.
SPEAKER_00Bin ich komplett bei dir. Wir haben uns halt über jede tausend Euro Auftragsvolumina gefreut. Und natürlich, ich habe schlaflose Nächte gehabt, wusste auch nicht, wie es weitergeht und habe auch an die, wie du gerade gesagt hast, an die Mitarbeiter gedacht, auch wenn es so zwei Leute waren. Trotzdem, auch die mussten ihre Miete zahlen, auch die wollten von dem Geld leben und die haben jeden Monat ihr Geld bekommen, teilweise mal ein, zwei Tage später, aber sie haben es bekommen und ich habe dann eben verzichtet, hab dann geguckt, wie ich von Hand im Mund gelebt habe. Das war schon eine blöde Zeit, was mich da motiviert hat, ich habe früher mal Leistungssport gemacht und da war ich gewohnt, gegen hohe Widerstände oder wenn die anderen vielleicht noch besser waren, hat auch wieder einen Anspruch gehabt, sich mehr rein zu kniemern wollte, die anderen dem zeigen, dass man es doch drauf hat. Und das war auch so der Ärger, als dann nach meiner ersten Gründung, 2010, als ich dann die Firma eingestellt habe und dann 2012 neu gegründet habe, dann haben viele gesagt, naja, Thomas, du bist ja schon mal gescheitert, kriegst du eh nicht hin. Und das war so eine Trotzreaktion zu zeigen, ich krieg das doch hin. Und den zeige ich jetzt. Da waren eine Freunde, Bekannten, Kreis, Familie, die gesagt hat, naja, Thomas, mach das mal, üb dich mal aus und dann findest du einen normalen Job und dann bist du normaler Angestellter und dann hast du dich verprobt und hast viel gelernt. Aber ich wollte nicht viel Angestellter sein, ich wollte gerne freiberuflich bleiben oder selbstständig bleiben. Und ja, das war so das Ego, wo du gesagt hast, ja, den zeige ich es und das kriege ich irgendwie hin. Und auf einer Seite natürlich auch die Verantwortung der Mitarbeitern gegenüber, dass ich dich nicht alleine im Regen stehen lassen wollte und ja, aber es war harte Arbeit und auch ein bisschen Glück dabei und auch zur richtigen Zeit im richtigen Ort die richtigen Leute kennengelernt. Also ja, kam viel zusammen, es hätte doch scheitern können. Was hier aber spannend war, das hat mir bei meinen späteren Gründungen sehr gut geholfen, was ich da gelernt habe. Ich habe die späteren Firmen ganz anders aufgestellt, habe dort meine Rolle als Unternehmer auch anders gesehen und die neuen Gründungen waren deutlich entspannter und habe viel mehr gelernt. Und wenn ich jetzt, ich habe gerade vor einem Dreiviertel Jahren nochmal eine neue Firma gründet, die habe ich komplett anders aufgestellt und sehe die Unternehmerrolle eher am Unternehmen arbeiten und weniger zu stark operativ in der Firma. Denn so kann ich aus meiner Sicht einen höheren Benefit leisten, als wenn ich jeden Tag selber mich um jedes einzelne Detail kümmere. Absolut.
SPEAKER_01Also mein Thema ist immer raus aus dem Hamsterrad des Tagesgeschäfts. Und es ist unfassbar, wie schwer sich Unternehmer damit tun. Und aus meiner Sicht, das Kernproblem, was ich immer sehe und auch da mit den Leuten dran arbeite, ist immer meine Rolle als Unternehmer. Und du hast das eben gerade auch gesagt. Von daher wäre das jetzt so meine spannende Frage. Also, was sind so deine, ich sag mal, drei Kernpunkte oder wo du sagst, Mensch, also das habe ich jetzt wirklich gelernt und jetzt bei meinen ganzen anderen Neugründungen eben dementsprechend anders gemacht. Also was könntest du auch jemandem da mitgeben?
SPEAKER_00Was ich immer spannend finde, oder ich habe mir überlegt, was möchte ich eigentlich machen? Warum? Ich habe zum Beispiel noch eine Coworking-Firma aufgebaut, wo wir Büros und Konferenzräume vermieten. Das war damals aus der Note herausgeboren, weil ich bei Schülerkehren eine größere Fläche brauchte. Wir haben da reingestolpert. Am Anfang haben wir da auch erstmal überlegt, was brauchen wir dafür, wie bauen wir die Firma Smart auf, wie kann man Prozesse automatisieren, wie kann man, wir haben es da so aufgebaut, dass man online sehr, sehr viel direkt online buchen kann. Man braucht nicht jeden, was sie eine E-Mail schreiben, anrufen, sondern man kann direkt alles eben online einbuchen. Die Leute, die haben direkt im Zugang per Smartphone, können in die Location rein, wann sie wollen. Dass man nicht irgendwie einen Empfang vorne braucht, die Leute reinlässt, sondern wirklich viel automatisiert hat und probiert hat, die Prozesse einfach zu haben. Und das fand ich cool, auch dann, dass die Mieter eben ihre Mieten jeden Monat per Lastschrift eingezogen werden und nicht immer nachgefasst haben muss, dass sie Mieter bezahlt haben. Also ganz banale Sachen im Grunde, aber dass man probiert hat, hier an kleinen Stellschrauben zu arbeiten, um sich Arbeit wegzuhalten. Natürlich läuft es auch nicht immer perfekt. Dann crasht bei mir ein Lastschriftverfahren, weil der Mieter nicht genug Geld auf dem Konto hatte, muss man wieder nachfassen. Also es gibt immer mal solche blöden Themen, wo man wieder operativ reinkommt. Und da habe ich dann aber einen Mitarbeiter eingestellt in der Firma, der sich operativ um die Sachen kümmert. Wir haben dort in der Firma ein Vollzeit, eine Teilzeitkraft und 200, 450 Euro, 500 Euro Kräfte. Super schlank aufgestellt, die Firma, wird dieses Jahr knapp eine halbe, vielleicht 600.000 Umsatz machen. Und super profitabel, macht Spaß die Firma. Und ja, es ist nicht übertrieben groß, aber es ist ein stabiles Business, haben gerade einen neuen Standort aufgemacht, also ist eben organisch, recht gut und solide gewachsen, ohne Investorengeld und läuft. Sowas macht Spaß, weil da hat man da die Erfahrung aus den Firmen davor, weil ich gemerkt habe, bei Schülerkäfig war so stark operativ drin, habe mich um jeden Klangkrank kümmert, habe entschieden, wie die Weihnachtskarte ausschaut. Das sind echt banale Sachen, die nicht der Geschäftsführer entscheiden sollte. Aber ich kenne es aus dem Verband, gerade die Familien, seitdem man selber die Firma aufgebaut haben oder eben Schlange mit dabei sind, da kümmert man sich auch um viele kleine Details. Und da muss man sich mehr zurückziehen und mehr auf die strategischen Themen drauf gehen. Wo möchte die Firma hinentwickeln? Welche Stellschrauben sind wirklich relevant? Da kann man höheren Benefit beistellen. Das kostet was, was wir haben, ist die Zeit, die Gesundheit. Und gehe nicht wieder zurück, dass ich 70 Stunden die Woche arbeite, sondern ich möchte schon gerne gesund alt werden.
SPEAKER_01Ja, das ist also mal ganz salopp formuliert, das hilft extrem. Und ich sage immer, und das, weil du gerade gesagt hast, Gesundheit, also ich spreche immer gerne über das Energielevel. Und ich sage immer zu jedem Unternehmer, auch in jeder Coaching oder Beratung, bevor wir über alles andere reden, möchte ich gerne wissen, wie dein Energielevel ist. Weil wenn das Energielevel nicht passt, wenn du keine Power hast, ja, dann kannst du die besten Mitarbeiter haben, kannst die besten Ideen haben, Strukturen haben, bla bla bla bla. Du kriegst deine Pairs nicht auf die Straße. Also wir brauchen hier ein sauberes Fundament. Also ich muss irgendwie einigermaßen beisammen sein, ja, und ein vernünftiges Energielevel haben, um auch dann dementsprechend durchstarten können. Und gleichzeitig sage ich immer, naja, Unternehmertum, und du hast es gerade gesagt, du hast es ja selber auch gemacht, ist Leistungssport. Also das ist Leistungssport. So, das Problem ist, wenn wir das Beispiel mal nehmen und wenn du jetzt dich auch an deine, sag ich mal, Karriere in Anführungszeichen erinnerst, ich meine, du hast nicht jeden Tag Vollgas geben können. Das ging nicht. Und ich habe noch keinen Sportler getroffen. Ich habe schon auch ein paar interviewt, die von Montag bis Sonntag Vollgas geben. Nee, die spielen halt Fußball nur ein bis zweimal die Woche. Und der Marathonläufer, der läuft auch nicht dreimal in der Woche Marathon. Ja, so, also auch da vom Mindset eben zu wissen, naja, ich muss halt mal durchschnaufen, mal Pause machen, ist, glaube ich, ganz entscheidend. Und vielleicht folgende Frage an dich, auch weil du gerade deinen Verband ja angesprochen hast. Was siehst du denn so da auch an den größten Herausforderungen, also wenn wir jetzt mal auf die Unternehmerrolle gehen, also woran scheitern oder stoppen die meisten Unternehmer, die du so siehst und kennst?
SPEAKER_00Ich glaube, es gibt verschiedene Probleme. Wenn man, also ich finde das Energielevel oder die Ausgleich super wichtig, weil du angesprochen hast, wenn ich nur jeden Tag 9 to 5, oder nicht 9 to 5, wenn ich jeden Tag 70, 80 Stunden die Woche arbeite, also wenn ich einfach zu viel arbeite, dann habe ich einfach nicht die Chance, mich zu entspannen, runterzukommen. Ich merke es halt, wenn ich einfach nur von einer Aufgabe die nächste reinstolpere, da habe ich keine Zeit mir, Gedanken zu machen, was brauche ich wirklich, wie kann ich strategisch die Themen voranbringen. Und mir hilft dabei zum Beispiel, wenn ich einfach dann zum Sport gehe, nach in die Sauna und dann runterkommen und dann kommen hier richtig gute Ideen für die Firma, für neue Themen. Ich brauche einfach diese Zeit zum Runterkommen. Und ich merke es bei uns auch im Kantenkreis, also ich habe viele Unternehmerfreunde, die einfach sehr stark noch im Hamsterer drin sind, die wirklich von einer Aufgabe zur nächsten hetzen. Und ich glaube, da muss man sich mal zurücknehmen. Mir hat es auch geholfen vor ein paar Jahren. Ich habe mir so eine Meditations-App runtergeladen, die einfach mal, wo ich dann morgens mal so eine, also 10 Minuten mal durchatme, runterkomme und wieder so die Zeit nehme. Jetzt habe ich auch angefangen, dass ich dann morgens um halb sieben, sieben zum Sport gehe, in der Sportsession einen Tag starte, auch wenn ich unterwegs, ich bin momentan viel unterwegs und dann probiere ich auch mal ein Hotel zu finden, wo ich dann einen Fitnessraum drin habe oder zur Not nämlich meine Laufschuhe mit und gehe morgens runter joggen. Auch das geht nicht immer. Ich habe dann auch mal Tage natürlich, wo man dann einfach schlecht schläft, weil man dann privat vielleicht eigentlich um die Ohren hat. Und dann das Geschäftliche kann ich mittlerweile gut klären, aber es gibt natürlich auch einen privaten Bereich, familiär oder wo auch immer, Themen, die einen dann durch den Kopf gehen, die einen schlecht schlafen lassen. Und dann hat man die Firma zwar gut strukturiert ist, am nächsten Tag trotzdem unmotiviert, oder nicht unmotiviert, aber schlecht drauf, weil man einfach zu viele andere Themen hat. Und das ist eben einfach eine Baustelle, an der muss ich noch arbeiten. Aber sonst, ich merke es bei vielen, die einfach dann auch, es gibt aber für jeden so ein Ventil, wo man probiert, den Stress irgendwie wegzukriegen. Und dann einige übertreiben da mit Alkohol, mit anderen Sachen, wo sie dann probieren runterzukommen. Was aber in der Spirale eigentlich nach unten ist, weil wenn ich dann da erstmal reinfahre, dann wird es immer noch schlimmer. Und das heißt nicht, dass ich nie irgendwie mal ein Bierchen trinke oder auch mal einen Longdrink trinke, aber ich probiere es schon wirklich zu reduzieren, weil ich merke, wie schlimm oder wie schlecht auch Alkohol für den Körper ist, für die Motivation, für die Mentalität. Ja, hab mir so einige Hörbücher runtergeladen, gesunde Ernährung, Sport und das hilft mir. Und wie du sagst, wir sind Leistungssportler, wir müssen fit sein, im Kopf, physisch, mental. Wir brauchen da auf jeden Fall eine gute Verfassung, sonst können wir auch nicht die Firma nach vorne bringen. Da würde ich jedem anraten, achtet auf euch, wirklich gesunde Ernährung, macht Sport, findet den Ausgleich und dann seid ihr auch fit in der Firma, dann kann auch erfolgreich nach vorne kommen.
SPEAKER_01Absolut. Und ich finde das ein super Beispiel, was du gerade sagtest. Und ich stelle immer ganz gern die Frage, ja, wann kommen dir deine besten Ideen? Und das ist in der Regel nicht am Schreibtisch, ja, und nicht, weil du dir irgendwie vielleicht von fünf bis sechs Uhr einen strategischen Termin gesetzt hast, ja. Da kommt gleich mal gar nichts bei raus, sondern genau wie du sagst, ne? Also dann, wenn wir in die Entspannung gehen, wenn du in der Sauna sitzt oder wenn du vielleicht irgendwie in der Natur joggen gehst, dann is hier oben Alarm, ja, zwischen den beiden Ohren. Und dann kommen die kreativen Ideen. Oder wie manche Musiker ja sagen, mir ist das Lied oder die Melodie under the dusche gekommen.
SPEAKER_00Also overall, nur nicht am Arbeitsplatz. Richtig, richtig. Da finde ich auch super entspannt. Heute morgen, ich bin aufgewacht, habe ich mir gedanken gemacht, habe heute super und lang geschlafen, auf heute Feiertag, da kann man runterkommen, muss zwar auch gleich ins Büro. Aber mir macht die Arbeit auch Spaß. And for mich ist die Arbeit ein Hobby. And when ich dann früher, was ich war im Urlaub, lag am Strand, da kam mir gute Ideen. Und meine Ex-Frau hat das nie verstanden. Die meinte, Thomas, wir sind im Urlaub entspannt noch. Ja, aber für mich ist die Arbeit entspannt und weil es einfach Spaß macht. Und dann habe ich irgendwie neue Ideen gehabt, für neue Projekte, neue Themen. Und dann stolper ich immer wieder neue Firmen rein. Jetzt habe ich mittlerweile sechs verschiedene Firmen. Und das ist ja nicht so, dass ich eine Firma gründe, der Firma gründen wegen, sondern weil es einfach mir Spaß macht. Ich habe ein neues, ich habe ein Problem gesehen, ich möchte für das Problem eine Lösung machen und dann macht es eben einfach aus juristischen Gründen Sinn, dass man dafür ein Vehikel baut und eine kleine Firma gründet und das reinpackt. Aber das macht mir Spaß, einfach so neue Projekte anzuschieben. Aber ich habe auch das Problem, dass ich dann nicht der Mensch bin, der das bis zum 100. zum Ende treiben möchte. Ich schiebe das an und dann brauche ich ein gutes Team, was diese Strategie weiter nach vorne verfolgt, weil ich dann ja auch neue Themen habe. Und das Problem ist nur, wir als Unternehmer sind ja in der Firma gewissermaßen gefangen. Wir können ja sagen, ich kündige morgen, weil dann ist die Firma irgendwie tot. Das heißt, wir brauchen ja schon einen guten Nachfolger, den man das umhängen kann, der es mitnimmt, dass man mit dem im Sparring immer wieder die Strategie der Firma bestimmt, aber nicht mehr selber später im Driver-Seed ist. Und da muss ich auch zum Beispiel an zwei Sachen, an zwei Firmen bin ich auch noch sehr, da bin ich auch noch geschätzt für. Da muss ich jetzt auch gucken, dass ich da einen neuen Nachfolger finde. Ja, da bin ich halt der Suche. Aber das ist immer schwierig, einen guten Nachfolger zu finden. Habe ich vertraut. Und ich hatte gerade ein Riesenproblem mit einem Mitarbeiter, dem auch vertraut hat, der ihn sehr hintergangen hat. War ein blödes Verfahren und ja, das ist echt ärgerlich. Da hat man sich auch manchmal eine Person täuschen. Und da ist so der Wunde Punkt, da bin ich manchmal noch zu nett. Da muss ich, glaube ich, mehr prüfen. Prüfe, wer sich ewig bindet, auch bei den Mitarbeitern.
SPEAKER_01Ja, das ist, genau, also das ist natürlich auch ein Prozess. Ich glaube auch hier wieder Lebenserfahrung, Menschenerfahrung. Ich sag immer, wer versteht, wie Menschen ticken, kann sie auch besser beeinflussen, führen oder auch ein Gefühl für sie bekommen. Absolut. Aber du hast jetzt eine ganz spannende Sache gesagt. Also du hast so mal schlanke sechs Unternehmen, parallel am Start. Dann bist du noch, also Bundesvorsitzender, die jungen Unternehmer. Im Vorgespräch haben wir gerade so ein bisschen geplaudert. Du bist ständig irgendwo bei der Politik am Start, ja. NTV ruft dich an, da musst du kurz mal ein Interview geben, Stellungnahmen und so weiter und so fort. Also du bist ja nicht nur auf einer Party unterwegs, sondern du tanzt ja gleichzeitig auf unterschiedlichsten Partys. Jetzt ist natürlich die große Frage: wie machst du das? Wie kriegst du es hin, dass du trotzdem alle Bälle irgendwie in der Luft behältst und nicht irgendwie vier runterfallen?
SPEAKER_00Ja, das ist ein, blöd gesagt, gutes Zeitemanagement oder gute Koordination, aber ich kann nie vermeiden, dass sich doch mal ein Ball runterfällt. Das hatte ich vor ein paar Tagen auch. Da ist einfach ein spannendes Projekt. Wir sind gerade im Bereich KI-Rechenzentrum unterwegs und da haben wir super spannende Themen gerade, die super lukrativ, super interessant sind. Und da ist aber von einer Part abhängig und dann ist es einfach zu aufwendig. Und dann, da ist ja wirklich so ein bisschen so durchgerutscht, da bin ich gerade am Nacharbeiten, dass es mir dann, weil ich da operativ auch wieder reingestolpert bin. Und da muss ich die Strukturen noch aufbauen, da fehlen die zum Beispiel noch. Und das ist wieder ungewohnt, weil man da wieder so viel, ja, egal. Also gutes Sitemanagement und im besten Fall klappt auch alles und dass man die Bälle in der Luft halten kann. Und wie wir vorhin gesprochen hatten, ich habe jetzt auch noch ein kleines Projekt gehabt, habe noch ein kleines Buch nebenbei geschrieben mit dem Kumpel. Das hat auch noch mal ein bisschen Ressourcen gezogen. Aber es war auch so ein Spaßprojekt, was ich einfach interessant finde und wichtig fand und wichtig finde. Und da nimmt man sich die Zeit dafür und dann waren die Wochenende doch mal ein bisschen länger. Und da habe ich da auch deutlich mehr gearbeitet, weil da habe ich überlegt, wie kann ich das dirigieren. Ich muss das Buch hier selber schreiben, weil ich ja meine Ideen reinbringen wollte. Und da war ich dann operativ auch deutlich stärker drin. Ja, logisch. Und meine letzte Arbeit, die ich geschrieben habe, ich glaube, meine Diplomarbeit war 2010. Auch schon ein paar Tage her, dass man sich wirklich intensiv mit einem Projekt zum Schreiben auseinandergesetzt hat. Und das war nicht ganz einfach, da wieder reinzustolpern. Und ich bin froh, dass mein Kollege mich da so gepusht hat und immer wieder gesagt, Thomas, wir müssen fertig mal ein Deadline, wir müssen es fertig kriegen. Und dann, ich glaube, ohne ihn wären wir auch nicht fertig geworden, wenn er mich nicht immer wieder nett erinnert hätte, dass ich da noch eine Aufgabe hatte.
SPEAKER_01Ja, das glaube ich, das weiß ich. Also ich meine, ich bin auch gerade an einem Buch am zu Ende bringen. Hab auch schon, ich sag mal, zwei, also das ist, das ist Schwerstarbeit. Und das Problem ist, wenn man es dann jetzt irgendwie mal endlich fertig geschrieben hat, dann geht es ja weiter. Also nur weil es dann irgendwie da steht, will es noch keiner haben oder lesen, sondern da muss man auch mal drauf aufmerksam machen, hey, hier ist wirklich ein Mehrwert, das kann dein Leben verändern oder wie bei euch ja auch Leute inspirieren. Trotzdem nochmal die Frage für die Unternehmen, die jetzt hier vielleicht lauschen, mithören und sagen, naja, Thomas, super, tolles Zeitmanagement. Probiere ich auch seit 20 Jahren, klappt aber nicht. Kannst du irgendwie was verraten oder wie setzt du dieses Thema Zeitmanagement, was ja eine schöne Überschrift ist? Also wie setzt du das pragmatisch um? Gibt es irgendwas? Wie strukturierst du dich? Also was kann, könnte jetzt ein Unternehmer, der uns zuhört, hier vielleicht für sich auch mitnehmen, wo er sagt: Mensch, danke Thomas, das mache ich ab Montag jetzt auch.
SPEAKER_00Was mir geholfen ist, einfach ganz banal Zeitblöcke im Kalender reinzupacken, Zeitblock Sport, Zeitblock für die Firma was zu machen, hier einen Telefonblock mit reingepackt, wo ich mal ein paar Sachen abarbeiten wollte, hier wirklich mal so eine Fokuszeit, wo ich gesagt habe, stört mich nicht, hier möchte ich meine Themen abarbeiten. Also ganz banal möchte ich runterstrukturieren im Kalender, die dann aufploppen und dann probieren auch da wirklich mal, auch wenn da Calls reinkommen, sagen, hier kann gerade nicht, oder die Kollegin nimmt die Themen an, dass man wirklich mal eine Fokuszeit hat, wo man keiner einen nervt. Oder auch wirklich mal strukturiert an einem Thema arbeiten kann, weil sonst stolpert man immer wieder von einer Baustelle nächste rein, dann kommt hier ein Anruf rein, kommt hier eine Nachricht, kommt hier nochmal der Kollege reingestolpert. Da würde ich probieren, mal ein bisschen Struktur reinzubringen. Und ich finde auch da mal kann man nochmal sagen, liebe Kollegen, die Tür ist zu, ich muss wirklich mal intensiv arbeiten, bitte stört jetzt mal nicht. Ich finde zwar so eine Open-Dor-Policy, dass immer jeder reinkommen kann, gut und auch richtig. Aber in einigen Teilen braucht man wirklich mal seine Ruhe, dass man strukturiert runterkommen kann. Auf der anderen Seite finde ich es auch super interessant, bei uns im Verband, mit jungen Unternehmern, wir haben viele, also es sind nur Unternehmer bei uns mit drin und da hat ähnliche Herausforderungen, ähnliche Probleme und dann spricht man darüber, wie die anderen auch die Aufgaben gelöst haben. Und mir hilft es, mit Gleichgesinnten über die Themen zu sprechen. Ich habe fast nur noch unternehmerische Freunde, mit denen ich austausche, weil auch dann blöd gesagt die anderen Freunde von früher es nicht verstehen, wenn man eben über die Arbeit spricht. Und ich verstehe es immer mal, wenn die Arbeit Spaß macht. Und ich kann mich noch gut an meine Ex-Freundin erinnern, wo die Eltern gesagt hat, Thomas, du bist komisch, dir macht die Arbeit Spaß. Dann war ich so, warum? Also für mich ist die Arbeit ja ein Hobby. Und für die war es einfach nur da, um damit Geld zu verdienen, damit sie sich auf den nächsten Urlaub im halben Jahr freuen können. Aber wenn ich jeden Tag die Zeit gegen Geld tausche, dann mache ich fast falsch. Weil dann ich opfer nicht gerne Zeit gegen Geld. Klingt zwar blöd, aber ich habe damals für 1000 Euro Brutto, wie ich vorhin gesagt habe, gearbeitet. Meine Motivation war nicht, ja mit Geld zu verdienen. Natürlich wollte er von irgendwie leben, aber wenn man nachher erfolgreich wird, dann kommt das irgendwie am Rande. Und ich, auch wenn wir von vielen Aktivisten immer die Reiche beschimpft werden, ich fühle mich nicht als reich. Also ich habe, glaube ich, weniger Geld auf dem Konto als viele meine Angestellten. Ich investiere sehr, sehr viel wieder in die Firmen, in die Struktur, in die Mitarbeiter. Aber selbst würde ich mich nie als reich bezeichnen. Ich habe eine normale Wohnung, ich fahre keinen dicken Wagen. Also ich bin da sehr bodenständig, glaube ich, auch geblieben. Der einzige Luxus, den ich mir gönne, ist, dass ich eben ab und zu mir ein bisschen Urlaub gönne vielleicht oder mal eine kleine Auszeit, aber sonst habe ich keine großen Laster, die ich habe. Aber macht es ihm Spaß. Und mein Banker sagt auch mal, Thomas, du bist verrückt, du hast viel zu viel Geld in deinen Firmen, du musst Aktien kaufen, auf weiter andere Sachen investieren. Macht es ihm Spaß und dafür lebe ich.
SPEAKER_01Ja, ich glaube, du sprichst was ganz Wichtiges an. Und du bist Überzeugungstäter, so nenne ich die Menschen. Und das ist eben die Begeisterung oder dieses Gehen, okay, ich sehe da ein Thema, das will ich lösen. Und das ist eine Herzensangelegenheit. Und da stürzt du dich drauf. Und ich glaube, also so erlebe ich das immer. Das hat für mich so ein bisschen Unternehmertum auch oder macht Unternehmertum aus. Also die wenigsten Unternehmer haben irgendwann mal sich hingesetzt und haben gesagt, ich würde jetzt viel Geld verdienen, ich möchte möglichst viele Mitarbeiter haben. So, was bringt mich am schnellsten dahin? Also ich kenne keinen, ja, ich fürchte mal, du auch wenige, sondern bei den meisten ist es ja so passiert, wie du gesagt hast. Also hier Schülerkarriere irgendwie, Schülerunternehmen, muss ich zusammenbringen. Das finde ich spannend. Und nur wenn man spannend findet, geht man auch durch diese dunklen Täler, wie du das ja beschrieben hast bei dir. Oder zahlt sich 1000 Euro aus. Es ist ja jetzt kein Premium-Lohn. Da kommt ja jetzt nicht maximale Freude auf, wenn man aufs Konto guckt.
SPEAKER_00Mittlerweile sind es schon ein bisschen mehr als 1000 Euro. Aber ja, bin ich voll bei dir.
SPEAKER_01Ja, sondern dieser Antrieb, was besser zu machen, was zu verändern. Von daher kann ich das sehr gut nachvollziehen. Und es ist eben dein Baby. Oder jetzt hast du mehrere Babys, oder? Oder wie fühlt es sich an für dich?
SPEAKER_00Auf jeden Fall bin ich bei. Ich habe auch dann, ja, ja, genau so, dass einfach ein kleines Baby, beziehungsweise mittlerweile ist das Baby auch schon 14 Jahre alt, also schon ein Kind geworden. Und da ist auch mal die Überlegung, auch da, wie geht es weiter in den nächsten Jahren? Ich meine, ich habe noch so viele andere spannende Projekte, die gerade laufen und ich habe auch zwischendurch mal mich bei einer Firma beteiligt, die ich dann nach ein paar Jahren auch verkauft habe. Da war ich auch nur reiner Investor und kein Gründer. Das war auch mal eine Erfahrung, mal so eine Firma eben aufzubauen, damit weiterzugeben und dabei auch gemerkt haben, dass man es selber vielleicht nicht dahin bringen konnte, wie man es wollte. Und man brauchte einen Partner, der es eben größer machen konnte. Ich finde ausschließlich, dass man später mal die eine oder andere Firma vielleicht an wen abgeben könnte oder sollte, weil der vielleicht das Potenzial mehr heben kann. Und trotzdem bleibe ich in meiner Person als Unternehmer. Und wir haben mittlerweile auch bei den einen oder anderen Firmen sehr stark automatisiert. Wir haben sehr viel mit KI international die Mitarbeiter aufgebaut, weil ich auch hier merke, gerade wenn man IT-Fachkräfte braucht, ein KI-Entwickler in Deutschland, wo es dann hochfünfstellig oder sechsstellige bezahlen, ist so eine kleine Firma wie bei mir nicht unbedingt immer einfach zu stemmen. Und da haben wir viel ausgeleitet. Da habe ich überlegt, wie kann ich das? Ich brauche diese Skills, ich brauche this Know-how gerade, but ich kann es mir actually nicht leisten. Und da haben wir geguckt, im Balticum zum Beispiel haben wir jetzt den Großteil IT ausgelagert. Dann über ChatGPT and Cloud und wie es alle heißen, haben wir sehr viel mittlerweile Richtung Coding auch mit eingebunden, dass wir über diese KIs coden and das dann kombinieren mit Mitarbeitern im Ausland, die das eh mit kontrollieren und steuern. Auch hier bin ich dabei, auch gerade aufgrund der nicht einfachen Rahmenbedingungen in Deutschland. Ich weiß, ich wollte noch nicht über Politik sprechen, aber die Rahmenbedingungen sind in Deutschland aktuell nicht einfach. Und da habe ich als Unternehmer geschaut, wie kann ich die Firma hier in Deutschland am Leben halten, brauche dafür, weil vielleicht das Ausland, um entsprechend hier profitabel zu bleiben. Und ich glaube, da muss man leider auch in der aktuellen Zeit flexibler werden. Aber ich finde es auch super spannend, denn gerade durch die Digitalisierung, durch KI und ähnliche Themen, haben wir eine riesen Chance. Weil wir sind einfach ein starker Mittelstand in Deutschland. Und wenn wir es schaffen, diese Vorteile der Digitalisierung, der ganzen modernen Technik zu nutzen für Deutschland, dann schaffen wir es, wieder nach vorn zu kommen. Denn wenn man sich ganz banal mal die USA anguckt, wir sagen immer, die sind Vorreiter, gehen gut nach vorne in vielen Themen, ja. Aber die Grundlagschung in der KI, da ist Deutschland weiterführend. Wir schaffen es nicht, diese Grundlagung in gute Geschäftsmodelle zu wandeln. Und da sind zum Beispiel die Amerikaner oder die Chinesen deutlich weiter. Hier müssen wir offener werden, deswegen sind wir vom Verband gerade dabei, unternehmerische Bildung in die Schulen rein oder in die Kinderköpfe reinzukriegen. Wir bringen jetzt ein Kinderbuch raus. Das Aufzeigen ist aber, dass Unternehmertum eine spannende Option ist neben dem normalen Angestelltenverhältnis. Und da bin ich mal sehr gespannt. Then, letzter Punkt, vielleicht noch dazu. Wenn man sich ganz banal anguckt, Benniel Blümchen, habe ich das Beispiel gebracht, aber wer ist da der Böse? Der Unternehmer. Er heißt doch Raftzahn. Also wenn man schon die so mit Stereotypen da reinbringt, da braucht man sich nicht wundern, wenn die Kinder sagen, oh Unternehmer, nee, es will auf keinen Fall werden, das ist ja böse, das ist ja, das ist ja nicht schaffend und auf keinen Fall.
SPEAKER_01Das ist dramatisch, dramatisches Bild, was da verteilt wird, ja. Jetzt, wo wir gerade über Bücher reden und du hast es eben auch schon angedeutet, vielleicht ein guter Punkt. Du hast mir vorhin schon auch dein, oder ja, euer neues Buch gezeigt, zeig mal rein. Make in Germany. Genau, Make in Germany und das passt ja, glaube ich, ganz gut, auch zu dem Unternehmertum-Thema. Was hat euch da angetrieben, das Buch rauszubringen und was steht drin? Wir werden auch mal den Link hier dann in den Shownotes reinstellen für alle, die sich da mal näher einlesen wollen. Erzähl mal.
SPEAKER_00Sebastian ist auch ein Unternehmerfreund von mir und wir haben vor mittlerweile, ich glaube, anderthalb, zwei Jahren einen Podcast aufgebaut, wo wir spannende Unternehmerpersönlichkeiten porträtiert haben, gefragt haben, wie wir das Unternehmen aufgebaut haben oder übernommen haben von Eltern, wie kam es zu deren Erfolgsgeschichte. Da dachten wir nach dem Podcast, irgendwie wäre es doch spannend, das nicht nur als Podcast zu haben, sondern auch ein Buch daraus zu schreiben. Wir gemerkt, dass wir mehr, dass wir wieder einen positiven Spirit in Deutschland brauchen. Wir müssen wieder optimistischer nach vorne gucken. Wir haben die Stärke, die Turnarounds zu schaffen in uns selber. Denn wir haben eine gute DNA, wir haben schon mehrfach einen Turnaround hingelegt in Deutschland. Und das schaffen wir, glaube ich, wieder. Dafür müssen wir Mut machen. Deswegen haben wir gesagt, wir machen ein Buch für Entscheider und für Leistungsträger. Wir wollen Mut machen für Mutmacher. Und da kam das Buch heraus. Wir haben in dem Buch sieben Unternehmerpersönlichkeiten porträtiert von meiner Präsidentin Marie Christi Ostermann, von Verband Familienunternehmer, Johanna Heise, Miriam Wohlfert, Annika Vermutius, Annemarie Großmann. Wir haben da oben stellter, wir haben da richtig spannende Persönlichkeiten interviewt. Diese Learnings haben wir hier reingenommen und auch drumherum natürlich auch nochmal aufgezeigt, wie Rahmenbedingungen wir brauchen, damit wir Deutschland wieder nach vorne kriegen. Also auch einen Appell an die Politik, aber auch an die Gesellschaft und an die Unternehmer oder die Leistungsträger zu zeigen, wir haben die Chance, anzupacken. Das hatten wir im Vorgespräch auch gesagt. Wenn wir nur auf die Politik warten, dann kommen wir nicht voran. Wir Unternehmer packen an, wir machen einfach. Und das wollen wir auch aufzeigen, denn auch zum Beispiel Marie Christine Ostermann, dritte Generation, haben nach dem Krieg die Firma aufgebaut in einer nicht einfachen Zeit, haben trotzdem die Firma richtig gut skaliert und nach vorne gebracht. Und solche Geschichten finde ich beeindruckt oder auch bei Jorna Heise aus Telefonbüchern oder aus dem Verlag zum Medienkonzern aufgebaut. Super spannende Story und da kann man euch viel aus lernen. Oder Mire Wolfert durch Zufall, mehr oder minder ein Unicorn im Tech-Bereich aufgebaut, obwohl sie gar keine richtigen Background in den Bereich hatte. Spannende Gründerin. Ich finde es super cool. Schaut gerne mal rein und lest euch die Storys durch. Kleiner Werbeblog kommt ab 17. Juli raus, aber ihr könnt gerne schon vorbestellen.
SPEAKER_01Ja, ja, sehr gerne, Thomas. Lasst uns doch mal drauf gucken, weil, genau, wir haben im Vorgespräch schon emotional diskutiert, weil du da ja auch total aktiv bist, was so die Rahmenbedingungen angeht und wir sind uns einig, die Politik lässt so ein bisschen die Unternehmer im Stich. Und das wäre jetzt ein eigener Podcast, den wir dazu machen müssten, könnten. Und gleichzeitig würde ich mal nochmal die Perspektive darauf wechseln, weil ich erlebe es auch wieder, dass eben viele Leute sich über Politik und über was alles so in der Welt, über Trump und unterschiedlichsten Kriege. Da regen sich Menschen unheimlich viel auf und diskutieren. Und ich sage immer, ja, kann man auch mal, aber bitte die Zeit beschränken, weil aus meiner Sicht verlieren wir extrem viel Energie bei diesen Themen, weil es so emotional ist und ja auch zu Recht emotional ist. Nur das Problem ist, also zumindest bei meines Wissens können wir beide jetzt nicht irgendeinen Krieg beenden. Wir werden auch nicht irgendwelche Gesetze in Berlin jetzt morgen beschließen können. Wir können auch nicht sagen, wer irgendwie Präsident ist oder nicht oder dies oder jenes. Also, und wir können nicht beeinflussen, ob es morgen regnet oder die Sonne scheit oder was auch immer. Also, ich bin immer ein großer Fan davon, zu sagen, okay, lasst uns mal auf das konzentrieren, wo wir 100% Einfluss drauf haben. Und jetzt hast du ja auch wirklich ganz tolle Persönlichkeiten schon beschrieben. Was würdest du denn sagen, was ist denn oder was macht denn deren, ich nenne es jetzt mal, Unternehmermindset aus? Also was ist, oder um es mal so ein bisschen provokant vielleicht auch zu formulieren, vielleicht hast du da auch Bilder, was unterscheidet das Unternehmermindset von Unternehmern, die, sag ich mal, sehr erfolgreich sind? Und was erlebst du vielleicht für ein Mindset bei Unternehmern, wo es nicht so gut läuft oder wo es vielleicht auch einen Bach runtergegangen ist? Erkennst du da Unterschiede?
SPEAKER_00Ja, ich glaube, also, was ich spannend finde, bei denen ja die Leute, die erfolgreich sind, viele sehen einfach keine Probleme, sehen Lösungen oder sehen Chancen. Nachher, wenn der Wieder oder in der Corona-Zeit zum Beispiel, in der Corona-Zeit, was ich einfach für viele Unternehmer. Ein bekannt von mir ist im Event-Bereich gewesen und natürlich wissen wir, Events fanden nicht mehr statt. Also Geschäftsquote ist im Grunde weg gewesen. Was hat er gemacht? Er hat sich neu erfunden. Er hat zum einen hat er dann die Corona-Test-Centrum mit aufgebaut, weil er gutes Gears im Bereich Messebau hatte. Hat dann aber sich digital neu erfunden, hat dann neue digitale Wege aufgebaut. Der hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt und sagt, oh, alles schlimm, alles blöd, die anderen sind schuld und ich kann nichts machen. Als Unternehmer wird man dann kreativ, der überlegt, bei welche Wege kann ich gehen, wie kann ich mich hier neu wandeln. Und wenn ich einfach nur sage, dass die anderen schuld sind und die Rahmenbedingungen schlechter werden, dann wird es wahrscheinlich auch genauso werden, wie ich sage, weil dann passiert eben nichts. Ich muss also kreativ werden und ich habe bei Schülern auch vier oder fünf Mal als Geschäftsmodell gewandelt, weil ich sonst wahrscheinlich irgendwie gegen die Wand gefahren bin. Ich muss mich immer wieder neu erfinden. Und wenn ich zu träge wäre, das merke ich leider auch in Deutschland bei vielen Unternehmern, die sagen, naja, hier im Automotive-Bereich, ja, die Elektromobilität bricht viele Sachen weg. Wir brauchen weniger Komponenten, wir brauchen weniger von dem, von dem. Ja, stimmt, aber wie wandle ich denn mich? Was kann ich vielleicht machen? Wo sind meine Stärken? Vielleicht bin ich gut in der Metallverarbeitung oder keine Ahnung in welchem Bereich. Kann ich daraus nicht neue Sachen entwickeln? Und da müssen wir, glaube ich, kreativer werden in gewissen Bereichen und immer nur sagen, was schlimm wird, was Schlechtes, sondern wie kann ich Potenziale heben. Und ganz banales Beispiel, wie ist Tui entstanden? Tui ist auch aus einem kompletten Turnaround, aus der Altindustrie rum in einen Touristikkonzern gewandelt worden. Das ist ein sehr krasser Umschwenk, aber ich glaube, wenn man sich nicht neu erfindet, neu mit der Zeit geht, dann geht man eben mit der Zeit. Und ich finde, wenn ich mir spannende Unternehmer oder erfolgreiche Unternehmer angucke, der hat immer wieder es geschafft, ihr Geschäftsmittel an die bestehenden Bedingungen anzupassen. Und auch wenn die Rahmenbedingungen von der Politik nicht einfach sind, dann muss ich eben schauen, wie kann ich da mitgehen und wie kann ich das wandeln. Das heißt eben auch teilweise, dass ich eben dann eine Produktion oder einen Standortsausland verlage, dass ich vielleicht gucke, wie kann ich eben digitaler, effizienter werden, wie kann ich mehr Energie einsparen. Also ich muss dann kreativ werden. Ich weiß, das hört sich jetzt einfach an und viele sagen, naja, in meiner Firma geht das nicht, wir haben eine Riesenproduktion, wir haben eine Riesenfertigung, das geht nicht. Ja und nein, ich glaube auch da kann man gucken, wie man was wandelt. Natürlich muss ich dann ins Risiko gehen, gucke eben in den Bereich noch zu investieren. Ich muss vielleicht andere Wege gehen, wo ich heute nicht weiß, ob sie morgen erfolgreich werden. Aber Unternehmertum ist genau das, ich gehe ins Risiko, ich wage etwas. Denn ich werde nicht von 100% wüsste, dass das Investment morgen perfekt auszahlt, dann macht es jeder. Und dann bin ich eher in einer sicherheitsorientierten Beamtenwelt, die sich dreimal absichern, bevor sie überhaupt einen Finger bewegen. Aber wir Unternehmer müssen etwas wagen. Und es wird nicht immer erfolgreich. Auch da hat man gemerkt, man geht in Zyklen. Guckt man sich die erfolgreichen Unternehmer an, nicht jeder von denen war immer nur erfolgreich. Wie oft sind Unternehmer gescheitert, wieder aufgestanden, gescheitert, aufgestanden. Und ich glaube, das macht erfolgreiche Unternehmer aus, denn wenn man scheitert, wieder aufzustehen und wieder aufzustehen und wiederaufzustehen. Klingt blöd und abgedroscht, aber so ist es, glaube ich. Und die nicht-Erfolgreichen scheitern einmal und sind dann weg von Fenster. Auch wenn man ihn nicht in Deutschland nicht mag, aber Elon Musk finde ich super spannend von einer Unternehmerpersönlichkeit. Aber was er aufgebaut hat, finde ich schon krass. Und man kann ihn blecheln oder für Sachen auch erschimpfen, aber unternehmerisch, sehr krass und hat natürlich auch Glück gehabt, aber hat hart gearbeitet. Da finde ich spannend.
SPEAKER_01Ja, und ich glaube, du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an. Und gerade als du das so erzählt hast, kommt mir der Jochen Schweitzer in den Kopf. Den hatte ich zweimal das Vergnügen, einen Podcast mit ihm aufzunehmen. Und ja, auch seine Jochen-Schweitzer-Welt, Gutscheinwelt, wenn man diese Geschichte kennt, wie die entstanden ist, also völlig pervers. Hätten andere wahrscheinlich schon hundertmal vorher aufgehört und aufgegeben. Und ist im Prinzip aus seinem größten Drama entstanden. Als sein Leben eigentlich in Schutt und Asche gegangen ist und er die dunkelsten Stunden hatte, hat er sich da dann, sag ich mal, im eigenen Schöpf wieder rausgezogen. Und das ist es aber, glaube ich. Genau wie du sagst. Finde ich da wieder den Turnaround oder bleibe ich halt eben da, versenke ich da selber in der Depression. Und gleichzeitig ist es ja nicht einfach, wenn man drinsteckt. Also wenn die Nacht nur noch schwarz ist. Von daher, so meine Frage auch an dich oder von anderen: Ich glaube ja immer daran, dass die Leute es auch immer nicht ganz alleine schaffen, sondern ich bin mal großer Verfechter, Da, dass wir auch andere Menschen brauchen, die uns inspirieren, unter die Arme greifen und was auch immer. Wie ist da so deine Erfahrung von, ich sag mal, Freunden, Mentoren, Coaches, was auch immer, Guides, wie man auch die Menschen nennen will.
SPEAKER_00Hat mir auch super geholfen, was wir vorhin schon meinte, der, der mein Verband, wo einfach viele Gleichgesinnte drin sind, der hat mir super viel Halt gegeben, viel Unterstützung, viel auch ganz banat, einfach mal über Themen zu sprechen und sagen, hier, die Probleme habe ich gerade, wie siehst du das? Und dann kommen meistens irgendwelche Feedback, ja, hatte ich auch ähnlich. Die UT-Themen hatte ich auch, probier es mal so und so, also mit Gleichgesinnten drüber zu sprechen. Ja, viel mit Freunden, auch da mal vertraulich über Herausforderungen gesprochen. Und also mir ist einfach viel geholfen, darüber zu sprechen. Mir Rat bei sowohl erfahrener und Unternehmern, aber auch bei Extern, die gar nichts damit zu tun haben. Eine sehr gute Freundin von mir, ist keine Unternehmerin, aber die hat da mal so einen Außenblick gegeben und sagt, Thomas, was ist überhaupt wichtig? Wo möchtest du überhaupt hin? Also auch mal eine andere Sichtweise reinzubiegen, sich selber mal zu challengen und zu hinterfragen. Das hat mir gut geholfen. Und dann, um auch zurückzukommen vorhin, mir hat der Sport und der Ausgleich geholfen, ein bisschen Abstand zu gewinnen, runterzukommen und den Kopf wieder freizukriegen. Wenn ich nur in dem Hamsterer drinnen bin, da komme ich da nicht raus. Und also mir hat das einfach sehr gut geholfen und ja, würde ich jedem empfehlen. Aber Vorbilder sind auch super spannend. Ich habe mir so viele Hörbücher runtergeladen. Von erfolgreichen Unternehmern, von Steve Jorb über Elon Musk, über aber auch viele deutsche Unternehmer. Warren Buffett habe ich überhaupt auch angehört. Ich habe mir dann Musch war ja mal angehört. Also nicht immer nur einfache Persönlichkeiten, die vielleicht auch aber anecken in der Gesellschaft. Aber trotzdem fand ich teilweise Perspektiven spannend, aber auch auf der anderen Seite teilweise auch abschreckend, wo ich gesagt habe, okay, diesen Weg will ich so nicht gehen. Also kommt auf eine Weg. Also ich fand das spannend, weil die unterschiedlichen Perspektiven sehen. Nicht immer nur zum Vorteil manchmal zur Abschreckung. Aber auch dennoch habe ich aus vielen etwas gelernt und für mich mitgenommen und überlegt, welchen Weg ich daraus für mich gehen möchte.
SPEAKER_01Ja, super inspirierend, glaube ich, ganz wichtig. Und sehe ich es auch immer. Wir brauchen halt auch immer Beispiele von anderen Menschen, die auch den Weg schon mal gegangen sind. Wir glauben ja immer, nur wir hätten das Problem. Und wir sind die einzigen alleinigen auf der Welt, die arme kleine Sau, die es alleiden muss, aber zur Wahrheit gehört, dass zu 99,9 Prozent dieses Problem schon ein paar andere Menschen auf der Welt hatten, so ähnlich. Und häufig, es gab es irgendwie einen Ausweg. Man muss ihn nur finden. Und wenn man natürlich jemanden findet, der das gemacht hat, dann ist es umso einfacher. Das stimmt. Lass uns doch mal über ein Thema reden, was, glaube ich, auch aus meiner Sicht oder Erfahrung ein ganz wichtiges Thema ist für Unternehmer. Stichwort Führung. Ja, also wir haben alle Unternehmer, sage ich schon, alle Mitarbeiter. Und das funktioniert mal besser, mal schlechter. Ich sage immer, oder es ist so mein Erlebnis, naja, der Unternehmer hat eine Idee, irgendwann merkt er, er braucht noch irgendwie ein paar Leute, die ihm helfen, dann werden es ein paar mehr und dann hat er irgendwann mal vielleicht, erst hat er fünf, dann hat er zehn, dann sind es irgendwann 20 und dann werden es vielleicht auch nochmal ein paar mehr. Und die wollen ja irgendwie dann auch noch geführt werden, um Gottes Willen. Meine Erfahrung ist, ich meine, Stichwort, wie tickt der Mensch, wie führe ich Menschen? Das lernt man ja auch nicht. Also, das heißt, ich so erlebe ich es immer, ich mache das so aus dem Bauchgefühl, aus der Hüfte heraus, was nicht immer ganz so gut klappt. Wie erlebst du das? Also, bei dir, aber auch in deinem Verband, wie wichtig ist das Thema Führung und was sind da die größten Probleme, Herausforderungen?
SPEAKER_00Mega wichtiges Thema und ja, denn nur mit einem erfolgreichen Team kann man auch in einer Firma erfolgreich werden, alleiniger Kämpfer, ist man selbstständig, aber kein Unternehmer und dann ist man selbst unständig und das ist auch super. Ich glaube für einige Persönlichkeiten auch der richtige Weg. Für mich war es nicht der richtige Weg. Ich wollte eben gerne unternehmerisch aktiv und da braucht man ein gutes Team. Und ich bin da auch wie die Jungfrau zum Kinder kommen. Ich habe keine Ahnung von Führung gehabt. Ich habe nach dem Studium, wie gesagt, gegründet, habe viel falsch gemacht und ich glaube auch die ersten Mitarbeiter, die ich reingeholt habe, sind nicht unfähig gewesen, sondern ich war unfähig zu führen. Und ich glaube, ich hätte die besser führen müssen, dann wäre mir, glaube ich, erfolgreicher gewesen und ich hätte auch vieles eben einfacher haben können. Aber ich war jung und naiv und hatte keine Ahnung. Ich habe dann nach und nach mich fortgebildet, Workshops, Seminare gemacht, habe dann von erfahrenen Unternehmern gelernt, habe mich selber mich fortgebildet. Ich glaube, das ist auch ein wichtiger Punkt. Man lernt nie aus. Man muss sich immer wieder weiter fortbilden. Und dann rate ich aber meist eher dazu, dann Experten aus der Praxis zu nehmen und nicht irgendwie an die Hochschulwert zu gehen, wo ich mir einfach theoretisch aneigne. Ich will nicht mein Studium verteufeln, was ich gemacht habe, das war auch eine spannende Erfahrung, aber ehrlicherweise, was ich dort gelernt habe, hat minimal Einfluss gehabt auf das spätere Berufsleben. Deswegen bin ich momentan eher der Freund davon, richtig spannende Seminare, spannende, praxiserprobte Workshops reinzugehen. Laut von welchen Fortbildungen zu das oder eben was zu erfahren, die es wirklich gemacht haben und die es wirklich auch können. Und das hilft mir mehr als irgendwann ein Abschluss, irgendwann ein Diplom, irgendwann ein Zertifikat. Aber auch da habe ich noch viel zu lernen, wobei ich auch hier überlegt habe, wie man, das merkt man vor allem auch, wenn man auf die Behörde mal guckt, auf die Verwaltung. Ich glaube, im März hat er über 8000 neue Stellen in der Verwaltung wieder geschaffen, wo man denkt, wir wollen ja eigentlich abbauen. Man denkt hier, man kriegt neue Aufgaben, man muss neue Mitarbeiter aufbauen. Wenn man fragt, kann man das nicht anders machen, kann ich da die Prozesse nicht besser machen? Kann ich das nicht auch vielleicht flexibler gestalten, kann ich das automatisieren? In vielen Teilen denkt man immer, neue Aufgaben, neue Mitarbeiter. Habe ich ehrlichweise auch mal gedacht. Und wir haben bei der einen Firma vor knapp einem Jahr einen starken Cut gemacht. Und wir haben knapp 60% der Mitarbeiter aus der Firma in andere Bereiche rumgeswitcht. Und ich habe dort einen riesen Mitarbeiter-Overhead abgebaut und traurigerweise ist die Firma seitdem deutlich profitabler und wir haben nur 5% vom Umsatz verloren, obwohl wir fast die Hälfte vom Personal aus der Firma aus der einen Firma rausgenommen haben. Ich habe probiert, in den anderen Firmen dann entsprechend Stellen zu schaffen, aber es machte in der einen Firma einfach keinen sinnvoll, weil sie wirtschaftlich schwierige Zeiten hatten. Und da merkt man, man hat einen riesen Obert aufgebaut, man rät sich selber ein, man braucht alles, man braucht alle Mitarbeiter, man braucht dort jede Struktur oder jeden Kopf in dieser Position. Nachher hat man gemerkt, man hat einfach schlechte Prozesse gehabt. Und das heißt nicht, dass ich jetzt die Mitarbeiter rausschmeißen möchte, aber man muss mal überlegen, wen man in welcher Position wirklich braucht. Kann man die Prozesse nicht anders denken. Und ja, manchmal ist es auch notwendig, sich von dem einen oder anderen zu trennen, um die Firma am Leben zu halten. Nicht, dass da die gesamte Firma untergeht. Es war ein schwieriger, auch nicht schöner Schritt, auch gerade als Familienunternehmer ist wie eine große Familie und das war auch schwierig, diesen Weg zu gehen, weil nicht jeder Mitarbeiter bleiben konnte. Und ich habe auch davor schlaflose Nächte gehabt, weil ich wusste, ich muss am nächsten Tag dann eine Person rausschmeißen, die man eben persönlich schätzt, aber leider ist sie an der Position gerade falsch und die Firma kann sich die Position nicht mehr erlauben. Und das muss sich manchmal eingestehen und manchmal ist dieser Weg schwierig, aber für das Überleben der Firma notwendig. Und das wird leider häufig nicht verstanden. Und dann wird gesagt, ja, hier, du schmeißt aber die Mitarbeiter raus, du bist unmenschlich. Es wäre aber auch unmenschlich, wenn ich sie nicht rausschmeiße, eine Firma und die Firma gesamt in die Wand fahren würde und dann alle Mitarbeiter den Job verlieren würden. Das ist ein wichtiger Punkt, den verlieren oder vergessen leider viele. Das wird auch eine aktuelle Diskussion, wenn man die Gewerkschaft anguckt, letzter vielleicht schwenkt zur Politik gerade. Natürlich klammern die sich an jeden Arbeitsplatz und jede Privilegien, die sie haben. Die wollen auch nicht mehr Arbeit, die wollen weniger arbeiten, eine höhere Rente haben. Aber wenn man ganz nüchtern drauf schaut, in Firmen geht es in vielen Teilen gerade nicht gut. Und die müssen wir überlegen, wie kriegen wir die Firmen wieder fit. Das heißt Mehrarbeit, das heißt eventuell auch, dass dort der eine oder Mitarbeiter Job verliert, um die Firma am Leben zu halten. Ist für die eine Person natürlich blöd. Und das ist eine schlimme Situation. Für den Rest der Belegschaft aber wichtig, um die Firma am Überleben zu halten.
SPEAKER_01Absolut, Thomas. Und du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an, den ich auch immer wieder Unternehmern mitgebe. Und ich gehe jetzt nochmal einen Schritt weiter. Und ich glaube, im Vorgespräch hattest du es ja auch gesagt, oder ich weiß es gar nicht jetzt im Podcast erzählt, aber auch, dass du ja auch mal einen Mitarbeiter hast, der es nicht so gut mit, oder formuliere es mal so, der seine persönlichen Vorteile ganz weit oben angelagert hat, ja, und dem das Unternehmen, die Kollegen, du völlig egal warst, ja. Also, und ich bezeichne die immer ganz gern so als der braune Apfel im Korb. So, und ich erlebe es leider Gottes auch immer wieder häufig, dass Unternehmer da nicht konsequent handeln. Und ich sage immer, ihr müsst diesen faulen Apfel radikal sofort rausschmeißen. Und ich sage es einfach so, wie ich es meine, rausschmeißen. Und zwar aus Verantwortung gegenüber all denen, die Montagmorgen pünktlich zur Arbeit kommen, gewillt sind, hier wirklich Gas zu geben, das Unternehmen weiterzuentwickeln, sich identifizieren mit dem Job und mit dem Unternehmen. Das hat was für mich mit Verantwortung zu tun, auch mit sozialer Verantwortung, weil genau wie du gesagt hast, ein gesundes Unternehmen ist die beste Versicherung für einen sicheren Arbeitsplatz. Ist die beste Versicherung dafür, dass auch in Zukunft ein gutes Gehalt gezahlt werden kann. Ja, kann. Weil eben das Unternehmen wirtschaftlich handelt. Und da gehört eben auch ganz klar dazu, radikal zu sagen, wer nicht mitfahren will, der muss aus dem Bus aussteigen. Ja, Punkt.
SPEAKER_00Da bin ich beide und da muss man ja, auch wie so eine Person, die ich da rausgeschmissen habe. Die anderen Kollegen waren genervt von diesem faulen Apfel. Der eine Mitarbeiter war The König, der eine Mitarbeiter war verschreckt. Also wir haben, der hat so viel Unmut geschaffen. Ich habe dann eben so viele Themen in anderen Firmen, im Verband gehabt und ich habe das immer so rausgeschoben. Ich habe mich vor dieser Entscheidung gedrückt. Ich hätte sie viel früher treffen müssen. Dann wäre die Firma nicht in die Lage gekommen, wegen ihm, wo sie nachher war. Und nachher war es eben so schlimm, dass ich eben wirklich in Turnround oder den Schritt gehen musste, weil die Firma in eine wirtschaftlich schwierige Lage gekommen ist, weil ich die Entscheidung getroffen habe. Und danach, dadurch habe ich die gesamte Firma in ein schwieriges Fahrwasser gebracht und ich hätte da früher agieren müssen. Es war mir eine Lehre und ich habe danach dann auch in anderen Firmen durchregiert, nicht durchregiert, aber mal aufgeräumt und Prozess hinterfragt und geguckt, wer da wirklich auch der stinkende Apfel in einer anderen Firma ist. Also bin ich bei dir, weil manchmal streift man das mit, weil es immer eine unschöne Scheidung ist, die man treffen muss. Und dann man denkt, okay, man muss es für die anderen Kollegen machen, aber man scheut dann trotzdem manchmal und das ist man nie vorgefeilt. Man merkt dann später im Nachgang selber, hätte man das machen müssen, und es war eine Befreiung nachher. Als der Mensch weg war, es war eine Befreiung für die anderen Kollegen, die zu mir kamen, auch von Kunden Feedback gekommen ist. Endlich ist er weg. Wir haben nicht mit ihm, mit eurer Firma gearbeitet, wegen ihm, sondern trotzdem. Und wenn ich das höre, dann denke ich mir, okay, ich habe dann auch einen Riedenschaden für die Firma verursacht, weil ich hier hätte ihn viel früher raus operieren müssen. Für die Kunden, für die Mitarbeiter, für die gesamte Firma. Und ich bin froh, dass ich jetzt mit dem Schritt gegangen bin und in der Zukunft werde ich da konsequenter handeln. Und ich nehme es auf jeden Fall vor. Toi, toi, toi, auf Holzklopfen.
SPEAKER_01Also genau das ist es, Thomas. Konsequentes Handeln für die Firma und genau wie du gesagt hast. Das ist ganz, ganz wichtig. Aber vielleicht ist das nochmal so zum Abschluss ein guter Bogen. Also du bist ja jetzt mittendrin. Du hast so viele Firmen gegründet, begleitet, Business Angel, du bist Bundesvorsitzender. Bei dir gibt es eigentlich 24 Stunden, sieben Tage die Woche Unternehmertum. Ich glaube, das ist jetzt gar nicht mal übertrieben. Aber was wären die eine oder zwei Sachen, die du, wenn du jetzt könntest, irgendwie deinem 21-Jährigen Ich das mal voll motiviert nach einem Studium losgelegt hat. Was würdest du dem mitgeben? Also quasi, wenn du jetzt dein Wissen von heute hättest und nochmal anfangen würdest, was würdest du dir selber mitgeben, es anders zu machen?
SPEAKER_00Ja, ich würde probieren, also klingt als blöd, aber ich hätte, ich war damals sehr eifrig und hatte ihm keine Erfahrung. Ich würde probieren, nämlich das Geld, was er damals eingesammelt hat, nach erster Ehn, hätte ich es anders investiert, nicht so wahlkreis, ich hätte vielleicht ein bisschen konservativer gehandelt, mich alles auf eine Karte gesetzt, ich hätte dann geraten, die Prozesse erstmal aufzubauen, vielleicht nicht gleich reinzustolpern, loszulegen, sondern erstmal überlegen, wie bauen wir die Firma sinnvoll auf. Ich bin immer so ein Mensch, der mal sehr schnell in Themen reinstolpert, bevor er dann die Strukturen aufgebaut hat am Anfang. Das habe ich eben daraus gelernt, das macht Sinn, erstmal nachzudenken, Sachen aufzubauen und dann zu starten. Aber ich war einem damals ja hatte einen sehr starken Tat dran. Ich wollte eben direkt starten. Ich hatte ja keine Zeit und ich wollte als Moor heute machen, nicht morgen. Also zu deiner Frage: strukturiertes Aufbauen der Themen, Prozess gut überdenken und gewisse Risikobereitschaft habe ich weiterhin. Aber vielleicht nicht immer ganz so hart am Wind segeln, sondern auch mal vielleicht, ja, das habe ich vor ein paar Jahren auch angefangen. Ich habe dann probiert, auch so ein passives Einkommen aufzubauen, ein bisschen Immobilien und andere Anlagen zu machen, die auch mal was an der Seite abwerfen, wenn irgendwann die Firmen wieder schlecht laufen. Also ein Backup aufzubauen. Also, ja, Risikobereitschaft bin ich, ich bin weiter ein risikofreudiger Mensch, aber vielleicht nicht immer ganz so hart am Wind segeln.
SPEAKER_01Sehr schön, sehr schöne Schlussworte. Also kann ich genau nachvollziehen, kenne ich auch von vielen Unternehmern, die alles auf ihr Unternehmen setzen. Und genau wie du sagst, also schadet auch nicht, ich sag mal, in einen parallele Vermögensaufbau zu investieren, was auch immer das beinhaltet. Ja, stark. Thomas, die Stunde ist verflogen. Es war super spannend mit dir. Genau, wir haben über Politik auch geredet, keine Ahnung, vielleicht machen wir mal einen zweiten Podcast, weil das Thema ist auch raumfüllend. Ich sage ganz herzlichen Dank für deine Insights und ja, bin überzeugt, du wirst weiter deinen Weg gehen und vieles Gutes bewirken. Und ich drück dir vor allen Dingen die Daumen in der Rolle des Bundesvorsitzenden, dass du da ein paar Augen öffnest, sozusagen.
SPEAKER_00Thiba, vielen, vielen Dank. Hat Spaß gemacht. Hast recht, die Stunde ist versprochen. Ich freue mich drauf, den weiteren Austausch und danke für deine Zeit. Danke dir.